Daniel Beye – Innere Kündigung durch Bore-Out?

Untersuchung des Zusammenhangs von Unterforderung und Leistungsbereitschaft am Arbeitsplatz

Beschreibung
Projektarbeit aus dem Jahr 2008 im Fachbereich Wirtschaft – Personal und Organisation

Note: 1,7

Fachhochschule der Wirtschaft Hannover

20 Quellen im Literaturverzeichnis

Sprache: Deutsch

Anmerkungen: Ergebnisse einer eigenständig durchgeführten Online-Befragung im Anhang

Abstract:
Mitarbeiter stehen in einer äußerst sensiblen und wechselseitigen Beziehung zu ihrem Arbeitgeber. So trägt der einzelne Mitarbeiter einerseits zur Leistungserstellung im Unternehmen durch die Erfüllung der Arbeitsplatzanforderungen bei, ist aber neben seiner Eigenschaft als Arbeitsträger auch motiviertes Individuum und somit Träger von subjektiven Zielen, Wünschen und Bedürfnissen, die sein Leistungsangebot beeinflussen. Der Mitarbeiter gleicht, unbewusst oder bewusst, ständig seine Erwartungen an die Arbeit mit dem tatsächlichen Ist-Zustand der Erfüllung seiner Bedürfnisse ab.
In den vergangen Jahren hat sich dabei der Begriff der ,,inneren Kündigung“, die unter anderem den Verlust der Leistungsbereitschaft des Arbeitnehmers in Folge einer dauerhaften Differenz zwischen Mitarbeitererwartungen und tatsächlichen Stellenanforderungen bezeichnet, als existentes Problem – gleichermaßen für Mitarbeiter und Unternehmen – mit oft nachhaltigen Folgen herauskristallisiert.

Mitte 2007 beherrschte ein neu formuliertes Phänomen die Berichterstattung der Printmedienlandschaft, die sich mit den Themen Gesundheit oder Beruf oder gar beidem befassen das Bore-Out Syndrom. Gemeint ist die Zunahme von Unzufriedenheit bei Arbeitnehmern an deren Arbeitsplatz Unterforderung, Langeweile und Desinteresse vorherrschen. Die Schweizer Unternehmensberater Rothlin und Werder, die ,,Erfinder“ des Phänomens Bore-Out, warnen vor einem Gegentrend zum ebenfalls recht jungen Burn-Out. Ob es sich um eine simple Hypothese oder um ein ernstzunehmendes Problem handelt, das vorrangig weit reichende Auswirkungen auf Mitarbeiter aber schließlich auch auf Unternehmen haben kann, soll diese Projektarbeit klären. Dieser Projektarbeit liegt die Vermutung zu Grunde, dass Unterforderung am Arbeitsplatz negative Auswirkungen auf die Leistungsbereitschaft des Mitarbeiters hat. Die Folge einer dauerhaften Reduzierung des Leistungsangebotes durch den Mitarbeiter, mit der Tendenz ab einem gewissen Zeitpunkt ,,Dienst nach Vorschrift“ zu machen, ist die innere Kündigung, die Mitarbeiter und Unternehmen nachweislich schädigt.

Seiten
64

Verlag
GRIN

Meine Meinung
Diese Projektarbeit basiert hauptsächlich auf der Grundlage des Buches von „Philippe Rothlin/Peter R. Werder – Diagnose Boreout – Warum Unterforderung im Job krank macht„. Es wurde dann eine Online-Umfrage durchgeführt, die durchaus Trends zeigte, die aber nicht alle Altersgruppen, die Dauer der Betriebszugehörigkeit etc. umfasste. Wie der Autor selbst schreibt, müssten hier tiefer gehende Studien durchgeführt werden.

Und er schreibt auch in der Interpretation seiner Untersuchung:

Die Gefahr des Auftretens von Bore-Out scheint gegeben. Allerdings vorrangig durch quantitative und/oder qualitative Unterforderung. Die Elemente Langeweile und Desinteresse spielen keine maßgebliche Rolle. Gegenwärtige Unzufriedenheit durch Unterforderung ist nur bei 8,8 % der Befragten der Fall, somit ist Bore-Out zwar gegenwärtig, aber nicht in einem signifikanten Ausmaß.

Natürlich wurden hier noch jede Menge andere Quellen herangezogen, aber seine Ergebnisse spiegeln auch eher das wieder, was ich für realistisch betrachte.

Bei dem Buch von Rothlin und Werder regte ich mich ja fürchterlich auf – wie man meiner Rezension wohl entnehmen kann -, diese Projektarbeit hingegen traf meiner Meinung nach eher „des Pudels Kern“ .

Sehr interessant ist es auf alle Fälle – aber natürlich nur für Interessierte. Und vor allem: es ist ohne jegliche Emotion geschrieben. Klar, ist eine Projektarbeit, da zählen nur die Fakten, und die werden hier sachlich dargestellt. Finde ich wesentlich besser, als wie es bei Rothlin/Werder gemacht wurde. Sie hatten sich eine fiktive Person namens Alex ausgedacht. Und durch die Schilderungen aus Alex‘ Sicht wurde dieses meiner Meinung nach durchaus ernstzunehmende Thema fast in die Lächerlichkeit gezogen.

Diese Projektarbeit entstand 2008. Mittlerweile haben wir 2011. Vielleicht sollte sich nochmals jemand die Mühe machen, und eine erneute Studie durchführen. Denn ich bin der Meinung, dass auch die Langeweile mittlerweile durchaus eine große Rolle spielt.

Aber ich bin keine Fachfrau 🙂

Fazit: empfehlenswert – aber natürlich nur für Interessierte

Siehe auch: