Fjodor M. Dostojewskij – Schuld und Sühne – Teil 5 und 6

Beschreibung
Der arme, aber hochintelligente Jurastudent Rodion Raskolnikow ermordet eine alte Pfandleiherin und deren Schwester. Überzeugt davon, ein „großer Mensch“  im Sinne Napoleons zu sein, hat er den Mord an den beiden Frauen von langer Hand geplant und rechtfertigt ihn als eine „erlaubte Rücksichtslosigkeit“. Mit atemberaubender Spannung schildert Dostojewskij das sich nun anschließende Katz-und-Maus-Spiel zwischen Raskolnikow und dem Untersuchungsrichter Porfirij. Als Raskolnikow schließlich gefasst und nach Sibirien als Zwangsarbeiter geschickt wird, begleitet ihn die Prostituierte Sonja. Kann sie Raskolnikows innere Umkehr auslösen?

Teil 5 und 6

Schauplatz des Romans ist Sankt Petersburg um 1860. Es geht um die Geschichte des bitterarmen, aber überdurchschnittlich begabten Jura-Studenten Rodion Romanowitsch Raskolnikow. Unter dem starken Eindruck eines von ihm zufällig belauschten Wirtshausgesprächs entwickelt er eine Theorie der „außergewöhnlichen“ Menschen.

Seine Kleidung ist zerlumpt und er haust in einem Zimmer von sargähnlicher Enge. Die finanziell prekäre Situation zwingt Raskolnikow, sich an eine alte wucherische Pfandleiherin zu wenden, eine geizige und herzlose Alte, die nur dafür lebt, ein immer größeres Vermögen zusammenzuraffen. Für Raskolnikow ist sie der Inbegriff einer „Laus“, eines wertlosen Menschen, über dessen Leben die wirklich großen Menschen rücksichtslos hinweggehen dürfen. Von dieser Weltanschauung getrieben, drängt sich ihm der Entschluss zum Mord immer mehr auf.

Unter einem Vorwand besucht er die Alte erneut, erschlägt sie genauso wie ihre zufällig erscheinende Schwester und raubt ihre Wertsachen. Doch immer mehr zeigt sich, dass er seiner eigenen Theorie nicht gewachsen ist. Er ist nicht der Mensch ohne Gewissen, der er zu sein glaubte. Außerdem hat ihn seine Tat verändert. Wenngleich Raskolnikow ein scheinbar perfektes Verbrechen gelungen ist, empfindet er als Doppelmörder die gesellschaftliche Abspaltung innerlich nun umso schmerzhafter.

Nach der Mordtat findet er keine Ruhe mehr. So dauert es nicht lange und er wird von einem Ermittlungsrichter als Schuldiger erkannt, obwohl jener Raskolnikows Täterschaft nicht zu beweisen vermag. Beiden, Täter wie Ermittler, ist dies bewusst, auch wenn es nicht offen ausgesprochen wird. Stattdessen steigert sich das intellektuelle Gefecht zwischen den Widersachern zu einem subtilen psychologischen Spiel…

Sprecher
Reiner Unglaub

Länge
566 Minuten

Meine Meinung
Man darf nicht sterben, bevor man dieses Hörbuch gehört hat! Knapp 26 Stunden (also alle 6 Teile) klingen zwar heftig, aber jede einzelne Minute davon ist hörenswert!!!

Ein genialer „Krimi“ der anderen Art – eben halt ein Klassiker der Weltliteratur – der durch den Sprecher Reiner Unglaub ein wahrer Thriller mit Charme und „Kinoeffekt“ wird. Bewundernd anmerken möchte ich hier noch, dass der Sprecher von Geburt an blind ist und dieses Werk in Braille-Schrift gelesen und wirklich hervorragend präsentiert hat.

Fazit: absolut empfehlenswert

Weitere Informationen
Eine Hörprobe sowie weitere Informationen gibt es bei Audible.de

Gehört am 14.04.2009

Siehe auch:

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2 Gedanken zu “Fjodor M. Dostojewskij – Schuld und Sühne – Teil 5 und 6

  1. muss ich mir kaufen… für mich befindet sich im Epilog die berührendste Stelle in der gesamten (von mir konsumierten) Weltliteratur, als nämlich Sonja krank wird, Raskolnikow davon erfährt und weiß, dass er sie liebt! Was für ein Roman!!!! Lg

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