Ferdinand von Schirach – Tabu

TabuBeschreibung
Sebastian von Eschburg verliert als Kind durch den Selbstmord seines Vaters den Halt. Er versucht sich durch die Kunst zu retten. Er zeigt mit seinen Fotografien und Videoinstallationen, dass Wirklichkeit und Wahrheit verschiedene Dinge sind. Es geht um Schönheit, Sex und die Einsamkeit des Menschen. Als Eschburg vorgeworfen wird, eine junge Frau getötet zu haben, übernimmt Konrad Biegler die Verteidigung. Der alte Anwalt versucht dem Künstler zu helfen – und damit sich selbst.

Schirach schreibt über ein aktuelles gesellschaftliches Thema, das den Leser zwingt, grundsätzliche Entscheidungen zu treffen. Aber dieses Hörbuch ist viel mehr: Schirach hat den Roman eines Lebens geschrieben, lakonisch, poetisch, berührend.

Sprecher
Matthias Brandt

Länge
4 h 48 m

Meine Meinung
„Tabu“ finde ich ein seltsames Buch. Es fängt damit an, dass die Kindheit von Sebastian von Eschburg erzählt wird. Eine schöne Kindheit war das wohl nicht. Trotzdem fand ich es interessant erzählt und war gespannt, wohin diese Geschichte wohl führen mochte. Dann plötzlich sitzt Sebastian in Untersuchungshaft. Hm. Seltsam. Ok, eine Wendung um 180°, so kam es mir vor. Ich hatte fast den Eindruck, als würde ich jetzt ein anderes Buch hören. Ich konnte das zunächst gar nicht richtig zu- und einordnen. Ich dachte ständig, ich müsste etwas wichtiges überhört haben. Aber nein. Hatte ich nicht. Ok, ich hörte also weiter zu. Jetzt ging es plötzlich um Folter und darum, ob man einen Verdächtigen foltern darf, um jemand anderes zu retten. Prinzipiell ja durchaus sehr interessant. Aber es hatte meiner Meinung nach keinen richtigen Platz in der Geschichte. Mir kam das furchtbar konstruiert vor. Mir war nicht wirklich verständlich, wie die Geschichte da hin kam, wo sie plötzlich war.

Somit ist für mich die Geschichte in zwei Teile aufgeteilt. Der erste Teil für sich gut, der zweite Teil für sich auch gut – doch insgesamt einfach nicht rund. Auf den Übergang hätte von Schirach meiner Meinung nach viel mehr Augenmerk legen müssen.

Warum heißt dieses Buch eigentlich „Tabu“? Das ist mir irgendwie auch ein Rätsel. Weder Prostitution/Pornografie noch Folter sind heute noch ein Tabu-Thema. Hm, nee, von diesem Buch bin ich dann doch eher enttäuscht. Ferdinand von Schirach kann das eindeutig besser, wie er z. B. in „Der Fall Collini“ bewiesen hat.

Matthias Brandt als Sprecher fand ich toll. Er hat mir sehr geholfen, durch diese seltsame Geschichte durchzukommen.

s5g3s5g3

Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Ferdinand von Schirach – Tabu

Siehe auch:

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s