Richard David Precht – Liebe. Ein unordentliches Gefühl

Beschreibung
Richard D. Precht ist inzwischen zu einem Medienphänomen geworden. Telegen und auf zurückhaltende Art medienkompatibel, dürfte er der einzige deutsche Philosoph sein, der ein breites, auch fachfremdes Publikum erreicht. Nach dem Überraschungserfolg von „Wer bin ich – und wenn ja wie viele?“ hat er nun einen weiteren furiosen Streifzug durch die Wissenschaftsgeschichte unternommen. Diesmal geht es um das vielleicht älteste Thema, das den Menschen bewegt: die Liebe.

Precht führt über die biologischen und kulturellen Grundlagen zum Kern der menschlichen Liebesbeziehungen und prüft gängige Thesen z. B. aus Psychologie, Evolution oder Neurologie auf ihre Belastbarkeit hin. Dabei wird auch so manche Theorie des Mainstreams infrage gestellt. Der abschließende Teil ist eng an den heutigen Lebens- und Liebesrealitäten orientiert und befasst sich etwa mit „Romantik als Konsum“ oder der Frage, was von der Liebe übrig bleibt, wenn der Nachwuchs kommt.

Und natürlich geht es auch um Sex. Als durchaus erklärungsbedürftig bezeichnet Precht den Befund, dass einerseits Sex nie allgegenwärtiger war als heute (als Fantasie, Kaufanreiz, Wettkampf, Anspruch…), gleichzeitig seine faktische Bedeutung stark abnimmt. Hier kommt kein Kulturpessimismus konservativer Prägung zum Tragen – vielmehr wird eine Schieflage, die wohl kaum jemandem entgangen sein dürfte, einer nüchternen Analyse zugeführt.

Wie schon im Vorgängerband hat Precht hier keine kryptische wissenschaftliche Abhandlung verfasst. Vielmehr begeistert und unterhält er den Leser mit eleganter Leichtigkeit – und dies mit durchaus grundsätzlichen Gedanken über die Entwicklung des Menschen, die eigene Geschichte und das Zusammenleben mit dem Partner.

Sprecher
Richard David Precht, Caroline Mart (sie ist übrigens seine Frau)

Länge
314 Minuten

Meine Meinung
Das war nun das zweite Buch, das ich von Richard David Precht gehört habe. Es hat mir auch wieder gut gefallen, nicht so gut wie das erste, das muss ich zugeben, aber das liegt wahrscheinlich auch im Thema an sich begründet (ich bin überzeugter und glücklicher Single).

Das „Liebes-Haus“, das er vom Fundament bis zum letzten Stockwerk nach und nach aufgebaut hat, fand ich sehr interessant und natürlich hat er alles wieder so erklärt, dass auch Laien das verstehen können. Mir ist allerdings aufgefallen, dass ich öfter mit meinen Gedanken abschweifte, was darauf hindeutet, dass ich nicht alles so super interessant fand.

Sehr schön fand ich die Machart mit den zwei Sprechern, deren Stimmen sehr gut zusammen passten und die schöne Musikeinspielungen nach den meisten Kapiteln.

Absolut klasse fand ich den Spruch zur Lage der Nation: oversexed und abgefuckt! Hehe, das fand ich äußerst treffend. Klingt jetzt hier so aus dem Kontext genommen natürlich ziemlich derb, aber wenn er uns unsere heutige Welt erklärt, dann ist das gar nicht mehr nur derb sondern einfach zutreffend. Glaubst du nicht? Dann hör es dir an 😉

Fazit: stars_4 empfehlenswert

Weitere Informationen
Eine Hörprobe sowie weitere Informationen gibt es bei Audible.de

Siehe auch:

 

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Ein Gedanke zu “Richard David Precht – Liebe. Ein unordentliches Gefühl

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