Sebastian Schlösser – Lieber Matz, dein Papa hat ’ne Meise. Ein Vater schreibt Briefe über seine Zeit in der Psychiatrie

Beschreibung
Mit der Diagnose „manisch-depressiv“ landet Sebastian Schlösser in der Psychiatrie. In seinen Briefen erzählt er seinem achtjährigen Sohn, was die Krankheit mit ihm gemacht hat. Er gilt als Shooting Star. Mit 27 wird er Theaterregisseur am Hamburger Schauspielhaus. Doch der Höhenflug endet abrupt: Sebastian Schlösser leidet an einer bipolaren Störung. In den manischen Phasen ist er größenwahnsinnig, arbeitet Tag und Nacht und ist durch nichts zu bremsen. In den depressiven Phasen hält er sich für einen Niemand, bewegt sich nicht aus dem Bett und denkt an Selbstmord. Schließlich bricht er zusammen und erkennt: So kann es nicht weitergehen.

Was mit einem Menschen passiert, der in die „Irrenanstalt“ eingeliefert wird; was es bedeutete, psychisch krank zu sein; und wie schwierig es ist, seine „Meise“ zu bezwingen – das alles beschreibt Schlösser auf wunderbare Weise seinem Sohn.

Sprecher
Andreas Fröhlich

Länge
226 Minuten

Meine Meinung
Psychische Erkrankungen nehmen in den letzten Jahren laut Presseberichten immer mehr zu. Klar, dass es auch immer mehr Bücher zu diesem Thema gibt. Dieses Hörbuch ist eines davon. Sebastian Schlösser hat es erwischt. Und zwar heftig. So heftig, dass er in eine Psychiatrie eingewiesen wird.

Der Titel lässt vermuten, dass Sebastian Schlösser seinem Sohn Matz berichtet, wie es ihm in diesem Krankenhaus ergeht. Doch dem ist nicht so. Vielmehr erzählt er ausführlich, wie es dazu kam, wie er sich verhalten hat, wie er sich fühlte – bevor er »eingeliefert« wurde. Von seinen Erfahrungen in der Psychiatrie erfährt man eher wenig. Nun gut, wollen wir diese kleine Irreführung im Titel nicht zerreißen.

Die Briefe, die er seinem kleinen Sohn schreibt, sind für die Zukunft gedacht. Denn ein kleiner Kerl, wie der Matz noch ist, könnte das alles nicht verstehen. Und auch als erwachsener »normal tickender« Mensch hatte ich ab und an meine Schwierigkeiten damit. Was natürlich die Diagnose »manisch-depressiv« mit sich bringt. In den manischen Phasen mutierte er zu einem unausstehlichen Menschen, in den depressiven Phasen konnte man ihm auch nicht weiterhelfen. Eine schlimme Erkrankung ist das.

Das ganze Hörbuch besteht aus diesen Briefen, die offen, ehrlich und gnadenlos erschreckend daher kommen. Keine Minute zweifelte ich an der Glaubwürdigkeit.
Schwierig finde ich, dieses Buch zu bewerten. Da es ja eine Art »Erfahrungsbericht« ist, kann man an dem Inhalt nichts bemängeln. So war es, so hat er es geschrieben. Punkt. Einen halben Stern Abzug gibt es für die Irreführung im  Titel und einen weiteren halben Stern Abzug muss ich für den sonst tollen Sprecher Andreas Fröhlich geben. Er sprach meist viel zu schnell, oftmals wurde das erste Wort eines Satzes sogar ganz verschluckt.

Bleiben insgesamt 4 Sterne übrig mit Vorbehalt. Denn nur wer sich wirklich für diese Thematik interessiert, wird dieses Buch gut finden.

Fazit: empfehlenswert

Weitere Informationen
Eine Hörprobe sowie weitere Informationen gibt es bei Audible.de
Und hier geht es direkt zum Hörbuch: Sebastian Schlösser – Lieber Matz, dein Papa hat ’ne Meise. Ein Vater schreibt Briefe über seine Zeit in der Psychatrie