Paul Cleave – Der Tod in mir

Beschreibung
Christchurch, Neuseeland: Edward Hunter wurde schon als Kind zu einer lokalen Berühmtheit, nachdem sein Vater als Serienmörder verhaftet wurde. In den Folgejahren zerbrach die Familie. Seine Mutter brachte sich um, seine Schwester gab sich die Überdosis und Edward quälte der Gedanke inwieweit die Dämonen des Vaters auch seine eigenen Dämonen sein könnten. Es gelingt ihm die Vergangenheit abzuschütteln. Mittlerweile ist er selbst Familienvater und führt ein beschauliches Leben. Doch plötzlich holt ihn die Gewalt wieder ein, als er in einen Banküberfall gerät. Zwar kann er die Bankräuber davon abhalten eine Angestellte als Geisel zu nehmen, dafür töten sie aber seine Frau und entkommen. Überwältigt vom Schmerz des Verlusts und den eigenen Schuldgefühlen treiben ihn seine inneren Dämonen zu einem unerbittlichen Rachefeldzug. Das Unheil nimmt seinen Lauf als auch noch seine kleine Tochter entführt wird und sein Vater sich aus dem Gefängnis meldet.

Sprecher
Martin Kessler

Länge
620 Minuten

Meine Meinung
Dieses Hörbuch ist nicht empfehlenswert … für Leute mit schwachem Herzen 😉 Hier braucht mach wirklich sehr oft sehr starke Nerven! Entspannt geht es eigentlich nur die ersten ca. 30 Minuten zu. Ab dann wird es rasant und bleibt auch so bis zum Schluss! Drei oder 4 Passagen waren derart spannend, dass ich richtig Herzklopfen bekam.

Bei diesem Hörbuch treffen die zwei Sprüche „Zur falschen Zeit am falschen Ort“ und „Hätte, wäre, wenn“ zu 100 % zu. Denn hätten sie nur 5 Minuten länger auf ihr Essen warten müssen, dann wären sie nicht schon in der Bank gewesen als diese überfallen wurde. Dann wäre seine Frau nicht erschossen worden und wenn er nicht solche Rachegelüste verspürt hätte, dann wäre nicht auch noch seine Tochter entführt worden. Aber dann hätte es ja auch dieses Buch nicht gegeben – und das wäre doch sehr bedauerlich 😉

Sehr interessant fand ich die Sichtweise – denn nur selten wird ja in anderen Bücher erzählt, wie es denn der Familie eines verurteilten Serienkillers ergeht. In diesem Fall wurde Edward von seiner Heimatstadt Christchurch quasi ab seinem 9. Lebensjahr als tickende Zeitbombe betrachtet. Er war zwar ein ganz normaler Familienvater, Buchhalter, eben einfach ganz normal, aber doch wurde er überall als der Sohn des Serienkillers angesehen.

Christchurch, welches man gerade diese Tage in den Nachrichten als vom Erdbeben gebeutelte Stadt gesehen hatte, kommt in diesem Thriller alles andere als gut weg. Auch die Finanzbehörden und einige andere Behörden bekommen ihr Fett weg – hier ist der Autor nicht gerade zimperlich.

Die Sprache des Buches fand ich sehr gut. Paul Cleave schreibt durchweg in knappen, treffenden Sätzen, die jederzeit genau das ausdrücken, was sie auch sollen, ohne viel Schnickschnack.

Ganz besonders hervorheben muss ich hier auch noch die Leistung des Sprechers Martin Kessler. Ich kannte bisher noch nichts von ihm, aber er hat das Buch äußerst engagiert und jederzeit der Situation gerecht werdend betont! Auch hat er den verschiedenen Personen ganz unterschiedliche Stimmen gegeben – alle sehr überzeugend! Eine wirklich ganz tolle Leistung!!!

Dieses Hörbuch habe ich heute Morgen begonnen… und 10 Stunden 20 Minuten später habe ich es beendet. Was war heute eigentlich für ein Wetter? Ich habe nichts mitbekommen, ich war gefesselt von den Ereignissen in Christchurch 🙂

Fazit: absolut empfehlenswert

Weitere Informationen
Eine Hörprobe sowie weitere Informationen gibt es bei Audible.de

Siehe auch: