Rüdiger Safranski – Zeit: Was wir aus ihr machen und was sie mit uns macht

ZeitBeschreibung
Unsere Zeit: Ein wertvolles Gut!

Uhren messen die Zeit physikalisch, doch wir erleben sie ganz anders und unterschiedlich: Etwa in der Langeweile, beim Spiel, im gesellschaftlichen Termingetriebe, in der Echtzeit-Kommunikation. Rüdiger Safranski beschreibt das Spannungsfeld zwischen Vergehen und Beharren und ermuntert uns, Zeitsouveränität zu erobern und zu bewahren – damit nicht nur die Zeit mit uns etwas macht, sondern auch wir etwas aus ihr.

Frank Arnold liest Safranksi wunderbar klar und präzise.

Sprecher
Frank Arnold

Länge
6 h 49 m

Meine Meinung
Wenn man sich dieses Hörbuch anhört, dann hat man seine Zeit sehr gut investiert. Ich habe schon lange nicht mehr solch ein interessantes Hörbuch auf den Ohren gehabt.

Zunächst möchte ich hier aus dem Buch zitieren, welches gleich zu Beginn zum Thema Langeweile angeführt wird: „Man kann besonders gut erkennen, was mit dem Menschen los ist, wenn sonst nichts los ist“.

Die Zeit wird hier von allen Seiten beleuchtet und anhand vieler Beispiele näher erklärt. Natürlich kommen hier die alten und auch noch jüngeren Philosophen nicht zu kurz. Auch Klassiker von Goethe, Cervantes, von Grimmelshofen u. v. m. finden hier Erwähnung und werden im Bezug auf die Zeit näher beleuchtet.

Eigentlich müsste hier jedes einzelne Kapitel detailliert hervorgehoben werden, doch das würde natürlich ausufern. Deshalb beschränke ich mich kurz und knapp auf den heiligen Augustinus, der im 11. Kapitel der Bekenntnisse sagte: „Was also ist die Zeit? Wenn niemand mich danach fragt, weiß ich es. Will ich es aber einem Fragenden erklären, weiß ich es nicht.“

Jedenfalls ist die Zeit wesentlich vielfältiger als das, was die Uhren messen. Und diesen ganzen Eindrücken und Erkenntnissen zu lauschen, fand ich äußerst inspirierend, interessant und stellenweise sogar spannend. Denn Rüdiger Safranski schreibt eindrucksvoll und mitreißend.

Frank Arnold hatte sich mit dem vorzutragenden Thema auch sehr gut vertraut gemacht. Er hat immer an genau den richtigen Stellen kleine Pausen zum Nachdenken eingefügt. Nicht zu lange, nein, die kurzen Pausen waren genau richtig gesetzt. Überhaupt hat er sehr betont und für die dem Stoff angemessenen „Langsamkeit“ gesprochen, so dass man sehr gut folgen konnte.

Doch eines ist klar: Man muss sehr gut aufpassen und all seine Aufmerksamkeit dem Hörbuch widmen, sonst wird man wenig daraus lernen. Anders als ein Roman oder Krimi ist es nicht zum „Nebenbei-Hören“ geeignet. Doch wie schon anfangs erwähnt: Es ist wirklich sehr gut investierte Zeit, wenn man sich ausschließlich dieser Thematik hingibt.

Ganz zum Ende hin wurde ich ein klein wenig meiner „erhofften Illusion“ beraubt. Doch darüber will ich hier jetzt gar nichts verraten. Selbst anhören lautet hier die Devise.

Und ganz zum Schluß noch ein Zitat: „Meist sieht man die Lebensfrist vor lauter Alltagsfristen nicht.“ In diesem Sinne: Carpe diem!

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Wen es interessiert: In dem Buch von Ray Kurzweil „Homo s@piens – Leben im 21. Jahrhundert – Was bleibt vom Menschen?“ widmet sich Kurzweil im Kapitel I „Das Gesetz von Zeit und Chaos“ auch dem Thema Zeit. Doch dieses beschreibt auf den 45 Seiten des Kapitels natürlich lange nicht so ausführlich, was es denn mit der Zeit so für sich hat, wie dieses komplexe Werk von Safranski. Es ist aber trotzdem äußerst interessant – wie überhaupt das ganze Buch.

Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Rüdiger Safranski – Zeit: Was wir aus ihr machen und was sie mit uns macht

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