Daniel Kehlmann – Ruhm. Ein Roman in neun Geschichten

RuhmBeschreibung
Ein Schriftsteller mit der unheilvollen Neigung, Menschen, die ihm nahestehen, zu Literatur zu machen, ein verwirrter Internetblogger, ein Abteilungsleiter mit Doppelleben, ein berühmter Schauspieler, der lieber unbekannt wäre, eine alte Dame auf der Reise in den Tod: Ihre Wege kreuzen sich in einem Geflecht von Episoden zwischen Wirklichkeit und Schein. Ein Spiegelkabinett voll unvorhersehbarer Wendungen– komisch, tiefgründig und elegant erzählt vom Autor der «Vermessung der Welt»

Sprecher
Ulrich Matthes, Nina Hoss

Länge
5 h 14 m

Meine Meinung
Diese neun Geschichten haben mich sehr gut unterhalten. Jede Geschichte war ganz anders als die andere und doch gehören sie zusammen und ergeben ein vielschichtiges Gesamtwerk.

Da haben wir zunächst einmal Ebling. Ein Techniker, der Handys nicht vertraut, sich jetzt aber aufgrund des Drucks seines Umfelds doch eins zugelegt hat. Fortan bekommt er Anrufe von wildfremden Menschen. Seine Nummer war wohl schon vergeben. Doch dies könne gar nicht sein, so die Stimme an der Hotline des Mobilfunkanbieters.

Dann gibt es Leo Richter, ein erfolgreicher Schriftsteller von Kurzgeschichten. Leo hat die Angewohnheit, die Menschen in seinem Umfeld zu Romanfiguren werden zu lassen. Man muss sehr aufpassen, was man ihm erzählt, da er alles verwendet und ausplappert. Nun hat er sich eine Freundin angelacht, die seiner Heldin Lara sehr ähnlich sieht und auch noch den gleichen Beruf hat. Sie heißt im richtigen Leben Elisabeth und ist von seiner jammernden Art leicht genervt. Und der Schriftsteller ist von den immer gleichen Fragen seiner Fans übelst angenervt. Auf die sich stets wiederholende Frage: Woher nehmen Sie nur Ihre Ideen? antwortet er nur noch: Badewanne. Meine Ideen bekomme ich in der Badewanne.

Die dritte Person, um die es hier geht, ist Rosalie. Sie bekommt die Diagnose Bauchspeicheldrüsenkrebs. Die Ärzte geben ihr nicht mehr lange. Sie beschließt, in die Schweiz zu fahren, und ihrem Ableben auf die Sprünge zu helfen. Doch einige Hindernisse stellen sich ihr auf ihrer Reise in den Weg. Rosalie diskutiert übrigens viel mit dem Schriftsteller, der sie erfunden hat. Sie findet es gemein, dass sie schon so alt ist und dass er will, dass sie stirbt.

Dann gibt es noch einen Schauspieler, der lieber nicht bekannt sein will. Er geht in eine Diskothek, in der man als Double eines berühmten Menschen auftreten kann. Und je nach dem, wie gut man ihn darstellen konnte, bekommt man mehr oder weniger Geld dafür. Seine Darstellung seiner eigenen Person wird als unprofessionell abgetan. Er müsse noch viel lernen und bekommt auch gute Tipps mit auf den Weg.

Es gibt noch weitere „gebeutelte“ Personen in weiteren Geschichten, doch ich will hier ja nicht das ganze Buch erzählen.

Mir hat jedenfalls die Art, wie Kehlmann diese sehr unterschiedlichen Geschichten zu einer einzigen verschmolz, sehr gut gefallen. Aber auch die einzelnen Geschichten für sich genommen fand ich fast alle sehr interessant und äußerst unterhaltsam erzählt.

Mein ganz großes Lob geht hier an die beiden Sprecher Ulrich Matthes und Nina Hoss. Sie haben sich hervorragend in die verschiedenen Personen und Geschichten hineinversetzt und den einzelnen Episoden erst richtig Leben eingehaucht. Die beiden waren sozusagen das Salz in der Suppe.

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Siehe auch: