Manfred Gregor – Die Brücke

Beschreibung
Thematisch basiert „Die Brücke“ auf Manfred Gregors eigenen Erlebnissen. Im April 1945 musste er sich als Sechzehnjähriger zum „Volkssturm“ in seiner Heimatstadt Bad Tölz melden. Am Abend des 1. Mai wurde er zusammen mit zwei anderen Jungen auf der Flucht vor amerikanischen Panzern von Feldgendarmen aufgegriffen und in einer Verteidigungsstellung an der Isarbrücke positioniert. Er verließ seinen Posten jedoch, nachdem er vergeblich versucht hatte, seine beiden Kameraden ebenfalls von der Sinnlosigkeit des Auftrags zu überzeugen. In der Nacht besetzten die Amerikaner die Kleinstadt. Am nächsten Morgen kehrte Gregor zur Brücke zurück. Die beiden anderen Jungen liegen bereits tot auf der Brücke, als eine ältere Frau im Vorübergehen die Leichen bespuckt. Diese Szene brennt sich tief in Gregor ein. Am selben Tag fällt das Zentrum des Reiches. Berlin kapituliert, sechs Tage später das gesamte Reich. Der von Hitler entfachte Zweite Weltkrieg ist in Europa vorbei. Nach der biografischen Vorlage Gregors beginnt auch in seinem Roman der Einsatz der sieben Hitler-Jungen auf der Brücke einer deutschen Kleinstadt am Abend des 1. Mai 1945 und endet am folgenden Tag. Sechs werden den Einsatz nicht überleben. Die Idiotie des Unternehmens verdeutlicht Gregor, in dem er in die Kriegsgeschichte immer wieder Szenen aus den vergangenen Tagen der Jungen einbaut. Mit diesen Rückblenden erklärt Gregor die Hintergründe für das Handeln, das Funktionieren der Kinder und stellt gleichzeitig den Verrat ihrer Ideale an den Pranger. Denn ihr vermeintlich ehrenhafter Einsatz für die Verteidigung der Brücke ist letztlich nichts wert. Trotz des sinnlosen Sterbens verfügt ein an Zynismus kaum zu überbietender General am Ende der „Opfer-Mission“ der Jungen die Sprengung der Brücke.

Sprecher
Volker Lechtenbrink

Länge
5 CDs

Meine Meinung
Ein Hörbuch mit absolutem Tiefgang. Schockiert lauscht man dem sinnlosen Auftrag, eine Brücke kurz vorm Ende des 2. Weltkriegs zu verteidigen, die überhaupt nicht zu verteidigen ist. Die 7 Jungen nehmen ihren Auftrag sehr ernst, haben allerdings keinerlei Erfahrung oder Ausbildung. Der Befehlshaber geht stiften und so bleiben die 7 alleine zurück und versuchen alles, um ihren Auftrag zu erfüllen. Nach und nach sterben die Jungen. Und hier wird jeweils in Rückblenden der gerade verstorbene Charakter durch Begebenheiten in ihren jungen Leben erklärt/erzählt. Einzig einer überlebt diesen irrsinnigen Auftrag…

Dieses Hörbuch habe ich seit einem Jahr. Es war die Gratisbeilage der Hörbuchbibel 2010. Allerdings hatte ich es bis dato noch nicht angehört. Am letzten Freitag bekam ich per Zufall mit, dass am Samstag die Neuverfilmung dieses Buches im TV laufen würde. Da wurde ich dann wieder auf dieses Hörbuch aufmerksam. Also nahm ich den Film auf und fing am Sonntag an, das Hörbuch zu hören. Und es hat mir sehr gut gefallen. Es war zwar über die ganze Strecke schockierend, aber wirklich sehr gut. Volker Lechtenbrink hat das Buch auch sehr gut gelesen.

Heute hatte ich dann das Hörbuch beendet und im Anschluss habe ich also den Film angesehen. Der Film ist auch sehr gut – allerdings recht frei nach dem Buch… Die Charaktere lernt man – wie meist in Filmen – nur ganz oberflächlich kennen, die ganzen interessanten Geschichten aus ihrer Vergangenheit erfährt man hier nur ganz bedingt und auch nicht wirklich so, wie sie im Buch sind. Einzelne Stellen sind zwar wirklich genau wie im Buch, aber das meiste dann halt doch nicht. Nichtsdestotrotz ist auch der Film sehenswert, denn auch hier wird die Botschaft des Buches sehr gut transportiert.

Insgesamt kann ich sagen, dass sowohl das Hörbuch als auch der Film sehr empfehlenswert ist.

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