Stanislaw Lem – Solaris

Beschreibung
Die Besatzung der Forschungsstation auf dem Planeten Solaris hat den Kontakt zur Erde abgebrochen. Der Psychologe Kris Kelvin wird beauftragt, den Zustand der Mannschaft festzustellen und begibt sich ins Universum. Doch schon bald nach seiner Landung muß er erleben, wie die sonderbaren Kräfte des offenbar intelligenten Planeten wirken können. Der Klassiker, mit einem hervorragenden Sprecherensemble um Oliver Stokowski erstmals als Hörspiel des MDR inszeniert, erweckt die visionären Ideen Lems zum Leben.

Solaris, der einzige Roman von Stanislaw Lem, der eine Liebesgeschichte enthält, gehört zu den bekanntesten Sciencefiction-Werken des 20. Jahrhunderts. Das Buch wurde in über 30 Sprachen übersetzt. Es ist der erste Roman des Autors, der die für ihn typische Erörterung erkenntnistheoretischer, anthropologischer oder kosmologischer Fragen mittels des fantastischen Genres konsequent durchführt.
Inhalt: Der Planet »Solaris« ist fast vollständig von einem »Ozean« umgeben, der so sonderbare Eigenschaften und Hervorbringungen aufweist, dass man ihn als lebendig und wohl auch als intelligent betrachten muss. Seit Jahrzehnten schlagen alle Versuche fehl, mit diesem Wesen Kontakt aufzunehmen. Der auf der Solaris-Station eintreffende Forscher Kris Kelvin findet eine desolate Mannschaft vor. Der Ozean hat begonnen, aus schuldbeladenen Erinnerungsspuren im Unbewussten der anwesenden Menschen die Schuldobjekte zu rekonstruieren und als »Gäste« in die Station zu schleusen.
So wird Kelvin mit seiner früheren Geliebten Harey konfrontiert, die sich vor 20 Jahren das Leben nahm, als er sie verlassen wollte. Kelvin verliebt sich in dieses Kunstgebilde »Harey«. Nachdem Kelvins Kollegen an Bord, Snaut und Sartorius, den Ozean mit harten Röntgenstrahlen bombardieren, die von einem Enzephalogramm Kelvins moduliert wurden, hört die Produktion der »Gäste« auf. Zur gleichen Zeit lässt sich »Harey« durch Antimaterie annihilieren. Der Unmöglichkeit einer Liebe zwischen Kelvin und Harey korrespondiert die Unmöglichkeit der Kommunikation mit dem Ozean.
Aufbau: In den chronologischen Ereignisablauf baut der Autor als zweite Ebene die Geschichte der »Solaristik«, der Wissenschaft vom Planeten Solaris ein. Dies geschieht in der Form von Reflexionen des Protagonisten Kelvin bei Besuchen der Bibliothek in der Raumstation. Diese fiktiven Buchparaphrasen, die ein häufiges Stilmittel des Autors (»Metaliteratur«) darstellen, sind mit ihren leeren Klassifizierungen, ihrem Erzeugen von Schulen und Außenseitern auch als Ironisierung der Wissenschaft zu lesen.
Wirkung: Der sowjetische Regisseur Andrei Tarkowski verfilmte das Werk 1971 und gewann 1972 beim Filmfestival in Cannes den Spezialpreis der Jury. Eine zweite Verfilmung durch Steven Soderbergh wird im Jahr 2002 vorbereitet. Die im Buch durchgeführte Methode der Verknüpfung »seriöser« Fragestellungen mit dem sonst meist trivialen Thema der interstellaren Raumfahrt hat im Genre nur zögerlich Nachahmer gefunden. Literaturtheoretische Interpretationen von Solaris reichen von ihrer Lektüre als antistalinistische Kritik an Eingriffen in selbst organisierende Systeme bis zur Interpretation des Ozeans als Chiffre für die in Lems Werk verdrängte weibliche Sexualität.
(Obiger Text ist von Amazon)

Sprecher
Oliver Stokowski, Maria Simon, Bernhard Schütz, Hans Peter Hallwachs, Lena Stolze, Markus Scheumann, Hilmar Eichhorn, Thomas Rühmann, Hansjürgen Hürrig, Claus Hahn (-> Hörspiel)

Länge
125 Minuten

Meine Meinung
Wer hier actionreiche Science-Fiction erwartet, hat sich das falsche Hörspiel gekauft. Denn eigentlich passiert nicht wirklich viel. Aber wie es passiert ist schon gut. Sehr schöne  Hintergrunduntermalung, strange, eben utopisch, und die Sprecher sind auch durchweg klasse gewählt.

Insgesamt habe ich mir von diesem Hörspiel zwar etwas mehr erwartet, aber es  hat mir trotzdem gut gefallen.

Fazit: stars_4 empfehlenswert

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