Sergej Lukianenko – Der falsche Spiegel

Beschreibung
Computer gehören zu unserem Alltag, und das Internet scheint uns absolute Freiheit und unendliche Möglichkeiten zu bieten. Doch mittlerweile ist das Netz für viele Menschen zum Alptraum geworden, denn sie sind gefangen in der „Tiefe“, dem virtuellen Raum, den nur wenige Menschen jemals wieder verlassen können. Leonid gehört zu den Glücklichen, die sich aus der „Tiefe“ wieder befreien können – doch als sein ehemaliger Partner ermordet wird, muss er sich auf ein tödliches Spiel einlassen, das ihm alles abverlangt.

>> Diese ungekürzte Hörbuch-Fassung wird exklusiv von Audible präsentiert und ist ausschließlich im Download erhältlich.

Sprecher
Rainer Fritzsche

Länge
991 Minuten

Meine Meinung
Die Idee einer zweiten Welt im Internet ist nicht neu. Aber die Beschreibung von Deep Town, wie diese zweite Welt in dem Hörbuch heißt, ist klasse. Man malte sich einfach alles, was man haben wollte, auch konnte man so viele Charaktere in die »Unterwelt« schicken, wie einem lieb war. Dadurch war es möglich, Inkognito durch Deep Town zu reisen. Alles in Deep Town war virtuell, nichts war real und doch fanden viele Menschen nicht mehr zurück ins wahre Leben. Auch das ist nicht neu. In diesem Buch wird es als Deep-Psychose bezeichnet. Sogar arbeiten konnte man in der virtuellen Welt. Leonid, unser sympathischer Protagonist, hatte einen Job als Diver. Die Diver retteten die armen Gestalten aus Deep Town, wenn sie nicht mehr herauskamen. Sprich, er riss sie in der realen Welt vom heimischen PC weg, damit sie nicht verhungerten o. ä.

Natürlich gab es auch Waffen in Deep Town. Logisch, eine Welt ohne Waffen gibt es leider nicht. Als sein ehemaliger Partner aus Deep Town heraus in der realen Welt getötet wird, macht sich Leonid auf die Suche nach dem Mörder. Und natürlich nach der Waffe, die die Grenzen der beiden Welten überschreiten kann. Klingt verwirrend? Ist es aber nicht. Das wird sehr gut in dem Hörbuch dargestellt und erklärt. Soweit zum Inhalt.

Die Umsetzung fand ich nicht so gut. Das Buch hatte schier endlose Längen – allein die Beschreibung durch das »Labyrinth des Todes« hat sehr viel Geduld von mir abverlangt. Sicherlich war alles phantasievoll beschrieben. Aber eben auch mit sehr vielen Wiederholungen. Wenn man gedanklich abschweifte, war das nicht weiter tragisch, da man meistens nichts verpasst hat. Zum Schluss hin hörte ich nur noch mit einem Ohr zu. Wäre es ein Buch gewesen, ich hätte es zugeklappt und ad acta gelegt.

Die Charaktere waren durchweg gut beschrieben, ich hatte sie bildlich vor Augen und konnte auch abschätzen, wie die einzelnen Personen in den diversen Situationen reagieren würden. Das machte aber auch die ganze Geschichte sehr durchschaubar. Und Leonid, unserem Helden, hätte ich gerne ab und an auf die Sprünge geholfen. So begriffsstutzig, wie er manchmal war, grenzte es schon an Dusseligkeit.

Ich glaube, dieses Hörbuch würde durch eine Kürzung auf etwa die Hälfte viel an Spannung gewinnen. In dieser ungekürzten Lesung (16,5 Stunden) fand ich es viel zu langatmig.

Rainer Fritzsche als Sprecher hat einen sehr guten Job gemacht. Er gab den einzelnen Personen jeweils eine eigene Stimme, so dass jederzeit klar war, wer gerade spricht.

Zusammenfassend möchte ich sagen: Die Thematik hat mich faszinierend. Die Geschichte an sich war interessant, aber die Umsetzung war zu langatmig. Dadurch blieb fast jegliche Spannung auf der Strecke. Schade.

Fazit: ganz nett

Weitere Informationen
Eine Hörprobe sowie weitere Informationen gibt es bei Audible.de
Und hier geht es direkt zum Hörbuch: Sergej Lukianenko – Der falsche Spiegel

Siehe auch:

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