Kazuaki Takano – 13 Stufen

Beschreibung
Das Erstlingswerk von Kazuaki Takano, der mit „Extinction“ weltberühmt wurde.

Ein unschuldig wegen Mordes zum Tod Verurteilter soll hingerichtet werden. Der ehemalige Gefängnisaufseher Kihara und der auf Bewährung entlassene Jun’ichi erhalten den Auftrag, den wahren Täter zu finden. Für das ungleiche Ermittlerduo beginnt damit nicht nur ein dramatischer Wettlauf gegen die Zeit, sondern beide müssen sich auch ihrer eigenen Vergangenheit stellen.

Bestsellerautor Kazuaki Takano erzählt eine fesselnde Geschichte voller unerwarteter Wendungen und falscher Fährten bis hin zum furiosen Showdown.

Diese ungekürzte Hörbuch-Fassung wird Ihnen exklusiv von Audible präsentiert und ist ausschließlich im Download erhältlich.

Sprecher
Sascha Rotermund

Länge
10 h 05 m

Meine Meinung
Als ich vor knapp 3 Jahren „Extinction“ von Kazuaki Takano gehört hatte, war mir schon klar: Dieser Schriftsteller gefällt mir. Jetzt wurde sein Erstlingswerk veröffentlicht. Selbstverständlich landete „13 Stunden“ sofort auf meinem Player.

Dieses Hörbuch ist ganz anders, als sein Bestseller. Aber nicht minder gut! Es gibt hier wesentlich weniger Akteure, doch die, die man kennenlernt, lernt man umso intensiver kennen. In der Hauptsache geht es hier darum, einen wegen Mordes zum Tode verurteilten Mann von dem Strick zu retten, in dem man seine Unschuld beweist. Ein Unbekannter beauftragt einen Anwalt damit, einen Gefängniswärter und einen auf Bewährung entlassenen Mörder dazu zu bringen, diese Aufgabe zu übernehmen. Es winkt eine enorm hohe Erfolgsprämie.

Beide haben ihre guten Gründe, diesen Auftrag anzunehmen. Doch sie haben nur noch drei Monate Zeit, die Beweise, die immerhin schon seit 10 Jahren unentdeckt blieben, doch noch ans Tageslicht zu bringen. Gar nicht so einfach.

Mit immer wieder überraschenden Wendungen wurde ich hier über 10 Stunden in diese schwierige Aufgabe mit einbezogen. Ich begleitete die beiden Herren bei der akribischen Suche und belauschte ihre Gedanken und Gespräche über die Todesstrafe. Und immer wieder wurde ich überrascht, was sie bei ihren Ermittlungen in Erfahrung bringen konnten.

Sehr interessant fand ich auch die Beschreibungen der Gesetzgebung in Japan. Wer nun glaubt, das sei staubtrocken, der irrt. Denn diese Beschreibungen wurden sehr geschickt in die Geschichte eingebaut, so dass sie jeweils zum richtigen Zeitpunkt erklärt wurden.

Sascha Rotermund gefiel mir von Stunde zu Stunde besser. Zunächst blieb er sehr zurückhaltend, wie die Story an sich auch. Doch je mehr Fahrt die Geschichte aufnahm, desto mehr legte sich auch der Sprecher ins Zeug.

Besonders gut haben mir bei dieser Geschichte die beiden Protagonisten gefallen. Ich fand ihre Gespräche bzgl. Schuld und Unschuld, Todesstrafe oder doch besser eine lebenslängliche Strafe und Reue oder auch nicht, äußerst interessant. Es regt selbst zum Nachdenken bezüglich des Themas Todesstrafe an. Die Beschreibungen der Gefühle waren sehr intensiv und glaubhaft dargestellt. Auch waren die sehr außergewöhnlichen Ermittlungen kurzweilig und spannend beschrieben. Es ist eine Geschichte, die einen nach einer gewissen Zeit den Player nicht mehr ausschalten lässt. Zu nervenaufreibend wird die zunehmend schrumpfende Zeit bis zur Hinrichtung. Nicht weniger spannend fand ich die Auflösung was sich damals tatsächlich zutrug.

Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Kazuaki Takano – 13 Stufen

Siehe auch:

Advertisements

Lucinda Riley – Die Perlenschwester (Die sieben Schwestern 4)

Beschreibung
Von den exotischen Stränden Thailands in die Weiten des australischen Outbacks.

Wie auch ihre Schwestern ist CeCe d’Aplièse ein Adoptivkind, und ihre Herkunft ist ihr unbekannt. Als ihr Vater stirbt, hinterlässt er einen Hinweis – sie soll in Australien die Spur einer gewissen Kitty Mercer ausfindig machen, einer Schottin, die im 19. Jahrhundert nach Australien kam und den Perlenhandel zu ungeahnter Blüte brachte. CeCe fliegt nach Down Under, um den verschlungenen Pfaden von Kittys Schicksal zu folgen. Und taucht dabei ein in die magische Kunst der Aborigines, die ihr den Weg weist ins Herz ihrer eigenen Geschichte…

Diese ungekürzte Hörbuch-Fassung wird exklusiv von Audible präsentiert und ist ausschließlich im Download erhältlich.

Sprecher
Katharina Spiering, Oliver Siebeck, Katja Hirsch

Länge
18 h 21 m

Meine Meinung
Um CeCe dreht sich der 4. Teil der Reihe „Die sieben Schwestern“. Eigentlich gab es CeCe bisher nur im Doppelpack mit ihrer Schwester Star. Doch da diese sich im 3. Teil endlich von ihrer Schwester abnabelte, stand CeCe nun ziemlich alleine da und machte sich dann halt doch auf, ihre eigenen Wurzeln zu finden. Die Hinweise, die ihr ihr Vater hinterlassen hatte, waren – wie so üblich – recht spärlich. Doch eines war klar: Sie führen sie nach Australien und hier sogar bis ins Outback zu den Aborigines.

Doch bis sie in Australien ankommt, strandet sie zunächst in Thailand. Dort lernt sie den sympathischen Ace (ich vermute er schreibt sich so, alle Leser des Romans mögen mich hier gerne korrigieren) kennen, der seine Herkunft und seine wahre Identität vor ihr verborgen hält. Doch für CeCe ist das ok. Als sie ein wenig von sich preisgibt, besorgt Ace sofort die Biografie von Kitty Mercer, auf die die Hinweise ihres Vaters hindeuten. CeCe findet das nun nicht so toll, muss sie ihm doch gestehen, dass sie nicht gerade gut lesen kann. Er nimmt es locker und beginnt ihr die Biografie vorzulesen.

Als sie weiter nach Australien reist, wird sie bereits am Flughafen von einer äußerst hilfsbereiten Servicemitarbeiterin begrüßt. Die beiden schließen recht schnell Freundschaft. Dadurch gelingt es CeCe sehr schnell, ihre Wurzeln  zu finden. Und hier komme ich nun zum wirklich sehr interessanten Teil der Geschichte. Denn ihre Wurzeln basieren auf einer äußerst starken und tapferen Persönlichkeit: Kitty Mercer.

Die historische Geschichte um Kitty Mercer, die aus der Not heraus zu einer äußerst erfolgreichen Geschäftsfrau im Perlenfischergewerbe wurde, fand ich sehr interessant. Sie war keine Minute langweilig. Ich konnte mir das kleine Städtchen irgendwo im Nirgendwo sehr gut vorstellen und welche Probleme eine alleinstehende Frau dort durchlebt. Ok, sie war nicht von Anfang an alleinstehend. Für sie galt es äußerst turbulente Jahre zu durchleben, bis sie einigermaßen zur Ruhe fand. Hier gibt es übrigens einige sehr aufregende aber auch sehr lustige Szenenbeschreibungen.

Diesen historischen Teil bewerte ich liebend gerne mit 5 Punkten, denn ich lauschte wirklich gebannt jeder Sekunde.

Den aktuellen Part um CeCe hingegen fand ich zwar auch interessant, besonders als sie …. (wird nicht verraten), doch insgesamt fand ich die Gegenwartsstory derart schnulzig, dass es für mich echt grenzwertig war. Auch war mir die Portion an Selbstmitleid und -zweifel einfach ein wenig zu ausgesprägt. Für die Gegenwartsstory kann ich nur 3 Punkte vergeben. Mehr nicht.

Im Gesamtbild ergibt dies eine Bewertung von 4 Punkten für die Story insgesamt.

Den Sprecher Oliver Siebeck fand ich absolut klasse. Den Punktabzug gibt es für die beiden Frauen. Die Erzählerin von CeCes Part fand ich meist gut, doch die Vorschausprecherin auf den nächsten Teil fand ich wirklich nicht so gut. Ich weiß jetzt leider nicht, welche der beiden Damen welchen Teil gesprochen hat.

Ich hoffe sehr, dass der 5. Teil der Reihe nicht nochmals an „Schnulzigkeit“ zulegt.

Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Lucinda Riley – Die Perlenschwester

Siehe auch:

Stephan Ludwig – Wie du mir

Beschreibung
Leichenfund am Fluss: Hauptkommissar Claudius Zorn kann es nicht fassen, als er eines Morgens neben Staatsanwältin Frieda Borck aufwacht. Wie, bitteschön, konnte das passieren? Doch eigentlich hat Zorn noch ein viel größeres Problem: Schröder und er ermitteln in einem neuen Fall, die Leiche eines jungen Mannes wurde an einen Baum gefesselt am Flussufer gefunden. In seinem Oberschenkel steckt ein Zimmermannsnagel. Bei den Ermittlungen stößt Zorn auf etwas, das er lieber nie gefunden hätte. Denn der Tote hat kurz vor seiner Ermordung eine Nummer gewählt, die Zorn kennt…

Sprecher
David Nathan

Länge
7 h 38 m

Meine Meinung in Kürze
Der sechste Zorn-Krimi hat mir wieder gut gefallen. Allerdings habe ich auch einiges zu bemängeln.

Zunächst zur Story: Die Anfangsszene fand ich unglaublich gut beschrieben. Alles was danach kam, war zwar auch gut und spannend, hat mich aber nicht so sehr in den Bann gezogen, wie sonst. Vielleicht lag das an der Kürzung? Vielleicht lag es auch daran, dass sich Zorn irgendwie sehr verändert hat? Ich hatte stellenweise wirklich meine Mühe, die beschriebene Person mit Zorn in Einklang zu bringen. Auch die Dialoge zwischen Zorn und Schröder fand ich nicht mehr so cool genial, wie in den früheren Folgen. Das klingt nun furchtbar negativ. Doch so ist es nicht gemeint. Ich fand es nur bemerkenswert.

Doch was mich wirklich aufgeregt hat, war das absolute Unverständnis von Schröder und Frieda Borck. Wer das Hörbuch schon gehört hat, wird wissen, welche Szene ich hier anspreche. Wie siehst du das? Ich meine, wir sind doch alle als erstes einmal Menschen. Für mich kommen Job und Anweisungen erst danach. Ich fand Zorns Verhalten menschlich absolut nachvollziehbar. Doch er wird mit heftiger Missachtung gestraft. Da braucht man sich eigentlich nicht mehr zu wundern, dass der Mensch heute nur noch eine untergeordnete Rolle spielt. Andere Dinge wie Vorschriften, Regeln und Pflichtbewusstsein stehen über den menschlichen Bedürfnissen. Ich finde das schlimm.

Der Showdown am Ende war auch wieder sehr klasse beschrieben. Unglaublich dramatisch was hier passiert.

D. h. für die Bewertung: Insgesamt ist „Wie du mir“ eine wirklich gute Fortsetzung der Reihe, die man sich nicht entgehen lassen sollte, wenn man die Zorn-Reihe gerne mag.

David Nathan als Sprecher fand ich wieder sehr gut.

Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Stephan Ludwig – Zorn: Wie du mir

Siehe auch: 

Lester Powell – Die Dame ist leichtfertig

Beschreibung
Philip Odell tappt in die Falle. Anfangs soll Philip Odell nur dem Verschwinden von Paula Ballard nachspüren, einem Fotomodell und außerdem die Adoptivtochter eines Londoner Unternehmers. Doch er gerät in finstere Kreise: Seine Partnerin Heather McMara wird entführt und Philip erpresst: Er soll heiße Ware nach Paris schmuggeln, begleitet von der überaus attraktiven Margaret. Und noch ahnt er nicht, in welche Gefahr er sein Leben – und das seiner geliebten Heather – dadurch bringt.

Sprecher
Albert-Carl Weiland, Brigitte Dryander, Fritz Haneke u. v. m. (-> Hörspiel)

Länge
3 h 52 m

Meine Meinung
Nostalgisch. Dieses Hörspiel ist bereits etwas älter… ca. so alt wie ich 😉 Doch trotz des schon fortgeschrittenen Alters ist diese Detektivgeschichte kurzweilig, mitreißend und mit herrlichen Dialogen gespickt. Auch der Plot ist durchweg sehr clever durchdacht und aufgebaut. Am Ende darf man dann auch noch richtig um das Leben der Protagonisten zittern. Soviel zu wirklich sehr guten Detektivgeschichte.

Nun zur Machart des Hörspiels: Prinzipiell fand ich es gut gemacht. Alle Sprecher fand ich toll und passend gewählt. Doch eine Unart, die zu der damaligen Zeit gerne angewendet wurde, ist diese furchtbar schrille, disharmonische Melodie, die nach manch einer Sequenz eingespielt wurde. Gar furchtbar finde ich das. Als Hörer bemerkt man durchaus selbst, dass es gerade sehr brenzlig für die Protagonisten wird. Da braucht es nicht diese in den Ohren schmerzenden Geräusche. Dafür gibt es ganz klar Punktabzug. Auch wenn es damals so üblich war, das hat mich schon immer furchtbar gestört.

Doch insgesamt ist diese antiquierte Detektivgeschichte eine herrlich erfrischende Story, die durch ihre spritzigen Dialoge wirklich glänzt.

Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Lester Powell – Die Dame ist leichtfertig

Eva Almstädt – Ostseetod (Pia Korittki 11)

Beschreibung
In einem kleinen Dorf an der Ostsee verschwindet ein elfjähriges Mädchen. Die groß angelegte Suchaktion bleibt erfolglos; angeheizt durch Gerüchte formiert sich eine Bürgerwehr. Kurz darauf wird im Wald die Leiche eines Mannes gefunden – Mord, wie sich herausstellt.

Welche Verbindung besteht zwischen dem Toten und dem verschwundenen Kind? War der Tote Laras Entführer? Kommissarin Pia Korittki, selbst Mutter, weiß, dass jede Sekunde zählt. Und dann ist plötzlich ein zweites Mädchen verschwunden…

Sprecher
Sabine Arnhold

Länge
12 h 04 m

Meine Meinung
Ein elfjähriges Mädchen ist spurlos verschwunden. Welch eine dramatische Vorstellung! Das ging mir direkt sehr unter die Haut und das große Zittern fing an. Dann erfährt man so einiges über die Leute aus dem Dorf. Schnell hatte ich einen für mich eindeutig Verdächtigen gefunden.

Doch als dann noch ein zweites Mädchen verschwand, fing ich an zu zweifeln. Irgendwas passte da dann doch nicht in meine Theorie. Gebannt lauschte ich also weiter. Ok, sonderlich viele sympathische Leute gibt es in diesem Dorf nicht – aber das kann man sich ja für gewöhnlich nicht aussuchen. Bei manch anderen Geschichten hatte ich schon ziemlich Probleme, wenn mir die Personen in der Überzahl unsympathisch waren. Doch hier war das anders. Schließlich ging es darum, dieses hilflose Mädchen wiederzufinden. Und da stellt man die Sympathie gerne mal hintenan.

Mir hat die Story wieder sehr gut gefallen. Ich konnte gut miträtseln, ich fand sie durchweg sehr spannend und  mit der für mich äußerst überraschenden Wendung im letzten Drittel hatte ich wirklich nicht gerechnet.

Warum hier allerdings eine andere Sprecherin genommen wurde, weiß ich nicht. War Anne Moll vielleicht krank? Anders kann ich mir nicht erklären, warum man nach 10 erfolgreich von Anne Moll gelesenen Folgen plötzlich den Sprecher wechselt. Ok, bei der letzten Folge fand ich sie auch nicht so gut. Das ist aber kein Grund, wie ich meine.

Doch die Wahl der anderen Specherin fand ich nach kurzer Eingewöhnung auch richtig gut. Je länger ich hörte, desto weniger fiel mir noch auf, dass es eine andere Sprecherin ist.

Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Eva Almstädt – Ostseetod (Pia Korittki 11)

Siehe auch: 

Leila Slimani – Dann schlaf auch du

Beschreibung
Das Baby ist tot. Die Mörderin ist die Kinderfrau. Eine Perle.

Myriam, Rechtsanwältin und Mutter zweier kleiner Kinder, beschließt, wieder arbeiten zu gehen. Gemeinsam mit ihrem Mann sucht sie nach der perfekten Kinderfrau. Nach langer Suche entscheiden sie sich für Louise, eine zierliche Frau Anfang fünfzig, deren Tochter bereits erwachsen und deren Mann verstorben ist. Louise erobert auf Anhieb die Herzen der Kinder und macht sich schnell unentbehrlich: Sie ist Köchin, Haushaltshilfe, guter Geist. Was sie verheimlicht: ihre Einsamkeit, ihre Geldnot, ihre Verzweiflung. Die gegenseitige Abhängigkeit wird immer größer, bis irgendwann eine Tragödie über die Familie hereinbricht.

Sprecher
Constanze Becker

Länge
5 h 25 m

Meine Meinung
Eigentlich könnte man denken, dass es eine echte Win-Win-Situation ist. Louise, Anfang fünfzig, Witwe, die Tochter erwachsen und aus dem Haus. Myriam mit zwei Kindern und einem Mann möchte unbedingt ihren Beruf als Rechtsanwältin wieder aufnehmen. Besser könnte es nicht passen. Die Kinder lieben Louise und bald liebt auch Myriam sie, da sie nicht nur eine wunderbare Nounou, sondern auch eine perfekte Haushaltshilfe und Köchin ist. Eine echte Perle hat. Die Familie schätzt sich glücklich, solch eine perfekte Wahl getroffen zu haben. Schnell werden sie um Louise beneidet.

Zunehmend gerät die Situation jedoch in eine echte gegenseitige Abhängigkeit. Louise kann und will nicht mehr ohne die Familie und die Familie kann sich ein Leben ohne Louise auch nicht mehr vorstellen. Sie gehört nach und nach einfach dazu.

Niemand ahnt – oder kümmert sich darum – wie es um Louises Gemütszustand wirklich steht. Selbst bei ersten Anzeichen ihrer Hilflosigkeit bekommt sie nur eine Rüge, jedoch keine wirklich ernstgemeinte Hilfe. Plötzlich ist sie dann doch wieder „nur“ die Angestellte, die zu funktionieren hat.

Den Plotaufbau fand ich sehr genial gemacht! Wenn man von den ersten Sätzen absieht, so ist dies eine alltägliche, völlig normale Situation. Eine Familie wird gegründet, irgendwann will auch die Frau wieder arbeiten gehen, doch wohin mit den Kindern. Eine Kinderfrau scheint in Frankreich durchaus eine gängige Lösung zu sein. Wenn man dann noch solch einen Glücksgriff macht und eine ältere alleinstehende Frau findet, die die Kinder sofort in ihr Herz schließen, könnte das Problem nicht besser gelöst sein. Alles ist harmonisch, fast wie im Märchen. Ja, und da sollte man dann anfangen zu zweifeln. Denn die Situation ist einfach zu schön, um wahr zu sein. Wie sich am Ende auch bewahrheitet.

Fünfeinhalb Stunden Spielzeit, da könnte man verleitet werden zu denken, dass man diese Story kurz mal zwischendurch hören kann. Kann man sicherlich! Doch es erwartet einen eine wirklich hochdramatische Geschichte, die nicht gerade leicht zu verdauen ist. Darauf sollte man sich einstellen. Mir hat das sehr gut gefallen. Ich konnte jedenfalls die Story kaum unterbrechen, so spannend fand ich sie.

Constanze Becker als Sprecherin kannte ich bisher noch nicht. Ihre Stimme hat mir sehr gut gefallen. Eine gute Wahl für dieses Hörbuch.

s5g5

Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Leila Slimani – Dann schlaf auch du

Cameron Bloom & Bradley Trevor Greive – Penguin Bloom

Der kleine Vogel, der unsere Familie rettete

Beschreibung

„Dieser kleine Vogel zeigte uns, dass es in der Welt viel mehr Liebe gibt, als wir uns hätten vorstellen können.“

Es ist die wahre Geschichte der Familie Bloom, die nach einem tragischen Unfall beinahe zerbricht und durch den witzigen kleinen Vogel namens Penguin gerettet wird. Penguin ist eine Elster, schwarz-weiß gefiedert. Als Junges ist sie aus dem Nest gefallen, bei starkem Wind, buchstäblich vor die Füße der Familie Bloom. Und das ist geradezu sinnbildlich. Denn bei den Blooms herrscht Trauer, Chaos und Verzweiflung.

Penguin Bloom bringt Trost und Lebensmut und zeigt, dass – egal wie ausweglos eine Situation erscheint – es immer Grund zur Hoffnung gibt. Schließlich kommen Engel in allen Formen und Größen vor – auch als eine kleine Elster!

Das Hörbuch enthält ein Booklet mit den weltberühmten und berührenden Fotos von Cameron Bloom.

Sprecher
Stefan Wilkening, Lisa Wagner

Länge
1 h 54 m

Meine Meinung
Engel kommen in allen Formen und Größen vor. Das wird bei dieser wahren Geschichte der Familie Bloom bestens bewiesen.

Sam Cameron fällt im Urlaub von einem Balkon sechs Meter in die Tiefe, nachdem das Geländer weggebrochen ist. Zerschmettert liegt sie am Boden, doch sie lebt. Und so beginnt eine Ära des Leidens und der Trauer. Als klar ist, dass Sam nie wieder wird laufen können, dass sie ihr Leben fortan vom Rollstuhl aus führen muss, denkt sie nicht nur einmal an Selbstmord. Und dann eines Tages ereilt einen kleinen schwarz/weißen Vogel quasi der gleiche Unfall wie sie. Die kleine Elster stürzt durch heftigen Sturm aus ihrem Nest auf den Boden. Mit gebrochenem Flügel bleibt sie liegen. Die Blooms finden den Flaum und wollen ihn zu einer Tierstation bringen, doch alle sind überfüllt und können den kleinen Patienten nicht aufnehmen. So beschließen sie, selbst die kleine Elster gesund zu pflegen. Schnell steht der Name fest: Penguin soll er heißen aufgrund seines schwarz/weißen Gefieders.

Penguin ist nicht irgendein Vogel, Penguin scheint mit einer Mission den Blooms direkt vor die Füße gefallen zu sein. Denn seit dieser kleine freche Vogel bei ihnen lebt, kommt wieder etwas Freude in die Familie, auch Lachen ist wieder zu hören. Der Kleine ist frech wie Harry und sehr zutraulich. Und auch als sie ihn nach seiner Genesung mit seinem Nest in einen Baum im Garten „aussiedeln“, bleibt er bei den Blooms und nutzt jede sich bietende Gelegenheit, um ins Haus und zu seinen geliebten Menschen zu kommen. Und dieser kleine Vogel gab Sam soviel Kraft, dass sie sich dachte, ok, wenn er fliegen kann, dann kann ich das auch.

Das Hörbuch ist anfangs äußerst tragisch, denn zunächst wird Sams Charakter beschrieben, welch Lebensfreude sie immer hatte und wie Sam und Cameron sich kennen lernten. Dann die Geburt der 3 Kinder und dann der tragische Unfall, der ihr aller Leben für immer veränderte. Es dauert also, bis Penguin seinen großen Auftritt hat. Doch es lohnt sich, darauf zu warten. Ich hätte noch wesentlich mehr Episoden mit dem kleinen Vogel lauschen können, ich fand es etwas schade, dass dies eigentlich im Vergleich recht kurz ist. Denn auch das Ende wird für eine ausführliche Ansage von Sam genutzt, die hier selbst über ihre Behinderung redet und wie sie sich dabei fühlt. Es ist auch ein Appell an alle Menschen im Umfeld einer verunglückten Person.

Mir hat dieses Hörbuch sehr gut gefallen. Es geht einem richtig ans Herz, sowohl die tragische Geschichte von Sam, als auch die „Rettungsmission“ von Penguin. Insgesamt ist es wirklich eine Herzensgeschichte, die man so schnell wohl nicht vergessen wird.

Auch das Booklet ist sehr liebevoll gestaltet, geschmückt mit wirklich sehr tollen Bildern der Blooms mit Penguin „in Action“. Das ist wirklich sehr schön zu betrachten.

Übrigens wird die Geschichte 2018 mit Naomi Watts in die Kinos kommen.

Die beiden Sprecher fand ich sehr passend für die Geschichte. Stefan Wilkening hat die Story aus der Sicht von Cameron gesprochen, Lisa Wagner hat die persönliche Nachricht von Sam am Ende gesprochen.

s5g5

Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es beim Bonnevoice-Hörbuchverlag. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Cameron Bloom & Bradley Trevor Greive – Penguin Bloom – Der kleine Vogel, der unsere Familie rettete.

Herzlichen Dank an den Bonnevoice-Hörbuchverlag für das Rezensionsexemplar.

Ferdinand von Schirach – Verbrechen

Beschreibung
Der renommierte Strafverteidiger Ferdinand von Schirach kennt die Brüche der Welt. Der Umgang mit Schuld und Unschuld bestimmt seinen Alltag. Doch was ist Schuld eigentlich? Wer will richten über Täter, die zugleich auch Opfer sind?

Mit dem scharfen Blick eines begnadeten Analytikers erzählt Ferdinand von Schirach von menschlichen Dramen und vielfachem Scheitern, von seelischen Abgründen, die sich einer einfachen Bewertung entziehen.

Sprecher
Burghart Klaußner

Länge
3 h 28 m

Meine Meinung
Geschichten die das Leben schreibt.  Erzählt werden hier verschiedene Geschichten, die sich wohl alle so zugetragen haben und bei denen es nun wirklich nicht einfach ist, zu richten. Am besten haben mir die erste und die letzte Geschichte gefallen. Beide habe ich auch verfilmt gesehen. Auch die Filmfassung ist übrigens sehr gut! Ich glaube allerdings, dass alle Geschichten aus „Verbrechen“ verfilmt wurden.

Dass Ferdinand von Schirach mit solchen Schicksalen an die Öffentlichkeit geht, finde ich sehr gut. Denn allzu schnell wird doch verurteilt, ohne dass man die wahren Hintergründe weiß. Dass man etwas vorsichtig mit seinen Urteilen sein sollte, wird mit diesen Geschichten wieder einmal überdeutlich.

Burghart Klaußner als Sprecher gefiel mir ebenfalls sehr gut.

s5g4

Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Ferdinand von Schirach – Verbrechen

Siehe auch:

Barbara Reik – Barbarossa und die Wäscherin: Die geheime Liebe des Königs

Beschreibung
Die geheime Liebe des Königs – ein historisches Hörspiel aus der Zeit der Staufer.

Schwaben in der Mitte des 12. Jahrhunderts. Als Barbarossa zum ersten Mal die junge Wäscherin Rosa trifft, kann noch niemand ahnen, dass er als Kaiser einmal Weltgeschichte schreiben wird. Fasziniert von der einfachen Wäscherin sucht er immer wieder ihre Nähe. Für ihn sind die Gespräche mit ihr voll erstaunlicher Erkenntnisse. Und schließlich entdecken der Herrscher und die Wäscherin ihre tiefe und ehrliche Liebe zueinander. Dann erfüllt sich auch noch Barbarossas Traum von Macht, Ruhm und Einfluss: er wird überraschend zum König gekrönt – und es kommt zu einer schicksalhaften Wende… nicht nur im Leben des Königs.

Sprecher
Michael Heuel u. a.

Länge
1 h 25 m

Meine Meinung
Barbarossa und die Wäscherin ist eine sehr nette Geschichte, die eine Mischung aus Erzählung und Hörspiel ist. Es wird hier die Geschichte erzählt, wie Friedrich Barbarossa die Wäscherin zum ersten Mal am Fluss erspäht, ihr beim Singen zuhört und sofort von der hellen Gestalt fasziniert ist. Sie reden ein wenig miteinander und fortan kommt Barbarossa immer öfter bei ihr vorbei, um mit ihr zu reden. Denn sie gibt ihm einen ganz anderen Blick auf die Welt und das Leben der armen Leute. Ja, und es kommt wie es kommen musste, die beiden verlieben sich natürlich. Eine unmögliche Liebe, was beiden klar ist – und dann wird die Geschichte tragisch.

Mir hat die Geschichte sehr gut gefallen. Kann man doch als Quintessenz sagen, dass es durchaus genutzt hat, dass der Herrscher mit den einfachen Leuten geredet hat. Denn – als er endlich die Macht dazu hat – unternimmt er einiges, damit die Welt auch für die armen Leute ein Stück weit erträglicher wird.

Die Mischung aus Erzählung und Hörspiel hat mir gut gefallen. Es waren nicht zu viele Geräusche unterlegt und der Text war jederzeit gut zu verstehen. Wer meinen Blog aufmerksam liest weiß, dass ich des Öfteren Probleme mit Hörspielen habe, da ich aufgrund der zu lauten Hintergrundgeräusche nicht alles verstehen kann. Das war hier anders. Sehr angenehm fand ich das Zuhören.

Als ich die Geschichte fertig gehört hatte, dachte ich: Das ist ähnlich rührend wie „Krammetsvogel“ von Nicole Rensmann. Manchmal trifft man per Zufall auf einfach schöne Geschichten. Diese hier gehört dazu.

s5g5

Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Yellow King Productions
Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Barbara Reik – Barbarossa und die Wäscherin  oder auch bei Amazon.de

Herzlichen Dank an Yellow King Productions für das Rezensionsexemplar.

Robert Menasse – Die Hauptstadt

Beschreibung
Wo die Fäden zusammenlaufen…

Fenia Xenopoulou, Beamtin in der Generaldirektion Kultur in Brüssel, steht vor einer schwierigen Aufgabe. Sie soll das Image der EU-Kommission aufpolieren. Aber wie? Sie beauftragt den Referenten Martin Susman, eine Idee zu entwickeln. Die Idee nimmt Gestalt an – die Gestalt eines Gespensts aus der Geschichte.

David de Vriend dämmert in einem Altenheim seinem Tod entgegen. Als Kind ist er von einem Deportationszug gesprungen, der seine Eltern in den Tod führte. Nun soll er bezeugen, was er im Begriff ist zu vergessen. Auch Kommissar Brunfaut steht vor einer schwierigen Aufgabe. Er muss aus politischen Gründen einen Mordfall auf sich beruhen lassen; und Alois Erhart, Emeritus der Volkswirtschaft, soll in einem Thinktank der Kommission Worte sprechen, die seine letzten sein könnten. Und was macht Brüssel? Es sucht einen Namen – für ein Schwein, das durch die Straßen läuft.

Sprecher
Christian Berkel

Länge
14 h 18 m

Meine Meinung
Während ein Schwein durch Brüssel rennt, wird ein Mann erschossen, David de Vriend verbringt die letzten Minuten in seiner leer geräumten Wohnung, bevor er ins Altenheim umzieht und Fenia Xenopoulou sitzt bereits an ihrem 2. Ouzo und wartet auf ihre Rettung in Form eines Liebhabers und Fürsprechers.

Zugegeben, das Buch beginnt gleich turbulent, viele Leute werden gleich zu Beginn vorgestellt und natürlich hat man hier noch nicht den blassesten Schimmer, was sie alle miteinander verbindet. Außer vielleicht die Sichtung eines Schweins.

Ich will hier gar nicht groß auf die Geschichte an sich eingehen, außer, dass sie absolut genial, kurzweilig und interessant geschrieben ist.

Die EU – für viele ein Dorn im Auge – doch am schlimmsten ist eindeutig die Kommission für „Kultur“. Sie genießt null Ansehen, verfügt  über kein Budget und Fenia soll das Image der „Kultur“ aufbessern. Keine leichte Aufgabe. Doch eine Idee entsteht. Doch ist sie auch wirklich gut?

Sehr schön fand ich auch die Story mit dem österreichischen Schweineverband, den Schweinsohren und China. Ich habe hier wirklich sehr gelacht. Doch nicht nur hier. Es gibt in „Die Hauptstadt“ wirklich sehr viele sehr humorvolle Stellen, die stellenweise durchaus etwas ironisch, gar sarkastisch herüber kommen. Ich fand das herrlich. Das hat genau meinen Geschmack getroffen. Sehr köstlich ist auch die Episode der deutschen Angora-Unterwäsche.

Am besten gefallen hat mir die Person Prof. Erhart. Besonders seine Abschlussrede vor dem ThinkTank fand ich beeindruckend und hat meinen Eindruck über seinen Charakter perfekt abgerundet. Doch auch die anderen sehr gut beschriebenen Charaktere, die unterschiedlicher kaum sein könnten, haben mir – jeder für sich – sehr gut gefallen. Ein buntes Sammelsurium an Menschen mit ihren Eigenarten, die alle sehr glaubhaft dargestellt wurden.

Doch das Buch ist nun kein Klamauk pur. Nein. Es ist gibt durchaus einen sehr guten Einblick, wie die EU funktioniert, agiert und wie frustrierend die Arbeit sein kann. Auch dass hier und da mal ein Mord vertuscht werden muss – ist klar.

Ich könnte hier noch endlos einzelne Episoden aus dem Buch erzählen, doch das würde zu weit gehen. Diesen Spaß sollte man sich wirklich selbst beim Hören gönnen.

Als ich gerade das Buch hörte, wurde der deutsche Buchpreis 2017 verliehen. Ich dachte mir: Ja, endlich hat den Preis mal ein Buch erhalten, das auch mir sehr gut gefällt.

Besonders hervorheben möchte ich hier auch noch den Sprecher Christian Berkel. Er hat die verschiedenen Sprachen und  Akzente spielerisch leicht und voller Überzeugung gesprochen. Das war bei diesem Buch gar nicht so einfach. Besser als Christian Berkel hätte man es wohl nicht machen können.

s5g5

Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Robert Menasse – Die Hauptstadt