Simon Beckett – Totenfang

totenfangBeschreibung
Die Gezeiten spülen einen Toten auf eine schlammige Sandbank in den Backwaters, einem abgelegenen Mündungsgebiet in Essex. Die Wasserleiche ist stark verwest, Hände und Füße fehlen. Das Gesicht ist nicht mehr zu erkennen. Trotzdem glaubt die Polizei zu wissen, um wen es sich handelt: Ein junger Mann aus dem Ort ist seit Wochen verschwunden, alles deutet auf Selbstmord hin. Doch dem forensischen Anthropologen Dr. David Hunter kommen Zweifel, als am nächsten Tag ein Fuß geborgen wird. Denn dieser gehört zu einer anderen Leiche, da ist er sich sicher. Kurz darauf treibt ein weiterer Toter im Wasser…

Sprecher
Johannes Steck

Länge
15 h 47 m

Meine Meinung
David Hunter ist zurück. Der sympathische forensische Anthropologe wird zu einem Fall hinzugerufen, der sich in seinem schrecklichen Ausmaß erst nach und nach zu erkennen gibt. Die Story spielt in den Backwaters in England und ist durchweg von schlechtem Wetter und Kälte begleitet. Die Erkältung lässt auch nicht lange auf sich warten. David Hunter erleidet diese für Männer meist tödlich verlaufende Krankheit und macht sich große Sorgen um sein Wohlergehen. Doch er begegnet auch einer Frau, die ihn immer mehr fasziniert.

Den Mordfall, der sich zu einem viel größeren Fall entwickelte, als es zunächst den Anschein hatte, fand ich äußerst interessant. Viele verzwickte Situationen trafen hier aufeinander und führten zu einem grausigen Ausmaß an Verzweiflung, Angst und Wut.

Die Naturschilderungen der Gegend der Backwaters fand ich sehr interessant. Ich hatte von diesem Gebiet noch nie etwas gehört und lauschte sehr gespannt den Beschreibungen.

Totenfang empfand ich jetzt nicht als durchweg äußerst spannend. Es gibt zwar durchaus hier und da auch eine gehörige Portion an Spannung, besonders zum Schluss hin, doch insgesamt ist es eher eine ruhige Geschichte, die einen tiefen Einblick in die Gedanken Hunters wirft. Mir hat das sehr gut gefallen. Selbst sein Leiden und seine Erschöpfung aufgrund der Krankheit ließ mich eigentlich mehr schmunzeln, denn ihn allzu ernst zu nehmen. Amüsant wurde die Story dann, als sich Hunter verliebte. Erkältet und verliebt – was für eine Mischung.

Insgesamt war der Plot intelligent und verzwickt aufgebaut und erzählt. Immer mehr Puzzleteilchen (oder hier besser gesagt Leichenteile) setzten sich zu einem Gesamtbild zusammen, das ich anfangs so ganz sicher nicht erwartet hätte. Geschickt verknüpfte hier Simon Beckett selbst zunächst völlig unwichtig erscheinende Handlungsstränge  vom Anfang zu einem fest gezwirbelten  Strang am Ende zusammen. Das hat mich sehr beeindruckt.

Als klassischen spannenden Thriller würde ich die Geschichte nun nicht bezeichnen. Dazu fehlte mir etwas die Action, die Geschichte verlief recht ereignislos über weite Strecken.  Zwar fand ich diese Phasen nicht langweilig, aber ich würde es insgesamt doch eher einfach als einen Kriminalroman bezeichnen, der am Ende in einem straff gespannten Spannungsbogen gipfelt.

Johannes Steck als Sprecher fand ich klasse. Er passt einfach sehr gut zu solchen Geschichten.

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Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Simon Beckett – Totenfang

Siehe auch:

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