Gregory David Roberts – Shantaram

Beschreibung von Audible
Interpol, Indien und das innere Ich: „Shantaram“ von Gregory David Roberts

Was zählt im Leben und wie finden wir uns wieder? Dass dies nur zwei Aspekte sind, denen Gregory David Robert in „Shantaram“ nachgeht, deutet auf die Vielseitigkeit der Geschichte vor der atemberaubenden exotischen Kulisse Indiens.

In „Shantaram“ spricht Jürgen Holdorf die spannende Geschichte des Australiers Lindsay, der nach zwei Jahren Gefängnis auf der Flucht vor Interpol ist. Er taucht in Bombay unter und trifft dort auf Prabaker, einen jungen Inder, der ihm die Metropole und die Möglichkeiten zeigt, die eigene innere Mitte wiederzufinden. Als Lindsay sich an der Seite der Armen in Sicherheit glaubt, macht ihm die Bekanntschaft einer jungen Frau einen Strich durch die Rechnung.

Dieses Hörbuch lädt Sie ein, das faszinierende Indien kennenzulernen und gleichzeitig einer spannenden Geschichte über den Sinn des Lebens zu lauschen.

Inhaltsangabe
Eine ebenso tollkühne wie bewegende Reise ohne Rückfahrkarte in das Indien abseits der touristischen Routen.

Als der Australier Lindsay mit falschen Papieren in Bombay strandet, hat er einen spektakulären Ausbruch aus einem Hochsicherheitsgefängnis hinter sich und ist auf der Flucht vor Interpol. Ohne Sprachkenntnisse und Kontakte ist das Überleben in der chaotischen Metropole jedoch schwer. Zu seinem Glück begegnet Lindsay dem jungen Inder Prabaker, der in den Slums lebt und ihn unter seine Fittiche nimmt.

Auf ihren Streifzügen durch die exotische, schillernde, aber auch zutiefst brutale und gnadenlose Stadt schließen die beiden eine innige Freundschaft. Von Prabaker lernt Lindsay nicht nur die Landessprache, sondern auch, mit sich ins Reine zu kommen und Verantwortung zu übernehmen: Als „Shantaram“, als „Mann des Friedens“ wird er zum Anwalt der Armen und kämpft fortan mutig und aufopferungsvoll für eine menschenwürdigere Welt.

Sprecher
Jürgen Holdorf

Länge
45 h 16 m

Meine Meinung
Shantaram ist eine wundervolle Geschichte mit philosophierenden Gangstern und jeder Menge Gefühle. Stinkig, wohlduftend, elendig, berauschend, gefühlsduselig und schockierend – alles ist vorhanden in diesem 45-Stunden-Werk von Gregory David Roberts, der hier eine halbautobiografische Geschichte zu Papier gebracht hat.

Ich war noch nie in Bombay. Doch jetzt nach diesem Hörbuch habe ich das Gefühl, dass ich den Herzschlag der Stadt kenne, dass ich all die schönen Plätze doch mehr noch die schmutzigen und verwegenen Orte der Stadt kenne. Und fast hatte ich den Eindruck, dass „Prabakers Slum“ der schönste Ort der Welt sein muss… Okay, zurück in die Realtität.

Beim Kauf des Hörbuches dachte ich mir: 45 Stunden, hm, das ist lang, aber ich kann ja zwischendurch etwas anderes hören, wenn es mir gerade zu langatmig wird. Tja, jetzt kann ich berichten, dass ich in jeder freien Minute dieses Hörbuch gehört habe und im Traum nicht auf die Idee kam, es zu unterbrechen. Denn ist absolut spannend. Nicht nur aufgrund der vielen Geschehnisse, die den Protagonisten ereilen, auch von den örtlichen Beschreibungen und von den vielen, vielen Gedankengängen her ist es einfach nie langweilig. Und man merkt wirklich, dass der Autor vieles davon tatsächlich selbst erlebt hat.

Im letzten Fünftel des Hörbuches muss ich allerdings gestehen, dass ich über die immer mehr überbordenden blumigen Metaphern meist nur noch lachen musste. Bollywood hat wohl doch sehr auf ihn und seine Gefühlswelt eingewirkt. Doch es schadet der Gesamtstory ganz und gar nicht. Höhen und Tiefen durchlebt Lin, der Protagonist, mehr als genug, wobei sich die Tiefen eindeutig häufen und die Höhen eher verschwindend gering sind. Doch einer meiner persönlichen Highlights war immer wieder der Auftritt des kleinen immer strahlenden Inders Prabaker, oder auch Prabo, wenn man ein Freund von ihm war. Dieser kleine herzensgute Mensch hat es mir so richtig angetan, ihn habe ich wirklich lieben gelernt. Ein Lieblingsausdruck von ihm: „Viel prima gut“. Hach, das wird mir noch lange in den Ohren klingen. Vor allem da Jürgen Holdorf ihn so genial gesprochen hat. Doch nicht nur ihn, auch alle anderen Personen, und davon gab es verdammt viele – ich fand seine Leistung wirklich bombastisch gut und würde ihm gerne noch ein paar mehr Pingus geben.

Die Geschichte mit der dressierten Maus – nur ein kleiner Absatz in diesem Hörbuch – hat mir sehr zugesetzt. Es geht hier um eine kleine Maus und ich kämpfte mit den Tränen.

Zur Entwicklung des Protagonisten möchte ich sagen, dass ich ihn anfangs sehr bewunderte, wie er seine zunächst wirklich fatale Lage gemeistert hat. Doch im weiteren Verlauf der Story, hätte ich ihm gerne öfter mal in den Allerwertesten getreten, doch bitte nicht immer so blauäugig den Menschen zu vertrauen. Doch ganz am Ende, nach viel Leid und Enttäuschung hat selbst er einiges über das Leben gelernt. Doch da er vermutlich kein Unikat auf dieser Welt ist, der erst ganz harte Prüfungen hinter sich bringen muss, um zu begreifen, will ich das gerne verzeihen.

Sehr köstlich hingegen fand ich die „philosophierenden Debattierstunden“ der Gangster, um nicht zu sagen Schwerverbrecher. Es war immer wieder interessant, diesen Diskussionen und Gedankengängen zu lauschen.

Insgesamt ist Shantaram ein wahrhaft berauschendes Hörbuch, das an Spannung nicht spart, das durch detaillierte Beschreibungen lebhaft und glaubhaft wird und einen leichten Hauch von Bollywood aufzeigt. Letzteres ist auf die gewählte oftmals übertrieben blumige Ausdrucksweise des Autors bezogen – insbesondere, wenn es um seine große Liebe Karla ging. Ich konnte diese Frau – bei mir war sie von Anfang an nur: „Miss Superschlau“ – nicht leiden. Was der Protagonist an ihr so toll fand, war für mich dementsprechend schwer nachvollziehbar. Aber – wo die Liebe hinfällt.

Ich kann dieses Hörbuch also besten Gewissens allen empfehlen, die gerne Spannung, fremde Länder und Erfahrungen und natürlich philosophische Gedanken lieben. Ein Mann auf der Suche nach sich selbst und dem Sinn des Lebens. Eine geniale Mischung von allem bietet diese Geschichte. Von der Länge des Hörbuches sollte man sich wirklich nicht abschrecken lassen. Denn fast jede Minute ist äußerst hörenswert.

Weitere Informationen
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Arno Frank – So, und jetzt kommst du

Beschreibung
Wenn der Held deiner Kindheit ein Betrüger ist.

Der Autoverkäufer Jürgen lebt mit seiner Frau und drei Kindern in kleinbürgerlichen Verhältnissen in der pfälzischen Provinz der Achtzigerjahre. Bis plötzlich das „große Geld“ da ist und die Familie fluchtartig nach Südfrankreich auswandert. Es folgt ein paradiesisches Leben im Luxus – doch die Eltern benehmen sich zunehmend seltsam. Bis herauskommt, dass der Vater ein Hochstapler ist und hohe Summen unterschlagen hat. Im letzten Moment entflieht die Familie dem Zugriff der Behörden und eine Jagd durch Europa beginnt. Es ist ein freier Fall auf Kosten der Kinder, bis es unweigerlich zum Aufprall kommt…

Devid Striesow macht facettenreiche Persönlichkeiten und gebrochene Charaktere hörbar wie kein Zweiter.

Sprecher
Devid Striesow

Länge
9 h 58 m

Meine Meinung
Ein Kartenhaus fällt zusammen. So könnte man die Geschichte kurz beschreiben.

Ein völlig verantwortungsloser Vater, der alle anderen Menschen für dumm hält – sein Lieblingsspruch: „Jeden Tag steht ein Dummer auf“ – ist davon überzeugt, dass er nicht arbeiten muss, dass er irgendwann den ganz großen Deal machen wird. Doch zunächst lässt dieser Deal auf sich warten. Als er ihm dann vermeintlich gelingt, ist dieser weitab vom legalen und fortan lebt die Familie auf der Flucht. Sehr zum Leidwesen der Kinder, die keine Freundschaften schließen können, meist an der Armutsgrenze leben und kein funktionierendes Familienleben erfahren.

Diese Geschichte fand ich erschreckend gut, vor allem, da sie auf einer wahren Geschichte beruht. Stellenweise lauschte ich wirklich fassungslos, was sich der Vater wieder hatte einfallen lassen, um an das ganz große Geld heranzukommen.

Die armen Kinder kann man da nur sagen. Vor allem finde ich schlimm, dass diese Geschichte zu jeder Zeit glaubhaft daherkommt, da es ja durchaus solche Tagträumer gibt. Solange sie keine Familie haben – meinetwegen, solange sie nur alleine die Konsequenzen ihres Handelns tragen müssen. Aber in dem Moment, da Kinder ins Spiel kommen, wird es tragisch.

Devid Striesow hat hier wieder einen tollen Job gemacht.

Weitere Informationen
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Peter Prange – Unsere wunderbaren Jahre

Beschreibung
Es ist der 20. Juni 1948. Das neue Geld ist da. 40 DM „Kopfgeld“ gibt es für jeden. Auch für die drei so verschiedenen Schwestern Ruth, Ulla und Gundel, Töchter des geachteten Fabrikanten Wolf in Altena. Für Tommy, den charmanten Improvisateur, für den ehrgeizigen Jung-Kaufmann Benno, für Bernd, dem Sicherheit das Wichtigste ist. Was werden die sechs Freunde mit ihrem Geld machen? Welche Träume und Hoffnungen wollen sie damit verwirklichen?

Schicksalhaft verbunden erleben sie über drei Generationen hinweg die Bundesrepublik der D-Mark – und den Beginn der neuen, europäischen Währung.

Sprecher
Helmut Zierl

Länge
18 h 42 m

Meine Meinung
Peter Prange ist mit „Unsere wunderbaren Jahren“ wieder einmal ein Roman gelungen, der viel zu erzählen hat, der kurzweilig und interessant ist. Er kann das richtig gut, wie ich schon bei anderen Romanen aus seiner Feder feststellen durfte.

Über etliche Jahrzehnte wird hier die Geschichte von drei Geschwistern erzählt, die – jede für sich – ihr eigenes Glück nach der Einführung der D-Mark und dem damit verbundenen „Kopfgeld“ suchte. Und das auf ganz unterschiedlichen Wegen.

Interessant fand ich auch, die Entwicklungen der Stadt Altena zu erfahren. Ich stamme zwar nicht aus der Gegend, bin noch nicht mal aus der Nähe, aber es ist ein Stück Kulturgeschichte, die hier zu Papier gebracht wurde. Immerhin fand ich die Schilderung der Finanzierung des geplanten Aufzugs derart interessant, dass ich im Internet danach surfte und ganz fasziniert las, war hierzu zu finden ist.

Gut gefallen hat mir auch, dass Peter Prange sich selbst in die Story eingebaut hat. Manch einer mag das eitel nennen, ich nenne es einfach nur sympathisch, da er zwar „mitspielt“, aber keine tragende Rolle einnimmt.

Helmut Zierl als Sprecher – einfach perfekt. Ich mag ihn sehr als Hörbuchsprecher.

Weitere Informationen
Eine Hörprobe sowie weitere Informationen gibt es bei Audible.de
Und hier geht es direkt zum Hörbuch: Peter Prange – Unsere wunderbaren Jahre

Siehe auch: 

David Foenkinos – Das geheime Leben des Monsieur Pick

Beschreibung
Wie ein einziger Roman dein Leben verändert.

Im bretonischen Finistère, am „Ende der Welt“, gibt es eine ganz besondere Bibliothek: Sie beherbergt von Verlagen abgelehnte Manuskripte. Eines Tages entdeckt dort eine junge Pariser Lektorin ein Meisterwerk, dessen Autor der frühere Pizzabäcker des Ortes ist. Seine Witwe beteuert, er habe Zeit seines Lebens kein einziges Buch gelesen und nie etwas anderes zu Papier gebracht als Einkaufslisten. Ob er ein geheimes Zweitleben führte? Von dieser mysteriösen Entstehungsgeschichte beflügelt, wird der Roman ein Riesenerfolg und ändert das Leben vieler Menschen, darunter das seiner Entdeckerin. Paare trennen sich, neue Liebende finden sich, und so manche Gewissheit wird auf den Kopf gestellt.

Sprecher
Axel Milberg

Länge
7 h 13 m

Meine Meinung
Eine Bibliothek der abgelehnten Manuskripte – was für eine schöne Idee. Ich will ja gar nicht wissen, wieviele Manuskripte in irgendwelchen Schubladen einsam ihr Leben fristen. Doch in solch einer Bibliothek sind sie gut aufgehoben und in bester Gesellschaft. Ich könnte mir schon vorstellen, dass sich an solch einem Ort wahre Schätze befinden, die bisher verkannt wurden.

Gut wenn sich dann eine gewissenhafte Lektorin in ihrem Urlaub per Zufall in diese Bibliothek verirrt, und das Meisterwerk unter all den anderen Manuskripten findet. Denn so passiert es in dieser Geschichte. Kaum hat sie es entdeckt, startet eine große Marketingaktion, um das Buch auf den Markt zu bringen.

Herrlich, was sich David Foenkinos hier alles hat einfallen lassen, um das Werk publik zu machen. Und was zieht besser, als ein schreibender Pizzabäcker, der in irgendeinem Kaff am Ende der Welt tagein tagaus seine Pizza verkauft. Sehr romantisch diese Vorstellung.

Ich fand diese Geschichte äußerst spritzig und witzig und besonders die Wendung am Ende des Buches hat mir sehr, sehr gut gefallen. Ich denke, allen Leseratten könnte dieses Buch ausgesprochen gut gefallen. Ein Buch über die Leidenschaft zu Büchern ist doch einfach immer wieder etwas Feines.

Axel Milberg als Sprecher fand ich auch hier wieder klasse.

Weitere Informationen
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E. O. Chirovici – Das Buch der Spiegel

Beschreibung
Die Wahrheit des Einen ist die Lüge des Anderen.

Als der Literaturagent Peter Katz ein Manuskript des Autors Richard Flynn erhält, ist er sofort fasziniert. Flynn schreibt über die Ermordung des berühmten Professors Joseph Wieder in Princeton – vor über zwanzig Jahren. Der Fall wurde nie aufgeklärt, und Katz vermutet, dass der mittlerweile unheilbar kranke Flynn den Mord gestehen oder den Täter enthüllen wird. Doch Flynns Text endet abrupt. Katz will den Autor kontaktieren, aber er kommt zu spät, denn Flynn ist zwischenzeitlich verstorben. Besessen davon, das Ende der Geschichte zu erfahren, versucht Katz, Laura Baines ausfindig zu machen, die als Studentin auf undurchsichtige Weise mit Wieder verbunden war. Doch je tiefer Katz in den Fall eindringt, desto mehr scheint er sich von der Lösung zu entfernen. Denn im Spiegel der Erinnerung sieht er mehr als nur eine Wahrheit…

Diese ungekürzte Hörbuch-Fassung wird exklusiv von Audible präsentiert und ist ausschließlich im Download erhältlich.

Sprecher
Jonas Nay, Stephan Kampwirth, Volker Lechtenbrink, Sebastian Rudolph, Sascha Rotermund

Länge
8 h 15 m

Meine Meinung
Leider habe ich zu lange mit meiner Rezension gewartet. Doch dieses Mal habe ich eine wirkliche Begründung: echter Zeitmangel!
Was ich aber noch weiß ist, dass mir das Hörbuch sehr gut gefallen hat. Ich fand es spannend und kurzweilig und die Erzählweise war ausgefallen. Meine notierte Gesamtbewertung lautet: 5,0 Pingu-Punkte. Was die Aufnahme-Qualität betrifft, was etliche Rezensenten so herb bemängelt hatten, hatte ich absolut nichts auszusetzen.

Weitere Informationen
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Mechtild Borrmann – Trümmerkind

Beschreibung
Der kleine Hanno Dietz schlägt sich mit seiner Mutter im Hamburg der Nachkriegsjahre durch. Steine klopfen, Altmetall suchen, Schwarzhandel – das ist sein Alltag. Eines Tages entdeckt er in den Trümmern eine Tote – und etwas abseits einen etwa dreijährigen Jungen, der erstaunlich gut gekleidet ist. Das Kind spricht kein Wort, Verwandte sind nicht auffindbar. Und so wächst das Findelkind bei den Dietzens auf. Jahre später kommt das einstige Trümmerkind durch Zufall einem Verbrechen auf die Spur, das auf fatale Weise mit seiner Familie verknüpft ist…

Diese ungekürzte Hörbuch-Fassung wird Ihnen exklusiv von Audible präsentiert und ist ausschließlich im Download erhältlich.

Sprecher
Vera Teltz

Länge
7 h 45 m

Meine Meinung
Ach herrjeh, auch hier habe ich aus absolutem Zeitmangel zu lange mit meiner Rezension gewartet. Doch hier sind mir etliche Szenen noch sehr gut im Ohr! Es war wieder ein eindringliches Werk von Mechtild Borrmann. Und bestimmt war dieses auch nicht mein letztes Hörbuch von ihr.

Ich weiß noch, dass mir – wie auch schon bei Der Geiger – der historische Part etwas besser als der aktuelle Bezug gefallen hat. Doch insgesamt war es wieder ein sehr eindringliches Hörbuch über den 2. Weltkrieg und was er mit den Menschen gemacht hat. Als Schneiderstochter habe ich natürlich noch die Szenen mit dem Knopf und den Näharbeiten im Kopf. Doch, dieses Hörbuch fand ich toll und kann es ruhigen Gewissens weiterempfehlen.

Selbst Vera Teltz hat mir sehr gut gefallen.

Weitere Informationen
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Karl Olsberg – Glanz

Beschreibung
Als der 14-jährige Eric nach einer Überdosis der Droge „Glanz“ vor dem Laptop ins Koma fällt, ist seine Mutter Anna verzweifelt. Da die Ärzte keinen Rat wissen, nimmt sie schließlich die Hilfe einer mysteriösen Frau an. Das Unvorstellbare geschieht: Anna kann in die Traumwelt im Kopf ihres Sohnes vordringen, der in einem phantastischen Computerspiel gefangen zu sein scheint. Doch während sie versucht, ihn zurück ans Licht der Wirklichkeit zu führen, verdichten sich die Hinweise, dass Eric das Opfer eines üblen Spiels ist.

Sprecher
Susanne Stangl

Länge
11 h 33 m

Meine Meinung
Eigentlich bin ich ein ausgesprochener Karl-Olsberg-Fan. Bisher haben mich alle seine Hörbücher restlos begeistert – entsprechend sind auch meine Bewertungen.

Bei diesem hier verhält es sich leider etwas anders. Ich empfand die Story als unendlich langatmig. Über Stunden hat man sich hier zusammen mit den Protagonisten in einem Computerspiel aufgehalten und hat die Gegner bekämpft. Gut, wenn man gerne Computerspiele spielt, dann mag einem das ja gefallen. Da ich das aber überhaupt nicht tue und auch nichts damit anfangen kann, war die Story für mich eher anstrengend und über weite Strecken hin eher öde, als spannend. Doch wie gesagt, wenn man Computerspiele mag, sieht das vermutlich ganz anders aus.

Mir hat es jedenfalls nicht so gut gefallen. Das Ende hingegen fand ich dann doch noch gut, auch wenn ich diese Art der Auflösung bereits erahnt hatte. Trotzdem fand ich das gut gelöst.

Die Sprecherin war ok, sonst hätte ich nicht so lange durchgehalten.

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John Williams – Augustus

Beschreibung von Audible
Ein wichtiges Kapitel der römischen Geschichte, mitreißend und lebendig erzählt

Der amerikanische Erfolgsautor John Williams erzählt in „Augustus“ die Ereignisse um Augustus‘ Machtergreifung in Form fiktiver Briefe und Senatsprotokolle. Er beleuchtet dabei sehr unterschiedliche Facetten und bietet einen faszinierenden Einblick in die antike römische Kultur.

Octavian ist gerade erst erwachsen geworden, als er durch die Ermordung seines Adoptivvaters Julius Caesar dessen Nachfolger wird. Seine schmächtige Gestalt und schwache körperliche Verfassung, seine Sensibilität, seine Vorliebe für die Wissenschaften – alles spricht gegen ihn, in den der mächtige Caesar so viel Hoffnung setzte. Aber Octavian nimmt das schwere Erbe an und führt als Augustus das Römische Reich in eine lange Zeit des inneren und äußeren Friedens.

Für das Hörbuch konnten die beliebten Schauspieler Christian Redl, Hanns Zischler, Corinna Kirchhoff, Jens Wawrczeck, Ulrich Noethen und Felix von Manteuffel als Sprecher für die unterschiedlichen Protagonisten gewonnen werden. Nicht zuletzt dadurch wird „Augustus“ von John Williams zu einem packenden und aufschlussreichen Hörerlebnis.

Inhaltsangabe
Das neue Meisterwerk von John Williams. Verbündete, Gegner, Feinde – ein Herrscherleben in all seinen Facetten

Octavian ist neunzehn, sensibel, wissbegierig und will Gelehrter werden. Doch als Großneffe und Adoptivsohn Julius Cäsars fällt ihm nach dessen Ermordung ein gewaltiges Erbe zu: Ihm, der von schwächlicher Konstitution, aber enormer Willenskraft ist, wird es durch Glück, List, Intelligenz und Entschlossenheit gelingen, das riesige Römische Reich in eine Epoche des Wohlstands und Friedens zu führen.

Die besten deutschsprachigen Schauspielerstimmen lassen in fiktiven Briefen, Erinnerungen und Senatsprotokollen die Person eines gottgleichen Herrschers lebendig werden. Am Ende aber, von Frau und Tochter entfremdet, sieht er dem Tod so ungeschützt entgegen wie jeder andere Mensch auch.

Sprecher
Christian Redl, Hanns Zischler, Corinna Kirchhoff, Jens Wawrczeck, Ulrich Noethen, Felix von Manteuffel

Länge
14 h 10 m

Meine Meinung
So viele Namen! Ich muss hier zugeben, dass ich mit den ganzen Namen, die meist ja nicht einfach aus einem Namen, sondern durchaus aus zwei oder drei Namen für eine einzige Person bestanden, ziemliche Probleme hatte. Das Buch heißt Augustus, da dachte ich, dass natürlich von Augustus gesprochen wird. Doch nein, es scheint ein gewisser Octavian die Hauptrolle zu spielen. Ich gestehe, ich bin ein absoluter Banause, was die römische Geschichte betrifft. Und so hat es einige Zeit gedauert, bis mir dämmerte, dass eben dieser Octavian Augustus ist. Auch fand ich die unglaublichen Zeitsprünge sehr verwirrend. Mal war 38 v. Chr. Als nächstes kam ein Brief von 4 n. Chr. Dann wieder 27 v. Chr. usw. Das alles fand ich zunächst äußerst mühsam, um der Geschichte folgen zu können. So habe ich dann auch irgendwann das Hörbuch unterbrochen und zunächst ein anderes Hörbuch gehört.

Als ich dann wieder mit Augustus weitermachte – denn interessiert hat es mich ja immer noch – konnte ich zunehmend die Zusammenhänge besser verstehen und das Hörbuch gefiel mir immer besser. Ab da unterbrach ich das Hörbuch nicht mehr und hörte es bis zum Ende durch.

Am Ende hat man einen sehr ausführlichen Überblick über die Geschehnisse damals bekommen. Rückblickend kann ich nun sagen, dass die gewählte Form der fiktiven Briefe eine sehr außergewöhnliche Erzählweise darstellt, die die geschichtlichen Ereignisse kurzweilig präsentiert und aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet.

Somit wurde meine Erwartung hinsichtlich des Informationsgehalts dieses Hörbuches voll erfüllt. Wenn man also ähnlich ahnungslos wie ich dieses Hörbuch in Angriff nimmt, so kann ich nur sagen: Durchhalten! Die Vorhänge, die zunächst völlig blickdicht von der Bühne hängen, lüften sich nach und nach und am Ende präsentiert sich ein herrlicher Ausblick auf eine ganz erstaunliche Epoche der römischen Geschichte.

Aufgrund meiner anfänglichen Probleme, kann ich diesem Hörbuch aus meiner Sicht keine 5 Pingu-Punkte geben. Jeder, der nur etwas Ahnung hat, von wem John Williams hier spricht, sieht das sicherlich berechtigterweise anders. Doch ich kann ja nur für mich sprechen.

Die verschiedenen Sprecher dagegen fand ich durch die Bank weg richtig klasse. Jeder hat seine jeweiligen Rollen genial interpretiert und alle Stimmen fand ich äußerst angenehm im Ohr.

Weitere Informationen
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Siehe auch:

Julian Barnes – Der Lärm der Zeit

Beschreibung
Von der Liebe zur Musik und den Zwängen der Macht.

Der sowjetische Starkomponist Dmitri Dmitrijewitsch Schostakowitsch gehört zu den renommiertesten Komponisten seines Landes, als Stalin eines Abends der Aufführung einer seiner Opern beiwohnt und schon in der Pause den Saal verlässt. Schostakowitsch wartet ab diesem Abend Nacht für Nacht angezogen, auf seinen gepackten Koffern sitzend neben dem Aufzug seiner Wohnung, dass er verhaftet wird.
Doch niemand kommt. Stattdessen feiert er Erfolge mit seiner Fünften Symphonie und wird wieder Liebling der Massen. Aber nun muss er sich ungewollter Privilegien erwehren, die mit der Vereinnahmung durch die Partei einhergehen. Es geht nun nicht mehr um Leben und Tod, sondern um künstlerische und moralische Integrität. Und diese ist nicht weniger substanziell für den Komponisten.

Sprecher
Frank Arnold

Länge
6 h 07 m

Meine Meinung
Es ist einfach immer und immer wieder furchtbar zu lesen/zu hören, was unter der Diktatur Stalins geschah. Das Hörbuch „Der Lärm der Zeit“ beschreibt sehr anschaulich in Romanform das Leben des sowjetischen Starkomponisten Dmitri Dmitrijewitsch Schostakowitsch und wie er unter der Macht litt. Weit entfernt von selbstbestimmt, noch weiter entfernt von kreativ oder künstlerisch. Alles wurde ihm vorgeschrieben, alles wurde reguliert, was nicht passt, wurde verboten, wer aufmuckte wurde kurzerhand hingerichtet. Klare Regeln die nur noch Angst und Schrecken verbreiteten. Denn etliche Millionen verloren unter Stalins Macht ihr Leben.

Schostakowitsch ist natürlich verzweifelt. Er lebt in ständiger Angst, doch noch abgeholt und hingerichtet zu werden, da Stalin sein Werk „Lady Macbeth von Mzensk“ nicht zugesagt hatte. Um seiner Familie die Schmach der Verhaftung zu ersparen, sitzt er fortan Nacht für Nacht mit gepacktem Koffer im Flur und wartet auf sein Schicksal. Doch es kommt nicht. Es hat einen fast noch perfideren Plan für ihn, als den Tod. Denn immer und immer wieder muss er sich entscheiden: Steht er zu seiner Überzeugung, seinem Tun, seiner künstlerischen Schöpfung und wird somit hingerichtet oder beugt er sich dem unsäglichen Willen der Regierung, tut alles, was sie von ihm verlangt und verliert dadurch sein Gesicht.

Sein ganzes Leben ist geprägt von diesem Widerstreit der Gefühle, nicht selten denkt er an Selbstmord. Und das erschreckende ist, dass dieser Roman keineswegs erfunden ist. Größtenteils beruht er auf Tatsachen.

„Der Lärm der Zeit“ ist kein Hörbuch, dass man nebenbei hören kann. Denn es ist nicht nur äußerst intensiv von der wahren Geschichte her, es ist auch extrem wortgewaltig und ja auch philosophisch. Sehr gut haben mir hier die beschriebenen Gedanken des Protagonisten gefallen. Ich fühlte richtig mit ihm mit und war sehr froh, dass ich nicht in seiner Haut steckte.

In diesem Hörbuch hat mir Frank Arnold als Sprecher mal wieder sehr gut gefallen. Seine Stimme passte zu der Geschichte und er blieb als Sprecher angenehm im Hintergrund. Das bewirkte, dass das Gesagte nochmals an Intensität zunahm.

Keine leichte Kost – aber absolut empfehlenswert!

Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Julian Barnes – Der Lärm der Zeit

Jakob Wassermann – Caspar Hauser oder die Trägheit des Herzens

FolderBeschreibung
Caspar Hausers Lebensjahre in Nürnberg und Ansbach – bis zu seinem ominösen Tod. Der historische Kriminalroman von Jakob Wassermann, gelesen von Wolfram Huke.

Sprecher
Wolfram Huke

Länge
6 h 37 m

Meine Meinung
Kennt sie jemand noch nicht, die Geschichte um Caspar Hauser? Dann ist dieses Hörbuch genau das Richtige. Denn hier wird kurzweilig und interessant seine Geschichte erzählt.

Jeweils mit kurzen Gitarrenklängen zum Anfang und Ende der Kapitel ist dies eine interessante Geschichte, die man vermutlich nicht auf einmal verschlingen wird, aber die doch so interessant ist, dass man immer mal wieder ein Kapitel weiterhört. So erging es mir jedenfalls.

Die Vertonung von Wolfram Huke hat mir sehr gut gefallen. Er hat eine angenehme Stimme und hat die Story auch passend unaufgeregt vorgetragen.

Gibt es übrigens als kostenlosen Download hier: Jakob Wassermann – Caspar Hauser oder die Trägheit des Herzens.

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