Jürgen Domian – Der Tag, an dem die Sonne verschwand

Beschreibung
Allein im Universum

»Wenn ich jetzt nicht zu schreiben beginne, werde ich irrsinnig. Heute ist bereits der neunundzwanzigste Tag … Seit knapp einem Monat gibt es keine Sonne mehr, keine Lebewesen, keine Geräusche.«

Ein Mann sitzt Mitte Juli in seiner Altbauwohnung am Fenster und genießt den Jahrhundertsommer. Plötzlich verdunkelt sich der Himmel, es beginnt sintflutartig zu regnen und die Temperatur fällt. Tagelang schneit es. Als der Mann seine Wohnung verlässt, stellt er fest, dass niemand mehr da ist. Er ist der letzte Mensch auf Erden.

Jürgen Domian ist Deutschlands bekanntester Nachttalker, der seit zwölf Jahren auf Radio Eins Live und im WDR Fernsehen seine Kultsendung „Domian“ moderiert.

Seiten
286

Verlag
Heyne

Meine Meinung
Das war mein zweites Buch von Jürgen Domian. Und wie auch schon beim ersten „Der Gedankenleser“ bin ich wieder völlig fasziniert von der Geschichte. Domian versteht es hervorragend, den Leser mit auf eine fantastische Reise zu nehmen und ihn sowohl furchtbar mitleiden aber auch euphorisch mitfreuen zu lassen.

Erzählt wird hier die Geschichte von Lorenz, der anscheinend als letzter Mensch auf der Welt zurückbleibt. Zunächst gibt es mitten im Hochsommer einen wahnsinnigen Sturm, die Temperatur sinkt innerhalb kurzer Zeit rapide auf unter null Grad und es beginnt zu schneien. Als sich der Sturm gelegt hat, ist die Welt stockdunkel und es schneit und schneit und schneit. Zunächst völlig fasziniert von diesem Naturschauspiel beobachtet Lorenz das Geschehen von seiner Dachgeschosswohnung aus. Dann plötzlich meint er, er müsse mit anderen darüber reden und verlässt seine Wohnung. Aber: es gibt keine Menschen mehr! Alle sind wie vom Erdboden verschluckt. Leicht panisch sucht er überall nach Menschen, aber nirgends kann er welche finden. Nur in einem Leichenschauhaus sieht er Menschen, tote Menschen. Diese waren aber schon vor dem Ereignis tot. Dann rennt er in eine Zoohandlung. Keine Fische, keine Kaninchen, überhaupt kein Lebewesen ist mehr da. Und dann die Stille und die Dunkelheit. Lorenz flüchtet zurück in seine Wohnung und versucht zu verstehen, was sich da gerade abspielt. Aber die Tage vergehen, die Temperatur bleibt bei konstant minus 11 Grad, es ist auch tagsüber stockdunkel und man hört keine Geräusche – gar nichts. Nach und nach deckt er sich mit Vorräten ein, man weiß ja schließlich nicht, wie lange dieser Zustand anhalten wird.

Am 29. Tag nach Tag X beginnt Lorenz, seine Gedanken und Erlebnisse aufzuschreiben. Und hier fängt die Reise in die Seele des Lorenz an. Sehr erschütternd, manchmal sehr witzig, aber immer sehr ehrlich mit sich selbst erzählt er sein Leben…

Die Geschichte ist so mitreißend, so rätselhaft, dass man – hat man erst einmal damit angefangen – nicht mehr aufhören kann zu lesen. Lorenz hatte ich direkt in mein Herz geschlossen, auch wenn er nicht immer nett war. Aber wer kann das schon von sich behaupten? Ich habe jedenfalls mit Lorenz mitgehofft, mitgezittert, mich mit ihm gefreut und auch mit ihm geheult. Und ich finde es absolut klasse, wenn eine Geschichte es schafft, einen wirklich teilnehmen zu lassen und sie nicht nur zu „lesen“.

Fazit: stars_5 absolut empfehlenswert

Siehe auch: