Emma Donoghue – RAUM

Beschreibung
Auch seinen fünften Geburtstag feiert Jack in Raum. Raum hat eine immer verschlossene Tür, ein Oberlicht und misst vier mal vier Meter. Dort lebt der Kleine mit seiner Mutter. Dort wurde er auch geboren. Jack liebt es fernzusehen, denn da sieht er seine „Freunde“, die Cartoonfiguren. Aber er weiß, dass die Dinge hinter der Mattscheibe nicht echt sind – echt sind nur Ma, er und die Dinge in Raum. Bis der Tag kommt, an dem Ma ihm erklärt, dass es doch eine Welt da draußen gibt und dass sie versuchen müssen, aus Raum zu fliehen…

Sprecher
Matthias Brandt

Länge
388 Minuten

Meine Meinung
Dieses Hörbuch geht unter die Haut und noch viel tiefer. Ich hatte derart oft Gänsehaut, unglaublich. Das Hörbuch wird komplett aus der Sicht des kleinen Jack erzählt. Und er kann noch nicht richtig konjugieren, viele Artikel lässt er weg. Anfangs ist dieser Erzählstil etwas gewöhnungsbedürftig, aber man kommt sehr schnell rein in RAUM und fühlt mit dem Kleinen. Der kleine Jack ist zufrieden in RAUM mit TISCH und OBERLICHT und den wenigen anderen Sachen, die sich in diesem Verlies befinden. Denn er kennt es nicht anders. Er wurde in RAUM geboren und war noch nie außerhalb des RAUMS. Als einzige echte Person kennt er seine Mutter, die ebenfalls in RAUM lebt – natürlich nicht freiwillig.

Doch kurz nach seinem 5. Geburtstag erfährt Jack von seiner Mutter, dass es eine Welt da draußen gibt! Dass es wirklich Gras und Schiffe und ganz viele andere echte Menschen gibt – nicht nur die Cartoons, die er aus dem Fernseher kennt. Sie plant eine riskante Flucht, bei der Jack leider die Hauptrolle übernehmen muss. Mein Gott, was habe ich bei der Beschreibung gezittert…

Mehr erzähle ich jetzt aber nicht – will ja nichts verraten!

RAUM ist angelehnt an den „Fall Fritzl“. Fand ich das damals schon völlig unbegreiflich, wie ein Mensch so etwas tun kann, so wird es beim Hören dieses Hörbuches noch unbegreiflicher, wie jemand eben so etwas tun kann und auch, wie die betroffenen Menschen diesen Horrortrip über Jahre aushalten können, ohne komplett durchzudrehen oder sich selbst zu ermorden.

Das Hörbuch ist kein Buch, das man auf dem Weg zur Arbeit und zurück hören könnte. Es ist einfach viel zu bewegend, zu berührend, es verlangt die volle Aufmerksamkeit des Hörers – verständlicherweise. Und es ist natürlich kein Buch, bei dem man sagt: „Boah ist das ein tolles Buch“, aber es ist ein Buch, das man unbedingt kennen sollte.

Matthias Brandt hat den kleinen Jack super gut gesprochen!

Fazit: absolut empfehlenswert

Weitere Informationen
Eine Hörprobe sowie weitere Informationen gibt es bei Audible.de
Und hier geht es direkt zum Hörbuch: Emma Donoghue – RAUM