Carol Rifka Brunt – Sag den Wölfen, ich bin zu Hause

Beschreibung
New York in den achtziger Jahren: Eigentlich gibt es nur einen Menschen, der June Elbus je verstanden hat, und das ist ihr Onkel Finn Weiss, ein berühmter Maler. In der Schule eher eine Außenseiterin und von ihrer älteren Schwester konsequent ignoriert, fühlt sich June nur in Finns Gesellschaft wirklich wohl. Als Finn viel zu jung an einer mysteriösen Krankheit stirbt, deren Namen ihre Mutter kaum auszusprechen wagt, steht in Junes Leben kein Stein mehr auf dem anderen.

Auf Finns Beerdigung bemerkt June einen scheuen jungen Mann, der sich im Hintergrund des Geschehens hält, und ein paar Tage später bekommt sie ein Päckchen. Darin befindet sich die wunderschöne Teekanne aus Finns Apartment – und eine Nachricht von Toby, dem Fremden. Wie sich herausstellt, ist June nicht die Einzige, die am Verlust Finns zu zerbrechen droht. Zunächst ist June misstrauisch, doch nach und nach entwickelt sich zwischen Toby und ihr eine zarte Freundschaft, die auf eine harte Probe gestellt wird…

Diese ungekürzte Hörbuch-Fassung wird exklusiv von Audible präsentiert und ist ausschließlich im Download erhältlich.

Sprecher
Jodie Ahlborn

Länge
13 h 15 m

Meine Meinung
Ich muss zugeben, anfangs tat ich mich mit der Geschichte ziemlich schwer. Zu groß erschien mir das nicht enden wollende Leiden der Protagonistin. Ihre Schwester tat ihr übriges dazu, dass ich wirklich nur schwer in diese düstere und letztendlich doch bezaubernde Geschichte hineinfand. Doch als sie mich endlich gepackt hatte, wollte ich nicht mehr aufhören zu hören.

Die Story spielt in der Zeit, als Aids als Krankheit noch völlig neu war. Keiner wusste so recht, wie man damit und besonders mit den infizierten Menschen umgehen sollte/musste/konnte. Zu groß war die Angst, sich selbst anzustecken. Und natürlich gab es auch entsprechende Vorurteile gegenüber den Betroffenen. Den nicht mehr ganz so jungen Lesern wird dies sicherlich auch noch gut in Erinnerung sein.

Dies alles wurde hier sehr detailliert dargestellt, die Personen wurden ebenfalls sehr klar und deutlich beschrieben. Entweder man liebte sie oder man hasste sie, dazwischen gab es nur wenige Personen.

Toll fand ich die Beschreibungen des Bildes und wie es sich nach und nach durch verschiedene Hände mal mehr mal weniger künstlerisch veränderte. Ganz witzig fand ich auch die Szene mit dem Flohzirkus. Da musste ich schon sehr grinsen.

Insgesamt ist „Sag den Wölfen, ich bin zu Hause“ eine sehr interessante, sehr düstere aber doch toll erzählte Geschichte, die sich besonders sprachlich in den Vordergrund rückt. Mir war sie insgesamt einen Tick zu traurig in ihrer Gesamtheit. Aber lohnenswert ist diese Geschichte allemal. Denn sie gibt auch gute Impulse, um über das seltsame und manchmal gemeine Verhalten anderer einfach mal anders nachzudenken, einfach einmal die Perspektive zu wechseln. Oft kommen dann überraschende Erkenntnisse ans Licht.

Jodie Ahlborn hat mir in ihrer Rolle als Protagonistin auch sehr gut gefallen.

Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Carol Rifka Brunt – Sag den Wölfen, ich bin zu Hause