Stephan Brüggenthies – Der geheimnislose Junge

Beschreibung
Der 15-jährige Timo Lindner, wohlbehüteter Sohn eines erfolgreichen Architektenehepaars, ist verschwunden. Für Zbigniew, sprich Dz-big-niäff, Meier, Hauptkommissar im KK51 der Kölner City-Polizei Stolkgasse, ein typischer Fall von Flucht vor den Eltern. Kein Handy, keine Freundin, keine Intimsphäre: Kann ein pubertierender Junge ein derartig eingeengtes Leben ertragen, ohne irgendwann durchzudrehen? Doch dann wird in Italien der Torso eines unbekannten Jungen gefunden, der vor seinem Tod auf grausame Art missbraucht wurde. Auf seinem Rücken eingezeichnet: eine Karte von Frankreich…

Sprecher
Matthias Keller

Länge
556 Minuten

Meine Meinung
Der Titel „Der geheimnislose Junge“ kommt so dermaßen unscheinbar daher, dass ich mir einen netten kleinen Roman darunter vorgestellt hatte. Was ich allerdings zu hören bekam, war ein knallharter Krimi, der einen immer tiefer in einen Sumpf versinken lässt, in den man ganz sicher nicht wollte! Zbigniew löst auf sehr sympathische Art und Weise ein Rätselstückchen nach dem anderen, um letztendlich in einem gefährlichen Sologang das Geheimnis zu lüften.

Die Geschichte hat sehr interessante Wendungen. Was mir auch sehr gut gefallen hat ist, dass die phantastische Symphonie von Berlioz eine große Rolle spielt. Noch nie habe ich ein Hörbuch unterbrochen, um ein Musikstück zu hören. Aber bei diesem Buch kramte ich in meinem „Plattenschrank“ (also MP3-Sammlung) und suchte das Stück heraus. Ich unterbrach also und hörte mir zunächst die  phantastische Symphonie an. Kann ich jedem nur empfehlen, muss aber nicht sein. D. h. man muss das Stück jetzt nicht kennen, um das Hörbuch zu verstehen. Aber es macht das ganze etwas eindringlicher – wie ich finde.

Zwei Kleinigkeiten möchte ich bemängeln. Das wäre zum Einen die Zeit. Denn von dem Moment an, da Timo verschwunden war, wurde von ihm nur noch in der Vergangenheit gesprochen. Wie war er, was hatte er für Hobbies etc. Das fand ich etwas seltsam. Denn eigentlich geben sich doch immer alle Ermittler größte Mühe, den vermissten Menschen noch nicht „zeitlich“ abzuschreiben, solange er noch nicht gefunden ist. Und dann waren da noch ein paar Kleinigkeiten in der Handlung, die ich auch nicht ganz logisch fand. Aber diese zwei Sachen schmälern in keinster Weise die Spannung und die tolle Story, die einem der geheimnislose Junge bietet. Also ich war sehr begeistert von diesem Buch.

Matthias Keller als Sprecher war mir bisher nicht bekannt. Aber er hat eine sehr angenehme Stimme und hat die Story sehr gut vorgetragen.

Fazit: absolut empfehlenswert

Weitere Informationen
Eine Hörprobe sowie weitere Informationen gibt es bei Audible.de
Und hier geht es direkt zum Hörbuch: Stephan Brüggenthies – Der geheimnislose Junge