Fabio Geda – Im Meer schwimmen Krokodile

Beschreibung
„Drei Dinge darfst Du nie im Leben tun, Enaiat, aus keinem Grund: Erstens, Drogen nehmen. Zweitens, zu den Waffen greifen. Versprich mir, dass deine Hand nicht einmal einen Holzlöffel halten wird, wenn er dazu dient, einen Menschen zu verletzen. Drittens, stehlen. Was dein ist, ist dein, was nicht dein ist, nicht. Und merke dir, dass es sich immer zu leben lohnt, wenn man einen Wunsch vor Augen hat wie ein Esel eine Karotte.“

Mit diesen Worten verlässt die Mutter ihr Kind. Sie hat Enaiat außer Landes geschmuggelt, mehr kann sie nicht für ihn tun. Die drei Lebensregeln sind der einzige Kompass des Jungen auf seiner Überlebensreise, die viele Jahre dauert. Also tut er nichts Böses, was auch immer geschieht. Arbeitet, gleich was, und besteht Tag für Tag das Leben, findet Freunde, zieht weiter. Und hat immer einen Wunsch vor Augen…

Sprecher
Robert Stadlober

Länge
202 Minuten

Meine Meinung
Dieses Hörbuch beschreibt die sehr gefährliche mehrjährige Flucht des damals erst 10-jährigen Enaiat. Die Mutter hat ihn aus Afghanistan herausgeschmuggelt, damit er eine Überlebenschance außerhalb des Landes hat. Doch von da an ist der Junge auf sich selbst gestellt, wird von Schlepperbanden in menschenunwürdigen „Behältnissen“ von Ort zu Ort gekarrt. Nicht selten entging er bei diesen Reisen nur knapp dem Tod. Nach (ich glaube) 8 Jahren kommt er endlich in ein Land, in dem er nicht mehr gejagt wird und in dem er leben darf.

Das Buch ist so aufgebaut, dass Enaiat seine Geschichte einem Freund erzählt. Ab und an fragt dieser Freund etwas, aber meist erzählt Enaiat seine Erlebnisse in sehr bildhaften Schilderungen. Es ist also kein wirklicher Dialog, den die beiden führen.

Ich fand diesen Erlebnisbericht derart ergreifend, dass ich nur noch der Geschichte folgen konnte, keine andere Tätigkeit wie stricken oder Computerspiele waren dabei möglich. Wenn ich mir vorstelle, was diese Flüchtlinge alles auf sich nehmen und dann immer wieder Gefahr laufen, einfach wieder abgeschoben zu werden – das ist einfach unmenschlich.

In diesem Buch äußert Enaiat kein einziges Mal, dass er Wut hatte. Das fand ich etwas unglaubwürdig. Denn ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass man bei all seinen Erlebnissen niemals zornig wird. Auch wenn man noch so ein herzensguter Mensch ist.

Den Sprecher fand ich auch nicht so toll. Er sprach verdammt schnell, etwas zu schnell für meinen Geschmack. Ok, es unterstrich zwar das „ständig auf der Flucht sein“, aber oftmals verschluckte er die ersten Buchstaben am Satzanfang.

Fazit: empfehlenswert

Weitere Informationen
Eine Hörprobe sowie weitere Informationen gibt es bei Audible.de
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