Verfasst von: Ute | 18. Mai 2013

Jay Asher – Tote Mädchen lügen nicht

Jay Asher - Tote Mädchen lügen nichtBeschreibung
Als Clay Jensen aus der Schule nach Hause kommt, findet er ein Päckchen mit 13 Kassetten vor. Er legt die erste in einen alten Kassettenrekorder, drückt auf Play und hört die Stimme von Hannah Baker. Hannah, seine ehemalige Mitschülerin. Hannah, für die er heimlich schwärmte. Hannah, die sich vor zwei Wochen umgebracht hat. Mit ihrer Stimme im Ohr wandert Clay durch die Nacht, und was er hört, lässt ihm den Atem stocken. Dreizehn Gründe sind es, die zu ihrem Selbstmord geführt haben, dreizehn Personen, die daran ihren Anteil haben. Clay ist einer davon…

Sprecher
Robert Stadlober, Shandra Schadt

Länge
4 h 46 m

Meine Meinung
“Tote Mädchen lügen nicht” fand ich ein äußerst  beklemmendes Hörbuch. Man hört mit Clay Jensen auf den Kassetten die Stimme eines Mädchens, das sich umgebracht hat. Und was und wie sie erzählt, erzeugte bei mir durchgehend eine Gänsehaut. Alle die sie im Stich gelassen haben oder die sie gemobbt und Unwahrheiten über sie erzählt haben, bekommen “ihr Fett weg”. Ich denke, das ist zum Einen eine Art Rache. Denn wie soll man “als Beschuldigter” mit dieser direkten Konfrontation weiter glücklich leben? Und zum anderen einfach ein Versuch, den Menschen in ihrer Umgebung klar zu machen, warum sie für sich keinen anderen Ausweg mehr gesehen hat, als ihrem Leben ein Ende zu bereiten. Eigentlich eine nette Geste. Denn meist bleibt man ja fassungs- und ahnungslos zurück, wenn jemand Selbstmord begeht. Warum? Wieso? Tausend Fragen fressen einen auf, warum der Mensch das getan hat.

In diesem Buch ist das nicht so. Und trotzdem macht es die Sache kein bisschen besser, leichter oder verständlicher.

Keine leichte Kost, aber trotzdem ein sehr wichtiges Buch, wie ich finde. Und hat man erstmal angefangen zu hören, kann man nicht mehr aufhören. So ging es mir jedenfalls. Ich habe es in einem Stück durchgehört.

Ich weiß nicht, welche Bücher heutzutage in der Schule gelesen und besprochen werden. Aber ich finde, dieses sollte dazu gehören. Vielleicht würde sich dann der/die ein oder andere doch einmal Gedanken darüber machen, was er/sie mit bewussten oder auch unbewussten Äußerungen in einer Seele alles anrichten und zerstören kann.

Robert Stadlober als Sprecher des männlichen Parts fand ich zwar passend, aber er hat mir manchmal zu schnell und zu “schnoddrig” gesprochen. Die Sprecherin fand ich sehr gut und ebenfalls sehr passend.

Fazitstars_5 absolut empfehlenswert

Weitere Informationen
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Verfasst von: Ute | 18. Mai 2013

Jon Osborne – Töte mich

Töte michBeschreibung
Sei bereit. Sei schnell. Sei gnadenlos.
Nathan Stiedowe hat einen Plan: der perfekte Killer zu werden. Seine Vorbilder sind “Meister” ihres Faches, kaltblütige Monster wie Charles Manson. Nathan ahmt ihre Taten nach und begeht die grausamsten Morde der Geschichte ein zweites Mal, jedoch ohne die Fehler zu machen, deretwegen seine Idole geschnappt wurden. Sein Meisterwerk soll eine Frau werden, die ihm vor vielen Jahren entkommen ist. Sie ist ein schwieriges Opfer, denn ihr Job ist es, Serienkiller zur Strecke zu bringen.

Dana Whitestone ist dem “Cleveland-Slasher” auf der Spur. Er hat in zwei Wochen vier kleine Mädchen hingerichtet. Er ist der beste Killer, der ihr je untergekommen ist. Dana ahnt, dass dies ihr letzer Fall sein könnte. Denn der Killer hat jedem seiner Opfer einen Plastikbuchstaben in die Bauchhöhle eingenäht. Zusammengefügt ergeben sie ein Wort: D A N A

Sprecher
Nicole Engeln

Länge
7 h 08 m

Meine Meinung
Wer kurzweilige, spannende Unterhaltung sucht, ist hier richtig. Ein wahres Katz- und Mausspiel entpuppt sich zwischen dem  Serienkiller und der Jägerin. Jon Osborne gibt einem viele Spuren, aber ganz viele führen auch in die Irre, leiten einen auf eine falsche Fährte. So wurde es für den Zuhörer niemals langweilig oder langatmig, da man quasi “mitarbeitete”.

Wie sich die Geschichte auflösen würde, ahnte ich zwar bereits relativ früh, doch aufgrund der vielen Irrungen und Wirrungen verlor ich die Spur sehr schnell wieder aus den Augen und war am Ende sehr begeistert von dem Finale. Konnte ich doch sagen: Hah! Hab ich’s doch gewusst! Aber wie gesagt, ich hatte die Spur vollkommen aus den Augen verloren, das fand ich vom Autor äußerst geschickt gemacht.

Eine kleine Warnung noch. Die Morde werden recht brutal beschrieben. Es gibt zwar in anderen Büchern durchaus schlimmere Schilderungen, aber bei mir war es hier gerade noch in einem Bereich, von dem ich sagen kann, ok. Wer hier also sehr empfindlich ist, sollte vielleicht besser davon absehen. Für alle anderen Thriller-Fans kann ich meine klare Hörempfehlung aussprechen.

Nicole Engeln als Sprecherin fand ich sehr gut. Sie hat die einzelnen Charaktere gut interpretiert und man konnte sehr gut unterscheiden, wer denn nun gerade sprach. Außerdem hat sie eine für meine Ohren angenehme Stimme, der man stundenlang zuhören kann.

Fazitstars_4 empfehlenswert

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Verfasst von: Ute | 18. Mai 2013

A. M. Dean – Die verlorene Bibliothek

Die verlorene BibliothekBeschreibung
Der Bewahrer Arno Holmstrand liegt im Sterben. Sein Leben lang hat er ein Geheimnis gehütet: den Standort der untergegangenen Bibliothek von Alexandria. Emily Wess war Geschichtsprofessorin. Sie tritt sein Erbe an. Nun bereist sie die halbe Welt, um Hinweise zu entschlüsseln, die ihr ihr Mentor Arno Holmstrand hinterlassen hat. Sie werden morden. Sie nennen sich der Rat und begehren Macht und Einfluss. Ihre Handlanger sind überall. Sie werden morden, um an das antike Wissen in der Bibliothek zu gelangen. Und Emily Wess besitzt genau das, was sie wollen.

Sprecher
Roland Jankowsky

Länge
7 h 54 m

Meine Meinung
Was erwarte ich von einem Thriller? Zunächst einmal Spannung, Spaß und Spiel – nein. Ich erwarte wirklich eine spannende Geschichte, die mich das Hörbuch nicht mehr ausschalten lässt, bis ich es zu Ende gehört habe. Dann sollte es noch eine glaubhafte und nachvollziehbare Handlung haben.

Vielleicht sind meine Ansprüche ja zu hoch. Aber die Spannung habe ich in diesem Thriller wirklich vermisst. Es war eine recht interessante Geschichte, das schon. Die Idee mit der Schnitzeljagd nach Informationen ist zwar nicht neu, kommt aber immer wieder gut. Doch aufgrund des fehlenden Spannungsbogens habe ich mich mit dieser Geschichte echt schwer getan. Sie konnte mich einfach packen und mich in ihren Bann ziehen.

Ok, sie war interessant genug, dass ich sie zu Ende gehört habe. Aber in Begeisterungsstürme kann ich leider nicht ausbrechen.

Den Sprecher kannte ich bisher noch nicht. Seine Umsetzung fand ich ganz ok. Er hätte vielleicht hier und da ein wenig mehr nuancieren können, aber im Großen und Ganzen war es angenehm, ihm zuzuhören.

Fazit: stars_3 ganz nett

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Verfasst von: Ute | 18. Mai 2013

Gabriele Bingenheimer – Merida

MeridaBeschreibung
Merida, eine temperamentvolle Prinzessin, soll verheiratet werden. So hat es ihre Mutter bestimmt. Ein Wettstreit wird entscheiden, welcher Erstgeborene der schottischen Clans Merida zur Frau bekommt. Die talentierte Bogenschützin hält sich aber nicht an diese Tradition. Sie kämpft um ihre eigene Hand und beleidigt damit die anderen Clans des Königreichs. Die Allianz droht zu zerbrechen. Trotzdem lenkt Merida nicht ein, sie will ihr Schicksal ändern und sucht eine Hexe auf. Doch der Zauber wirkt anders als gedacht und Merida muss ihren ganzen Mut beweisen, wenn sie ihre Familie und ihr Königreich retten will…

Sprecher
Sabina Godec, Nora Tschirner, Bernd Rumpf (Hörspiel)

Länge
1 h 07 m

Meine Meinung
Merida ist eine be- und verzaubernde kleine Geschichte, die in Schottland spielt. Toll als Hörspiel umgesetzt und für Kinder äußerst spannend aufbereitet. Doch auch einer alten Eselin wie mir hat diese Geschichte sehr gut gefallen. Ich konnte mir die handelnden Figuren, die alle ziemlich überspitzt dargestellt wurden, von der ersten Minute an in meinem geistigen Auge sehr gut vorstellen und sie sorgten für eine äußerst kurzweilige und unterhaltsame Abendstunde.

Kopfkino pur. Sehr schön.

Fazit: stars_5 absolut empfehlenswert

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Verfasst von: Ute | 18. Mai 2013

Tschingis Aitmatow – Das Kassandramal

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Im “Kassandramal” beschäftigt den kirgisischen Autor Aitmatow die bedrängende Frage nach der Gefährdung unserer natürlichen Lebensgrundlagen. Aitmatow erzählt von einem Phänomen, das die Menschheit weltweit in Schrecken versetzt: Auf der Stirn schwangerer Frauen erscheint ein Zeichen, durch das die ungeborenen Kinder zu verstehen geben, dass sie in eine Welt, der die Zerstörung droht, nicht hineingeboren werden wollen. Panik breitet sich aus, die den Politikern nicht ins Konzept passt. Schon gar nicht dem mitten im Wahlkampf stehenden amerikanischen Präsidentschaftskandidat Oliver Ordok.

Über den Autor
Tschingis Aitmatow, geb. 1928 in Kirgisien. Nach der Ausbildung an einem landwirtschaftlichen Institut arbeitete er zunächst als Viehzuchtexperte in einer Kolchose. Nach ersten Veröffentlichungen zu Beginn der Fünfzigerjahre besuchte er das Maxim-Gorki-Literaturinstitut in Moskau und wurde Redakteur einer kirgisischen Literaturzeitschrift, später der Zeitschrift ‘Novyj Mir’. Mit der Erzählung ‘Dshamilja’ gewann er Weltruhm. Von 1995 an arbeitete er als Botschafter der Republik Kirgistan in Brüssel. Tschingis Aitmatow verstarb am 10. Juni 2008 im Alter von 79 Jahren.Friedrich Hitzer wurde am 9. Januar 1935 in Ulm (Donau) geboren. Er studierte Amerikanistik, Lateinamerikanistik und Russistik an der University of Oklahoma. In München setzte er seine Studien fort und ergänzte sie durch die Fächer Germanistik und Osteuropäische Geschichte. Als Doktorand war er im Rahmen des ersten Kulturabkommens zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Sowjetunion an der Lomonosov-Universität in Moskau tätig. Lange Zeit setzte er sich auf verschiedensten Ebenen ein für soziale und kulturelle Belange wie beispielsweise für die Kulturvermittlung zwischen der Sowjetunion und Deutschland. Friedrich Hitzer lebte in der Nähe von München als freischaffender Autor mit zahlreichen wissenschaftlichen, essayistischen und belletristischen Veröffentlichungen und als Übersetzer namhafter russischer Autoren. 2007 verstarb Friedrich Hitzer.

Sprecher
Frank Siecke

Länge
11 h 42 m

Meine Meinung
Ein kosmischer Mönch, schwangere Frauen, auf deren Stirn ein Mal erscheint, wenn ihre Babys nicht in diese grausame Welt geboren werden möchten und dann noch ein Wahlkampf. Ist letzteres ziemlich normal, so sind die ersten beiden Punkte schon sehr außergewöhnlich. Und so ist auch die ganze Geschichte. Sie ist außergewöhnlich spannend, intelligent und regt zum Nachdenken an.

Steht der Menschheit wirklich der Untergang bevor? Und hat sie das tatsächlich selbst verursacht? Kritisch und mystisch nimmt sich Aitmatow dieser Frage an und hat eine tolle Geschichte daraus gemacht.

Ich war von diesem Buch sehr gefesselt und kann es mit bestem Gewissen empfehlen.

Fazit: stars_5 absolut empfehlenswert

Siehe auch: 

Verfasst von: Ute | 7. Mai 2013

Pascal Mercier – Perlmanns Schweigen

Perlmanns Schweigen

Beschreibung
Ein Hotel an der ligurischen Küste im Spätherbst. Philipp Perlmann, ein angesehener Sprachwissenschaftler, erwartet eine Gruppe von berühmten Kollegen zu einem Forschungsaufenthalt. Umstellt von den hohen Erwartungen der anderen, wird Perlmann von der Einsicht überwältigt, dass ihm seine beruflichen Gewissheiten völlig abhanden gekommen sind. Diese Erfahrung macht die anderen zu bedrohlichen Gegnern. Verschanzt in einem entlegenen Zimmer des Hotels, flüchtet er sich in das Übersetzen eines russischen Textes. Durch diese Flucht nach innen gerät Perlmann mit jedem Tag mehr in eine ausweglose Situation, die ihn schließlich in einen Strudel von Lügen und an den Rand eines Mordes treibt.

Ein psychologischer Roman par excellence, der den Hörer durch raffinierte Komposition und einen großen Spannungsbogen von der ersten bis zur letzten Zeile in Atem hält.

Sprecher
Walter Kreye

Länge
10 h 38 m

Meine Meinung
Ok, ich gebe es zu. Ich brauchte für dieses Hörbuch zwei Anläufe. Beim ersten Versuch konnte es mich nicht fesseln – ganz anders in der zweiten Runde. Da hatte mich das Hörbuch ziemlich schnell gepackt und nicht mehr losgelassen. Selbst für die 7 Minuten Fußweg zur und von der Arbeit kamen die Stöpsel in meine Ohren, um zu erfahren, wie es mit dem unglückseligen Perlmann weitergeht.

Ich glaube, unglückselig trifft es ganz gut. Perlmann höchstselbst hat eine kleine erlesene Gruppe an Wissenschaftlern für ein paar Wochen an ein herrliches Fleckchen Erde eingeladen, um einen “Workshop” abzuhalten. Alle kommen, nur der Russe ist verhindert und entschuldigt sich. Die übrigen Anwesenden sind alle höchst motiviert und engagiert. Doch er, Perlmann, hat keinerlei Idee für seinen Vortrag. Eine wirklich prekäre Situation. Doch anstatt sich hinzusetzen und sich Gedanken zu machen, lässt er sich von allem Möglichen nur zu gerne ablenken. Seine Lieblingsbeschäftigung: Die Übersetzung eines russischen Textes, den ihm sein Wissenschaftler aus Russland zu der Absage hinzugelegt hatte. Er verbeißt sich förmlich an dem Text, bis er ihn gänzlich übersetzt hat. Und die Zeit bis zu seinem Vortrag wird immer knapper. Doch er lässt die Zeit verstreichen, rechnet akribisch, wie er die Vorträge der Anderen hin- und herschieben könnte, damit er erst am Ende an der Reihe wäre. Und natürlich passieren immer wieder unvorhergesehene Dinge, die ihn – und den Hörer gleich mit – zittern lässt. Er hat nichts! Doch stimmt das wirklich? Er hat ja den Text von dem Russen, der ja leider, leider nicht kommen kann. Könnte er nicht…? Wäre es nicht möglich…? Vielleicht sollte er…? Solche Gedanken schweifen durch seinen Kopf. Wer würde das schon herausbekommen? Er reicht den Text bei der Sekretärin ein, die alle Texte der Anwesenden akribisch zu Papier bringt, um sie verteilen zu können…. Dann erreicht Perlmann die Nachricht, dass der Russe nun doch kurzfristig anreisen kann.

Was von da an passiert, möchte ich hier nicht mehr erzählen. Nur soviel: ich selbst habe Blut und Wasser geschwitzt! Was Perlmann durchmacht ist die reinste Hölle. Es wäre so einfach gewesen, wenn er sich einfach zu seiner Schwäche hätte bekennen können. Doch können wir das? Sind wir Menschen wirklich stark darin, eigene Schwächen zuzugeben? Im Schreckensszenarien ausmalen, was passieren würde, wenn, darin, ja, darin sind wir gut. Und so werden wir äußerst kreativ, um alles dagegen zu setzen, um es zu vertuschen, es zu überspielen. Und zu welchen Maßnahmen sind wir bereit, um unser Ziel  - nämlich unentdeckt zu bleiben – zu erreichen?

Der ein oder andere Leser meiner Rezension mag sich hier vielleicht “persönlich angegriffen” fühlen, dass ich von “uns Menschen” spreche. Doch wenn du – lieber Leser – mal ganz tief in dich hinein hörst, na? Immer noch der absolute Saubermann?

Ok, in Perlmanns Schweigen geht es um Mordgedanken. Solche Pläne hat sicher noch nicht jeder von uns geschmiedet. Aber in der Literatur wird ja gerne überspitzt dargestellt, was in jedem von uns lauert.

Ich war jedenfalls von Perlmanns Schweigen äußerst beeindruckt. Es ist ein Hörbuch, das bei mir immer noch nachklingt, obwohl ich es schon vor ein paar Wochen gehört habe. Einzelne Sätze und Gedankengänge schwirren nach wie vor in meinem Kopf herum und ich kann nicht anders als zu sagen: toll.

Pascal Mercier hat mit diesem Buch einmal mehr bewiesen, was für ein brillanter Erzähler er ist. Er versteht es, tiefsinnige Gedanken in eine derart spannende Geschichte zu packen, wie kaum ein anderer. Und da ich so sehr beeindruckt von diesem Buch bin, darf es sich nun in die Reihe meiner anderen Lieblinge einreihen. Es kommt auf meine Bestenliste. Bestenliste

Walter Kreye hat hier eine ebenso geniale Leistung vollbracht, wie der Autor selbst. Eine bessere Kombination kann man sich nicht wünschen.

Fazit: stars_5 absolut empfehlenswert

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Siehe auch:

Verfasst von: Ute | 29. April 2013

Gibt es wirklich Schutzengel?

Abschiedsbrief an Flo

Liebe Flo,

auf diesem Weg möchte ich gerne ein paar letzte Worte an dich richten – auch wenn das nicht ganz richtig ist. In meinen Gedanken werde ich noch sehr oft, sehr lange und sehr viel mit dir reden, spielen, streiten, schmusen, dir beim Schnurren zuhören und natürlich auch Machtkämpfe ausüben.

Vor ziemlich genau einem Jahr, am 27.04. musste ich Abschied von meiner geliebten Travis nehmen. Sie wurde 21 ½ Jahre alt. Das war hart, sehr hart. Aber es war ein Alter bei dem ich wusste und mich auch darauf vorbereiten konnte, dass irgendwann der Tag des Abschieds kommen würde. Trotzdem war ich todtraurig. Ich wollte nie wieder eine Katze, denn die Trauer, die ich fühlte, war so überwältigend, so herzzerreißend und so grausam, dass ich das nicht nochmals durchleben wollte.

Doch die Stille und die Einsamkeit, die ich nach der heftigsten Zeit der Trauer empfand, brachte mich dazu, doch nochmals innezuhalten und nachzudenken. Und irgendwann beschloss ich: Ich will nicht ohne eine Katze leben! Meine Schwester und ihre Frau ahnten das bereits früher als ich und „reservierten“ vorsorglich für mich dich, meine süße Flo. Du wurdest fünf Tage vor Travis‘ Tod geboren. Und somit habt ihr fünf gemeinsame Tage auf dieser Welt verbracht, ohne voneinander zu wissen.

20120916_165908Als ich dann meine Überlegungen „Nicht ohne eine Katze“ meiner Schwester gegenüber erwähnte, erzählte sie mir von dir, Flo! Schwarz/weiß, frech, süß ohne Ende und klitzeklein – hui, mein Herz machte einen kleinen Sprung. Als ich dich dann zum ersten Mal sah, als du noch bei deiner Mama warst, mein Gott, wie hast du das gemacht? Ich hab dich angeschaut und geliebt. Und du hast mich angeschaut und kamst direkt zum mir. Der Pakt fürs Leben war in diesem Moment geschlossen.

Doch warum – verdammt – dauerte dieser Pakt nur ein Jahr? Und zwar exakt ein Jahr? Denn am Montag, den 22.04.2013, hattest du Geburtstag. Deinen ersten Geburtstag! Und laut meinen Berechnungen hätte es sehr gut sein können, dass du genau an deinem ersten Geburtstag deine Babys bekommst! Ich hatte am Samstag zuvor mein Wohnzimmer in ein Katzenbaby-Großwerd- und Spielzimmer verwandelt. Ich hatte dir zwei verschiedene kuschelige Kisten zum Gebären eingerichtet.  Die eine mochtest du glaub ich lieber als die andere – ich ließ trotzdem beide drinnen. Kuschelige Höhlen waren sie beide und früher oder später wären sie spätestens von Karla oder Paul oder wem auch immer (ich hatte bereits viele Namen parat – wusste ja nicht, wie viele Babys es werden würden) genutzt worden.

Doch was passiert?! Ich muss dich an deinem ersten Geburtstag und hochschwanger tot von der Straße auflesen! Überfahren! Gott verdammt! Das darf doch nicht wahr sein!

Liebe Flo, du warst eine wahrhaft wundervolle Katze! Du hast deine Freiheit über alles geliebt! Und die Freiheit, die du20120908_185329 gebraucht und geliebt hast, habe ich dir auch gegeben. Immer furchtbar bangend, aber vielmehr natürlich auch immer voller Hoffnung, dass alles gut gehen möge. Diesen verdammt langen Winter hast du gehasst – du mochtest die Kälte genauso wenig wie ich auch. Und dann: die Temperaturen werden endlich etwas wärmer, du und ich – wir beide – waren im Glück! Was sollte einen da noch in der Wohnung halten? Natürlich nichts! Letztendlich fatal…

Liebe Flo, du hast in 0,nix alle Menschen verzaubert, die dir begegneten. Alle schlossen dich sofort ins Herz. Und zwar so tief ins Herz, dass jetzt sehr, sehr viele Menschen um dich weinen und fassungs- und sprachlos sind, ob deines Schicksals.

Vielleicht triffst du da, wo du jetzt bist, ja auf Travis und auf Miles. Die beiden wohnten auch sehr lange Zeit mit mir zusammen. Ich fände es toll, wenn ihr eine WG gründen und euch Geschichten aus eurem Leben erzählen würdet. Dann würden mir hier wahrscheinlich öfters mal die Ohren klingeln. Das fände ich toll!

Machs gut meine Süße – du hast mich tagtäglich mit deiner Lebensfreude und deiner unbändigen Energie angesteckt und mich immer wieder zum Lachen gebracht. Es war eine tolle Zeit mit Dir!

Danke.

Liebe Grüße
Deine Mama

Verfasst von: Ute | 14. April 2013

Toni Jordan – Die schönsten Dinge

Die schönsten DingeBeschreibung
Nach dem Überraschungserfolg von “Tausend kleine Schritte” legt Toni Jordan den nächsten Roman über eine hinreißend originelle Heldin vor – eine Wissenschaftlerin, die keine ist, auf der Suche nach einem Tier, das es nicht gibt, verliebt in einen Mann, den sie maßlos unterschätzt.

Sie ist klug, attraktiv und engagiert – Ella Canfield scheint Wissenschaftlerin mit Leib und Seele zu sein. Als Evolutionsbiologin forscht sie über ausgestorbene Tiere wie den Tasmanischen Tiger. Ella weiß, was sie will – undhat endlich den idealen Geldgeber für ihr Projekt gefunden: Daniel Metcalf, den gutaussehenden und schwerreichen Vorsitzenden der Metcalf-Stiftung. Daniel interessiert sich brennend für Unternehmungen wie das von Ella. Bedauerlicherweise gibt es zwei Haken an der Sache. Haken Nummer eins: Dr. Ella Canfield heißt in Wirklichkeit Della Gilmore und ist gar keine Wissenschaftlerin. Haken Nummer zwei: Della Gilmore ist zwar ausgesprochen klug, aber nicht klug genug, um der trügerischen Anziehungskraft von Daniel Metcalf zu widerstehen.

Sprecher
Nina Petri

Länge
7 h 46 m (gekürzt)

Meine Meinung
Eine große Familie – alles Gauner. Herrlich. Die Geschichte beginnt damit, dass Ella Canfield bei dem reichen Daniel Metcalf vorspricht, um von seiner Stiftung das dringend benötigte Geld für ihr etwas abwegiges Forschungsprojekt zu erhalten. Dieser Auftritt von ihr ist schon mal sehr witzig erzählt. Kurz darauf erfährt man, dass sie gar keine Evolutionsbiologin ist, sondern eine ausgemachte Gaunerin. Das Geld braucht sie nämlich nicht für ein Forschungsprojekt. Sie benötigt es vielmehr, um das marode Haus, in dem sie und ihre ganze Gaunerfamilie wohnt, wieder auf Vordermann zu bringen und natürlich auch, um überleben zu können.

So haben sie also zusammen einen Plan ausgeheckt, wie sie dem reichen “Schnösel” sein Geld aus der Tasche ziehen könnten. Und die ganze Familie ist mit von der Partie, wenn es darum geht, Daniel Metcalf davon zu überzeugen, dass Ella eine angesehene Wissenschaftlerin ist.

Die Maßnahmen, die sie ergreifen, um dies glaubhaft in Szene zu setzen, könnten skurriler nicht sein. Ich habe mich während des Hörens köstlich amüsiert und nicht selten laut gelacht.

Und das Beste kam dann zum Schluss. Auf die Idee wäre ich ja in meinem Leben nicht gekommen.

“Die schönsten Dinge” ist keine tiefgehende Story. Aber es ist ein Buch, das einen permanent lächeln lässt. Es ist witzig und flott geschrieben und Nina Petri als Sprecherin hat ihren Job auch sehr gut gemacht.

Insgesamt also eine absolut runde Sache, die ich gerne weiterempfehlen möchte.

Fazit: stars_5 absolut empfehlenswert

Weitere Informationen
Eine Hörprobe sowie weitere Informationen gibt es bei Audible.de
Und hier geht es direkt zum Hörbuch: Toni Jordan – Die schönsten Dinge

Verfasst von: Ute | 14. April 2013

Gerhard Loibelsberger – Die Naschmarkt-Morde

Die Naschmarkt-MordeBeschreibung
Wien 1903. Auf dem nächtlichen Naschmarkt, dem größten Viktualien-Markt der Stadt wird die junge Gräfin Hermine von Hainisch Hinterberg brutal ermordet. Die Presse macht viel Lärm um den Naschmarkt-Mord, vor allem der Journalist Leo Goldblatt übt Druck auf die Polizei aus. Und während sich Joseph Maria Nechyba, Inspector des kaiserlich-königlichen Polizeiagenten-instituts und ausgewiesener Gourmet, lieber seinem leiblichen Wohlbefinden als den Ermittlungen widmet, geschieht ein weiterer Mord am Naschmarkt …

Sprecher
Gerhard Loibelsberger (Autorenlesung)

Länge
272 Minuten (4 CDs)

Meine Meinung
In diesem Krimi aus dem alten Wien geht es mörderisch zu. Denn es werden Frauen auf dem Naschmarkt brutal ermordet. Nach dem ersten Mord interessiert es den Inspector  noch nicht so sehr, er fröhnt lieber seiner Leidenschaft dem Essen bzw. dem Kochen und heckt Pläne aus, wie er die Frau seiner Träume beeindrucken könnte.

Doch der Druck auf ihn wird größer, als ein weiterer Mord passiert. Nun muss er wohl doch seiner Aufgabe als Inspector gewissenhafter nachgehen. Es gibt sehr viele Verdächtige und es gibt herrliche Situationskomik. Nicht selten musste ich herzhaft lachen, ob der beschriebenen Geschehnisse. Wenn ich daran denke, muss ich schon wieder schmunzeln.

Die Geschichte ist – abgesehen von den Morden – ein kulinarisches Erlebnis. Es wird sehr genau die Zubereitung verschiedenster Gerichte beschrieben, bei der einem ganz automatisch das Wasser im Mund zusammen läuft. Überhaupt habe ich die Geschichte zunächst weniger als Krimi empfunden. Sie  war über lange Strecken ein Roman über einen Gourmet, der von Beruf zwar Inspector, aber nicht sonderlich engagiert darin ist. Das ändert sich erst im letzten Drittel. Da wird die Story dann wirklich zum Krimi. Und zwar zu einem guten Krimi.

Die Protagonisten fand ich durchweg gut beschrieben, ich hatte sehr schnell von den einzelnen Personen das Aussehen samt Charakter verinnerlicht. Somit kam ich flott in die Geschichte hinein und befand mich mitten im Wien von 1903.

Diesen Eindruck verstärkte natürlich die Autorenlesung. War ich zunächst skeptisch, als ich sah, dass Gerhard Loibelsberger sein Buch selbst liest, so wurde ich recht schnell davon überzeugt, dass er auch das Sprechen seines Textes sehr gut macht. Mit dem wienerisch kam ich erstaunlicherweise sehr gut zurecht. Nach kurzer Eingewöhnung verstand ich den “Dialekt” sehr gut. Natürlich gab es hier und da Ausdrücke, die mir gar nichts sagten. Doch dafür gibt es im Inlay der CD-Box ein kurzes Glossar der wienerischen Ausdrücke.

Einziger kleiner Kritikpunkt: die Lautstärke ist anfangs stellenweise sehr unterschiedlich. Mal spricht Loibelsberger normal laut, dann schreit er und dann flüstert er – je nach Situation. Diese Betonung ist zwar sicherlich z. B. für die Bühne erforderlich, aber es ist unangenehm, wenn man die Geschichte über Kopfhörer oder im Auto hört. Aber das ist mir wie gesagt nur am Anfang negativ aufgefallen.

Insgesamt hat mich der Krimi “Die Naschmarkt-Morde” köstlich unterhalten und ich bin schon gespannt, auf weitere kulinarische Geschichten aus Loibelsberger Feder.

Mein herzlicher Dank geht an den Mono-Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

Fazitstars_5 absolut empfehlenswert (wenn man wienerisch gerne hört)

Verfasst von: Ute | 14. April 2013

J. R. Moehringer – Knapp am Herz vorbei

Knapp am Herz vorbeiBeschreibung
New York, Weihnachten 1969. Willie Sutton packt seine Bücher ein und räumt seine Zelle. Endlich Freiheit. Nach 17 Jahren. Doch die Zeit hat ihre Bedeutung verloren. Mit einem Fotografen und einem Reporter fährt er durch das verschneite New York auf den Spuren seiner legendären Vergangenheit: die Kindheit im irischen Viertel, der erste Raub, dann 200 Banküberfälle, ohne je einen einzigen Schuss abzufeuern – und immer wieder Bess, die ihm das Herz brach.

Mit “Tender Bar” hat J. R. Moehringer ein Millionenpublikum verzaubert. In “Knapp am Herz vorbei” erzählt er wieder eine wahre Geschichte – vom Leben des beliebtesten Bankräubers aller Zeiten. Was dabei Wirklichkeit und was Erfindung ist, werden wir nie erfahren. Aber was macht das schon.

Sprecher
Burghart Klaußner

Länge
9 h 40 m (gekürzt)

Meine Meinung
Den Protagonisten Willie Sutton gab es wirklich. Er raubte zig Banken aus und lernte auch den Knast kennen.

Die Geschichte um Willie “The Actor” Sutton beginnt damit, dass er überraschend an Weihnachten begnadigt wird. Begleitet von einem Journalisten (genannt Schreiber) und einem Fotografen (genannt Knipser) reist er an die verschiedenen Stationen seines Lebens und erzählt jeweils seine zugehörigen Erinnerungen. Die Geschichte ist aber nicht als Biografie zu verstehen. Sie ist wohl zu großen Teilen erfunden.

Interessant fand ich die einzelnen Stationen, die sein Leben in die Bahnen lotste, in denen es sich dann abspielte. Spannend ist die Geschichte nur selten – was wohl auch nicht die Absicht war. Aber stellenweise war es mir einen Tick zu langatmig.

Eine Eigenart, die ich am Erzählstil ganz interessant fand, ist, dass Sutton die meisten seiner Mitmenschen, die ihm heute begegneten, nicht beim Namen nannte, sondern meist bei ihrer Tätigkeit. Z. B. Schreiber, Knipser, linker Wärter, rechter Wärter – jeweils ohne vorgestellten Artikel… die Personen aus seiner Vergangenheit und seiner Erinnerung hatten aber sehr wohl Namen.

Der Roman “Knapp am Herz vorbei” hat mir gut gefallen, er hat mich gut unterhalten, hat viel über Freundschaft und Verrat und natürlich sehr viel über die Liebe erzählt. Das Ende fand ich mehr als tragisch – aber sehr passend.

Burghart Klaußner als Sprecher fand ich eine gute Wahl. Er hat die Geschichte in einer Art vorgetragen, die sehr gut zum Inhalt passte.

Fazitstars_4 empfehlenswert

Weitere Informationen
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Und hier geht es direkt zum Hörbuch: J. R. Moehringer – Knapp am Herz vorbei

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