Camilla Grebe / Åsa Träff – Die Therapeutin

Die TherapeutinBeschreibung
Alles nur Einbildung oder echte Bedrohung? Siri Bergmann arbeitet als Psychotherapeutin in einer kleinen Gemeinschaftspraxis mitten in Stockholm. Sie ist den Umgang mit seelischen Abgründen und schmerzhaften Geheimnissen gewohnt. Es ist ihr täglich Brot. Doch im Moment hat sie vor allem mit sich selbst zu kämpfen. Seit ihr Mann bei einem Tauchgang vor einem Jahr tödlich verunglückt ist, lebt sie vollkommen abgeschieden in einem kleinen Haus am Meer.

Trotz ihrer panischen Angst vor der Dunkelheit will sie sich beweisen, dass sie mit dem Alleinsein zurechtkommt. Dass sie sich beobachtet fühlt, bildet sie sich vielleicht nur ein. Dass ihre Katze nicht mehr auftaucht, hat wahrscheinlich nichts zu bedeuten. Aber als sie eines Morgens beim Schwimmen im Meer auf die Leiche einer Patientin stößt, nimmt der Alptraum Gestalt an: Hat Siri als Therapeutin versagt – oder will jemand ihr Leben zerstören?

Sprecher
Tanja Geke

Länge
11 h 23 m

Meine Meinung
Dieser Psychothriller kommt sehr unaufdringlich und leise daher. Zunächst lauscht man den Gesprächen, die Siri mit ihren Patienten führt. Man erfährt so einiges aus ihrem eigenen Leben, so z. B. dass sie ihren Mann bei einem Tauchunfall verliert, dass sie furchtbare Angst vor Dunkelheit hat und dass in ihrem Haus deshalb immer alle Lichter an sind und dass sie nette, sympathische Kollegen hat. Anfangs rieselt die Geschichte ganz langsam und harmlos dahin, trotzdem fand ich es interessant zuzuhören. Die Probleme, die ihre Patienten hatten, ließen nichts Gutes erahnen. So baute sich ganz unterschwellig eine gewissen Spannung auf, wie die Story denn wohl weitergeht.

Im weiteren Verlauf verschwindet Siris Katze. Dann hat sie einen Stromausfall in ihrem Haus und muss im Dunkeln zum Sicherungskasten laufen. Dabei stößt sie gegen einen Stuhl. Hatte sie den Stuhl da hin gestellt? Nein, oder doch? Und was ist das für eine Pfütze? Und als sie dann in ihrem Garten auch noch die Leiche einer ihrer Patientinnen entdeckt, war das Grauen für mich perfekt. Bei der Leiche findet man einen Abschiedsbrief, in dem Siri verantwortlich für ihren Selbstmord gemacht wird. Siri hätte ihr klar gemacht, dass ihr Leben nichts wert sei und sie danke ihr, für diese Einsicht. Oh Gott, dachte ich, der Alptraum eines jeden Menschen. Es stellt sich dann aber heraus, dass es Mord und kein Selbstmord war…

Ich hatte jeden einmal im Verdacht, der Mörder zu sein. Sehr geschickt lenkten die Autoren den Verdacht mal zu diesem, dann zu jenem. Mir hat das sehr gut gefallen. Kurz vor dem Ende dachte ich: war ja klar. Die Protagonistin tappt in eine allzu offensichtliche Falle – damit war ich etwas unzufrieden. Aber letztendlich wurde ich durch das tatsächliche Ende wieder etwas versöhnt.

So möchte ich zusammenfassend sagen, dass „Die Therapeutin“ ein anfangs sehr langsamer und leiser Psychothriller ist, der sich aber enorm steigert und letztendlich Gänsehaut garantiert. Das unterschwellige Grauen und die Angst wurden durch die ruhige Erzählweise erst so richtig fühlbar und wurde somit zu einem Psychothriller, wie ich ihn liebe. Ein Thriller der nicht „holter-die-polter“ von einem Schrecken zum nächsten jagt, sondern unterschwellig mit den Ängsten und der Fantasie des Hörers spielt.

Tanja Geke als Sprecherin mag ich in ihren neuesten Vertonungen nicht wirklich. Mir sträuben sich jedes Mal die Nackenhaare, wenn sie Männerstimmen spricht. Somit war ich auch sehr skeptisch, als ich sah, dass es von Tanja Geke gesprochen wird. Doch hier fand ich ihre Leistung ganz ok.

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Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Camilla Grebe / Åsa Träff – Die Therapeutin