Frank Goldammer – Der Angstmann

der-angstmannBeschreibung
Dresden, 1944: Der letzte Kriegswinter verlangt der Bevölkerung das Äußerste ab, als auch noch ein brutaler Frauenmörder im Kriegschaos sein Unwesen treibt. Kriminalinspektor Max Heller ist alarmiert. Weder sein linientreuer Vorgesetzter noch der regelmäßige Bombenalarm können ihn davon abbringen, sich auf die Suche nach dem kaltblütigen Täter zu machen. Autor Frank Goldammer hat bereits einige Romane über seine Heimatstadt Dresden im Eigenverlag veröffentlicht. »Der Angstmann«, erschienen bei dtv, ist der fulminante Auftakt zu einer historischen Krimi-Serie um Kommissar Max Heller. Die ungekürzte Lesung mit Heikko Deutschmann, erschienen auf 1 mp3-CD, ist bei Der Audio Verlag erhältlich.

Gebt auf Euch acht: Der Angstmann geht um!

Als im Kriegswinter 1944 in Dresden eine grausam zugerichtete Frauenleiche nach der anderen auftaucht, erkennt Kriminalinspektor Max Heller schnell, dass er es mit einem Serienmörder zu tun hat. Auch die Bevölkerung hat eine klare Meinung zu den schrecklichen Morden: Schuld ist der Angstmann, der nachts stöhnend und jaulend durch die Bombenruinen schleicht. Max Heller glaubt nicht an das Ammenmärchen und doch lässt ihm der Fall keine Ruhe. Trotz Gegenwind von Kollegen und stark eingeschränkten Ermittlungsmöglichkeiten versucht er hartnäckig, dem Täter auf die Schliche zu kommen und das Morden zu beenden. Nach dem Bombenhagel auf Dresden im Februar 1945, bei dem die Stadt größtenteils zerstört wird, halten alle den Mörder für tot. Doch der Angstmann kehrt zurück.

Sprecher
Heikko Deutschmann

Länge
10 h 13 m

Meine Meinung
Wie viel ist ein Menschenleben wert, wenn die Welt in Trümmern liegt.

Diese Frage muss sich Kriminalinspektor Max Heller nicht nur einmal stellen. Denn während schier auf der ganzen Welt die Menschen in den Bombenhageln sterben, jagt Heller einen Mörder, der in Dresden sein Unwesen treibt. Ergibt das einen Sinn? Für Heller schon, für die Nazis nicht und dementsprechend behindern diese auch die Nachforschungen, die aufgrund der Kriegssituation sowieso schon schwierig genug sind.

Nach dem Krieg denkt zunächst jeder, dass der Angstmann ganz sicher in der Bombennacht, in der fast ganz Dresden in Schutt und Asche gelegt wurde, auch ums Leben kam. Doch das Morden geht weiter und Heller nimmt erneut seine Spur auf. Kurz darauf verhaften die Russen den vermeintlichen Angstmann und wollen ihn am nächsten Tag hinrichten. Todesmutig wagt sich Heller in die russische Hand, um sich selbst davon zu vergewissern, dass sie tatsächlich den richtigen Mann inhaftiert haben. Doch Heller hat große Zweifel. Fortan ermittelt er zusammen mit einem Russen.

Mehr will ich zu dem spannenden Kriminalfall gar nicht erzählen. Vielmehr möchte ich auf die hervorragende Erzählweise des Romans eingehen. Frank Goldammer hat hier eine Mordermittlung geschickt mit einer gehörigen Portion an Kriegsschilderungen zusammengefügt. Sehr schnell wird einem die Situation in Dresden bewusst, wie die Nazis alles regierten, wie sich niemand traute, etwas zu sagen, wie jeder Angst vor den Nazis doch auch vor Denunziation haben musste. Heller und seine Frau, die hier stellvertretend für Millionen von anderen Menschen stehen, leben völlig verarmt von der Hand in den Mund, haben keine Perspektiven. Einzig Heller hat ein Ziel: Er will den Mörder um jeden Preis fangen. Denn er war niemals ein Nazi, er war und ist zu jedem Zeitpunkt Max Heller mit seiner Auffassung von Gerechtigkeit. Und die passt mit der von den Nazis ganz und gar nicht zusammen. Und das macht es für ihn natürlich unheimlich kompliziert zu agieren, ohne sich selbst und seine Frau dabei in Lebensgefahr zu bringen.

Die Beschreibung der Bombennacht von Dresden kurz vor Kriegsende wurde äußerst beklemmend geschildert. Man fühlte sich mit in dem Keller eingeschlossen, in dem Max Heller und viele andere Zuflucht gesucht hatten. Auch die Szene, als er aus dem Keller herauskam, dann plötzlich völlig alleine in den Trümmern stand und anschließend über die völlig zerstörte und in Flammen stehende Stadt irrte, wurde bildlich außerordentlich gut geschildert. Ich konnte mir das lebhaft vorstellen und hatte die ganze Zeit über eine Gänsehaut.

Überhaupt gibt es viele sehr schöne und auch weniger schöne, aber umso passendere bildliche Situationsbeschreibungen. Sehr gut hat mir das gefallen.

Heikko Deutschmann brillierte hier mit einem ganz hervorragenden Auftritt! Ich fand ihn ja schon immer gut, aber wie er dieses Hörbuch vertonte, übertraf meine kühnsten Erwartungen. Grandios. Wirklich. Das war Kopfkino pur.

Da mich dieses Hörbuch emotional wirklich sehr mit riss und auch der Kriminalfall kaum an Spannung vermissen ließ, kommt dieses Hörbuch auf meine Bestenliste. Und eines ist klar: Ich warte jetzt schon sehnsüchtig auf die Fortsetzung der Krimireihe.

s5g5h

Herzlichen Dank an D>A<V für das Rezensionsexemplar.

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