Martin Suter – Die Zeit, die Zeit

Die ZeitBeschreibung
Anfangs begreift Peter Taler nur, dass im Haus gegenüber, in dem der achtzigjährige Knupp wohnt, sonderbare Dinge vor sich gehen. Er beginnt zu beobachten und mit der Kamera festzuhalten – und merkt erst spät, dass er seinerseits beobachtet wird und längst in die Geschehnisse im Nachbarhaus verstrickt ist. Der alte Knupp, der vor zwanzig Jahren seine Frau verloren hat, ist davon überzeugt, dass man nicht wie Orpheus ins Totenreich hinabsteigen muss, um einen geliebten Menschen wiederzufinden. Denn er hat eine Theorie und kann sich dabei sogar auf berühmte Leute berufen. Allerdings ist deren Umsetzung nicht einfach. Um nicht zu sagen – allein schier unmöglich. Deshalb soll Taler ihm dabei helfen.

Sprecher
Gert Heidenreich

Länge
7 h 48 m

Meine Meinung
Die Zeit ist ein beliebtes Thema – und ein faszinierendes Thema zugleich, wie ich finde. Ist sie doch allgegenwärtig und doch nicht greifbar.

Den achtzigjährigen Knupp und den wesentlich jüngeren Peter Taler verbindet nicht nur die Tatsache, dass sie in der gleichen Straße wohnen. Beide haben sie auch ihre geliebten Frauen an den Tod verloren. Knupp vor über 20 Jahren, Taler vor erst einem Jahr. Beide trauern.

Im Laufe der Jahre hat Knupp seine eigene Theorie aufgestellt, wie es sich mit der Zeit verhält. Untermauert durch Literatur, die von einigen wenigen Menschen als die einzig richtige Theorie angesehen wird, beginnt er Taler davon zu erzählen. Die Theorie besagt, dass es die Zeit nicht gibt. Es gibt nur die Veränderung. Und wenn man alle Veränderungen rückgängig macht, dann befindet man sich wieder an genau diesem Tag. Akribisch hat er alles fotografiert und will durch Talers Hilfe die gesamte Straße wieder in den Zustand vom 11. Oktober vor 20 Jahren zurückversetzen. Dafür werden Pflanzen und Bäume ausgerissen und durch kleinere ersetzt, Swimmingpools werden demontiert und die Fläche wieder mit Rollrasen bestückt… Ein wahrer Irrsinn beginnt. Und beide verfolgen ihre Ziele: Knupp will eine in der Vergangenheit getroffene fatale Entscheidung ändern und Taler will den Mörder seiner Frau fassen. Gemeinsam arbeiten sie an diesem Projekt.

Rasant geht die Geschichte nicht gerade voran. Warum auch, es gibt die Zeit ja gar nicht. Also was ist dann schnell und was ist langsam? Trotzdem fand ich die Geschichte keine Minute langweilig. Immer mehr steigern sich die beiden Witwer in ihr Vorhaben und man ahnt bald Schlimmes…

Das Ende fand ich auch richtig klasse. Ich fühlte mich mit diesem Hörbuch bestens unterhalten. Ist es doch einmal eine ganz andere Geschichte, als die „normalen“ Zeitreise-Thriller.

Fazitstars_5 absolut empfehlenswert

Weitere Informationen
Eine Hörprobe sowie weitere Informationen gibt es bei Audible.de
Und hier geht es direkt zum Hörbuch: Martin Suter – Die Zeit, die Zeit

Siehe auch: 

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4 Gedanken zu “Martin Suter – Die Zeit, die Zeit

  1. Hurra! Genau so habe ich bei diesem HB empfunden. Gewollte Langsamkeit, gemischt mit einer seltsamen Geschichte welche schöner kaum erzählt werden konnte! Auf dieses HB „muss“ man sich einlassen und den richtigen Moment dafür finden. Nimmt man sich dann die benötigte Zeit, wird man für das Eintauchen in die Veränderung mit reichlich spannender und unterhaltsamer Hörzeit belohnt….

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    • Ich glaube, man sollte es nicht angehen, wenn man gerade viel um die Ohren hat – ist wohl eher ein Buch, dass man sich in entspanntem Zustand – z. B. im Urlaub – anhören sollte. 😉 Aber entgehen lassen sollte man es sich nicht – auf keinen Fall.
      LG
      Die Ute

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