Yaa Gyasi – Heimkehren

Beschreibung
»Heimkehren« von Yaa Gyasi: Eine berührende Familiengeschichte zwischen Afrika und Amerika

Ghana, 18. Jahrhundert: Die beiden Mädchen Effia und Esi wachsen auf, ohne zu wissen, dass sie Halbschwestern sind. Geboren von derselben Mutter, könnten ihre Lebenswege kaum unterschiedlicher sein: Effia heiratet als eine der ersten Frauen des Dorfes einen weißen Engländer, der eine Schlüsselrolle im Sklavenhandel spielt, und folgt ihm auf die Festung Cape Coast, auf der sie fortan lebt. Effia, ihre Halbschwester, wird dagegen bei einem Überfall auf das Dorf gefangen genommen und mit Tausenden anderen erst in die Verliese von Cape Coast und dann auf die Baumwollplantagen Amerikas verschifft. Und mit einer fesselnden erzählerischen Kraft folgt die Autorin Yaa Gyasi den Nachkommen beider Frauen über acht Generationen hinweg bis in die Gegenwart hinein: Von den Baumwollplantagen im Süden der USA über die Große Migration, von den Missionaren und dem Kampf gegen die Briten in Ghana, bis hin zu den Jazzclubs in Harlem entsteht ein berührendes Epos, das tief in die Geschichte der Sklaverei, der Schwarzen in Amerika, des Kolonialismus und der Befreiung eintaucht.

Ein überwältigendes Hörerlebnis: »Heimkehren« von Yaa Gyasi als ungekürzte Lesung mit einem überragenden Ensemble aus 14 Schauspielern

In »Heimkehren« fängt jedes Kapitel die Stimme eines weiteren Nachkommen von Effia und Esi auf der afrikanischen und der amerikanischen Seite der Familie ein. Die acht Generationen bis in die Gegenwart hinein werden von einem hochkarätigen Sprecherensemble aus 14 Schauspielern verkörpert:  Bibiana Beglau, Jule Böwe, Johann von Bülow, Britta Steffenhagen, Wanja Mues, Bjarne Mädel, Götz Schubert, Rike Schmid, Judith Engel, Lisa Wagner, Stefan Kaminski, Felix Goeser, Jodie Ahlborn und Max Mauff. Und noch in der Gegenwart sind die Lebenslinien beider Familienzweige eng miteinander verknüpft…

Sprecher
Diverse (siehe oben)

Länge
11 h 57 m

Meine Meinung
Letztens hatte ich das Hörbuch „Ich habe einen Namen“ von Lawrence Hill gehört. Das war mein erstes Hörbuch bezüglich des Themas Sklaverei. Da ich dieses Hörbuch äußerst eindrucksvoll fand, wollte ich weitere Hörbücher in dieser Richtung hören. Da kam „Heimkehren“ von Yaa Gyasi genau richtig.

Heimkehren ist nun ganz anders aufgebaut. Auch hier wird zum Thema gemacht, dass sich einzelne afrikanische Stämme quasi gegenseitig verraten und geholfen haben, die Menschen aus anderen Stämmen zu verkaufen. Unvorstellbar finde ich das. Aber so war das wohl. Und wie einer der Stammeshäuptlinge sagte: „Es kommt darauf an, wer am meisten bietet“. Erschreckend, dass es immer nur um Reichtum geht. Schon damals. Warum wundern wir uns also heute darüber, dass es schlimmer wird?

Die Erzählweise fand ich etwas gewöhnungsbedürftig. Denn jedes Kapitel wurde von einem anderen Nachkommen der beiden Geschwister erzählt. Das fand ich stellenweise schon sehr verwirrend. Denn zunächst war das für mich überhaupt nicht ersichtlich. Erst ziemlich am Ende fügt sich dann alles zu einem Bild zusammen. Das hat mir jedoch das Hören etwas erschwert, da ich den roten Faden lange Zeit nicht so richtig fand.

Die Sprecher – und es waren hier einige am Start – fand ich durch die Bank weg sehr gut und passend eingesetzt.

Ich weiß, man soll ja keine Vergleiche ziehen, aber ich bin auch nur ein Mensch 😉 Insgesamt hat mir „Ich habe einen Namen“ besser gefallen. Die Geschichte fand ich eindrücklicher als „Heimkehren“. Doch nichtsdestotrotz ist „Heimkehren“ auch empfehlenswert.

Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei DAV. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Yaa Gyasi – Heimkehren

Herzlichen Dank an DAV für das Rezensionsexemplar!

Siehe auch: