Cheryl Strayed – Der große Trip: Tausend Meilen durch die Wildnis zu mir selbst

Der große TripBeschreibung
Gerade 26 geworden, hat Cheryl Strayed das Gefühl, alles verloren zu haben. Drogen und Männer trösten sie über den Tod ihrer Mutter und das Scheitern ihrer Ehe hinweg. Als ihr ein Outdoor-Führer über den Pacific Crest Trail in die Hände fällt, trifft sie die folgenreichste Entscheidung ihres Lebens: mehr als tausend Meilen zu wandern. Die berührende Geschichte einer Selbstfindung – voller Witz, Weisheit und Intensität, mit einer respektlosen Heldin, die man lieben muss.

Diese ungekürzte Hörbuch-Fassung wird exklusiv von Audible präsentiert und ist ausschließlich im Download erhältlich.

Sprecher
Manja Döring

Länge
13 h 44 Minuten

Meine Meinung
Cheryl Strayed hat in diesem Buch ihre eigene Geschichte erzählt. Sie hat sie so interessant erzählt, dass ich gestern Mittag anfing zu hören und soeben das Hörbuch beendet habe. Heute Nacht habe ich sogar davon geträumt.

Ich bin voller Bewunderung für diese Frau. Wie im Klappentext bereits beschrieben, fällt sie die recht spontane Entscheidung, den Pacific Crest Trail zu wandern. Ganz alleine, ohne Training und ohne sich wirklich mit der Thematik auseinander gesetzt zu haben. Mutig, blauäugig – ich denke, es ist Beides. Aber sie hat es gewagt. Hat sich einen viel zu schweren Rucksack gepackt, den sie kaum hochheben konnte und ist tapfer alleine los marschiert. Es wird in diesem Buch ihre Wanderung sehr detailliert beschrieben und welche Qualen sie gelitten hat, aber auch welche Freude sie empfand, wenn sie eine Station erreicht hat, die sie sich als Zwischenziel gesetzt hatte. Zu den Stationen hatte sie sich Versorgungspakete von einer Freundin zuschicken lassen. In den Paketen waren dann Geld, Nahrungsmittel und frische Kleider, die sie für die nächste Etappe benötigte. Sprich, ganz unvorbereitet war sie also doch nicht.

In Rückblicken wird ihr ganzes Leben erzählt. Dass ihre Mutter viel zu früh starb, dass sie keinen richtigen Vater hatte, ihr Verhältnis zu ihren Geschwistern, wie sie selbst ihre Ehe an die Wand fuhr und, und, und… Sie erzählt ihr ganzes Leben – wie sie es auf der Wanderung eben Revue passieren lässt.

All diese Erzählungen sind so unglaublich, so spannend, so lustig, so schockierend, so erfreulich, so niederschmetternd – ich fühlte mich die ganze Zeit über in einem Wechselbad der Gefühle. Eben genauso, wie es Cheryl ging. Diese Gefühle in der Geschichte zu transportieren ist ihr unheimlich gut gelungen. Und: sie hat eine gehörige Portion Humor, der ebenfalls sehr gut durchkam. Nicht selten musste ich laut lachen. So z. B. als sie sich plötzlich einem riesigen Tier gegenüber fand und völlig entsetzt rief: Ein Elch, ein Elch, ein Elch!!! Ich weiß nicht, wie oft sie das entsetzt ausrief. Diese Szene ist wirklich urkomisch erzählt. Solche Szenen gab es öfters und sie lockerten die Geschichte sehr gut  auf.

Cheryl Strayed war zwar die meiste Zeit alleine unterwegs, aber an manchen Stationen und Orten lernte sie Leute kennen, die ebenfalls den PCT entlang wanderten. Diese Treffen wurden auch sehr schön und ausführlich beschrieben.

Insgesamt kann ich dieses Buch wärmstens empfehlen. Es ist eine berührende Geschichte der Selbstfindung, die keines Wegs schnulzig oder schonend daher kommt. Sie ist gnadenlos ehrlich erzählt und befasst sich auch sehr ausführlich mit den nicht so netten Zügen der Protagonistin. Aber eben genau das macht sie um so sympathischer.

Ich selbst habe nicht vor, solch eine Höllenwanderung zu machen. Bei meinen „Wanderungen“ kann man allenfalls von kleinen Spaziergängen reden. Und trotzdem fand ich dieses Buch äußerst interessant, kurzweilig und spannend.

Manja Döring als Sprecherin fand ich ausgesprochen gut! Sie hat sich in jedes Wort hineinversetzt und es auch entsprechend vertont. So kam bei mir ein perfektes Kopfkino dabei heraus.

Fazit: stars_5 absolut empfehlenswert

Weitere Informationen
Eine Hörprobe sowie weitere Informationen gibt es bei Audible.de
Und hier geht es direkt zum Hörbuch: Cheryl Strayed – Der große Trip: Tausend Meilen durch die Wildnis zu mir selbst