Joel Dicker – Die Geschichte der Baltimores

Die Geschichte der BaltimoresBeschreibung
Bis zum Tag der Katastrophe gab es zwei Goldman-Familien. Die Baltimore-Goldmans und die Montclair-Goldmans. Die „Montclairs“ sind eine typische Mittelstandsfamilie, kleines Haus im unschicken New Jersey, staatliche Schule für Marcus, den einzigen Sohn. Ganz anders die Goldmans aus Baltimore, man ist wohlhabend und erfolgreich.
Als Kind ist Marcus hin- und hergerissen zwischen Bewunderung und Eifersucht auf ihr perfektes Leben. Doch seine Cousins Hillel und Woody sind seine besten Freunde, zu dritt schwärmen sie für das Nachbarsmädchen Alexandra – bis ihre heile Welt zerbricht. Acht Jahre danach beschließt Marcus, inzwischen berühmter Schriftsteller, die Geschichte der Baltimores aufzuschreiben. Aber die „Wahrheit“ über seine Familie scheint viele Gesichter zu haben.

Sprecher
Torben Kessler

Länge
14 h 12 m

Meine Meinung
Nach „Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert“ war ich sehr gespannt, auf das neueste Buch aus Dickers Feder. Ich glaube, es wäre besser gewesen, wenn ich das erste Buch noch nicht gekannt hätte, wenn ich beide Bücher in der Hörreihenfolge vertauscht hätte. Denn dann hätte ich über „Die Geschichte der Baltimores“ gedacht: Gute Story mit ein wenig Luft nach oben und hätte dann das Sahnehäubchen in Form von „Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert“ bekommen. Doch in dieser Reihenfolge habe ich die Bücher leider nicht gehört. Und so ist „Die Geschichte der Baltimores“ für mich ein kleines Stück weit enttäuschend, da es an die Genialität des ersten Buches einfach nicht heranreicht. Naja, wie auch.

Hier haben wir es mit einer Familiengeschichte zu tun. Es geht – natürlich – um die Goldmans. Doch es gibt die Montclair-Goldmans und die Baltimore-Goldmans. Die einen sind Mittelstand, die anderen stinkreich. Das reicht schon, um genug Vergleiche zu ziehen und um zu sehen, dass man als Montclair-Goldman eigentlich immer den kürzeren zieht. Die Story wird aus der Perspektive des Montclair-Goldmans Marcus geschrieben.

Viel geht es hier um die Liebe zu Onkel und Tante und die beiden Cousins, wobei einer davon adoptiert ist. Viel wird hier auch immer wieder angekündigt. Die Zeiten springen scheinbar willkürlich hin und her und doch ergeben sie am Ende eine gelungene Story. Die Zeitsprünge werden immer mit den Worten: „Das war 2 Jahre vor der Katastrophe“ oder „Das war 3 Jahre nach der Katastrophe“ eingeleitet oder beendet. Doch so wartet man geduldig bis fast zum Schluss, dass diese Katastrophe nun auch wirklich Bestandteil der Geschichte wird und man hoffentlich mal erfährt, warum dieses ganze Buch überhaupt geschrieben wurde, was denn die große Katastrophe eigentlich war. Zugegeben, ich fand die Katastrophe dann letztendlich etwas mau ob der dramatischen, pompösen und zigfachen Erwähnung im Vorfeld. Ich will jetzt nicht genauer darauf eingehen, denn ich will ja keinem die Spannung nehmen. Doch ich für meinen Teil hatte mir eine weitaus größere Katastrophe vorgestellt – nicht erhofft, aber einfach vorgestellt. Vielleicht bin ich auch schon zu abgebrüht, aber das glaube ich eigentlich nicht.

Ich habe interessiert und gespannt den Geschehnissen gelauscht, die da vor und nach der Katastrophe passierten. Dicker kann interessant erzählen und die gewählten Cuts in den Zeitsprüngen waren durchaus auch sehr gut gewählt, so dass man natürlich immer weiter lauschte. Auch waren immer wieder kleinere Highlights eingebaut, die überraschten und die die einzelnen Charaktere etwas genauer ins Rampenlicht setzten, wenn auch nicht immer detaillierter erklärten, warum sie so handelten (letzteres bezieht sich auf das Ende der Geschichte).

Insgesamt möchte ich sagen, dass dieses Hörbuch eine schöne Geschichte ist. Sie lässt sich sehr gut hören, hat kaum Längen und wenn man nicht allzu pingelig ist (wie ich hier in diesem Falle), dann garantiert es gute Unterhaltung. Ich denke, meine Bewertung wäre wirklich etwas euphorischer ausgefallen, wenn ich nicht das erste Buch… aber ich wiederhole mich. Und ja, man soll eigentlich keine Vergleiche ziehen. Aber sorry, ich bin auch nur ein Mensch. Und 4 Pingu-Punkte sind ja immerhin auch noch eine verdammt gute Bewertung.

Torben Kessler hat mir – wie auch schon im ersten Buch von Dicker – wieder sehr gut gefallen. Er hat den Charakter des Ich-Erzählers und auch der anderen Mitwirkenden perfekt vertont. Seiner Stimme kann ich problemlos stundenlang zuhören.

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Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Joel Dicker – Die Geschichte der Baltimores

Siehe auch:

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