Marie-Sabine Roger – Das Labyrinth der Wörter

Beschreibung
Germain ist ein Bär von Mann und nicht der Schlauste. Als er im Park eine reizende alte Dame kennenlernt, wird sein Leben auf den Kopf gestellt. Denn die feinsinnige Margueritte beschließt, den ungebildeten Hünen für die Welt der Bücher zu gewinnen.

“Mit dem Nachdenken anzufangen ist etwa so, wie wenn man einem Kurzsichtigen ein Brille gibt.“ Ganz besonders gilt das für Ich-Erzähler Germain Chazes, den seine Mutter von Klein auf für einen Dummkopf hält. „Wenn Du unter einer Glasglocke aufgezogen wirst, kannst Du keine großen Höhenflüge machen.“ Dann trifft der großgewachsene Mann im Park die kleine Margueritte Escoffier. Die alte Dame liest ihm Albert Camus’ Die Pest vor. Oder Bücher von glücklichen Mutter-Sohn-Beziehungen und exotischen Amazonas-Indianern. Margueritte schenkt ihm ein Wörterbuch, „ein großartiges Labyrinth, indem man sich voller Glück verirrt!“ Weil sich die 86-Jährige wirklich dafür interessiert, was der 45-Jährige denkt, wird sie zu seiner Vertrauten.

Sprecher
Stephan Benson

Länge
235 Minuten

Meine Meinung
Es ist doch immer wieder schön, wenn man durch einen Zufall auf ein wundervolles Hörbuch trifft. Das war nämlich hier der Fall. Der Film lief hier im Ort im Kino. Aber wie so üblich, war ich natürlich wieder nicht im Kino. Aber dann entdeckte ich das Hörbuch bei Audible. Kaum hatte ich es gesehen, schon war es geladen und in meinen Ohren.

Doch um was geht es eigentlich in diesem Hörbuch?
Also: Germain ist ein sehr großer und sehr schwerer Mann in den Mittvierzigern. Für seine alleinerziehende Mutter war er immer nur ein Klotz am Bein und entsprechend wenig hat sie sich um seine Erziehung und Bildung gekümmert. Germain ist nun als erwachsener Mann kaum in der Lage zu lesen, springt von Hilfsarbeiterjob zu Hilfsarbeiterjob, aber meistert sein Leben im Großen und Ganzen ganz gut. Seine Freunde in der Kneipe nennen ihn liebevoll „Trottel“, da er halt auch einfach viele Dinge einfach nicht versteht. Aber mit Pflanzen, mit Pflanzen kennt er sich aus. Und er ist immerhin intelligent genug um zu verstehen, dass er nicht der „Hellste“ ist. Aber das ist soweit absolut ok für ihn.

Eines Tages lernt er die 86-jährige sehr kleine und zierliche Margueritte im Park kennen. Sie zählt – wie er – gerne die Tauben und so kommen die beiden ins Gespräch. Margueritte ist oft im Park und sie hat immer ein Buch dabei. Eines Tages liest sie ihm Auszüge aus „Die Pest“ von Albert Camus vor. Germain ist völlig fasziniert von der Geschichte – und von der alten Dame. Die beiden treffen sich immer öfter im Park – für Germain ist dies ein wahrer Segen. Denn Margueritte ist eine Person, die sich anscheinend wirklich für ihn interessiert! Und sie weckt auf eine ganz unaufdringliche Art und Weise Germains Interesse an Büchern, an Wörtern, am Wissen an sich.

Schnulzen mag ich ja nicht. Aber dieses Buch ist auch keine Schnulze. Ich denke, es geht eher in die Richtung „Modernes Märchen“ oder so ähnlich. Es hat mich derart emotional berührt, dass ich dieses Hörbuch sicherlich so schnell nicht mehr vergessen werde. Auch steckt diese Geschichte voller Humor! Ich habe derart oft über die geschilderten Situationen und Dialoge gelacht – einfach herrlich!

Eine wunderbare Geschichte, wie die Welt doch einfach auch mal sein könnte. Und so wäre sie doch für uns alle viel l(i)ebenswerter und wertvoller. 😉

Ganz, ganz großes Kopfkino hat hier Stephan Benson geleistet. Die Geschichte wird in der Ich-Form des Germain erzählt. Und Benson hat das derart großartig umgesetzt, dass man bereits beim ersten Satz weiß, wie Germain tickt. Also diese Sprecherleistung müsste meiner Meinung nach eine Auszeichnung bekommen.

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Weitere Informationen
Eine Hörprobe sowie weitere Informationen gibt es bei Audible.de
Und hier geht es direkt zum Hörbuch: Marie-Sabine Roger – Das Labyrinth der Wörter

Siehe auch: