Ruth Ware – Im dunklen, dunklen Wald

im-dunklen-dunklen-waldBeschreibung
Als Nora die Einladung zum Junggesellinnenabschied ihrer besten Highschool-Freundin Clare erhält, ist sie wie vor den Kopf gestoßen. Zehn Jahre sind vergangen, seit sie Clare zuletzt gesehen hat, zehn lange Jahre, in denen die beiden keinen Kontakt hatten. Wider besseres Wissen nimmt Nora die Einladung an. Ein folgenschwerer Fehler. Als sie nach dem Wochenende in einem Krankenhaus erwacht, kann sie sich nur noch an wenig erinnern. Eines jedoch weiß sie gewiss: In dem abgelegenen Haus im Wald wurde jemand getötet. Doch wer – und von wem – weiß sie nicht. Ist es möglich, dass sie selbst etwas mit der furchtbaren Tat zu tun hat? Ist sie eine Mörderin?

Sprecher
Julia Nachtmann

Länge
10 h 33 m

Meine Meinung
Eins vorneweg. Dieser Thriller dürfte hauptsächlich Frauen gefallen.

Wie schon oben beschrieben, sagt Nora zu, an dem Junggesellinnenabschied ihrer früheren Highschool-Freundin teilzunehmen. Sie hat zwar schon seit Jahren keinen Kontakt mehr zu ihr und empfindet das auch in keinster Weise als Verlust, doch  trotzdem sagt sie zu. Das fand ich ziemlich unlogisch. Aber gut, ohne ihre Zusage hätte es die ganze Geschichte nicht gegeben. Also nehmen wir das einfach mal so hin.

So reist Nora also mit einer anderen Freundin aus der Highschoolzeit zu dem Event, der irgendwo abgelegen in einem Waldstück in einem sehr imposanten Glashaus stattfinden soll.

Es dauert etwas, bis sich alle Gäste eingefunden haben. Anfangs fand ich das alles etwas langatmig. Alle stellten sich zunächst einmal vor, denn viele kannten sich überhaupt nicht. Und die Gastgeberin ließ lange auf sich warten. Für den Empfang hatte Clare ihre jetzige beste Freundin engagiert, die sich in ihrer Rolle als perfekte Organisatorin viel zu ernst nahm und mit ihrem schier minutenweise durchgetakteten Gestaltungsplan für das  Wochenende die meisten recht schnell zu nerven anfing. Auch mich.

Soweit so gut. Bis hier fand ich Story nicht sonderlich interessant, geschweige denn spannend.

Doch dann, so ca. ab der zweiten Hälfte kam eine Wende und die Story entwickelte sich wesentlich rasanter und spannender als zuvor. Ein gut gemachter Schockmoment rüttelte mich wach und ich wollte unbedingt wissen, wie sich diese Geschichte denn nun erklären ließ.

Zunächst wurde alles ziemlich turbulent, Nora findet sich selbst im Krankenhaus wieder und kann sich an nichts mehr erinnern. Nur an eines erinnert sie sich: es gab einen Mord. Doch wer verübte ihn? Und wer war überhaupt das Opfer? Und warum eskalierte der Junggesellinnenabschied überhaupt derart fatal?

Die Auflösung fand ich interessant. Für meinen Geschmack aber einen Tick zu sehr konstruiert. Mir fehlte leider die hundertprozentige Überzeugung (mehr kann ich dazu nicht sagen – will ja nichts vorweg nehmen).

Julia Nachtmann als Sprecherin fand ich sehr gut. Sie hat eine angenehme dunkle Stimme, der man lange völlig unangestrengt zuhören kann.

Doch wie bewerte ich das nun insgesamt? Ein schwächelnder, sich für meinen Geschmack recht lange hinziehender Anfang, eine spannende Wende, die Schwung in die Geschichte bringt und mein Interesse über eine lange Strecke befriedigt, eine für mich nicht ganz glaubwürdige Auflösung, die zu konstruiert auf mich wirkt und zu guter letzt eine Sprecherin, die mir sehr gut gefallen hat.

Für die Sprecherin ist das ganz einfach. Sie bekommt klare 5 Pingus.

Bei der Geschichte war ich lange hin und her gerissen zwischen 3 und 4 Pingus. Letztendlich habe ich mich wegen des langen Anfangs und des für mich etwas unglücklich geratenen Endes für 3 Punkte entschieden. Auch waren mir einfach zu wenig wirklich sympathische Charaktere vorhanden, die mir zusätzlich meine Bindung zu der Geschichte erschwerten.

Sicherlich mag das die ein oder andere Hörerin anders empfinden. Dies gilt es wie immer, selbst herauszufinden.

s5g3

Herzlichen Dank an D>A<V für das Rezensionsexemplar.

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4 Gedanken zu “Ruth Ware – Im dunklen, dunklen Wald

    • Hallo Ela,
      ja, diese Geschichte fand ich wirklich mal so, mal so. Es gab durchaus sehr gute Szenen, dann wieder welche, die ich stark anzweifelte. Zumindest habe ich die Story ja bis zum Schluss gehört. Ergo hat sie ja was, irgendwas 😉 Aber ja, die rechte Begeisterung wollte auch bei mir einfach nicht aufkommen. Freut mich, dass es dir ähnlich ging und ich nicht allein auf weiter Flur mit meiner Meinung stehe.
      Liebe Grüße
      Die Ute

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  1. Hallo Ute,

    danke für die ausgewogene und anschauliche Besprechung. Ich habe in den letzten Wochen auch immer überlegt, ob ich es mit dem Hörbuch probieren soll – allein diese Vorgeschichte der Einladung einer einstigen Freundin hat mich immer vom Download abgehalten, weil mir das in der Inhaltsbeschreibung schon zu „verdächtig“/unglaubwürdig vorkam (ähnlich, wie du es nun bestätigst). Ich lasse es dann wohl besser sein, auch weil ich bei Hörbüchern schneller abbreche als bei gedruckten Büchern und dadurch vermutlich gar nicht erst zum spannenden Teil käme.

    Viele Grüße
    Kathrin

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    • Hallo Kathrin,
      ja, es dauerte für mein Empfinden schon ziemlich lange, bis es zur gesagten Wende kam und endlich Spannung in der Geschichte auftauchte. Dann hatte es sich zwar gelohnt – aber ich kann dich gut verstehen. Bei einem Hörbuch klickt man schneller mal auf „Stop“, als dass man ein Buch weglegt. Und insgesamt hielt sich meine Begeisterung zumindest etwas in Grenzen.
      Doch soweit ich gelesen habe, war dies der erste Roman der Schriftstellerin. Potenzial hat sie auf alle Fälle! Vielleicht gefällt uns das nächste Buch – falls da was kommen sollte – besser. Lassen wir uns mal überraschen.
      Liebe Grüße
      Die Ute

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