Mary Ann Shaffer – Deine Juliet – Club der Guernseyer Freunde von Dichtung und Kartoffelschalenauflauf

Beschreibung
London in den späten vierziger Jahren: Die temperamentvolle junge Schriftstellerin Juliet erhält eines Tages einen erstaunlichen Brief. Absender ist Dawsey Adams, ein Bauer von der Insel Guernsey. Er hat antiquarisch ein Buch erworben, das zuvor ihr gehörte. Zwischen der Literatin und dem Bauern entspinnt sich ein Briefwechsel, durch den Juliet von der Existenz eines literarischen Clubs erfährt, den die Inselbewohner gründeten, um sich über die schwere Kriegszeit hinwegzuhelfen. Je mehr Juliet über Dawsey und die anderen erfährt, desto neugieriger wird sie. Sie beschließt, auf die Insel zu reisen. Dort stößt sie auf die Geschichte von Elizabeth und deren großer Liebe zu einem deutschen Offizier. Und sie lernt Dawsey kennen.

Sprecher
Luise Helm (Juliet Ashton)
Tanja Geke (Isola Pribby)
Johannes Steck (Dawsey Adams)
Luise Lunow (Amelia Maugery)
Reinhard Kuhnert (Eben Ramsey)
Uve Teschner (Sidney Stark)
Oliver Rohrbeck ((John Booker)
Vera Teltz (Susan Scott)
Tanja Fornaro (Remy Giraud und Billee Bee Jones)
Karin David (Adelaide Addison)
Denise Gorzelanny (Lady Bella Taunton)
Detlef Bierstedt (Markham V. Reynolds)
David Nathan (Will Thisbee)
Dietmar Wunder (Micah Daniels)
Leyla Rohrbeck (Salla Ann Frobisher)
Helmut Krauss (Hochwürden Simon Simpless)
Jamie Schenker (Eli)

Länge
449 Minuten

Meine Meinung
Meine Bestenliste beinhaltet ab sofort ein weiteres Hörbuch! Wer sich dieses Hörbuch entgehen lässt, der verpasst wirklich etwas!

Aber zunächst einmal zum Titel: „Deine Juliet – Club der Guernseyer Freunde von Dichtung und Kartoffelschalenauflauf“. Als ich mir dieses Hörbuch kaufte, konnte ich mir diesen seltsamen aber doch sehr neugierig machenden Titel überhaupt nicht merken. Doch die Aufklärung, wie es zum dem sonderbaren Namen des Clubs kam, erfolgt sehr früh in der Geschichte. Und wenn man die erst einmal gehört hat, dann vergisst man auch den Titel nicht mehr.

Dieses Hörbuch ist ein reiner Briefroman. Sprich, die Geschichte wird durch die Briefe erzählt, die sich die oben genannten Protagonisten untereinander schreiben. Jede Person hat eine andere Stimme, so dass die Geschichte unheimlich echt daher kommt. Ich hatte sehr schnell bei jeder Stimme in Verbindung mit den Briefen eine vollständige Person vor Augen.

Die Geschichte spielt 1946, also kurz nach dem zweiten Weltkrieg. Und über die Briefe erfährt man sehr viel über den Krieg. Aber auf eine andere Art, als es in Geschichtsbüchern oder in Spionagethrillern beispielsweise beschrieben wird. Die Art hier gleicht eher in etwa den Beschreibungen wie in „Die Bücherdiebin“ von Markus Zusak (was ich übrigens auch nur absolut empfehlen kann). Aber Thema ist nicht nur der Krieg – nein ganz und gar nicht. Vielmehr ist dies eine äußerst charmante und liebreizende Liebesgeschichte, die sich in der damaligen Gegenwart abspielt. Und da ich überhaupt kein Fan von Liebesschnulzen bin, darf man getrost davon ausgehen, dass dieses Hörbuch ganz und gar nicht schnulzig daher kommt. Im Gegenteil. Sehr erfrischend, sehr heiter, oftmals zum laut lachen werden hier die Irrungen und Wirrungen der Herzen dargestellt. Und da die Personen alle in dem Buchclub sind, ist es natürlich klar, dass hier auch sehr viel über Literatur gesprochen wird. So habe ich mir doch gleich 2 weitere Bücher notiert, die ich unbedingt hören will.

Die zahlreichen Sprecher waren absolut perfekt für jede einzelne Person ausgewählt. Besonders toll fand ich Luise Helm, Denise Gorzelanny, Luise Lunow und Detlef Bierstedt. Aber auch alle anderen haben durchweg eine super gute Leistung gebracht. Hach, schwelg, dieses  Hörbuch ist ein wahres Juwel und wie schon eingangs gesagt: wer sich das nicht anhört, verpasst wirklich etwas Wunderbares!

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Anmerkung:
Ich muss ja gestehen, dass ich keine Ahnung hatte, wo denn die Insel Guernsey überhaupt liegt. Falls es dir genauso geht, hier:

Und dieses kleine Inselvölkchen ist schon sehr einfallsreich, wie man bei Wikipedia nachlesen kann 🙂

Mary Ann Shaffer schrieb ihren ersten und einzigen Roman „Club der Guernseyer Freunde von Dichtung und Kartoffelschalenauflauf“ als pensionierte Buchhändlerin und Bibliothekarin im Alter von über siebzig Jahren. Den Welterfolg ihres Buches erlebte sie nicht mehr. Ihre Nichte Annie Barrows, die sich bereits als Kinderbuchautorin einen Namen gemacht hat, half ihr kurz vor ihrem Tod bei der Fertigstellung des Romans.

Hier ein Interview mit Annie Barrows: