Monika Maron – Zwischenspiel

ZwischenspielBeschreibung
Monika Marons mit großer Klugheit und viel Witz erzählter Roman kreist um existentielle Fragen. Als Ruth am Tag von Olgas Begräbnis erwacht, verschwimmen die Buchstaben vor ihren Augen, und eine Wolke zieht rückwärts. Etwas an ihrer Wahrnehmung hat sich verändert. Ruth verfährt sich auf dem Weg zum Friedhof und gelangt in einen Park, in dem ihr Tote und Lebende erscheinen – ein Selbstgespräch in Szenen und Bildern, in dem Vergangenheit und Gegenwart verschmelzen.
Mit großer Leichtigkeit fragt dieser so tiefgründige wie humorvolle und phantastische Roman nach den Konsequenzen von Entscheidungen. Gibt es ein Leben ohne Schuld? Wäre ein anderer Weg möglich gewesen?

Sprecher
Monika Maron

Länge
3 CDs

Meine Meinung
Olga ist gestorben. Olga ist die Schwiegermutter von Ruth, die sich schon vor langer Zeit von ihrem Mann getrennt und zu dem sie keinen Kontakt mehr hat. Doch zur Schwiegermutter hatte sie durchaus noch Kontakt – wenn auch nicht häufig. Ruth ist keine Frau, die von einer Beerdigung zur nächsten pilgert. Im Gegenteil. Wenn es vermeidbar ist, geht sie nicht zu Beerdigungen. Doch Olga will sie auf ihrem letzten Weg begleiten. Am Morgen der Beerdigung passieren aber seltsame Dinge. Sie sieht plötzlich nicht mehr richtig – alles scheint verpixelt zu sein, Wolken, die eben noch vorwärts zogen, wechseln plötzlich die Richtung und ziehen rückwärts. Ruth nimmt das zwar zur Kenntnis, findet es auch seltsam, aber es hilft nichts, sie muss nun los, wenn sie nicht zu spät zur Beerdigung kommen will. Sie setzt sich ins Auto. Doch trotz Navigationsgerät findet sie den Friedhof nicht. So irrt sie in Berlin umher und hält schließlich an einem Park an, wo sie sich erschöpft auf eine Bank setzt.

Dieser Park liegt direkt neben dem Friedhof und Ruth begegnet hier den Toten, die ihr hier äußerst lebendig vorkommen. Sie kann mit ihnen sprechen, über die wirklich wichtigen Fragen ihres Lebens diskutieren und hat somit die Möglichkeit, ihr eigenes Leben und ihre Entscheidungen nochmals zu überdenken. Denn alle Toten, die ihr begegnen, hatten eine wichtige Rolle in ihrem eigenen Leben gehabt.

Diese Geschichte, die sich um die Entscheidungen im Leben dreht, hat mir gut gefallen. Denn auch wenn Ruth hier fast ausschließlich mit Toten spricht, so geht es dennoch um das Leben und wie man es lebt. „Schuld bleibt immer“ sagt Olga zu ihr – sprich, egal wie du dich entscheidest, es hat immer Konsequenzen.

Auch wenn es hier um ernste Fragen geht, so ist die Geschichte doch sehr heiter, humorvoll und manchmal auch äußerst skurril erzählt. Nicht selten musste ich schmunzeln. Und bei der Episode mit dem Ehepaar Honecker musste ich wirklich lachen.

Kurz, mir hat dieser kurze Roman sehr gut gefallen. Denn er befasst sich auf locker leichte Art mit den ernsten Themen des Lebens und regt somit zum Nachdenken an.

Die Autorin hat dieses Hörbuch selbst gesprochen, was ich in den ersten Hörminuten nicht so gut fand. Jedoch habe ich mich sehr schnell an ihre Stimme und ihre Art zu sprechen gewöhnt, so dass es mir letztendlich gut gefallen hat, wie sie ihre eigene Story vorgetragen hat.

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