Brigitte Pons – Celeste bedeutet Himmelblau (Frank Liebknecht 1)

Celeste bedeutet HimmelblauBeschreibung
Als im kleinen Örtchen Vielbrunn im Odenwald ein Bauer tot auf einem Feld gefunden wird, geht die Polizei zunächst von einem Unfall aus. Doch der junge Polizist Frank Liebknecht entdeckt sehr schnell Ungereimtheiten. Weil ihm niemand glauben will, beginnt er auf eigene Faust zu ermitteln – und gerät schon bald in einen Mahlstrom aus Verrat, Mord und fanatischer Verblendung…

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Sprecher
Martin L. Schäfer

Länge
9 h 52 m

Meine Meinung
Zum Kauf dieses Hörbuch verleitete mich zum Einen das interessante Cover und zum Anderen natürlich der Handlungsort Odenwald. Erwartet hatte ich einen netten „Provinzkrimi“, bekommen habe ich einen interessanten Krimi, der mir richtig gut gefallen hat.

Wie oben bereits beschrieben, wird ein Bauer tot auf seinem Feld gefunden. Die Polizei glaubt an einen Unfall, Frank Liebknecht jedoch vermutet hier ein Verbrechen. Da ihn aber keiner wirklich ernst nimmt und die Details, die er wahrgenommen hat, niemanden zu interessieren scheinen, ermittelt er auf eigene Faust. Hilfreich zur Seite steht ihm hierbei ein alter Bildhauer, der sich als der einzige Mensch entpuppt, der Franks Vermutungen Glauben schenkt. Bei etlichen Gläsern Fruchtwein und diversen herzhaften Essen erzählt Frank dem Bildhauer Karl jeweils seine neuesten Gedankengänge. Frank setzt Stück für Stück die Puzzleteile, die er sich mühsam zusammensucht, zusammen und vermutet eine wirklich große Sache hinter dem Bauernmord. Seine Theorie bringt ihn jedoch selbst in Lebensgefahr, was ihn aber nicht davon abhält, die ganze fatale Wahrheit ans Licht zu bringen. Denn hier geht es um viel mehr, als um einen ermordeten Bauern.

Frank Liebknecht, der aus Heppenheim (meinem Heimatort) stammt, zunächst in Darmstadt als Polizist arbeitete und sich dann nach Vielbrunn versetzen lässt, ist ein mir äußerst sympathischer Protagonist. Er ist noch recht jung mit seinen 27 Jahren, hat einen leichten Silberblick, braune dichte Locken und sein Hobby ist Bassgitarre spielen. In dem kleinen Dorf Vielbrunn ist er noch nicht allzu lange, hat entsprechend auch noch keine Freunde gefunden und bei der Arbeit nimmt ihn auch keiner wirklich ernst. Manchmal stellt er sich aber auch einfach dusselig an. Aber immerhin fällt es ihm auch selbst auf, wenn er mal wieder nicht ganz profihaft unterwegs ist. Das führte zu einigen wirklich humorvollen Beschreibungen, die mich des öfteren schmunzeln ließen.

Frank ist ein Mensch, der voll und ganz in seinem Beruf aufgeht und auch stets im Sinne der Gerechtigkeit handeln will. Da Brunhilde, die kurz vor dem Ruhestand steht und deren Position er dann übernehmen soll, seine Bedenken auch nicht wirklich ernst nimmt, teilt er seine Gedanken Karl dem Bildhauer mit. Dieser ist ein interessierter Zuhörer und unterstützt ihn bei seiner Arbeit, wo er nur kann. Bald hat Frank das Gefühl, in Karl einen ersten echten Freund im Dorf gefunden zu haben. Als Zuhörer denkt man bald: oh Frank, ob das wirklich so eine gute Entscheidung ist, Karl alle deine Ermittlungsergebnisse mitzuteilen? Aber andererseits ist es auch wieder verständlich, menschlich.

An diesem Krimi hat mir besonders die menschliche Art von Frank sehr gut gefallen. Er ist eifrig in seinem Job und steht sich dabei aber ab und an selbst im Weg. Doch er lernt dazu und wird im Verlauf der Geschichte immer besser.

Auch den Schreibstil von Brigitte Pons fand ich schön. Stellenweise hatte sie wirklich richtig herrliche Beschreibungen. Z. B. als es um Franks Silberblick ging, beschrieb sie es folgendermaßen: Das eine Auge versucht, das andere Auge anzusehen. Fand ich sehr köstlich und auch sehr treffend.

Trotz der wirklich großen Dramatik, die diese Geschichte aufdeckte und trotz all des Leids, das hier ans Licht kam, kam für mich der Humor nicht zu kurz. Immer wieder flocht sie gekonnt kurze Aufheiterungen in die Story ein. Das hat mir sehr gut gefallen. Denn der Stoff ist nun wirklich harter Tobak und schwer zu verdauen.

Ich fühlte mich mit dieser Geschichte insgesamt bestens unterhalten. Warum die Story trotzdem nicht die ganzen 5 Pingus von mir bekommt, liegt darin begründet, dass ich es sehr seltsam fand, dass die Polizei den Tod des Bauern zunächst als Unfall ansah und nicht sofort als Mord. Denn ich fand das nun wirklich sehr offensichtlich. Aber das ist nun wirklich kein großes Manko (und auch kein Spoiler!).

Die Geschichte insgesamt fand ich sehr spannend. Sie hatte jetzt zwar nicht viele überraschende Wendungen, aber sie wurde immer interessanter, je tiefer man in den Sumpf eintauchte. Einiges war zwar auch vorhersehbar, aber ich bin ja auch immer mal wieder dankbar, wenn ich mit meinen Vermutungen nicht gänzlich falsch liege.

Mit Martin L. Schäfer als Sprecher war ich sehr zufrieden. Ich  kannte ihn bisher noch nicht, aber er passte sehr gut zu der Geschichte und hat sie sehr engagiert gesprochen.

Nachdem dieser Titel mit dem Zusatz „Frank Liebknecht 1“ versehen wurde, darf man ja getrost auf weitere Folgen mit Frank hoffen werden. Also ich werde dabei sein. Und du?

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Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Brigitte Pons – Celeste bedeutet Himmelblau (Frank Liebknecht)

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