Judith Schalansky – Der Hals der Giraffe: ein Bildungsroman

Beschreibung
Anpassung ist alles, weiß Inge Lohmark. Schließlich unterrichtet die schrullige Lehrerin seit mehr als dreißig Jahren Biologie. Dass ihre Schule in vier Jahren geschlossen werden soll, ist nicht zu ändern – in der schrumpfenden Kreisstadt im vorpommerschen Hinterland fehlt es an Kindern. Lohmarks Mann, der zu DDR-Zeiten Kühe besamt hatte, züchtet nun Strauße, ihre Tochter Claudia ist vor Jahren in die USA gegangen und hat nicht vor, Kinder in die Welt zu setzen. Alle verweigern sich dem Lauf der Natur. Als die Lehrerin beginnt, Gefühle für eine Schülerin zu entwickeln, gerät ihr biologistisches Weltbild ins Wanken.

Sprecher
Dagmar Manzel

Länge
298 Minuten

Meine Meinung
Bei meinem Besuch auf der Frankfurter Buchmesse sah ich ein Interview mit dieser neuen Schriftstellerin und ihrem Buch. Das Interview fand ich sehr interessant, schnell war das Buch notiert. Es dauerte auch nicht lange, und schon hatte ich es.

Gestern habe ich es gehört. Und jetzt wird es etwas kompliziert. Zunächst einmal: das Buch hat mich gut unterhalten und hat mir im Großen und Ganzen auch gut gefallen. Bis auf das Ende. Denn eigentlich kann das Buch so gar nicht aufhören. Denn, es steht ja schon im Titel, dass es sich hier um einen Roman handelt. Aber in einem Roman entwickelt sich der Protagonist. Er steht im Normalfall vor einem Problem, löst das bravourös und geht gestärkt aus der Lebenserfahrung heraus. Also mal so ganz lapidar gesagt. Das ist hier aber nicht der Fall.

Die Protagonistin hat ihre felsenfeste Meinung zu allem und davon rückt sie keinen Millimeter ab. Was in der Beschreibung sehr spannend klingt – von wegen, sie hege plötzlich Gefühle für eine Schülerin, wird nur sehr kurz und auch nur an der Oberfläche angekratzt, aber das Thema wird überhaupt nicht ausgearbeitet. Im Gegenteil, es verläuft einfach wieder im Sand.

Aber trotzdem fand ich das Buch gut. Auch aufgrund der Auffrischung des bei mir schon lange in Vergessenheit geratenen Biologieunterrichts 😉 Zu meiner Schulzeit waren noch sehr viele Lehrer von diesem „Schlag“ und bildeten somit nicht die Ausnahme, wie in diesem Roman, sondern eher die Regel.

Ich kann diesen Roman guten Gewissens empfehlen, auch wenn er gar kein Roman ist. Gute Unterhaltung über 5 Stunden hat man auf alle Fälle, egal ob das Buch nun in ein bekanntes Schemata passt oder nicht. Nicht zuletzt trägt dazu auch die sehr gute Leistung von Dagmar Manzel bei.

Fazit: empfehlenswert

Weitere Informationen
Eine Hörprobe sowie weitere Informationen gibt es bei Audible.de
Und hier geht es direkt zum Hörbuch: Judith Schalansky – Der Hals der Giraffe: ein Bildungsroman