Ella Zeiss – Wie Gräser im Wind (Tage des Sturms 1)

Beschreibung
Eine berührende und authentische Familiensaga über ein bislang wenig bekanntes Kapitel der Geschichte. 1930 wütet das Sowjetregime mit Enteignungen und Verhaftungen in den ehemals wohlhabenden deutschen Dörfern der Krim. Jeder, der noch Land oder Einfluss hat, schwebt in Gefahr. Wilhelm Scholz weigert sich, seinen letzten Grundbesitz an den Staat zu überschreiben. Mitten in der Nacht zerren bewaffnete Männer ihn, seine Frau Anna und ihre kleinen Kinder aus dem Haus. Die Familie wird in die eisige Wildnis des Hohen Nordens gebracht und Baumfällarbeiten zugeteilt. Inmitten von Hunger, Krankheit und klirrender Kälte kämpfen Anna und Wilhelm ums Überleben und um einen Platz in der neuen Weltordnung.

Samuel Pfeiffer entgeht einem ähnlichen Schicksal nur durch eine rechtzeitige Flucht. In einer Nacht- und Nebelaktion verlässt er mit seiner Familie das Dorf und lässt alles zurück. Doch die Verschnaufpause währt nicht lang. Als deutscher Lehrer wird er immer wieder verfolgt und denunziert. Eine Odyssee von der Krim bis nach Baku beginnt …

Sprecher
Oliver Wronka

Länge
11 h 48 m

Meine Meinung
Wenn ich an das Hörbuch denke, friert es mich gleich wieder und ich bekomme eine Ganzkörpergänsehaut vor lauter Kälte. Diese Geschichte spielt zunächst auf der Krim, dann im hohen Norden Russlands. Die Beschreibung der nächtlichen „Überfälle“ des Sowjetregimes auf die deutschen Familien, die noch Grund und ein wenig Besitz hatten, sind wirklich schockierend. Sie hatten kaum Zeit, um ihre Sachen zu packen, geschweige denn, um sich für die noch eisigeren Temperaturen des Nordens ausreichend einzudecken, sei es mit Essen oder mit Kleidungsstücken.

Irgendwo im Nirgendwo wurden sie dann abgeladen. Dort gab es so gut wie nichts! Eine einzige Baracke für alle! Nicht mal genug Betten gab es, so dass sie in Schichten schlafen mussten und das auch noch mit mehreren Personen auf einer schmalen Pritsche. Sonst musste alles, auch ihre zukünftigen Unterkünfte zunächst noch erbaut werden. Im etwas abgelegenen Ort erfahren sie auch keine große Hilfe, nur spärlich wird von den Bewohnern der ein oder andere Rat erteilt. Somit kämpfen die Enteigneten fortan täglich mit dem Überleben. Nicht selten geraten sie in wirklich lebensbedrohliche Situationen.

Unvorstellbar, was diese beiden Familien – und noch viele weitere Familien –  durchhalten mussten.

Es ist wirklich unglaublich, was sich das Sowjetregime mit den Enteignungen erlaubt hat. Mit den Menschen sind sie wie mit Vieh umgegangen. Von Menschlichkeit oder Mitgefühl ist hier keine Spur zu merken. Trotzdem ist es natürlich äußerst interessant, da dies eine historische Tatsache ist.

Der Sprecher Oliver Wronka hat mir sehr gut gefallen.

Weitere Informationen
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