Martin Wehrle – Ich arbeite in einem Irrenhaus. Vom ganz normalen Büroalltag

Beschreibung
Ist es normal, dass Chefs ein Hohelied auf Weiterbildung singen, aber jeden Antrag auf Fortbildung ablehnen? Ist es normal, dass im Management Einsparungen bejubelt werden, die doppelt so viel kosten, wie sie einbringen? Ist es normal, dass Sie auf dem Dienstweg nur auf Idioten treffen, während die wirklichen Entscheidungen hinter den Kulissen stattfinden? Nein – normal ist das nicht. Es ist irre! Und es ist Alltag in deutschen Unternehmen.
.

Sprecher
Matthias Keller, Sabina Godec, Michael Deckner

Länge
70 Minuten

Meine Meinung
Martin Wehrle trifft es auf den Punkt. Punkt. Dem ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen. Das, was er vom heutigen Büroalltag zu erzählen weiß, deckt sich mit meinen Erfahrungen in einem Großkonzern. Leider.

Aber das Hörbuch ist schön gemacht – wie ich finde. Es ist kein trockenes Sachbuch, es ist eher lustig aufgebaut. Man könnte lachen, wenn es nicht so traurig wäre. Denn das kann einen wirklich in den Wahnsinn treiben. Andererseits kann man ja nicht mehr eingeliefert werden, da man ja schon drin ist – im Irrenhaus. Also, immer schön positiv denken 😉

Ich habe mir mal die Mühe gemacht und die 12 Paragraphen, die quasi die Quintessenz des Hörbuches sind, aufgeschrieben. Hier sind sie:

Paragraphen der Irrenhausordnung

§ 1
Ein neuer Mitarbeiter denkt, Teil des Unternehmens zu werden. Dabei wird das Unternehmen ein Teil von ihm.

§ 2
Alle Dummheiten, die eine Firma früh begeht, sind durch ihre Jugend entschuldigt. Alle Dummheiten, die sie später begeht, durch die Abwesenheit ihrer Jugend.

§ 3
Nicht der Chef hat sich nach den Realitäten zu richten, sondern die Realitäten richten sich nach ihm.

§ 4
Positionen sind schützenswert. Sie werden niemals auf Mitarbeiter zugeschnitten. Mitarbeiter sind nicht schützenswert. Sie werden auf Positionen zugeschnitten. Das Wort „Verstümmeln“ ist  in diesem Zusammenhang verboten.

§ 5
Wer vor dem Meeting ein Problem hatte, ist danach einen Schritt weiter. Er hat mindestens zwei Probleme.

§ 6
Wenn eine Firma weiß was sie will, tut sie es. Wenn sie es nicht weiß und nichts tun will, entwickelt sie eine Vision.

§ 7
Ein Outdoor-Seminar erkennt man daran, dass niemandem das Dach auf den Kopf fällt. Aber jeder selbst auf den Kopf fallen kann.

§ 8
Prozesse sind wie Kaugummis. Sie ziehen das, was einmal kurz war, endlos in die Länge.

§ 9
Quartalszahlen sind wie Mofas. Wer sie nicht frisiert, wird abgehängt.

§10
Böse Zungen behaupten, ein mittelständischer Unternehmer komme gleich nach dem lieben Gott. Das ist natürlich falsch. Er kommt davor.

§ 11
Wer ein Auto mit 100 PS führen möchte, braucht einen Führerschein. Wer 100 Mitarbeiter führen möchte, braucht nur 100 Mitarbeiter.

§ 12
Ein neuer Chef zerstört, was sein Vorgänger aufgebaut hat – und baut auf, was sein Nachfolger zerstören wird.

Ich kann dieses Hörbuch jedem empfehlen, der langsam auch an seinem Job verzweifelt 😉 Denn am Ende gibt es auch noch Tipps zum – hoffentlich erfolgreichen – Ausbruch aus dem Irrsin 😉

Fazit: absolut empfehlenswert

Weitere Informationen
Eine Hörprobe sowie weitere Informationen gibt es bei Audible.de
Und hier geht es direkt zum Hörbuch: Martin Wehrle – Ich arbeite in einem Irrenhaus. Vom ganz normalen Büroalltag