Thomas Willmann – Das finstere Tal

Beschreibung
Die Alpen, Ende des 19. Jahrhunderts, kurz vor Winterbeginn. Ein Fremder kommt in ein einsam gelegenes Hochtal. Er sei Maler und suche Quartier. Was will der Mann in diesem Dorf? Die Bewohner sind misstrauisch, lassen sich aber von seinem Gold überzeugen. Der erste Schnee schneidet das Tal von der Außenwelt ab. Das Leben im Dorf kommt zur Ruhe, man hat sich an den Fremden gewöhnt. Doch dann gibt es den ersten Toten, bald darauf einen zweiten…

Eine mitreißende Geschichte über Liebe und Tod, Schuld und Vergeltung.

Sprecher
Matthias Brandt

Länge
469 Minuten

Meine Meinung
Brillant! Anders kann man dieses Buch nicht beschreiben. Das ist Literatur wie ich sie liebe. Eine Sprache, die so wortgewaltig daher kommt, wie die durch und durch düstere Geschichte selbst.

Zunächst fängt die Geschichte harmlos an. Ein Mann zieht in ein finsteres Bergdorf, stellt sich als Maler vor und wird dort nach anfänglichem Misstrauen der Bewohner schließlich doch aufgenommen, hat er doch einen ganzen Beutel voll Gold. Das beeindruckt die ärmlichen Leute und überzeugt schnell. Der Winter kommt, das Tal kann nicht mehr verlassen werden, ist es doch vom Rest der Welt durch den Schnee abgeschnitten. Der Fremde malt, sitzt mal hier, mal da, bald wird er nicht mehr wahrgenommen. Er gehört rasch einfach zum täglichen Anblick dazu. Doch langsam, ganz langsam ändert sich die Situation, wird zunehmend bedrohlicher, es gibt einen ersten Toten, der Zweite lässt nicht lange auf sich warten. Doch passieren die Morde nicht offensichtlich und kaltblütig, es könnte auch jeweils ein Unfall gewesen sein. Einzig durch die Rückblicke erschließt sich einem nach und nach die ganze Geschichte, die in einem erbitterten Kampf Mann gegen Mann gipfelt. Fantastisch! (Und nein, das ist nun kein(!) Spoiler.)

Selten habe ich ein Buch gelesen, das den Spannungsbogen zunächst sehr behutsam und dann bis zum Bersten gespannt anzieht. Am Ende des Buches blieb ich atemlos und fasziniert zugleich zurück und hätte gerne noch weiter gehört.

Matthias Brandt als Sprecher war ebenso brillant wie die Geschichte selbst. Er hatte für jede Situation die richtige Betonung, die richtige Akzentuierung und die richtige Geschwindigkeit gefunden, so dass dieses Hörbuch das reinste Kopfkino bei mir auslöste. Sehr gut.

Dieses Hörbuch ist meiner Meinung nach etwas ganz Besonderes. Es gibt leider nur sehr wenige solch faszinierender Bücher, sowohl vom Inhalt, von der Sprache als auch vom Sprecher her. Toll.

Dieses Hörbuch hat es auf meine Bestenliste geschafft.

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Weitere Informationen
Eine Hörprobe sowie weitere Informationen gibt es bei Audible.de
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