John Lanchester – Die Mauer

Beschreibung
Joseph Kavanagh tritt seinen Dienst auf der Mauer an. Er gehört nun zu den jungen Menschen, die die Mauer unter Einsatz ihres Lebens gegen Eindringlinge verteidigt. Das Leben auf der Mauer verlangt Joseph einiges ab, doch seine Einheit wird zu seiner Familie. Mit Hifa, einer jungen Frau, fühlt er sich besonders eng verbunden. Gemeinsam absolvieren sie Kampfübungen, die sie auf den Ernstfall vorbereiten sollen. Denn ihre Gegner können jeden Moment angreifen. Und die sind gefährlich. Für ein Leben hinter der Mauer setzen sie alles aufs Spiel…

Sprecher
Johannes Klaußner

Länge
9 h 41 m

Meine Meinung
Die Mauer – die Idee war sicherlich ganz gut, doch irgendwie habe ich den Eindruck, dass der Autor nicht genug Einfälle hatte, um die Grundidee zu einem spannenden oder zumindest sehr interessanten Buch auszubauen. Vielmehr hatte ich den Eindruck, dass er auf „Teufel komm raus“ die Seiten füllen wollte. Leider gab es damit sehr lange recht langweilige Episoden, unterbrochen nur hier und da mit wirklich spannenden Elementen. Doch so überraschend wie diese kamen, so schnell waren sie auch wieder vorbei. Insgesamt plätscherte die Story so vor sich hin, ohne dass sie mich wirklich fesseln konnte.

Der Protagonist war ziemlich gut dargestellt, auch seine Beziehung zu seinen Eltern – die exemplarisch für alle Familien in dieser Dystopie gesehen kann – fand ich sehr interessant.

Insgesamt möchte ich sagen, die Grundidee hatte wirklich wesentlich mehr Potential, was hier leider nur sehr gering ausgeschöpft wurde. Somit bleibt auch meine Bewertung im mittelmäßigen Bereich.

Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: John Lanchester – Die Mauer

Christina Brudereck – Die Teetrinkerin

Beschreibung
Eine grüne Teeplantage in den südindischen Nilgiris. Hier ist Yashi Bhandari zu Hause. Aber es gibt auch die Großstadt am Fuß der Berge. Die knallharten Gesetze der Textilindustrie. Hier arbeitet Yashi als Menschenrechts-Anwältin. Und dann bekommt sie die Chance, ihre Energie noch weit wirkungsvoller einzusetzen: Bei der UNO in New York.

Ein poetisch-politischer Roman. Von Heimat und Freundinnen. Der Schönheit des Rechts. Und vom Mut, den eigenen Platz in dieser Welt zu finden.

Sprecher
Christina Brudereck

Länge
12 h 45 m

Meine Meinung
Yashi, unsere Protagonistin in „Die Teetrinkerin“, wohnt sehr idyllisch auf der Teeplantage ihres Mannes. Sie selbst arbeitet in der nahe gelegenen Großstadt als Menschenrechts-Anwältin. Sie übernimmt neben den Geld einbringenden Fällen auch immer wieder kostenlos Fälle von armen Textilarbeiterinnen, denen schlimmes Leid bei der Arbeit zugefügt wurde,  die sich aber niemals einen Anwalt leisten könnten. Yashi ist eine äußerst überzeugte Menschenrechts-Anwältin und nutzt natürlich ihre Chance, als ihr ein Job bei der UNO in Aussicht gestellt wird.

Dies ist für sie ein großer Umbruch. Von Indien nach New York ist nun keine kleine Veränderung. Doch ihre Schwägerin wohnt bereits seit einigen Jahren in New York und nimmt sich ihrer an. Innerhalb der UNO haben zwar alle ein gemeinsames Ziel, doch um dieses zu erreichen, gehen sie völlig unterschiedliche Wege. Und wie überall sonst auch, gibt es auch hier Neider und Miesepeter. So erfahren wir hier auch einiges über Yashis persönliche Kämpfe.

Die Geschichte ist nun kein klassischer Pageturner und doch entkommt man ihrem Sog nur schwer. Ist man einmal in der Story angekommen, will man so schnell nicht mehr zurück ins eigene Leben. Denn zum einen mochte ich Yashi auf der Stelle, auch die anderen Personen fand ich glaubwürdig beschrieben, so dass man schnell eine konkrete Vorstellung von Yashis Umfeld hatte. Und zum anderen erfährt man hier sehr viel über Fairtrade, über noch ausstehende Menschenrechte und somit über das große Unrecht, das in großen Teilen der Welt immer noch herrscht. Somit ist die „Teetrinkerin“ nicht nur auf menschlicher Ebene hervorragend geschrieben, es ist auch politisch äußerst interessant, brisant und fundiert recherchiert.

Den Erzählstil fand ich flüssig und sehr angenehm zu hören. Einzig dass es eine Autorenlesung ist, fand ich nicht ganz so gelungen. Christina Brudereck macht das zwar im Großen und Ganzen sehr gut, jedoch gibt sie der Schwägerin eine derart schrille Stimme, dass es mich stellenweise wirklich aggressiv machte. Denn die Schwägerin nimmt nicht gerade den kleinsten Teil im Buch ein.

Wer dies nun gar nicht leiden kann, der sollte eventuell besser zum Buch greifen. Aber eins ist klar. Entgehen lassen sollte man sich diese Geschichte nicht.

Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Christina Brudereck – Die Teetrinkerin

Karin Kalisa – Radio Activity

Beschreibung
„Als sie das erste Mal auf Sendung ging, ließen die Vorarbeiter im Hafenbüro ihre Einsatzpläne sinken. Die Autofahrer, die vor den Schleusen warteten, beugten sich nach rechts, um das Radio lauter zu drehen.(…) „Guten Morgen, Seeleute“, hatte die Moderatorin gesagt, „ihr Leute auf See und an der See, hier schicke ich Euch ein Bandoneon vorbei, das euch auf Nordmeerwellen in den Tag trägt.“ Nichts, was sie sagte, war so außergewöhnlich, dass es den morgendlichen Betrieb in einer mäßig ausgeschlafenen Hafenstadt hätte stocken lassen müssen. Es war ihre Stimme.“

Wenn sie zu hören ist, werden die Radios lauter gedreht und stocken die Gespräche: Nora Tewes hat die perfekte Radiostimme – und einen Plan: Auf 100.7, einem Sender, den sie mit zwei Freunden gegründet hat, will sie einen lange davongekommenen Täter in die Enge treiben.

Überstürzt ist Nora aus ihrem eigenen Leben als Tänzerin in New York in ihre Heimatstadt zurückgekehrt, um ihrer Mutter, die im Sterben liegt, nahe zu sein. Unter dem Druck beharrlicher Nachfrage Noras nach der Vergangenheit bricht eine nur oberflächlich verheilte Wunde auf, und ein Verbrechen, dessen Opfer ihre Mutter als Kind geworden ist, wird offenbar. Nora erstattet Anzeige und erhält eine niederschmetternde Antwort: Verjährt.

Aufgewühlt sucht sie nach einem Weg und hat eine Idee. Das Radio bietet ihr die Möglichkeit, diese umzusetzen und sie beginnt ein gefährliches Spiel.

Temporeich, unverwechselbar im Ton, mit eigenwilligen Charakteren, die man nicht mehr vergisst, erzählt Karin Kalisa in ihrem neuen, schmerzlich-schönen und politisch brisanten Roman davon, wie beherztes Handeln die Suche nach Gerechtigkeit vorantreibt.

Sprecher
Wiebke Puls

Länge
10 h 44 m

Meine Meinung
Kennst du „Sungs Laden“ von Karin Kalisa? Das war toll, gell! Wenn du hier jetzt aber eine ähnlich nette Sommerlektüre erwartest, dann liegst du voll daneben. Vielleicht kann man es schon anhand des Titels „Radio Activity“ vermuten, dass es sich hier um eine eher schwer verdauliche Kost handelt. Doch nein, es hat nichts mit Atombomben, Uran oder Radioaktivität zu tun. Und doch ist der Titel absolut klasse gewählt! Denn unsere außergewöhnliche Protagonistin Nora versucht über eine besondere Art der Aktivität ein lange zurückliegendes Verbrechen aufzuklären.

Zunächst dauert es etwas, bis die Story Fahrt aufnimmt. Dann verlässt die Autorin für eine ziemliche lange Episode die zuvor begonnene Geschichte und nimmt den Hörer mit in die Vergangenheit. Zurück aus dieser sieht man Noras aktuelles Handeln plötzlich mit ganz anderen Augen und wird mehr und mehr von ihrer „Radio Acitivity“ gefesselt.

„Radio Activity“ ist eine sehr ungewöhnliche Story in einem recht ungewöhnlichen Setting. Auch ist es sicherlich keine leichte Kost, die man nach kurzem Amüsement schnell wieder vergisst. Im Gegenteil. Man kaut an dem Gehörten und trägt es für eine ganze Weile mit sich herum. Nicht belustigt, eher geschockt und wütend. Und doch zugleich auch völlig fasziniert von der Raffinesse der Erzählung und der Handlung.

Wiebke Puls als Sprecherin für dieses „Radio-Hörbuch“ ist natürlich eine grandiose Wahl. Denn nicht nur in Hörbüchern spielt der Sprecher/die Sprecherin eine enorm wichtige Rolle, auch als Radio-Moderator/in sollte die Stimme seine Hörer/innen begeistern. Und Wiebke Puls begeistert. Natürlich!

Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Bonnevoice Hörbuchverlag Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Karin Kalisa – Radio Activity

Herzlichen Dank an den Bonnevoice-Hörbuchverlag für das Rezensionsexemplar.

Siehe auch:

Stephen King – Das Institut

Beschreibung
In einer ruhigen Vorortsiedlung von Minneapolis ermorden zwielichtige Endringlinge lautlos die Eltern von Luke Ellis und verfrachten den betäubten Zwölfjährigen in einen schwarzen SUV. Die ganze Operation dauert keine zwei Minuten. Luke wacht weit entfernt im Institut wieder auf, in einem Zimmer, das wie seines aussieht, nur dass es keine Fenster hat. Und das Institut in Maine beherbergt weitere Kinder, die wie Luke paranormal veranlagt sind: Kalisha, Nick, George, Iris und den zehnjährigen Avery. Luke erfährt, dass andere Kinder vor ihnen nach einer Testreihe verschwanden. Und nie zurückkehrten.

Mit David Nathan haben Kings Horror-Meisterwerke ihren kongenialen Interpreten gefunden.

Sprecher
David Nathan

Länge
21 h 02 m

Meine Meinung
Sorry, ich habe zu lange gewartet. Meine notierte Bewertung:

Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Stephen King – Das Institut.

Siehe auch:

Ella Zeiss – Von Hoffnung getragen (Tage des Sturms 2)

Beschreibung
Februar 1942: Die Neuigkeiten über den rasanten Vormarsch der Wehrmacht fegen wie ein Sturm durch die gesamte Sowjetunion. Harald Pfeiffer ist sechzehn, als er in das Zwangsarbeitslager in Tscheljabinsk einberufen wird. Während um ihn herum erwachsene Männer zu Hunderten sterben, kämpft er mit aller Macht ums Überleben.

Auch die zwanzigjährige Yvo Scholz kommt nach Kriegsende mit ihrer Mutter in die russische Industriestadt, auf der Suche nach ihrem Bruder Erich, der ebenfalls in das Arbeitslager verschleppt worden war.

Als sich die Pfade von Yvo und Harri kreuzen, ist es für beide Liebe auf den ersten Blick. Doch angesichts der Anfeindungen und Diskriminierungen, die ihnen als Deutsche noch immer begegnen, ist es für sie nicht leicht, sich eine neue Existenz aufzubauen.

Sprecher
Oliver Wronka

Länge
12 h 15 m

Meine Meinung
Auch der zweite Teil geht wieder hochemotional weiter. Harry wird mit 16 Jahren in ein Arbeitslager gesteckt und Ivo wird ihr größter Traum, Ärztin zu werden, verwehrt.

Was die beschriebenen zwei Familien alles erleiden müssen, ist wahrlich mehr, als man ertragen kann. Doch wie der Titel schon verrät, kämpfen sie weiter, immer in der Hoffnung, dass es doch irgendwann einmal besser werden wird. Vermutlich stehen die beiden geschilderten Familienschicksale lediglich exemplarisch für unzählige andere Familien, die als deutsche Einwanderer keinen guten Stand in der Sowjetunion hatten.

Ella Zeiss hat die Geschichte wieder sehr emotional erzählt, so dass man als Zuhörer das Leid, das ihnen widerfahren ist, fast körperlich spürt. Nicht selten hatte ich dementsprechend einen dicken Kloß im Hals.

MIt Oliver Wronka war ich im Großen und Ganzen sehr zufrieden.

Insgesamt kann ich die beiden Bücher jedem empfehlen, der sich etwas für die deutsch-russische Geschichte interessiert. Die hier geschilderten Schicksale findet man vermutlich in keinen Geschichtsbüchern. Und doch sind sie so oder so ähnlich vielfach geschehen.

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Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Ella Zeiss –  Von Hoffnung getragen (Tage des Sturms 2)

Siehe auch:

Ellen Sandberg – Das Erbe

Beschreibung
Eine Geschichte von Familie, Verrat und Verbrechen.

Spätsommer 2018. Über Nacht ist Mona Lang reich. Ihre Großtante Klara hat ihr ein großes Haus in München-Schwabing vermacht, denn sie war sich sicher: „Mona wird das Richtige tun.“ Was damit gemeint ist, versteht Mona nicht. Doch kaum hat sie Klaras Erbe angetreten, kommt sie einer Intrige auf die Spur, die sich um die Vergangenheit des Hauses rankt – und um ihre Familie.

München, 1938. Die vierzehnjährige Klara belauscht an der Salontür ein Gespräch zwischen ihrem Vater, dem Staatsanwalt Ernst-Friedrich Hacker, und ihrem Vermieter, dem jüdischen Unternehmer Jakob Roth. Es geht um die bevorstehende Auswanderung der Roths – und ein geheimes Abkommen…

Sprecher
Thomas M. Meinhardt

Länge
14 h 38 m

Meine Meinung
Nachdem ich vor eineinhalb Jahren den Roman „Die Vergessenen“ von Ellen Sandberg gehört und für toll befunden habe, habe ich mir natürlich sofort nach der Entdeckung den neuen Roman „Das Erbe“ geholt. Wieder hatte ich damit einen  sehr eindrucksvollen Roman von Ellen Sandberg auf den Ohren. In diesem Roman, der wieder in Rückblicken im zweiten Weltkrieg und im Wechsel auch in der heutigen Zeit spielt, geht es um die Arisierung und die  spätere Restitution. Doch ist dieser Fall nicht so eindeutig, wie man auf den ersten Blick meinen könnte. Denn dieser Roman ist mal wieder viel tiefgründiger und beschäftigt sich nicht nur mit obigen beiden Themen, sondern auch mit Liebe und Hass, Habgier bis hin zur Raffgier, Betrug und Egoismus.

Kein Wunder also, dass mich dieser Roman sofort gefesselt hatte. Mona ist die mir äußerst sympatische Protagonistin und somit die Erbin. Sie wird als Gutmensch bezeichnet, was sogleich die Frage aufwirft, wann und warum denn eigentlich dieser Begriff – insbesondere das Gute – so einen negativen Ruf bekommen hat. Denn heutzutage wird der Begriff Gutmensch ja wirklich als Schimpfwort für einen Menschen benutzt, der sich stets sich selbst und anderen gegenüber integer verhält.

Die Geschichte, die hier ans Licht kommt, ist keine leichte Kost. Doch ich will von der Geschichte hier überhaupt nichts weiter erzählen. So soviel sei noch gesagt: Wenn du dich bei Romanen gerne fragst, wie du dich selbst in dieser oder jenen Situation verhalten und wie du dich letztendlich entschieden hättest, dann ist dieses Hörbuch genau richtig für dich. Wenn du allerdings mit Gutmenschen gar nichts anfangen kannst und sie einfach nur für einfältig und blauäugig hältst, dann lass lieber die Finger davon.

Mir hat dieser Roman jedenfalls sehr gut gefallen. Er ist äußerst interessant, sehr kurzweilig und obendrein noch ganz toll von Thomas M. Meinhardt gesprochen. Allerdings braucht der Sprecher einen Moment, bis er flüssig in die Story eintaucht. Also nicht gleich aufgeben, ok? Denn dann passt er ganz hervorragend, auch wenn die Protagonistin eine Frau ist.

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Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Ellen Sandberg – Das Erbe

Siehe auch:

Liz Trenow – Die vergessenen Worte

Beschreibung
London 1911: In einem Waisenhaus erregt die junge Maria Romano die Aufmerksamkeit einer adeligen Dame. Die Lady ist beeindruckt von Marias feinen Nadelarbeiten und stellt sie als Näherin für ihren Haushalt ein.

Knapp hundert Jahre später entdeckt Caroline im Haus ihrer Mutter einen alten handgefertigten Quilt. Die Decke ist mit eigentümlichen Versen bestickt und aus seltenen Seidenstoffen gefertigt. Wie ist das wertvolle Stück in die Hand ihrer Familie gelangt? Und welche Bewandtnis hat es mit den Stickereien? Caroline folgt den Spuren der vergessenen Verse und macht eine unglaubliche Entdeckung…

Sprecher
Gabriele Blum

Länge
10 h 13 m

Meine Meinung
Dieses Hörbuch fand ich einfach wunderschön anzuhören. Es ist auf sehr eigentümliche Art und Weise erzählt, die man zunächst gar nicht so recht zuordnen kann. Denn einerseits erzählt Caroline aus dem Hier und Jetzt und dann gibt es eine Art Interview mit einer alten Frau, die ihr Leben erzählt. Dieses Interview wird auf Kasette aufgenommen. Man kann also sagen, diese Geschichte erzählt aus zwei verschiedenen Zeiten. Einmal  ab 1911 ff. und von heute. Sehr interessant. Erst ganz am Ende kann man diese Zeitebenen zu einem sinnvollen Ganzen verbinden. Und – ganz wichtig – ich habe bis zum Ende hin miträtseln können. Das hat mir ebenfalls sehr gut gefallen. Was nun wie rosarote Wölkchen klingt, ist nicht so. Denn eigentlich ist die Geschichte insgesamt gesehen schon hammerharter Tobak! Also richtig gut.

Die Protagonisten haben mir auch sehr gut gefallen. Ich fand sie sehr sympatisch, da sie als Menschen mit all ihren Vorzügen aber auch Fehlern dargestellt wurden. Das machte die Story enorm glaubwürdig. Dadurch wurde es auch nie langweilig, da man nicht immer voraussehen konnte, wie eine Person nun reagiert. Manchmal zwar schon, aber das ist ja doch auch normal. Wie im echten Leben eben.

Gabriele Blum als Sprecherin liebe ich ja sowieso! Und auch hier hat sie mir wieder sehr, sehr gut gefallen. Ich liebe einfach den Klang ihrer Stimme. Ich kann ihr wirklich über Stunden problemlos zuhören.

Weitere Informationen
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Julie Peters – Mein wunderbarer Buchladen am Inselweg

Beschreibung
Findet mich das Glück hinter den Dünen?

Eigentlich wollte Frieke nur kurz auf Spiekeroog bleiben. Doch dann will ihr Vater, dem sie seit Jahrzehnten erfolgreich aus dem Weg geht, plötzlich an ihrem Leben teilhaben. Der Forscher, den sie über eine seltene Vogelart interviewen soll, entpuppt sich als äußerst charmant, und in der Inselbuchhandlung erinnert sie sich an ihren längst vergessenen Lebenstraum: Menschen mit Büchern glücklich zu machen.

Warmherzlich und voller Humor: eine Buchhandlung, eine kleine Insel und die große Liebe.

Sprecher
Julia von Tettenborn

Länge
8 h 43 m

Meine Meinung in Kürze
Diese Geschichte ist eine Ode an die Liebe zu den Büchern. Allerdings hat mich die Story jetzt nicht sonderlich überraschen können. Vieles ist vorhersehbar, kaum geschieht etwas unerwartet. Es ist zwar durchaus eine  schöne Geschichte, die auch mit viel Liebe erzählt ist, aber für meinen Geschmack passiert hier einfach zu wenig.

Da ich nicht zuletzt auch dank der Sprecherin Julia von Tettenborn die Story trotzdem recht nett anzuhören fand, vergebe ich für die Story 4 Punkte.

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Nina Sahm – Die Tage mit Bumerang

Beschreibung
Eine Geschichte, die glücklich stimmt und voller liebenswerter Figuren steckt.

Nichts ist mehr wie vorher in dem kleinen Dorf. Seitdem Annu einen tragischen Unfall verursacht hat, schneiden sie die Nachbarn. Sogar ihr bester Freund Lars hat sich von ihr abgewandt. Langsam, aber sicher verzweifelt Annu allein in ihrem windschiefen Haus. Bis eines Tages ein Schaf vor ihrer Tür steht, das sich nicht wegschicken lässt. Der störrische Gast heißt von nun an Bumerang – und holt Annu langsam ins Leben zurück.

Die Zuversicht kommt im Schafspelz: ein hinreißender Roman, der einen direkt in den verwilderten Garten von Annu versetzt, mitten auf das alte Sofa, auf dem es sich auch schon Bumerang bequem gemacht hat.

Sprecher
Jodie Ahlborn

Länge
6 h 56 m

Meine Meinung
Bezaubernd. Ja, ich denke dieses Wort beschreibt diese Geschichte ziemlich treffend. Eine Geschichte wie ein warmer Sommerregen.

Im einen Moment ist Annu glücklich und fühlt sich in dem kleinen Dorf, in dem auch ihr bester Freund mit seiner Familie lebt, pudelwohl. Im nächsten Moment steht Annus Leben Kopf – nichts ist mehr wie zuvor. Denn sie verursacht einen tragischen Autounfall und das auch noch mit Alkohol im Blut.  Das ganze Dorf ist geschockt und meidet jeglichen Kontakt mit ihr. Selbt der Postbote bringt ihr keine Post mehr. Doch Annu ist auch ohne die „Bestrafung“ der Dorfgemeinschaft schon schwer gebeutelt. Wie konnte ihr das nur passieren? Sie zieht sich in ihr windschiefes Haus zurück und verliert immer mehr den Kontakt zur Außenwelt.

Bis eines Tages ein Schaf in ihrem Garten steht und fortan nicht mehr von ihrer Seite weicht. Den Namen Bumerang finde ich sehr passend gewählt für das treue Schaf. Dann strandet eine Frau mit ihrem kleinen Sohn bei ihr und plötzlich hat sie auch noch einen Hund. Getreu dem Motto: Wenn du nicht mehr in die Welt hinaus gehst, dann kommt die Welt eben zu dir.

Ich fand diese Geschichte einfach wunderschön. Zum Einen sind die agierenden Personen allesamt sehr eigen. Keine 08/15-Stereotypen. Nein, alle sind sie besonders. Und fast alle sind sie auf Ihre Weise sehr liebenswert gezeichnet. Ich habe Annu und ihren Jugendfreund sehr schnell ins Herz geschlossen und durchlebte die Geschichte mit ihnen zusammen. Die guten und die schlechten Zeiten.

Jodie Ahlborn als Sprecherin hat mir auch sehr gut gefallen. Sie passte sehr gut zur Protagonistin Annu.

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Vea Kaiser – Rückwärtswalzer oder die Manen der Familie Prischinger

Beschreibung
Als Onkel Willi stirbt, stehen der Drittel-Life-Crisis geplagte Lorenz und seine drei Tanten vor einer Herausforderung. Willi wollte immer in seinem Geburtsland Montenegro begraben werden, doch für eine regelkonforme Überführung fehlt das Geld. Kurzerhand begibt man sich auf eine illegale Fahrt im Fiat Panda von Wien bis zum Balkan. Auf der Reise finden die abenteuerlichen Geschichten der Familie Prischinger zueinander: Mirl, die älteste Schwester, musste früh Verantwortung übernehmen und wollte stets nur weg vom Land. Wetti interessierte sich bereits als Kind mehr für Tiere als für Menschen. Und Hedi zerbrach fast an einem Schicksalsschlag, kurz bevor sie Willi traf. Denn die drei Schwestern hatten in jungen Jahren einen schweren Verlust erlitten. Und sie alle gaben sich die Schuld daran.

Sprecher
Cornelius Obonya

Länge
13 h 39 m

Meine Meinung
Wer auf der Suche nach einem wirklich toll geschriebenen und sehr humorvoll gestalteten Roman ist, der sollte hier zugreifen. Da kann man nichts falsch machen. Hier dreht sich alles um die Familie Prischinger, die schon so einiges erlebt hat. Erst nach und nach offenbart sich das Geheimnis, das die drei Schwestern so lange Jahre für sich behalten hatten, zu schlimm war die Schuld, die sie auf sich geladen hatten. Doch zuvor kommt es schon zu ziemlich vielen Irrungen und Wirrungen, alles wunderbar von Vea Kaiser erzählt.

Der Protagonist ist der nur mäßig erfolgreiche Schauspieler Lorenz, der mal wieder in Geldnot mangels Engagement gerät. Und so futtert er sich gezwungenermaßen bei seinen Tanten durch. Hierbei erfährt man natürlich eine ganze Menge über das Familiengefüge und über die alten Familiengeschichten. Diese werden mittels Erinnerungen und Rückblenden erzählt. Allesamt sehr interessant und unterhaltsam. Überhaupt fand ich den Erzählstil von Vea Kaiser absolut herrlich. Sie hat genau meinen Humor getroffen. Somit habe ich hier wirklich sehr viel geschmunzelt und gelacht. Richtig gute und kurzweilige Unterhaltung. So mag ich das.

Das i-Tüpfelchen auf diese eh schon geniale Geschichte setzt dann Cornelius Obonya. Ich kannte ihn bisher noch nicht als Sprecher, habe mich aber direkt in seine Art zu sprechen verliebt. Er hat hier wirklich eine einzigartige Glanzleistung hingelegt. Ich freue mich schon auf weitere Hörbücher mit ihm als Sprecher.

Weitere Informationen
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