Jörg Böckem – Lass mich die Nacht überleben

Beschreibung
Ein Doppelleben als Journalist und Junkie.

Der Autor erzählt von seinem Doppelleben als Journalist und Junkie: von Verzückung und Verzweiflung, Haft und Hepatitis, Partys und Porno-Dreh, Karriere und Koma, Abstinenz und Absturz. Er beschreibt all die Tricks, mit denen er sich durch den Arbeitsalltag bringt: Langärmelige Pullover verbergen die zerstochenen Hände bei Interviews, Kontakt zu den Redaktionen hält er mittels Fax, Telefon und e-mail, die Freundin besorgt ihm regelmäßig das Heroin in der Szene.

Er ist Journalist, schreibt seit den Neunzigern für die renommiertesten deutschen Zeitungen und Magazine. Und er ist ein Junkie. Der Autor durchbricht sein zehnjähriges Schweigen und ein gesellschaftliches Tabu. Wie viele andere Drogensüchtige, die im Beruf Erfolg haben und weiter funktionieren, hat er ein Doppelleben geführt. Ein Leben mit der Sucht – zerfressen von Versagensangst, Scham, Selbsthass und der ständigen Gier nach Drogen. Er sah alle 90 Sekunden auf die Uhr. Die Rückreise nach dem Interview war eine Tortur. Eineinhalb Stunden würde er noch warten müssen – auf den nächsten Schuss. Drogensucht macht die Zeit zum Feind. Doch wenn es etwas gab, dass er noch mehr fürchtete als die Entzugsqualen, dann war es, seinen Job zu verlieren. Sein bürgerliches Leben als erfolgreicher und angesehener Journalist.

Der Autor ist 14 Jahre alt, als er sich in den Drogenrausch verliebt. Liebe auf den ersten Blick, damals in der nordrhein-westfälischen Kleinstadt. Haschisch, LSD, Kokain und Heroin. Drogen lösen all die Versprechen der Zigarettenwerbung ein. Mit 19 bringt ihn seine Heroinsucht zum ersten mal ins Gefängnis, mit 22 zum ersten mal ins Krankenhaus. Mit 33 versucht der Journalist im Drogenrausch seine Freundin zu erwürgen.

Sprecher
Alexander Scheer

Länge
5 CDs

Meine Meinung
Puh. Echt harter Stoff. Jörg Böckem ist Journalist und Ex-Junkie. In diesem Buch erzählt er quasi seine Autobiographie. Und die ist hammerhart. Das Hörbuch ist schockierend, faszinierend und fesselnd zugleich. Ich habe in jeder freien Minute daran weitergehört, ich konnte gar nicht aufhören. Immer wieder Rückschläge, immer wieder Kämpfen – da kann man echt froh sein, wenn man mit Heroin nie was am Hut hatte und somit diese Folterqualen nie erleiden musste. Wahnsinn! Um so schöner fand ich es dann in Wikipedia zu lesen, dass er seit 2001 wirklich „clean“ ist 🙂 Meine Hochachtung!

Fazit: stars_5 absolut empfehlenswert

Gehört am 26.01.2010