Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen – Der abenteuerliche Simplicissimus Teutsch

Beschreibung
Vor dem Hintergrund des Dreißigjährigen Krieges entwickelt sich die abenteuerliche Lebensgeschichte eines nur scheinbar einfältigen Knaben aus dem Spessart in bunten Episoden: Bei einem Eremiten, als Hausnarr des Stadtkommandanten von Hanau und als Knecht eines Dragoners wächst der Junge heran, stellt sich in den Dienst kaiserlicher Truppen und besteht als »Jäger von Soest« vielfältige Abenteuer.

Der bedeutendste barocke Schelmenroman in deutscher Sprache erschien 1668 und gilt als ebenbürtiger Bruder von Cervantes‘ ›Don Quijote‹. »Es hat mir so wollen behagen, mit Lachen die Wahrheit zu sagen«, schrieb der Dichter zu seinem berühmten Werk, das er als humorvolle autobiographische Ich-Erzählung seines Helden präsentiert. Kein anderes Werk des Barock hat dieses Zeitalter zwischen derber Sinnenfreude und vom Kriege gezeichneter Jenseitssehnsucht so plastisch einzufangen vermocht und in unsere Zeit vermittelt.

Über den Autor
Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen wurde um 1622 im hessischen Gelnhausen geboren. Der protestantische Gastwirt- und Bäckerssohn geriet 1639 in den Strudel des Dreißigjährigen Krieges, der ihn als Soldat in die verschiedensten Gegenden Deutschlands führte; zuletzt diente er als Konvertit bei den bayerischen Truppen. 1665 ließ er sich als Wirt in Gaisbach nieder und begann seine meist autobiographisch gefärbten Texte zu schreiben. Er starb am 17. August 1676 als bischöflich-straßburgischer Schultheiß im rheinischen Rechen.

Sprecher
u. a. Hans Clarin, Rolf Schult, Rudolf Rhomberg (-> Hörspiel)

Länge
409 Minuten

Meine Meinung
Wie genial war das denn?! Dieses Hörspiel gehört ab sofort auf meine Bestenliste der Hörbücher, die man gehört haben sollte, bevor man stirbt. Und zwar ohne Wenn und Aber.

Diese Geschichte sprüht gerade so vor Charme, Witz, Ernsthaftigkeit und Leiden – gerade so Schlag auf Schlag folgt eins dem anderen. Das macht die hervorragend interessante und charmante Geschichte nur allzu lebhaft und kurzweilig.

Und dann die Sprache dieser Zeit, sie wurde wohl im Original übernommen und von den Sprechern dieses Hörbuchs derart exzellent vorgetragen, -gespielt, gar gleichsam durchlebt, dass man für die 409 Minuten, die das Hörspiel dauert, sich persönlich im „Teutschland“ anwesend fühlt. So jedenfalls habe ich das empfunden. 🙂

Was ich auch unglaublich finde ist, dass dieser Text 1668 erschienen ist!!! Sehr faszinierend finde ich das, denn die Wahrheit des Narrenspiegels hat nach wie vor seine Gültigkeit – einfach herrlich!

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Weitere Informationen
Eine Hörprobe sowie weitere Informationen gibt es bei Audible.de
… oder auch allgemein bei Wikipedia.