Romy Hausmann – Liebes Kind

Beschreibung
Schockierend, berührend, unvorhersehbar: Ein Thriller-Debüt der Extraklasse.

Eine fensterlose Hütte im Wald. Lenas Leben und das ihrer zwei Kinder folgt strengen Regeln: Mahlzeiten, Toilettengänge, Lernzeiten werden minutiös eingehalten. Sauerstoff bekommen sie über einen „Zirkulationsapparat“. Der Vater versorgt seine Familie mit Lebensmitteln, er beschützt sie vor den Gefahren der Welt da draußen, er kümmert sich darum, dass seine Kinder immer eine Mutter haben. Doch eines Tages gelingt ihnen die Flucht – und der Alptraum geht weiter. Denn vieles deutet darauf hin, dass der Entführer sich nun zurückholen will, was ihm gehört.

Sprecher
Leonie Landa, Ulrike C. Tscharre, Heikko Deutschmann

Länge
12 h 39 m

Meine Meinung
Wow! Was für ein Thriller! Das konnte ich schon lange nicht mehr zu einem Thriller sagen. Aber dieser hier hebt sich wirklich von den anderen irgendwie immer gleich aufgebauten Thrillern um Klassen ab.

Von Anfang an ist man von dieser Geschichte gefesselt. Keine Minute ist langweilig, kein Wort überflüssig. Alles passt perfekt. Die vielen Wendungen in der Story bringen  zusätzlich enormes Tempo in die Story und sorgen immer wieder für unkontrollierbares Herzrasen.

Sehr gut fand ich auch die verschiedenen Sprecher. Zum einen passen sie stimmlich absolut perfekt und zum anderen erleichtern sie das Hören enorm, da man so immer genau weiß, wer gerade erzählt.

Ich bin von diesem Thriller wirklich restlos begeistert und kann ihn mit bestem Gewissen weiterempfehlen. Somit landet seit langer Zeit mal wieder ein Thriller auf meiner Bestenliste.

Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Romy Hausmann – Liebes Kind

Bridget Collins – Die verborgenen Stimmen der Bücher

Beschreibung
Emmett Farmer arbeitet auf dem Hof seiner Eltern, als ein Brief ihn erreicht. Er soll bei einer Buchbinderin in die Lehre gehen. Seine Eltern, die wie alle anderen Menschen Bücher aus ihrer Welt verbannt haben, lassen ihn ziehen – auch weil sie glauben, dass er nach einer schweren Krankheit die Arbeit auf dem Hof nicht leisten kann. Die Begegnung mit der alten Buchbinderin beeindruckt den Jungen, dabei lässt Seredith ihn nicht in das Gewölbe mit den kostbaren Büchern. Menschen von nah und fern kommen heimlich zu ihr. Emmett kommt ein dunkler Verdacht: Liegt ihre Gabe darin, den Menschen ihre Seele zu nehmen? Dann stirbt die alte Frau – und der Junge erkennt, welch Wohltäterin sie war – und in welche Gefahr er selbst geraten ist.

Sprecher
Frank Stieren

Länge
14 h 54 m

Meine Meinung in Kürze
Wer liebt sie nicht, die Bücher, in denen es um Bücher geht. Hier haben wir wieder solch ein Exemplar. Mir hat die Geschichte sehr gut gefallen. Anfangs fand ich sie zwar etwas befremdlich, doch je weiter die Story voran schritt, umso besser gefiel sie mir. Und am Ende war ich äußerst zufrieden mit dem gesamten Plot.

Vielleicht wurden hier etwas viele Themen aufgearbeitet, doch ich fand die drei verschiedenen Themen durchaus gut in die Story eingeflochten, so dass sie mir nicht überfüllt vorkam. Im Gegenteil, irgendwie gehörte es einfach alles zusammen.

Der Sprecher hat mir auch sehr gut gefallen.

Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Bridget Collins – Die verborgenen Stimmen der Bücher

Nell Leyshon – Die Farbe von Milch

Beschreibung
Mein Name ist Mary. Mein Haar hat die Farbe von Milch. Und dies ist meine Geschichte.

Mary ist an harte Arbeit gewöhnt. Sie kennt es nicht anders, denn ihr Leben auf dem Bauernhof der Eltern verläuft karg und entbehrungsreich. Doch als sie fünfzehn wird, ändert sich alles. Mary zieht in den Haushalt des örtlichen Dorfpfarrers, um dessen Ehefrau zu pflegen und ihr Gesellschaft zu leisten.

Bei ihr, einer zarten, mitfühlenden Kranken erfährt sie erstmals Wohlwollen und Anteilnahme. Für Mary eröffnet sich eine neue Welt. In ihrer einfachen, unverblümten Sprache erzählt sie, wie ihr Schicksal eine dramatische Wendung nimmt, als die Pfarrersfrau stirbt und sie plötzlich mit dem Hausherrn alleine zurückbleibt.

Gelesen von Hörbuchpreisträgerin Laura Maire.

Sprecher
Laura Maire

Länge
4 h 38 m

Meine Meinung in Kürze
Diese Geschichte ist ein wahres Kleinod. Sie ist zwar sehr schnell durchgehört, doch dafür geht sie tief unter die Haut und bleibt da.

Toll gesprochen von Laura Maire.

Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Nell Leyshon – Die Farbe von Milch

Siehe auch:

Britta Sabbag – Blackwood – Briefe an mich

Beschreibung

»Blackwood – Briefe an mich« von Britta Sabbag – die ungekürzte Lesung bei Der Audio Verlag

Das Hörbuch von Bestsellerautorin Britta Sabbag entführt in das irische Örtchen Blackwood, das mit seinen schrulligen, aber liebenswerten Bewohnern ein ganz besonders verwunschener Platz auf Erden ist. Ausgerechnet hierhin verschlägt es die 15-jährige Gesine nach dem Tod ihrer Mutter. In Blackwood entdeckt sie nicht nur ihre Gefühle für den attraktiven Arian, sondern auch einen geheimnisvollen Brief von ihrem zukünftigen Ich.

Auf 2 mp3-CDs erleben Hörerinnen und Hörer auf dem Hörbuch »Blackwood – Briefe an mich« Gesines magische Liebesgeschichte hautnah mit. Die ungekürzte Lesung erscheint bei DAV, gelesen von Milena Karas, Tom Linden und Julian Horeyseck. Das gleichnamige Buch ist bei FISCHER FJB erschienen.

Sprecher
Milena Karas, Tom Linden, Julian Horeyseck

Länge
12 h 20 m

Meine Meinung
Hier ist Radio Blackwood: „Hey Leute, habt Ihr schon das Neueste aus unserem kleinen verschlafenen Dorf Blackwood gehört? Nein? Dann wird es höchste Zeit, dass euch Dan auf den aktuellen Stand bringt! Das neueste Buch von Britta Sabbag mit dem Titel „Blackwood – Briefe an mich“ hat bei unserer Stammhörerin Ute voll eingeschlagen! Kaum hatte sie es vom Audio-Verlag erhalten, hatte sie es auch schon auf den Ohren! Man munkelt, sie habe nur eine ganz kurze Hörpause zum Schlafen eingelegt, um direkt am nächsten Morgen begeistert weiter hören zu können! Na, wenn das nicht nach einer echten Insider-Empfehlung klingt, dann weiß ich ja auch nicht! Und das war es auch schon wieder von Radio Blackwood! Wenn ihr wissen wollt, wie sich Utes Begeisterung nach dem Beenden der Story entwickelt hat, dann schaltet wieder ein: Radio Blackwood, Dan hält euch auf dem Laufenden!“

So oder so ähnlich könnte eine Radiomeldung lauten. Blackwood ist ein kleines verschlafenes Nest irgendwo im Nirgendwo in Irland. Früher war dieser Sender die einzige Möglichkeit der Bewohner, miteinander zu kommunizieren. Mit den Jahren hat sich Radio Blackwood zum Klatsch- und Tratschsender entwickelt, der alle Vorkommnisse im Dorf in Windeseile in alle Häuser transportiert. Ausgerechnet hierin verschlägt es Gesine, die fortan bei der ihr völlig unbekannten Tante Wanda leben soll, nachdem ihre Mutter nach einem tragischen Verkehrsunfall in Wien tödlich verunglückt war.

Zwei Welten prallen aufeinander. Kein Wunder, dass sich Gesine, die lieber Ge genannt werden will, zunächst ganz schön schwer tut mit den all den absonderlichen Gepflogenheiten im irischen Dorf. Und so tappt sie munter von einem Fettnäpfchen zum nächsten, macht alles immer nur noch schlimmer, wenn sie versucht, irgendein Fauxpas wieder gut zu machen. Natürlich ist sie auch sehr schnell verliebt. Und das ausgerechnet in den Sohn des Buttermoguls! Erschwerend kommt hinzu, dass dieser schon seit Jahren mit der Tochter der Kristalldynastie verbandelt ist. Eifersüchteleien und Niederträchtigkeiten folgen natürlich auf den Fuß.

Dieses Hörbuch glänzt durch seine äußerst verschiedenen Charaktere, die alle auf ihre Weise sehr interessant und meist liebenswert beschrieben werden. Besonders möchte ich hier Mimi die Bäckerin hervorheben. Essen mit besonders viel Butter wird alles wieder gut machen, so ihr Motto. Sie kocht und backt eher experimentell, doch alle ihre skurrilen Kreationen kommen bei den Bewohnern Blackwoods sehr gut an. Ihre größte Rivalin: Die Köchin des Buttermoguls, die alle Rezepte nach jahrhundertealter Rezeptur kocht.

Ges größte Rivalin ist natürlich innerhalb kürzester Zeit die wunderschöne Tochter der Kristalldynastie. Kleine aber feine Gemeinheiten sind hier schnell an der Tagesordnung. Als Ge eines Abends wieder einmal völlig verzweifelt in ihrem kleinen Zimmerchen bei ihrer Tante an dem verdammt großen antiken Schreibtisch sitzt, findet sie in einer der Schubladen Briefpapier, Tinte und Feder. Sie hat noch nie mit Feder und Tinte geschrieben und will es sofort ausprobieren. Doch wem soll sie schreiben? Ihre Mutter ist tot und außer ihr hatte sie eigentlich nur das Ballett. Also beschließt sie, sich kurzerhand selbst zu schreiben.

Als sie Tage später wieder einmal frustriert und gelangweilt eben diese Schublade öffnet, befindet sich darin ein Antwortbrief geschrieben von ihr selbst in der Zukunft. Fassungslos liest sie den Brief. Wie kann das sein? Erlaubt sich hier jemand einen üblen Scherz mit ihr? Doch das kann eigentlich nicht sein, denn ihre „Sauklaue“ ist so einzigartig, dass man sie nicht so leicht nachmachen kann. Doch welche Auswirkungen diese außergewöhnliche „Brieffreundschaft“ im weiteren Verlauf der Geschichte hat, werde ich hier nicht natürlich nicht verraten.

Die Sprache der Story ist passend in der Form eines Teenagers geschrieben, die Gefühle und Gefühlsverwirrungen sind sehr authentisch und glaubwürdig. Kurzweilig und mit immer wieder neuen Einfällen überrascht uns Britta Sabbag in dieser sehr humorvollen Geschichte. Mir wurde die Story keine Minute langweilig. Und so habe ich das Hörbuch an einem Wochenende durchgehört.

Die Sprecher fand ich auch sehr passend. Die Haupterzählstimme ist Milena Karas, die sehr passend für die Geschichte an sich und insbesondere für Ges Stimme ist. Die beiden männlichen Stimmen für die Radio-Moderation fand ich auch sehr gut gewählt.

Ja, wie man unschwer erkennen kann, hat mir „Blackwood – Briefe an mich“ sehr gut gefallen, so dass ich eine klare Hörempfehlung für vorzugsweise weibliche Hörer ab 14 Jahren und mit nach oben hin offener Grenze aussprechen kann.

Herzlichen Dank an den Audio-Verlag für das Rezensionsexemplar und die Möglichkeit, dieses Hörbuch im Rahmen der Blogger-Aktion: „Vorabhören“ bereits vor dem offiziellen Erscheinungsdatum hören zu dürfen.

Weitere Informationen
Hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Britta Sabbag – Blackwood – Briefe an mich

Siehe auch:

Frank Goldammer – Roter Rabe

Beschreibung
Frühsommer, Dresden 1951: Max Hellers neuer Fall ist äußerst mysteriös. Zwei wegen Spionageverdachts inhaftierte Zeugen Jehovas haben sich in ihrer Zelle das Leben genommen. Aber war es wirklich Selbstmord? Auch ein anderer Fall hält Heller in Atem: Er soll einen in Dresden agierenden Ring von Uranerz-Schmugglern ausheben. Und dann taucht auch noch sein alter Freund Alexej Saizev, der mittlerweile für den KGB arbeitet, auf und bittet Heller um Unterstützung. Sehr bald hegt Heller den Verdacht, dass Saizev zur CIA übergelaufen ist. Max Hellers vierter Fall führt den Hörer in die DDR der 50er-Jahre – Spannung bis zur letzten Minute!

Sprecher
Heikko Deutschmann

Länge
11 h 09 m

Meine Meinung
Max Heller muss sich auch in seinem vierten Fall wieder entscheiden, ob er ein Mitläufer sein will und spröde seinen Anweisungen folgt oder ob er sich auch in Zukunft guten Gewissens noch im Spiegel ansehen möchte.

1951 in Dresden. Es herrscht hier eine düstere Grundstimmung. Keiner traut mehr dem anderen über den Weg, man muss stets aufpassen, was man wem gegenüber sagt.  Schnell wird man aufgrund irgendwelcher Beschuldigungen inhaftiert und vernommen. Und kaum wurden zwei Zeugen Jehovas inhaftiert, sterben diese auch schon in ihren Zellen. Es soll Selbstmord gewesen sein. Doch Heller traut dieser Aussage nicht und geht der Sache auf den Grund. Zu gründlich findet sein Chef. Doch Max wäre nicht Max, wenn er sich davon abhalten ließe. Doch sehr schnell überschlagen sich bald die Ereignisse und Max muss alles geben, um sich, seine kleine Anni und seine ganze Stadt vor dem unbekannten „Roten Raben“ zu beschützen.

Diesen vierten Teil fand ich wieder äußerst interessant und verdammt spannend. Interessant aufgrund der vielen Schilderungen des Kalten Krieges in der damaligen DDR. Frank Goldammer hat es wieder ganz wunderbar verstanden, die Düsternis in Worte zu packen und einem einen wirklich unbehaglichen Eindruck des damaligen Lebens zu vermitteln. Und spannend, da Max kaum Zeit zum Luft holen hat. Besonders zum Ende hin wird die Story äußerst brisant und gefährlich.

Das Ende fand ich auch richtig klasse und stimmig. Somit bin ich auch mit dem vierten Teil der Reihe äußerst zufrieden und kann sie nur als beste Krimiunterhaltung weiterempfehlen.

Heikko Deutschmann war wieder perfekt. Er verkörpert einfach die Stimme und den Charakter des Max Heller einzigartig gut.

Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Frank Goldammer – Roter Rabe

Siehe auch:

Jesper Bugge Kold – Wintermänner

Beschreibung
In den 1930er-Jahren führen die Brüder Karl und Gerhard ein beschauliches Dasein in ihrer Geburtsstadt Hamburg. Doch dann geraten sie gegen ihren Willen in den Sog der Nazibewegung. Als der Zweite Weltkrieg beginnt, erlebt Karl als Offizier beim Nachschub das Grauen an der Front sowohl in Frankreich als auch in Russland aus nächster Nähe. Gerhard bleibt in Deutschland, ist mitverantwortlich für den Transport der Juden in Konzentrations- und Vernichtungslager und steigt schließlich zum Kommandanten eines Konzentrationslagers auf.

Sprecher
Oliver Wronka

Länge
15 h 02 m

Meine Meinung
Hier habe ich eindeutig zu lange mit der Rezension gewartet, als dass ich noch eine Rezension dazu schreiben könnte. Ich weiß aber noch, dass ich es äußerst schockierend und glaubhaft fand, wie zwei Brüder völlig ungewollt in die schlimmsten Zeiten ihres Lebens schlittern und daran zu zerbrechen drohen. Jedem, der sich dafür interessiert, wie man denn in solch einer Zeit ein Mitläufer sein konnte, empfehle ich dieses Hörbuch.

Meine notierte Wertung:

Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Jesper Bugge Kold – Wintermänner

Ella Zeiss – Wie Gräser im Wind (Tage des Sturms 1)

Beschreibung
Eine berührende und authentische Familiensaga über ein bislang wenig bekanntes Kapitel der Geschichte. 1930 wütet das Sowjetregime mit Enteignungen und Verhaftungen in den ehemals wohlhabenden deutschen Dörfern der Krim. Jeder, der noch Land oder Einfluss hat, schwebt in Gefahr. Wilhelm Scholz weigert sich, seinen letzten Grundbesitz an den Staat zu überschreiben. Mitten in der Nacht zerren bewaffnete Männer ihn, seine Frau Anna und ihre kleinen Kinder aus dem Haus. Die Familie wird in die eisige Wildnis des Hohen Nordens gebracht und Baumfällarbeiten zugeteilt. Inmitten von Hunger, Krankheit und klirrender Kälte kämpfen Anna und Wilhelm ums Überleben und um einen Platz in der neuen Weltordnung.

Samuel Pfeiffer entgeht einem ähnlichen Schicksal nur durch eine rechtzeitige Flucht. In einer Nacht- und Nebelaktion verlässt er mit seiner Familie das Dorf und lässt alles zurück. Doch die Verschnaufpause währt nicht lang. Als deutscher Lehrer wird er immer wieder verfolgt und denunziert. Eine Odyssee von der Krim bis nach Baku beginnt …

Sprecher
Oliver Wronka

Länge
11 h 48 m

Meine Meinung
Wenn ich an das Hörbuch denke, friert es mich gleich wieder und ich bekomme eine Ganzkörpergänsehaut vor lauter Kälte. Diese Geschichte spielt zunächst auf der Krim, dann im hohen Norden Russlands. Die Beschreibung der nächtlichen „Überfälle“ des Sowjetregimes auf die deutschen Familien, die noch Grund und ein wenig Besitz hatten, sind wirklich schockierend. Sie hatten kaum Zeit, um ihre Sachen zu packen, geschweige denn, um sich für die noch eisigeren Temperaturen des Nordens ausreichend einzudecken, sei es mit Essen oder mit Kleidungsstücken.

Irgendwo im Nirgendwo wurden sie dann abgeladen. Dort gab es so gut wie nichts! Eine einzige Baracke für alle! Nicht mal genug Betten gab es, so dass sie in Schichten schlafen mussten und das auch noch mit mehreren Personen auf einer schmalen Pritsche. Sonst musste alles, auch ihre zukünftigen Unterkünfte zunächst noch erbaut werden. Im etwas abgelegenen Ort erfahren sie auch keine große Hilfe, nur spärlich wird von den Bewohnern der ein oder andere Rat erteilt. Somit kämpfen die Enteigneten fortan täglich mit dem Überleben. Nicht selten geraten sie in wirklich lebensbedrohliche Situationen.

Unvorstellbar, was diese beiden Familien – und noch viele weitere Familien –  durchhalten mussten.

Es ist wirklich unglaublich, was sich das Sowjetregime mit den Enteignungen erlaubt hat. Mit den Menschen sind sie wie mit Vieh umgegangen. Von Menschlichkeit oder Mitgefühl ist hier keine Spur zu merken. Trotzdem ist es natürlich äußerst interessant, da dies eine historische Tatsache ist.

Der Sprecher Oliver Wronka hat mir sehr gut gefallen.

Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Ella Zeiss – Wie Gräser im Wind (Tage des Sturms 1)

Richard Russo – Diese gottverdammten Träume

Beschreibung
Empire Falls, eine Kleinstadt in Maine: Seit über zwanzig Jahren arbeitet Miles Roby im örtlichen Diner. Hier versammelt sich die ganze Stadt, vom Fitnessstudiobesitzer bis zum Schuldirektor. Miles selbst hat das College abgebrochen, ist geschieden und lebt in einer winzigen Wohnung über dem Restaurant. Und während er sein Bestes gibt, seiner Tochter dabei zu helfen, die Highschool zu überstehen, seinen trinkfreudigen Vater zu bändigen und dem Job im Diner gerecht zu werden, bleibt nicht viel Raum für das, was er sich vom Leben erhofft hat.

Seine Verpflichtungen fesseln ihn an die Stadt, und erst als die äußeren Umstände ihn dazu zwingen, gelingt es ihm, Empire Falls zu verlassen. Er flieht mit seiner Tochter an den gemeinsamen Sehnsuchtsort Martha’s Vineyard. Seit Jahren spielt er mit dem Gedanken, sich hier niederzulassen. In „Diese gottverdammten Träume“ erzählt Richard Russo mit viel Wärme und Humor die Geschichte eines Mannes, der nicht der geworden ist, der er sein wollte, und zeigt das Leben in der Kleinstadt mit all seinen Absonderlichkeiten: ein Roman mit viel Gefühl für die Tragik, die im Alltäglichen liegt.

Sprecher
Stefan Kaminski

Länge
22 h 25 m

Meine Meinung
Ich bin begeistert! Diese Geschichte hat mich von der ersten Minute an gefesselt und direkt hinein in das Leben der Kleinstadt Empire Falls gezogen. Diese kleine Stadt hatte schon bessere Zeiten gesehen. Hauptschauplatz ist das Diner von Miles Roby. Nach und nach lernt man die meisten Bewohner und somit Gäste des Diners der Kleinstadt kennen, sehr schnell hat man von allen ein klares Bild vor Augen. Vielleicht weniger von deren Aussehen, aber dafür umso besser von deren Charakter. Und das ist ja auch wesentlich wichtiger. Unterschiedlicher könnten die Leute nicht sein. Ich fand die Beschreibungen außerordentlich gut gelungen. Man könnte fast sagen, einer skurriler als der andere – und doch immer glaubhaft und vorstellbar beschrieben. Doch ich möchte hier gar nicht groß in Charakterbeschreibungen oder zu einer längeren Inhaltsangabe verfallen.

Richard Russo versteht es grandios, wunderbare Sätze zu Papier zu bringen. Nicht selten gespickt mit einer ordentlichen Portion an Humor und Situationskomik. Dank dieser wirkt dieses Drama nicht erdrückend oder schwer, vielmehr lässt er Empire Falls mit einer originellen schriftstellerischen Leichtigkeit zum Leben erwachen und beschreibt eine Kleinstadt, die einem zu keinem Zeitpunkt erfunden vorkommt. Im Gegenteil. Man könnte fast meinen, er erzähle hier tatsächlich die wahre Geschichte von Miles Roby und allen anderen Beteiligten. Herrlich.

Für mich vergingen die über 22 Stunden wie im Flug und ich hätte noch stundenlang weiterhören können. Dies ist natürlich nicht auch zuletzt dem genialen Sprecher Stefan Kaminski zu verdanken, der mal wieder zur Bestform aufgelaufen ist. Er hat all den vielen Mitwirkenden wirklich einzigartige und unverwechselbare Stimmen verpasst, so dass es Ohrenkino vom Feinsten war.

„Diese gottverdammten Träume“ ist eindeutig ein Hörbuch für meine Bestenliste.

Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Richard Russo – Diese gottverdammten Träume

Ivar Leon Menger – Ghostbox. Der Tod ist nicht das Ende (Staffel 1)

Beschreibung
Schon seit Wochen ist Lena Gruenwald (Yvonne Greitzke) auf der Suche nach der perfekten Story, um endlich als Redakteurin beim Berliner Tagesspiegel übernommen zu werden. Dabei wird die junge Journalismus-Praktikantin von einem Thema ganz besonders angezogen: dem Jenseits. Auch auf Lenas privatem Youtube-Kanal dreht sich alles nur um Geister, Ouija-Boards oder Tarotkarten. Doch eines Tages kommt die Dreiundzwanzigjährige dem Tod näher, als sie geahnt hätte – beginnend mit einer unerwarteten Nachricht aus Heidelberg: Ihr Bruder, zu dem sie seit Jahren keinen Kontakt mehr hat, hat sich aus unerklärlichen Gründen das Leben genommen.

Widerwillig reist Lena in die romantische Touristenstadt am Neckar, um seinen Nachlass zu regeln. Dabei stößt sie auf ein dunkles Geheimnis – eine revolutionäre, hochgeheime Forschung an der Uniklinik Heidelberg, an der auch ihr Bruder mitgearbeitet hat. Um die Hintergründe seines Selbstmords besser zu verstehen, begibt sich Lena auf eine gefährliche Recherche-Reise, bei der sie nicht nur ihren Verstand zu verlieren droht, sondern auch ihr Leben …

Sprecher
Diverse – Hörspiel

Länge
10 h 30 m

Meine Meinung
Stelle dir vor, du warst vor kurzem in der Heidelberger Uniklinik als Patient wegen einer OP. Du kennst die Umgebung, du kennst die Klinik, du weißt, wo alles ist. Und dann stelle dir weiter vor, du bekommst dieses Hörbuch auf Ohren. Und dieses Hörbuch spielt eben genau in dieser Uniklinik, in der du vor kurzem warst. Du nickst bei all den Beschreibungen kräftig mit dem Kopf, weil du ja selbst gerade dort warst und alles perfekt beschrieben wird. Und stelle dir dann das Grauen vor, das dich befällt, wenn du erfährst, was sich dort in der Geschichte zugetragen hat. Und dann vereinbare dort einen Termin für eine weitere anstehende OP. Schluck, ich glaube, ich warte damit noch etwas 😉 Eigentlich geht es mir doch ziemlich gut 😉

Doch nun zur  Story selbst: ich fand das eine klasse Idee, wenn vielleicht auch nicht mehr ganz neu. Ich will hier nicht verraten, um was es geht, will keinem die Spannung nehmen, auch wenn dies recht bald in der Story klar wird. Doch welch eine Szenerie sich Ivar Leon Menger hier ausgedacht hat, fand ich wirklich einzigartig – naja, und stellenweise auch sehr grausam und auch etwas skurril. Aber richtig, richtig gut. An Spannung mangelt es hier keine Sekunde. Und durch die vielen einzelnen Sequenzen wird einem erst nach und nach klar, wohin die Reise eigentlich gehen wird. So stellen sich vorher nichtssagende Sätze plötzlich in einem ganz anderen Licht dar und es wird einem das ganze perfide Ausmaß erst ziemlich zum Schluss klar.

Toll aufgebaut, spannend umgesetzt und mit den verschiedenen Sprechern zu einem perfekten Hörerlebnis inszeniert. Ich könnte mir die Ghostbox übrigens auch sehr gut als Film vorstellen. Das wäre sicherlich auch sehr gut.

Sehr nett fand ich die Einspielung mit Ranga Yogeshwar und auch die Nachricht im Hintergrund, dass Sebastian Fitzek bei einer Buchpremiere betrunken von der Bühne gefallen sei, fand ich amüsant.

Insgesamt bin ich wirklich sehr begeistert von dieser neuen Reihe aus der Feder von Ivar Leon Menger und kann es kaum abwarten, bis die nächste Staffel erscheinen wird.

Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Ivar Leon Menger – Ghostbox. Der Tod ist nicht das Ende (Staffel 1)

Randbemerkung: 1999 habe ich das Buch „Homo s@piens – Leben im 21. Jahrhundert – Was bleibt vom Menschen? “ von Ray Kurzweil gelesen. Hier wird auch dieses Thema behandelt. Damals konnte und wollte ich das nicht glauben, es erschien mir zu abgehoben, zu absurd. Doch heute? Heute nicht mehr.

Siehe auch:

Monster 1983:

Ghostbox:

Sonstiges:

Kristin Hannah – Liebe und Verderben

Beschreibung
Ich bin hier und werde niemals aufhören, auf Dich zu warten.

1974: Als Lenora Allbright mit ihren Eltern nach Alaska zieht, ist die Familie voller Hoffnung, das Trauma des Krieges, das der Vater in Vietnam davongetragen hat, hinter sich zu lassen. In Matthew, dem Sohn der Nachbarn, findet Leni einen engen Freund, und aus ihrer Vertrautheit entwickelt sich bald eine junge Liebe. Doch auf die Schönheit des Sommers in Alaska folgt unweigerlich die Finsternis des Winters, und je länger diese andauert, desto weniger vermag Lenis Vater die in ihm wohnenden Dämonen zu bändigen. Schon bald müssen die beiden jungen Liebenden um ihr Miteinander kämpfen – bis sie eines Tages auszubrechen versuchen…

Mit emotionaler Wucht erzählt Kristin Hannah eine große Geschichte über unsere Verletzlichkeit, wenn wir zum ersten Mal lieben, über die dunklen Seiten der Liebe und über die niemals endende Verbundenheit zwischen einer Mutter und ihrem Kind.

Sprecher
Eva Mattes

Länge
16 h 17 m

Meine Meinung
Bei der Auswahl dieses Hörbuches erhoffte ich mir eine Geschichte, die mich das Wochenende von Samstag bis Sonntag beschäftigt und begleitet. Ja, es war die richtige Wahl. Denn am Samstag habe ich damit begonnen, am Sonntag habe ich es beendet.

Am meisten begeistert haben mich hier die Beschreibungen von Alaska. Ein gnadenloses Land, das mit seiner bitteren Kälte in den langen Wintern und langanhaltenden Dunkelheit die Menschen an ihre Grenzen bringt. Wenn dann ein labiler Mensch mit seiner Familie dort hinzieht, um ein neues Leben zu beginnen, ahnt man schon, dass es zwar im Sommer sehr motivierend und bezaubernd sein kann, ja, dass es sogar den Anschein hat, dass sich die Schwierigkeiten der Familie, die aufgrund der Dämonen, mit denen sich der Vater aus dem Vietnamkrieg und damit auch seine Familie quält, sich in Luft auflösen könnten. Doch wie ein Damokles-Schwert droht der nahende bitterkalte und erbarmungslose Winter. Hinzu kommt ein Nachbar, mit dem der Vater gerne einen trinkt. Was Alkohol mit einem psychisch angegriffenen Mann anrichten kann, kann man sich vorstellen. Es kam wie es kommen musste. Der Vater wird zum prügelnden Ehemann, die Tochter verzweifelt zunehmends. Ihr einziger Halt ist ihr Schulkamerad Matthew. Schnell wird aus deren Kameradschaft mehr als Freundschaft.

Es folgen viele Jahre der Verzweiflung und der Hilflosigkeit. Manchmal fiel es mir wirklich schwer, die Liebe der Mutter zu ihrem brutalen Ehemann noch nachvollziehen zu können.  Auch der Tochter fiel es zunehmend schwerer. Sie wollte mit ihrer Mutter weg von ihm, doch ein Fluchtversuch endete hochdramatisch.

Von Kristin Hannah hatte ich bisher noch kein Hörbuch gehört. Ich weiß auch gar nicht genau, warum ich mir dieses Hörbuch aussuchte, vermutlich lag es an Alaska. Es war für mich einfach mal ein ganz anderer Handlungsort, der mich durchaus reizte.

Insgesamt fand ich die Geschichte klasse. Ich fand es durchweg sehr interessant, wenn es auch in der Mitte eine Länge aufwies, die sich wie eine Endlosschleife anfühlte, doch es passierte meist durchweg viel, und wenn nichts passierte, dann wurde man mit faszinierenden Landschaftsbeschreibungen belohnt. Außerdem ist es eine äußerst emotionale Geschichte!

Das Thema Liebe, welches den roten Faden in der Geschichte bildete, fand ich hier sehr gut und nachvollziehbar dargestellt. Es wurden hier eigentlich alle Facetten der Liebe aufgezeigt, ohne dass es aufgesetzt wirkte. Mir hat diese hochdramatische Geschichte jedenfalls sehr gut gefallen und ich war froh, dass es am Ende dann noch richtig schnulzig wurde. Eigentlich kann ich Schnulzigkeit überhaupt nicht leiden. Aber hier war es Balsam für meine Seele.

Eva Mattes war für diese Geschichte genau die richtige Sprecherin. Sie hat alle Personen – selbst die Männer – perfekt vertont. Es war für mich völlig mühelos, ihr über die 16 Stunden zuzuhören.

Weitere Informationen
Eine Hörprobe sowie weitere Informationen gibt es bei Audible.de
Und hier geht es direkt zum Hörbuch: Kristin Hannah – Liebe und Verderben