Zoran Drvenkar – Sorry

Beschreibung
Tamara, Kris, Wolf und Frauke sind seit ihren gemeinsamen Berliner Schultagen befreundet. Obwohl alle schon um die dreißig sind, leben sie immer noch mehr oder weniger erfolglos in den Tag hinein; bis Kris eines bekifften Abends eine ziemlich verrückte Idee hat: Wie wäre es, eine Agentur zu gründen, die sich für andere Leute entschuldigt? Die Freunde setzen die Idee in die Tat um – zu ihrem eigenen Erstaunen mit größtem Erfolg.

Ob zu Unrecht gekündigte Mitarbeiter oder schmachvoll verlassene Geliebte: Die Agentur „Sorry“ entschuldigt sich im Auftrag ihrer Kunden bei ihnen allen. Mit der Erlösung von Schuldgefühlen und schlechtem Gewissen lässt sich eine Menge Geld verdienen. Alles läuft gut – bis Wolf eines Tages vor einer grausam zugerichteten Leiche steht, mit dem Auftrag, sich bei dieser zu entschuldigen. Der Mörder beginnt ein beklemmendes Spiel mit den Freunden, in dessen Verlauf diese nicht zuletzt mit ihren eigenen Abgründen konfrontiert werden…

Sprecher
Christian Berkel, Matthias Brandt, Sophie von Kessel, Ulrich Pleitgen

Länge
477 Minuten

Meine Meinung
Dieses Buch ist nichts für schwache Nerven! Es wird von den vier Sprechern aus verschiedenen Perspektiven und auch auf verschiedenen Zeitebenen erzählt. Das erscheint zunächst etwas verwirrend, baut aber auch eine enorme Spannung auf, der man sich kaum mehr entziehen kann. Die Frage nach Schuld und wie die Menschen damit umgehen und ob jemand sich im Namen eines anderen entschuldigen kann, fand ich sehr interessant. Ist es anmaßend? Würde ich solch eine Entschuldigung ernst nehmen? Wie ist das ethisch zu betrachten? Die komplette Handlung geht mit dem sensiblen Thema Kindesmissbrauch nicht gerade zimperlich um. Ich mag ja keine bis ins kleinste Detail beschriebenen Gewalttaten. Doch hier wurde das in einem Maß beschrieben, das ich durchaus für vorstellbar halte – schlimm genug. Aber so wirkte es einfach glaubwürdig und nicht maßlos übertrieben, wie es in manchen Thrillern ja leider der Fall ist. Je ekliger umso besser – das ist nicht mein Credo. Aber wie gesagt, diese Gratwanderung ist dem Autor sehr gut gelungen.
Die Spannung bleibt von der ersten bis zur letzten Minute, da sich erst ziemlich am Ende die Puzzle-Teile zu einem Bild zusammenfügen. Zurück blieb ich nicht mit dem Gedanken: „wow, was für ein tolles Buch“ sondern mit dem Gedanken: „puh, echt heftig!“

Fazit: absolut empfehlenswert
(aber meiner Meinung nach erst ab 16 oder 18 Jahren)

Siehe auch:

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3 Gedanken zu “Zoran Drvenkar – Sorry

  1. Wow kann ich da nur sagen!!Das Hörbuch kommt auf meine Wunschliste.Du hast das so gut beschrieben,das mir jetzt schon eine Gänsehaut über den Rücken läuft!Das muss ich unbedingt haben!!!

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  2. Die Geschichte war zuerst sehr verworren. Letztendlich ganz anders als man erwartet, bestimmt keine 08/15 Geschichte und gut konstruiert. Mir hat sie gut gefallen – spannend bis zuletzt.

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