Amelie Fried – Die Findelfrau

Beschreibung
Im Leben der 38-jährigen Holly Berger scheint alles zu stimmen. Sie ist glücklich verheiratet und hat zwei Kinder – doch von einem Moment zum nächsten weiß sie nicht mehr, wer sie wirklich ist: Sie entdeckt in ihrem Elternhaus, dass sie als Baby ausgesetzt und später adoptiert wurde. Hollys Suche nach den Wurzeln ihrer Herkunft wird zu einer abenteuerlichen Reise ins Ungewisse…
.

Sprecher
Amelie Fried

Länge
280 Minuten

Meine Meinung
Von Amelie Fried habe ich schon 2 Hörbücher gehört, beide habe ich mit 5 Sternen bewertet und erwartete/erhoffte natürlich wieder eine ähnlich gute Story. Aber leider wurde ich herb enttäuscht.

In Kurzfassung: alles ist prima, Holly ist glücklich, bis sie erfährt, dass sie adoptiert wurde. Dann sind plötzlich alle die Bösen, alle haben sie nur angelogen, sie meidet alle und vertraut sich niemanden an. Hm. Das Thema ist ja nun nicht das erste Mal behandelt worden – aber ich muss sagen: ich verstehe immer noch nicht, warum es immer so negativ dargestellt wird!? Warum beleuchtet niemand einmal die positive Seite des Ganzen? Denn: es gab ja eine Familie, die sich ihrer angenommen hat und sie liebevoll und als wäre sie ihr eigen Fleisch und Blut auf- und erzogen hat, ihr immer eine Familie war und Halt bot.

Ok, in dem mehr als fragwürdigen Ende kommt Holly dann ja endlich auch noch auf den Trichter… aber der Weg dahin – sprich die Geschichte an sich – fand ich schon sehr fragwürdig. Denn zum Einen fühlt sie sich durch die plötzliche Erkenntnis, nicht die leibliche Tochter ihrer Eltern zu sein, völlig entwurzelt. (Ok, das finde ich ja noch verständlich.) Sie ist völlig vernarrt in das Vorhaben, ihre Mutter zu finden. Am Vater hat sie reichlich wenig Interesse, er wird nur in ein, zwei Nebensätzen erwähnt. Sehr komisch finde ich das, wenn sie doch ihre Wurzeln finden will – wenn es ihr so sehr auf die Gene ankommt, warum sucht sie dann nur nach der Mutter? Hier könnte ich mich noch ewig auslassen – aber das lasse ich mal lieber…

Dem aufmerksamen Hörer dürfte auch nicht entgehen, dass sie ihre Mutter längst gefunden hat, aber Holly kapiert es nicht – heidenei… Das empfand ich als unnötige Verzögerung des Ganzen… Und dann die irrsinnige Aktion im Konvent… Der Spruch heißt zwar glaube ich: „Schlimmer geht’s nimmer“, aber Amelie Fried hat das nochmals getopt: „Schlimmer geht’s immer“…

Und dann das schnulzige Ende: mein Gott Frau Fried!!! Was haben Sie sich dabei denn gedacht???

Aber etwas Positives muss ich doch noch los werden: ich habe das Buch in einem gehört. Denn spannend ist es ja allemal – ich dachte immer: irgendwann muss doch bei ihr mal der Groschen fallen! 😉
Und Amelie Fried als Sprecherin fand ich auch sehr gut, bis auf die Szenen, in denen sie sehr emotionale Szenen vertonte – das hat sie nun – suboptimal gemeistert. Aber insgesamt finde ich sie als Sprecherin sehr geeignet.

Fazit: stars_2 naja

Siehe auch