Herman Koch – Angerichtet

Beschreibung
Der preisgekrönte Bestseller aus den Niederlanden erzählt ein Familiendrama, das um die Fragen kreist: Wie weit darf Elternliebe gehen? Was darf man tun, um seine Kinder zu beschützen? Zwei Ehepaare – zwei Brüder und ihre Frauen – haben sich zum Essen in einem Spitzenrestaurant verabredet. Sie müssen über ihre Söhne sprechen, Michel und Rick. Die beiden Fünfzehnjährigen haben etwas getan, was ihr Leben für immer ruinieren kann. Mit unglaublicher Raffinesse und großem Sprachwitz erzählt Herman Koch eine Geschichte von bedingungsloser Liebe, Gewalt und Verrat. Nach und nach nur werden die wahren Abgründe und Motive der Personen sichtbar, ständig wird der Leser herausgefordert, sein moralisches Urteil neu zu fällen. „Angerichtet“ ist ein aufwühlender Roman, der lange nachhallt.

Sprecher
Joachim Król

Länge
466 Minuten

Meine Meinung
Recht lange hatte ich dieses Hörbuch schon im Visier – es war mir bisher immer zu teuer. Dann wurde es bei Amazon reduziert und schon war es mir. Sehr gespannt fing ich also gestern morgen auf dem Weg zur Arbeit damit an. Ok, aufgrund anderer Rezensionen war ich darauf vorbereitet, dass es anfangs etwas langatmig ist. Gut, ich würde sagen, das ich leicht untertrieben. Es ist die ersten 2 CDs todlangweilig. Ab der 3. CD wird es zwar spannender, aber was da für eine Geschichte erzählt wurde, das überraschte mich dann doch. Eigentlich waren mir alle Personen unsympathisch. Das finde ich schon mal schwierig, da dann noch bei der Stange zu bleiben. Dann wurden hier viel zu viele Themen in die Geschichte gepackt. Um ein paar aufzuzählen: Gewalt, Rassismus, Geringschätzung von Menschenleben, Geisteskrankheit, Selbstjustiz… Und dann natürlich die Frage, wie weit gehen Eltern, um ihre Sprösslinge vor Strafe zu schützen. Teilweise war es ein moderner Abklatsch von „Schuld und Sühne“ von Fjodor Dostojewski, wo es ja auch u. a. um die Frage geht: hat ein geistig oder finanziell schlechter gestellter Mensch ein Recht auf Leben? Nur bei Dostojewski war das klasse gemacht! Bei Herman Koch fand ich das nicht wirklich gut umgesetzt. Und dass die Eltern so reagieren würden, wie sie es zum Schluss taten, war auch ziemlich schnell klar, so dass ich für mich die Spannung von der alle redeten, nicht wirklich spürte. Einzig die Frage des Wie war noch offen.

Den Schreibstil fand ich auch nicht wirklich ansprechend. Zum Einen wurden viele Sätze eins zu eins oftmals wiederholt. Anfangs war das ja auch noch ok, doch irgendwann nervte es mich. Und die Geschichte an sich wurde auch sehr durcheinander erzählt, ständig gab es Rückblicke und immer dann wenn man wissen wollte, was dahinter steckte, wurde nur gesagt: das wird hier nicht erzählt. Tut nichts zur Sache oder so ähnlich. War der gute Mann einfach zu faul sich auch für die Vergangenheit der Protagonisten eine glaubhafte Story auszudenken? Das kam meiner Meinung nach viel zu oft vor.

Joachim Król als Sprecher fand ich auch nicht gut. Anfangs, als die Story noch total lahm war, passte er auch seine Lesegeschwindigkeit an, puh, das war echt einschläfernd. Das besserte sich allerdings. Was ich aber wirklich furchtbar für die Ohren fand, war seine Aussprache von den Namen der Protagonisten. Die hatte er so dermaßen hart ausgesprochen, das tat mir in den Ohren weh. Und die Namen der Protagonisten wurden verdammt oft ausgesprochen…

Insgesamt war die Story einfach nur düster und deprimierend von Anfang bis zum Ende. Paul ging mir mit seinem „Jedes Wort lege ich grundsätzlich auf die Waagschale“-Gehabe tierisch auf die Nerven und das Ende fand ich auch alles andere als überraschend. Ich bin eigentlich nur froh, dass ich es nun fertig habe. Dass ich es überhaupt fertig gehört habe, liegt eigentlich nur an den anderen Rezensionen, in denen es so begeistert hieß: fängt lahm an, wird aber super – lohnt sich auf alle Fälle. Hm, das sehe ich dann doch anders. Das wird sicher kein Buch, das ich weiter empfehlen würde, weil es bei mir einen so tiefen Eindruck hinterlassen hätte.

Fazit: naja

Weitere Informationen
Eine Hörprobe sowie weitere Informationen gibt es bei Audible.de
Und hier geht es direkt zum Hörbuch: Herman Koch – Angerichtet

Siehe auch:

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2 Gedanken zu “Herman Koch – Angerichtet

  1. Hallo Ute,

    ich stimme in allen Punkten zu. Achim Krol ist ein guter Schauspieler, aber – zumindest was dieses Hörbuch angeht – ein überraschend schlechter Leser. Die Thematik der Geschichte fand ich nur vorher spannend, die Umsetzung war maniriert und langweilig. Kann ich nicht wirklich weiterempfehlen.

    Helene

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  2. Hallo Helene,

    freut mich, dass du das auch so siehst 🙂 Also ich kann nach wie vor die guten Rezis zu diesem Hörbuch nicht nachvollziehen. Aber gut, die Geschmäcker sind ja verschieden…

    LG
    Die Ute

    Gefällt mir

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