Pascal Mercier – Lea

Beschreibung
Die Frage nach der Zerbrechlichkeit der menschlichen Existenz und danach, ob wir den Gang unseres Lebens wirklich selbst bestimmen können, stellt Pascal Mercier in seinem neuen Buch „Lea“. Nach dem großen Erfolg des Hörbuchs „Nachtzug nach Lissabon“, gelingt es Mercier erneut, philosophische Reflexion, psychologische Einfühlung und erzählerische Virtuosität zu einer einzigartigen Geschichte zu verflechten. Die achtjährige Lea hat sich nach dem Tod der Mutter in eine eigene Welt zurückgezogen, zu der auch der Vater keinen Zutritt hat. Erst der Klang einer Geige holt sie ins Leben zurück. Sie erweist sich als außerordentliche musikalische Begabung und mit achtzehn liegen ihr Publikum und Musikwelt zu Füßen. Doch ihren anfangs überglücklichen Vater treibt es immer tiefer in die Einsamkeit. Bei dem verzweifelten Versuch, die Liebe und Nähe seiner Tochter zurückzugewinnen, verstrickt er sich in ein Verbrechen…

Sprecher
Walter Kreye

Länge
509 Minuten

Meine Meinung
Pascal Mercier und sein faszinierender sprachlicher Ausdruck! Auch in diesem Hörbuch hat er es wieder zur Vollendung gebracht! Ich liebe es. Es ist immer wieder ein Genuss, seinen Sätzen, seiner Ausdrucksstärke, seiner wirklich sehr gekonnten Art, intensive Gefühle zu beschreiben, zu lauschen.

Die Geschichte an sich ist toll, faszinierend, aber vielmehr noch erschütternd. Und das alles zugleich. Also nicht toll im Sinne von: hach, das muss man gehört haben, sondern toll im Sinne von: sie ist so tiefgreifend! Am liebsten hätte ich Lea und ihrem Papa ständig auf die Sprünge geholfen, damit sie doch endlich miteinander reden, miteinander leben, aber nein, sie schlitterten immer haarscharf und gekonnt aneinander vorbei. Grandios beschrieben.

In diesem Hörbuch gibt es zwei Handlungsstränge. Leider wurde nur einer davon abgeschlossen. Zu dem anderen wurde eigentlich einfach gar nichts mehr gesagt. Es hörte einfach auf. Das fand ich nicht so gut. Auch fand ich das Hörbuch recht anstrengend über die Zeit. Denn die ein oder andere Gefühlsregung hätte man vielleicht auch weglassen können, dann wäre es zumindest in der Hörbuchversion für den Hörer angenehmer gewesen. Verstärkt wurde dieses Gefühl, dass man eigentlich oft erst im Nachhinein begreifen konnte, dass es sich gerade wieder um einen Perspektivenwechsel handelte. Anfangs fand ich das verwirrend, später war es dann ok, da wusste man recht schnell, von wem denn nun die Rede war. Vielleicht hätte man für die Hörbuchversion 2 Sprecher einsetzen sollen.

Aber: auch wenn ich hier nun einiges Negatives angesprochen habe, so bekommt dieses wunderschöne Hörbuch doch 4 Sterne von mir. Denn es ist faszinierend, man fühlt jede Minute mit den Protagonisten mit, leidet, leidet, leidet und freut sich dann wieder auch wenn man von Anfang an weiß, dass es nicht gut enden wird. „Lea“ ist ganz bestimmt kein Hörbuch, dass man auf dem Weg zur Arbeit und zurück hören sollte. Dazu ist es einfach zu intensiv. Man muss sich diesem Buch ganz und gar hingeben oder fast schon ergeben. Und wenn man dann noch ein Liebhaber von klassischer Musik ist und vielleicht sogar selbst ein Instrument spielt, dann wird man von dieser Geschichte genauso fasziniert sein wie ich es bin.

Walter Kreye als Sprecher war eine hervorragende Wahl! Durch seine ruhige, betonte Art kam jeder Satz, ja jedes Wort genau richtig zur Geltung. 5 Sterne für Walter Kreye.

Fazit: empfehlenswert

Weitere Informationen
Eine Hörprobe sowie weitere Informationen gibt es bei Audible.de
Und hier geht es direkt zum Hörbuch: Pascal Mercier – Lea

Siehe auch: