Axel Hacke – Über den Anstand in schwierigen Zeiten und die Frage, wie wir miteinander umgehen

Beschreibung
Ein kurzes, hoch aktuelles Hörbuch über die alte, immer wieder neu zu stellende Frage: Wie lebt man richtig, mit sich selbst und mit anderen?

Sprecher
Axel Hacke

Länge
4 h 06 m

Meine Meinung in Kürze
Axel Hacke spricht hier Themen an, die wirklich momentan sehr im Argen liegen und die dringend überdacht und auch ausgesprochen werden müssen, damit immer mehr Menschen wachgerüttelt werden und vielleicht doch mal anfangen, selbst nachzudenken und nicht immer nur „nachplappern“, was ihnen vorgesetzt wird.

Dieses Hörbuch ist eine schonungslose Bestandsaufnahme, wie weit es mittlerweile mit Werten wie Respekt, Wertschätzung und Anstand gekommen ist und stellt damit klar, in welchem desolaten Zustand unser menschlicher Umgang momentan ist. So gebündelt am Stück angehört, denkt man sich: In solch einer Welt will ich nicht leben! Und im nächsten Moment denkt man: Verdammt, in genau dieser Welt lebe ich!

Meiner Meinung nach ist dieses Hörbuch wirklich eine wichtige Ist-Darstellung, was Menschen sich gegenseitig antun, wenn Werte wie Anstand und Respekt als antiquiert angesehen werden und somit kaum noch Beachtung finden.

Ich muss aber auch zugeben, dass ich nicht in allen Punkten mit Axel Hacke übereinstimme. Denn Zensur finde ich nicht den richtigen Weg, um Probleme aus der Welt zu schaffen.

Insgesamt aber hat mir dieses Hörbuch sehr gut gefallen und es wäre wirklich wünschenswert, dass es sich ganz viele Leute anhören.

Weitere Informationen
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Siehe auch:

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Rolf Dobelli – Die Kunst des guten Lebens: 52 überraschende Wege zum Glück

Beschreibung
Seit der Antike haben sich Menschen immer wieder die Frage nach dem guten Leben gestellt: Wie soll ich leben? Was macht ein gutes Leben aus? Welche Rolle spielt das Schicksal? Welche Rolle spielt das Geld? Ist das gute Leben eine Sache der Einstellung oder geht es vielmehr um das Erreichen von Lebenszielen? Ist es besser, nach Glück zu streben oder Unglück zu umschiffen? Jede Generation stellt sich diese Fragen neu. Die Antworten sind im Grunde stets enttäuschend. Warum? Weil man immer auf der Suche nach dem einen Prinzip ist, dem einen Grundsatz, der einen Regel. Doch diesen heiligen Gral des einfachen Weges gibt es nicht.

Auf verschiedenen Gebieten fand in den letzten Jahrzehnten eine stille Revolution des Denkens statt. In den Wissenschaften, in der Politik, in der Medizin und in vielen anderen Bereichen hat man erkannt: Die Welt ist viel zu kompliziert, als dass wir sie mit einer großen Idee oder einer Handvoll Prinzipien erfassen könnten. Wir brauchen einen Werkzeugkasten von mentalen Modellen, um die Welt zu verstehen. Es ist an der Zeit, einen solchen Werkzeugkasten auch für das praktische Leben zusammenzustellen. Voilà. Hier finden Sie 52 gedankliche Werkzeuge, die Ihnen ein gutes Leben zwar nicht garantieren, es aber wahrscheinlicher machen.

Sprecher
Frank Stöckle

Länge
6 h 47 m

Meine Meinung
Rolf Dobelli schreibt in diesem Buch: „Es interessiert mich nicht mehr, was meine Leser von meinen Büchern denken oder ob sie ihnen gefallen“. Nun gut, wenn das so ist, muss ich ja auch kein Blatt vor den Mund nehmen. Interessiert ihn ja eh nicht – meine unbedeutende Meinung. Und da wären wir schon beim 1. Kritikpunkt: Immer und immer wieder hämmert er einem ein, dass es völlig unbedeutend ist, was man tut. Denn in 100 Jahen würde das eh keinen mehr interessieren. Letzteres ist sicherlich in den meisten Fällen richtig. Doch vielleicht interessiert es gerade jetzt einen interessierten Hörbuchhörer, der sich überlegt, dieses Hörbuch zu kaufen.

Meine Meinung dazu: Wenn du im Geld schwimmst und dir keinerlei Gedanken um deine Existenzsicherung machen musst, dann nur zu. Dann sind vielleicht die ein oder anderen recht netten Gedanken für dich dabei.

Falls du aber zu der Gesellschaftsschicht zählt, die täglich hart für ihr Geld arbeiten muss und sich nicht immer und zu jeder Zeit alles leisten kann, dann lass dir gesagt sein: Finger weg von diesem Buch! Es macht dich nur wütend und letztendlich ärgerst du dich, dein hart verdientes Geld in solch ein Werk investiert zu haben. Wie du mit solchen Tipps zu einem guten Leben kommen willst, ist mir jedenfalls schleierhaft.

Das fängt schon gleich ungefähr so an: „Ob ein Bier nun 2 Euro mehr oder weniger kostet, interessiert mich nicht mehr. Die Kurse meiner Aktien schwanken täglich wesentlich höher, also ist es unbedeutend.“ Für ihn mag das zutreffen, ich besitze nicht eine einzige Aktie. Mein Fazit: Wie der Aktienkurs schwankt, interessiert mich nicht. Ob das Bier 2 Euro mehr oder weniger kostet hingegen schon.

Eine weitere Aussage von Dobelli: „Geld macht nicht glücklich.“ Doch sein absoluter Guru – Waren Buffet – , den er ständig zitiert und für alle möglichen Gedankengänge her nimmt, scheint sein größtes Vorbild zu sein. Jeder weiß, dass Warren Buffet wirklich ein „armer Schlucker“ ist. Welch ein Zufall.

Dann noch das Beispiel mit den Bewerbern: Aus Unternehmersicht: Wenn du 100 Bewerber hast, interviewe die ersten 37 und notiere dann den Besten aus dieser Gruppe. Dann die nächsten 37 und nochmals. So wirst du den besten Arbeitnehmer finden. Ganz einfach. Da mag ja vielleicht was dran sein – das kann ich nicht beurteilen. Er hat es auch mit einer mathematischen Formel belegt: Anzahl der Bewerber durch e. Doch dann kommt wieder der Gipfel der Abgehobenheit: „Auch Sie als Bewerber schlagen viel zu schnell zu, wenn Ihnen einen Job angeboten wird.“ Seine Aussage in etwa: „Suchen Sie sich unter 10 Jobs den besten aus, lassen Sie sich Zeit bei Ihrer Entscheidung. Überstürzen Sie nichts!“ Aha. Mich würde ja interessieren, wie der Planet heißt, auf dem Herr Dobelli wohnt.

Oder dann seine Aussage: „Allgemeinbildung braucht man heute nicht mehr. Spezialisieren Sie sich auf einem Gebiet, das Sie wirklich gut können und lernen Sie hier immer mehr hinzu. Aber um Gottes willen schauen Sie nicht über den Tellerrand! Das überfordert Ihre geistige Kapazität und bringt Ihnen gar nichts.“ Weiter sagt er: „Sie sind kein Steinzeitmensch mehr, als alle ihre Äxte und Beile selbst herstellten – es keinen Beilhersteller gab, zu dem man ging, um sich ein neues Beil zu kaufen. Die Zeiten sind vorbei. Sie müssen sich spezialisieren auf Teufel komm raus – alles andere ist uninteressant. Dafür gibt es andere Spezialisten“ – man könnte auch sagen: Fachidioten.

Lieber Herr Dobelli, ein Blick über den Tellerrand würde gerade Ihnen nicht schaden. Dann würden Sie vielleicht plötzlich erkennen, dass die Welt um Sie herum anders tickt, als Sie es sich in Ihrem Schreibzimmer vorstellen mögen. Ich mal mir die Welt, wie sie mir gefällt, bei Pipi Langstrumpf geht das durch. Aber hier?

Was mich auch noch furchtbar aufregte war seine Aussage über namhafte Erfinder und deren absolute Entwertung. „Hätte er es nicht erfunden, hätte es ein anderer getan. Unsere Welt sähe heute ganz genauso aus.“ Hier hat er etliche Beispiele aufgeführt. Mit jedem Namen wurde ich entsetzter. Er banalisiert deren Entdeckungen, Erfindungen und Genialitäten zu Unwichtigkeiten, mein Gott, es scheint ihn tatsächlich zu nerven, dass man heute noch die Namen Edison und Einstein kennt. Aber er ist sich ja sicher: In 100 Jahren hat es damit auch ein Ende und keiner kennt mehr diese Namen. Also warum anstrengen? Da sei dann mal die Frage erlaubt, ob Herr Dobelli tatsächlich glaubt, dass es Einstein oder Edison darum ging, dass die Weltbevölkerung auch in 200 Jahren noch ihre Namen kennt?

Nun gut, ich könnte hier noch einige Beispiele anführen, bei denen ich nur kopfschüttelnd zuhörte. Doch eine nette Passage gab es in diesem Buch auch. Sie ist zwar nicht neu, aber etwas nettes möchte ich doch auch schreiben. Also: Zwei Abteilungen in einem Unternehmen sind sich spinnefeind und können schon bald fast nicht mehr zusammen arbeiten, was aber sehr wichtig für das Unternehmen ist. Dann tauscht man die Abteilungsleiter aus, jeder sieht jetzt einmal die Probleme der anderen Abteilung und schon kommt mehr Verständnis auf. Ja, die Schuhe der anderen. Doch auch das ist ja nun keine neue bahnbrechende Erkenntnis, sondern ein uraltes Sprichwort…

Überhaupt sind in diesem Hörbuch kaum eigene Gedankengänge zu verzeichnen. Er erzählt eigentlich nur von diesen und jenen Personen, die diese oder jene Erfahrung gemacht haben, insbesondere natürlich Warren Buffet. Er präsentiert also so gut wie nichts eigenes, alles ist nur aus den verschiedensten Büchern zusammengesucht und vorgetragen.

Wenn man in einer finanziellen Situation ist, dass man ein Ein-Millionen-Euro-Projekt (seine Aussage: er sollte eine Biografie schreiben) ablehnen kann, weil es einem zu anstrengend ist und man aus seinem Kompetenzbereich heraustreten und mal über den Tellerrand hinausschauen müsste, dann freut mich das wirklich für denjenigen. Wenn man aber ein Buch auf den Markt bringt und es nicht kenntlich macht, dass es lediglich für die oberen 10.000 der Bevölkerung vielleicht hier und da ein paar neue Anregungen gibt, dann finde ich das gelinde gesagt unverschämt, anmaßend und egozentrisch. Doch ein Glück interessiert das alles Herrn Dobelli ja nicht mehr. So what?

Mich hingegen interessieren ab nun auch Herrn Dobellis Gedankenergüsse nicht mehr. Ganz sicher werde ich mir kein weiteres Hörbuch von ihm anhören. Ich bin nur froh, dass ich dieses Hörbuch nicht gekauft habe, sondern dass ich es geschenkt bekommen habe. Ich würde sonst um jeden einzelnen vertanen Cent weinen.

Zu dem Sprecher Frank Stöckle möchte ich sagen: Er hat die selbstverherrlichende Überheblichkeit des Autors sehr gut vertont.

Ich kann mich nicht erinnern, jemals solch einen Verriss geschrieben zu haben. Denn einen gewissen Respekt vor den Autoren und deren Mühe sollte man meiner Meinung nach immer haben. Doch da es auch ihm absolut an Respekt vor seiner Hörer-/Leserschaft fehlt, darf man das dann schon mal tun.

Ps.: Seine Aussagen habe ich aus dem Gedächtnis rezitiert, kann also sein, dass das ein oder andere Wort etwas anders lautete.

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Gregor Gysi – Ein Leben ist zu wenig: Die Autobiographie

Beschreibung
So offen und persönlich wie noch nie: die Autobiographie!

Gregor Gysi hat linkes Denken geprägt und wurde zu einem seiner wichtigsten Protagonisten. Hier erzählt er von seinen zahlreichen Leben: als Anwalt, Politiker, Autor, Moderator und Familienvater. Seine Autobiographie ist ein Geschichts-Buch, das die Erschütterungen und Extreme, die Entwürfe und Enttäuschungen des 20. Jahrhunderts auf sehr persönliche Weise erlebbar macht.

Kaum ein deutscher Politiker wurde so geschmäht, kaum einer schlug sich so erfolgreich durchs Gestrüpp der Anfeindungen – hin zu einer anerkannten Prominenz: In seiner Autobiographie erzählt Gregor Gysi von seiner Kindheit und Jugend, schildert seinen Weg zum Rechtsanwalt, gibt Einblicke in sein Verhältnis zu Dissidenten („Bahro war mein spannendster Fall.“) und in die Spannungsfelder an der Spitze von Partei und Bundestagsfraktion. Vor allem aber berichtet er von der erstaunlichen Wendung, die sein Leben mit dem Herbst 1989 nahm: Der Jurist wird Politiker. „Einfach wegrennen, das wollte ich nie“, sagt Gysi und trifft damit einen Kern seines Wesens: Widersprüche aushalten.

Ein Leben und eine Familiengeschichte, die von Russland bis Rhodesien führt, in einen Gerichtsalltag mit Mördern und Dieben, und zu der ein Lob Lenins und die Nobelpreisträgerin Doris Lessing gehören.

„Mit Namen will ich nicht langweilen, und merken kann man sich das eh alles nicht. Erstaunlich, was sich im Laufe so vieler Jahre alles ereignet, wer auf wen treffen und welche Zufälle einander kreuzen müssen, damit irgendwann das eigene Leben entstehen und hervortreten kann.“ aus: „Ein Leben ist zu wenig“

Sprecher
Gregor Gysi

Länge
7 h

Meine Meinung
Ich fand diese Autobiografie äußerst interessant. Besonders spannend fand ich, wie es dazu kam, dass er Vorsitzender der SED-PDS-Partei wurde. Das erklärte für mich vieles, was mir nicht bekannt war. Wie er sich dann politisch und auch persönlich weiterentwickelte finde ich äußerst interessant und ja auch bewundernswert.

Diese Autobiografie ist sehr kurzweilig geschrieben, viele Anekdoten aus einem spannenden und aufreibenden Leben erzählt er hier. Und immer kommt auch sein Humor zum Vorschein. Gerade die abschließenden Worte des Hörbuches haben mich laut auflachen lassen.

In meinen Augen ist er ein Mann und vor allem ein Politiker mit Rückgrat. So mancher aktueller Politiker könnte sich hier gerne etwas abschauen. Namen möchte hier nicht nennen, die kann sich wohl jeder selbst denken.

Da es ja nun natürlich auch ein politisches Buch ist, das auch eindeutig in eine politische Richtung deutet, möchte ich hier nicht unbedingt eine Hörempfehlung für alle aussprechen. Doch wer sich für die jüngere Deutsche Geschichte hautnah interessiert, der sollte sich dieses wirklich interessante Hörbuch nicht entgehen lassen.

Sehr gut hat mir auch gefallen, dass er das Hörbuch selbst gesprochen hat. Das machte die Autobiografie sehr authentisch.

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Auch interessant in diesem Zusammenhang:

Elisabeth Sandmann – Der gestohlene Klimt – Wie sich Maria Altmann die goldene Adele zurückholte

Beschreibung
Die wahre Geschichte einer unglaublichen Frau, die sich nicht beirren lässt und in einem fast aussichtslosen Kampf am Ende gewinnt und Gerechtigkeit erfährt.

Mitten im Ersten Weltkrieg wird Maria Altmann in Wien in eine wohlhabende jüdische Familie hineingeboren. Ihre Tante Adele Bloch-Bauer geht bei dem Maler Gustav Klimt ein und aus, der sie 1907 porträtiert: das berühmte Bildnis der Goldenen Adele! Mit dem Einmarsch der Nazis wird der gesamte Besitz geraubt und den Bloch-Bauers bleibt von der einstmals großen Kunstsammlung buchstäblich nichts. Als sich die Erben nach 1945 um eine Rückgabe bemühen, sehen sie sich konfrontiert mit Lügen und Intrigen, die sie in ihrem vollem Ausmaß erst 50 Jahre später erkennen. Maria Altmann beschließt mit fast 84 Jahren den Staat Österreich von den USA aus zu verklagen, um die gestohlenen Klimt-Bilder zurückzubekommen.

Elisabeth Sandmann, Verlegerin des gleichnamigen Verlags, beschäftigt sich seit Jahren mit dem Thema der gestohlenen Kunstwerke. Die ausgezeichnet recherchierte Geschichte wird von Lilly Forgách berührend und fesselnd gesprochen – spannend bis zur letzten Minute.

Sprecher
Lilly Forgách

Länge
153 m

Meine Meinung
Restitution, was bedeutet das eigentlich? Laut Wikipedia: „Unter Restitution versteht man die Rückerstattung geraubter, enteigneter und zwangsverkaufter Kulturgüter.“

Dass sich die Nazis im zweiten Weltkrieg mit großer Gier an die Besitztümer der Juden heranmachten und sich alles unter den Nagel rissen, was sie kriegen konnten, ist wohl weitläufig bekannt. Dass dies nicht rechtmäßig sein kann, versteht sich von selbst. Doch die Gesetzeslage sah dies lange Zeit nicht so.

In diesem äußerst interessanten Hörbuch erzählt Elisabeth Sandmann vom Kampf der Maria Altmann, deren jüdische Familie in Wien all ihrer Besitztümer beraubt wurde. Darunter auch ein Gemälde von Gustav Klimt, welches der Künstler von Marias Tante Adele Bloch-Bauer angefertigt hatte. Bekannt ist dieses Gemälde als „Die goldene Adele“. Eines der bedeutensten Werke von Klimt.

Sehr spannend werden hier die Anstregungen erzählt, die Maria aus den USA heraus unternimmt, um an eben dieses Gemälde zu gelangen. Österreich stellt sich jedoch quer, sieht sich als rechtmäßigen Besitzer des Gemäldes und Österreich spielt auf Zeit. Denn Maria ist natürlich schon recht betagt, als sie den Prozess anstrebt. Die ausschlaggebende Wende kommt durch das Testament Adeles ans Licht. Doch als dann letztendlich ein Schiedsgericht bestehend aus drei österreichischen Richtern besteht, dachte ich, nun sei alles verloren, alle Mühe vergebens gewesen. Doch manchmal siegt doch die Gerechtigkeit – auch wenn es über ein halbes Jahrhundert dauert.

Lilly Forgách als Sprecherin hat mir sehr gut gefallen.

Es gibt einen Film über eben dieses Thema. Er heißt „Die Frau in Gold“ und ist eine sehr gute Verfilmung, die sich fast 1:1 mit Hörbuch deckt. Natürlich bekommt man im Hörbuch noch mehr Details mitgeteilt, doch der Film ist auch durchaus sehr beeindruckend und empfehlenswert.

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Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es beim Bonnevoice-Hörbuchverlag Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Elisabeth Sandmann – Der gestohlene Klimt – Wie sich Maria Altmann die goldene Adele zurückholte

Herzlichen Dank an den Bonnevoice-Hörbuchverlag für das Rezensionsexemplar!

Ranga Yogeshwar – Nächste Ausfahrt Zukunft: Geschichten aus einer Welt im Wandel

Beschreibung
Ein neuer und frischer Blick auf unsere Welt im Wandel: Für Ranga Yogeshwar ist die eigene unmittelbare Erfahrung entscheidend. Aus dieser Sicht blickt der bekannte Wissenschaftsjournalist auf eine zunehmend globalere Welt, die digitalen Umbrüche oder die Veränderungen der Medien, betrachtet die neue Rolle der Frau oder den Wert alter Kulturgüter. In dieser Welt des Umbruchs gibt es durchaus besorgniserregende Entwicklungen.

In einigen Bereichen wird es dringend Zeit, dass wir den momentan eingeschlagenen Kurs überdenken und ändern. Doch ein reflektierter Fortschritt birgt auch eine großartige Chance: Zum ersten Mal in der Geschichte ist es uns möglich, die eigene Welt auf direkte Weise zu verändern.

Ein informatives, aber auch sehr unterhaltsames Hörbuch.

Diese ungekürzte Hörbuch-Fassung wird Ihnen exklusiv von Audible präsentiert und ist ausschließlich im Download erhältlich.

Sprecher
Ranga Yogeshwar

Länge
12 h 17 m

Meine Meinung
In diesem sehr interessanten Buch spricht Ranga Yogeshwar sehr viele Themen an. Diese hier nun alle auch nur kurz anzusprechen, wäre wirklich zu viel des Guten. Deshalb halte ich mich hier absolut kurz: Höre es dir an! Es ist sachlich fundiert, kurzweilig und interessant geschrieben und auch gesprochen und es bleibt einem wirklich lange im Gedächtnis. Es rüttelt einen wach für einige Entwicklungen in unserer Welt, die man normalerweise einfach nur registriert, aber sich vielleicht nicht weiter Gedanken darüber macht. Ranga Yogeshwar greift hier viele (natürlich lange nicht alle – wie auch) solcher Themen auf und rüttelt an unserem Verstand.

Eine klare Hörempfehlung von mir.

Seiner Stimme lausche ich auch sehr gerne. Sehr kultiviert, deutlich und sehr sympathisch finde ich seine Art, zu sprechen. Was ich witzig fand: Ich weiß nicht, wie du „Qu“ aussprichst. Also bei mir klingt das dann  ausgesprochen wie ein „Kw“. Doch er spricht es wirklich wie ein „Qu“ aus. Doch dies ist nur etwas, das mir aufgefallen ist. Es ist keineswegs eine Kritik.

Weitere Informationen
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Cameron Bloom & Bradley Trevor Greive – Penguin Bloom

Der kleine Vogel, der unsere Familie rettete

Beschreibung

„Dieser kleine Vogel zeigte uns, dass es in der Welt viel mehr Liebe gibt, als wir uns hätten vorstellen können.“

Es ist die wahre Geschichte der Familie Bloom, die nach einem tragischen Unfall beinahe zerbricht und durch den witzigen kleinen Vogel namens Penguin gerettet wird. Penguin ist eine Elster, schwarz-weiß gefiedert. Als Junges ist sie aus dem Nest gefallen, bei starkem Wind, buchstäblich vor die Füße der Familie Bloom. Und das ist geradezu sinnbildlich. Denn bei den Blooms herrscht Trauer, Chaos und Verzweiflung.

Penguin Bloom bringt Trost und Lebensmut und zeigt, dass – egal wie ausweglos eine Situation erscheint – es immer Grund zur Hoffnung gibt. Schließlich kommen Engel in allen Formen und Größen vor – auch als eine kleine Elster!

Das Hörbuch enthält ein Booklet mit den weltberühmten und berührenden Fotos von Cameron Bloom.

Sprecher
Stefan Wilkening, Lisa Wagner

Länge
1 h 54 m

Meine Meinung
Engel kommen in allen Formen und Größen vor. Das wird bei dieser wahren Geschichte der Familie Bloom bestens bewiesen.

Sam Cameron fällt im Urlaub von einem Balkon sechs Meter in die Tiefe, nachdem das Geländer weggebrochen ist. Zerschmettert liegt sie am Boden, doch sie lebt. Und so beginnt eine Ära des Leidens und der Trauer. Als klar ist, dass Sam nie wieder wird laufen können, dass sie ihr Leben fortan vom Rollstuhl aus führen muss, denkt sie nicht nur einmal an Selbstmord. Und dann eines Tages ereilt einen kleinen schwarz/weißen Vogel quasi der gleiche Unfall wie sie. Die kleine Elster stürzt durch heftigen Sturm aus ihrem Nest auf den Boden. Mit gebrochenem Flügel bleibt sie liegen. Die Blooms finden den Flaum und wollen ihn zu einer Tierstation bringen, doch alle sind überfüllt und können den kleinen Patienten nicht aufnehmen. So beschließen sie, selbst die kleine Elster gesund zu pflegen. Schnell steht der Name fest: Penguin soll er heißen aufgrund seines schwarz/weißen Gefieders.

Penguin ist nicht irgendein Vogel, Penguin scheint mit einer Mission den Blooms direkt vor die Füße gefallen zu sein. Denn seit dieser kleine freche Vogel bei ihnen lebt, kommt wieder etwas Freude in die Familie, auch Lachen ist wieder zu hören. Der Kleine ist frech wie Harry und sehr zutraulich. Und auch als sie ihn nach seiner Genesung mit seinem Nest in einen Baum im Garten „aussiedeln“, bleibt er bei den Blooms und nutzt jede sich bietende Gelegenheit, um ins Haus und zu seinen geliebten Menschen zu kommen. Und dieser kleine Vogel gab Sam soviel Kraft, dass sie sich dachte, ok, wenn er fliegen kann, dann kann ich das auch.

Das Hörbuch ist anfangs äußerst tragisch, denn zunächst wird Sams Charakter beschrieben, welch Lebensfreude sie immer hatte und wie Sam und Cameron sich kennen lernten. Dann die Geburt der 3 Kinder und dann der tragische Unfall, der ihr aller Leben für immer veränderte. Es dauert also, bis Penguin seinen großen Auftritt hat. Doch es lohnt sich, darauf zu warten. Ich hätte noch wesentlich mehr Episoden mit dem kleinen Vogel lauschen können, ich fand es etwas schade, dass dies eigentlich im Vergleich recht kurz ist. Denn auch das Ende wird für eine ausführliche Ansage von Sam genutzt, die hier selbst über ihre Behinderung redet und wie sie sich dabei fühlt. Es ist auch ein Appell an alle Menschen im Umfeld einer verunglückten Person.

Mir hat dieses Hörbuch sehr gut gefallen. Es geht einem richtig ans Herz, sowohl die tragische Geschichte von Sam, als auch die „Rettungsmission“ von Penguin. Insgesamt ist es wirklich eine Herzensgeschichte, die man so schnell wohl nicht vergessen wird.

Auch das Booklet ist sehr liebevoll gestaltet, geschmückt mit wirklich sehr tollen Bildern der Blooms mit Penguin „in Action“. Das ist wirklich sehr schön zu betrachten.

Übrigens wird die Geschichte 2018 mit Naomi Watts in die Kinos kommen.

Die beiden Sprecher fand ich sehr passend für die Geschichte. Stefan Wilkening hat die Story aus der Sicht von Cameron gesprochen, Lisa Wagner hat die persönliche Nachricht von Sam am Ende gesprochen.

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Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es beim Bonnevoice-Hörbuchverlag. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Cameron Bloom & Bradley Trevor Greive – Penguin Bloom – Der kleine Vogel, der unsere Familie rettete.

Herzlichen Dank an den Bonnevoice-Hörbuchverlag für das Rezensionsexemplar.

Ellinor Wohlfeil – Kein menschlicher Makel: Weder gestern noch heute

Beschreibung
„Kein menschlicher Makel“ von Ellinor Wohlfeil ist eine Geschichte, welche an Toleranz und Menschlichkeit plädiert. Die Protagonistin Ruth wächst als Halbjüdin im nationalsozialistischen Deutschland auf. Als solche erfährt sie viel Hass und Ausgrenzung. Alles, was sie möchte, ist dazugehören. Sie gibt nicht auf und kämpft sich durch alle Widrigkeiten während der Schulzeit, ihrer Ausbildung und auch später im Berufsleben.

Diese Geschichte hebt sich von anderer Literatur ab, welche die nationalsozialistische Zeit behandelt. Geht es doch auch um die Frage, wie bedeutend es ist, unsere Identität zu finden.

Das Hörbuch wurde hochqualitativ und liebevoll umgesetzt. Die klanglichen Untermalungen lassen eine intensive Atmosphäre entstehen. Schnitt und Audio-Bearbeitung, sowie Sound-Engineering wurde von Barbeq-Sound durchgeführt.

Sprecher
Birgit Arnold

Länge
2 h 11 m

Meine Meinung
Die Beschreibung oben ist in keinster Weise übertrieben. Ich habe wahrlich schon viele Hörbücher über die Nazizeit gehört, viele davon sind sehr gut. Doch dieses hier ist anders. Ellinor Wohlfeil erzählt hier, wie sie ihre Kindheit als Halbjüdin im Nazideutschland erlebt hat.

Ihre erlittenen Demütigungen und Ausgrenzungen verursachten mir immer wieder aufs Neue einen dicken Kloß im Hals. Unvorstellbar, was sie als Kind erleben musste und das alles, ohne wirkliche Erklärungen für das Verhalten „der anderen“ zu erhalten. Ihre Mutter war selbst zu verzweifelt, um ihrer Tochter alles erklären zu können. Naja, wie soll man solch einen Irrsinn auch erklären können. Auch ihre Lehrer halfen ihr nicht beim Verständnis. Einzig eine Lehrerin behandelte sie stets gleichberechtigt  den anderen gegenüber. Doch auch sie konnte dem System nicht entkommen und musste sich dem Wahnsinn weitestgehend beugen.

Die autobiografische Geschichte ist so aufgebaut, dass Ruth (so nennt sie sich im Hörbuch) einer Zuhörerin ihre Geschichte erzählt. Diese Intensität des Gesagten ist kaum zu übertreffen. Jeder Satz sitzt und man fragt sich, wie dieses junge, ständig gedemütigte junge Wesen diese Zeit überhaupt überstehen konnte. Sie hat sie nicht unbeschadet überstanden. Sie hat Träume und Pläne für ihr Leben und ihre Zukunft und immer und immer wieder werden ihr Steine in den Weg gelegt, kann und darf sie nicht das tun, wofür ihr Herz schlägt und was sie sich so innigst gewünscht und wofür sie so hart gearbeitet hat. Unvorstellbar. Dass sie daran noch heute zu knabbern hat, kann ich sehr gut nachvollziehen. Es ist immer leicht gesagt: Lass die Vergangenheit ruhen und blicke in die Zukunft. Nicht bei jeder Vergangenheit ist das so leicht zu bewältigen. Denn gerade die Kindheit prägt einen Menschen ja für sein ganzes Leben.

Die Sprecherin Birgit Arnold hat mir sehr gut gefallen. Ich kannte sie bisher noch nicht. Sie hat sich angenehm zurückgehalten und das Gesagte für sich wirken lassen. Das fand ich perfekt für diese Art von Hörbuch.

Was mir auch sehr gut gefallen hat, war die stellenweise untermalende Musik, die – wie mir der Verlag verraten hat – eigens für dieses Hörbuch komponiert wurde. Die (meistens) Klaviermusik fand ich sehr passend. Sie hat die jeweilige Situation nochmals unterstrichen. Und – ganz wichtig – es war nicht zu oft oder zu aufdringlich. Dezent aber doch präsent. Das fand ich eine sehr gute Abmischung.

Gedanken zu diesem Thema
Wie ist das eigentlich heute? Man sollte sich hier wirklich mal fragen, wie es in unserer Demokratie mit unseren z. B. Flüchtlingen und deren Träume aussieht. Doch auch als deutsches Kind hat man ja je nach finanziellem Hintergrund der Eltern mehr oder weniger Chancen für die Verwirklichung der eigenen Träume.

Eines zeigt dieses eindrückliche Stück Literatur ganz deutlich auf: Wir sollten alle immer und immer wieder sehr darauf achten, wie wir mit unseren Mitmenschen umgehen. Egal woher sie kommen, welchen Background sie haben. Eins haben wir doch alle gemein: Wir alle sind auf der Suche nach der eigenen Identität,  wir alle haben Wünsche, Träume und Ziele. Und niemand, weder damals noch heute, sollte in diesem Bestreben behindert werden. Ganz im Gegenteil.

Dieses Hörbuch kommt auf meine Bestenliste. Denn eigentlich sollte dieses Hörbuch das Prädikat: Wertvoll! erhalten. Doch solch eine Rubrik habe ich hier leider nicht.

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Herzlichen Dank für das Rezensionsexemplar an den Verlag 3.0.

Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es z. B. bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Ellinor Wohlfeil – Kein menschlicher Makel: Weder gestern noch heute

Hannes Jaenicke – Wer der Herde folgt, sieht nur Ärsche: Warum wir dringend Helden brauchen

Beschreibung
Bequemlichkeit, Überbürokratisierung und Herdentrieb führen in Deutschland zu einem kleinkarierten Mittelmaß, das wirkliche politische und gesellschaftliche Veränderung blockiert und sabotiert. Alternative Erziehungs- und Lebensmodelle – Fehlanzeige. Echte Startups – nicht in Sicht. Ambitionierte Spezialisten und Forscher – wandern aus. Eine moralische Instanz – gibt es nicht.

Hannes Jaenicke fordert deshalb: Vergesst Eure Angst! Habt Mut zu Individualität und Eigensinn, zum Ausscheren aus dem System. Begegnet den kleinen und großen Helden des Alltags wertschätzend und motivierend und traut auch Euch zu, den Unterschied auszumachen.

Sprecher
Hannes  Jaenicke

Länge
5 h 26 m

Meine Meinung
Zugegeben, der Titel ist provozierend. Provozierend gut. Denn wie will man ein derartiges Thema, wie Hannes Jaenicke es in seinem Buch tut, auch sonst an den Mann bringen.

Ich persönlich bin sehr beeindruckt von diesem Hörbuch. Er stellt viele Fragen, gute Fragen, wie z. B.: Wer ist heutzutage dein Held/dein Vorbild? Da sind mir auf Anhieb viele eingefallen. Doch nein, er möchte bitte lebende Vorbilder genannt bekommen. Hm, ok, da wird es schon schwieriger. Aber ich habe welche. Ok, ich musste überlegen. Aber ja, doch, es gibt ein paar Lichtgestalten, die mich nachhaltig beeindrucken.

Er beschreibt hier sehr ausführlich, was in unserer heutigen Gesellschaft im Argen liegt. Dass immer öfter weg- statt hingeschaut wird. (Abgesehen von den Gaffern, die ja aber nun wirklich alles andere als hilfreich sind.) Zahlreiche Beispiele hat er hier angeführt. Von vielen wusste ich aus der Presse. Sie waren immer schockierend. Doch hier so gebündelt aufgezählt – unfassbar.

Ich schaue selten TV. Doch einmal habe ich einen Tatort gesehen. Da eilte ein Passant einem Mann zu Hilfe, der am Boden lag, offenbar ging es ihm sehr schlecht. Doch kaum kam der Helfer zu ihm, richtete sich der Mann auf und stach den Helfer nieder. Tja, Tatort schauen verdammt viele Menschen. Warum bitte macht man das? Man bekommt ja förmlich gezeigt: Lass ihn lieber liegen, er könnte Böses im Schilde führen. Vermutlich – nein, da bin ich mir ganz sicher – hat unsere Medienlandschaft sehr viel damit zu tun, warum immer mehr Menschen lieber weg- als hinschauen. Und helfen, das kann ein anderer/wird schon ein anderer tun.

Die vielen, vielen Beispiele, die er von stinknormalen Ottonormalverbrauchern berichtet hat, die zum Helden wurden und mit großen oder kleinen Taten einfach Gutes taten, sollte Ansporn genug sein, um zukünftig mit etwas offeneren Augen durch die Welt zu gehen. Und auch mutiger und selbstbewusster.

Sehr schön fand ich auch, dass er eines meiner Lieblingszitate in seinem Buch erwähnte: Der Kopf ist rund, damit die Gedanken die Richtung ändern können. Das ist so treffend. Denn oft wurde ich von Freunden darauf angesprochen, dass ich vor einem Jahr noch ganz anders über ein Thema geredet hätte. Tja, kann ich da immer nur antworten, da wusste ich auch noch nicht, dass…

Hannes Jaenicke ist mit diesem Buch ein echtes Motivationsbuch gelungen. Er will aufrütteln, was unsere Gesellschaft wirklich dringend nötig hat, und er will Mut machen. Selbst die kleinsten Dinge können Großes bewirken.

Also, lasst uns die Ärmel hochkrempeln und endlich für das eintreten, was uns wirklich am Herzen liegt. Nächstenliebe kann so einfach sein, wenn man die Ellbogen einfach mal zuhause lässt.

Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Hannes Jaenicke – Wer der Herde folgt, sieht nur Ärsche: Warum wir dringend Helden brauchen

Marina Abramovic – Durch Mauern gehen

Beschreibung
Ich wollte die Grenzen erforschen, wollte wissen, wie weit das Publikum gehen würde.“

Marina Abramović ist die berühmteste Performance-Künstlerin der Welt: spätestens seit ihrem einmonatigen Sit-In „The Artist is Present“ im MoMA, der vielleicht spektakulärsten Museumsperformance der Kunstgeschichte. Die Besucher nahmen ihr gegenüber auf einem Stuhl Platz und blickten ihr in die Augen. „Ich glaube, die Leute waren überrascht von dem Schmerz, der in ihnen hochkam“, sagt Abramović. Sie hatte die Seele der Menschen mit der Kraft des Schweigens berührt.

Robert Redford schwärmt für sie genauso wie Lady Gaga. Mit ihren radikalen Performances sprengte sie die Grenzen der Kunst. Dabei geht es ihr immer um Verlust, Erinnerung, Schmerz, Vertrauen. Ihre Autobiografie schildert den spannenden Lebensweg einer faszinierenden und leidenschaftlichen Frau, ihr Denken, ihr Lieben und ist gleichzeitig das Manifest einer großen Künstlerin.

„Aufregend ist nun auch, mit welcher glasklaren Härte Wiebke Puls das aufregende Buch von Marina Abramović zu Gehör bringt und einem die außergewöhnliche Biografie dieser Ausnahmekünstlerin damit noch einmal auf eine besondere Art nahebringt.“Sven Ricklefs, BR, Kulturwelt.

Marina Abramović, die berühmteste und wohl auch unerbittlichste aller Performance-Künstlerinnen, 1946 in Belgrad geboren, ist eine der schillerndsten Künstlerpersönlichkeiten unserer Zeit. Ihre Werke sind in weltberühmten Museen zu sehen, in der Tate Modern, im Guggenheim Museum, im Centre Pompidou und im Hamburger Bahnhof in Berlin. Zu Beginn ihrer Karriere machte sie mit radikalen Performances auf sich aufmerksam. 1997 wurde sie auf der Biennale 1997 mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet. Ihre jüngsten Arbeiten waren sensationelle Erfolge: 850.000 Menschen besuchten 2010 allein ihre Performance „The Artist is Present“ im New Yorker MoMA. Drei Monate lang saß die Künstlerin auf einem Stuhl, schaute ihrem Gegenüber in die Augen und schwieg. Marina Abramović ist u. a. Gastprofessorin an der Hochschule der Künste in Berlin. Sie lebt in New York.

Sprecher
Wiebke Puls

Länge
13 h 50 m

Meine Meinung
Der wunderbare Bonnevoice-Hörbuchverlag hat mir netterweise dieses Hörbuch geschickt. Ich schaute mir das Cover an, las die Beschreibung und dachte: Okay, eine Performance-Künstlerin. Ich kannte sie nicht, was nicht weiter verwunderlich ist, da ich mich mit diesem Thema noch nie beschäftigt hatte. Doch jetzt, nach dem Hörbuch, weiß ich auch, dass mir Performance-Kunst nicht wirklich gefällt. Meine Definition von Kunst ist anders. Kunst sollte schön sein, dem Auge schmeicheln und der Seele gut tun. Ganz anders scheint Performance-Kunst zu sein, zumindest wie sie Marina Abramovic versteht. Bei ihr geht es um Schmerz und Leid und natürlich Liebe. Aber immer grenzgängerich furchtbar. So ritzt sie sich z. B. einen Stern in ihren Bauch oder sticht mit einem Messer ganz schnell auf ihre Fingerzwischenräume, manchmal trifft sie diese natürlich auch und die Blutflecke, die dabei entstehen unterlegt sie dann mit Musik. Hm, da frage ich mich, was daran kunstvoll sein soll. Okay, das war in ihren früheren Jahren. Aber ich dachte echt, wie masochistisch muss man drauf sein, um sich so etwas anzutun? Davon gibt es noch ganz viele weitere Beispiele.

Als sie Ulay kennen und lieben lernt, verändert sich die Art ihrer Performances ein wenig. Jetzt sind sie zu zweit und planen gemeinsam ihre Auftritte. Ein Beispiel für einen Auftritt zu zweit:

Da muss man schon sehr viel Vertrauen haben.

Um sich letztendlich wieder trennen zu können, liefen sich Ulay und Marina auf der chinesischen Mauer entgegen. Er von Osten, sie von Westen. Jeder 2.500 km. Völlig verrückt. Warum tut man so etwas?

Marina Abramovic ging mit allem was sie tat an ihre Grenzen. Ob sie Leid inszenierte oder Liebe. Immer war es in einem Maß, das in meinen Augen nicht gut tut. Aber sie kann wohl nicht anders und vor allem will sie auch nicht anders. Und eines muss man wirklich sagen: Es gibt wohl nur wenige Menschen, die ihr Leben derart intensiv leben, wie Abramovic. Und das wiederum ist faszinierend.

Ihre weitere Entwicklung, als sie dann schon etwas älter war, gefällt mir dann doch schon etwas besser. Sehr gut fand ich die Idee mit dem Bilderrahmen, den sie dem Gemälde von Edvard Munch nachgemacht hat, jedoch ohne Bild darin. Diese „Skulptur“ wurde in Oslo in einem Park aufgestellt, an dem der Maler damals angeblich auch das Bild malte. Hier kann man dann als Besucher selbst in den Rahmen treten und den Schrei nachbilden. Gut. Diese Idee gefällt mir gut. Sich allerdings über 500 Stunden im MoMA (Museum of Modern Art) in New York auf einen Stuhl zu setzen und nichts zu tun, außer den Zuschauern, die sich auf den Stuhl ihr gegenüber setzen konnten, in die Augen zu schauen – nun, da frage ich mich dann wieder, was das mit Kunst zu tun hat. Aber vermutlich bin ich nur ein Banause und verstehe die Botschaft dahinter nicht. Denn die Zuschauer waren sehr begeistert von dieser Performance.

Doch nichtsdestotrotz hat mich diese Frau mit ihrer Autobiografie sehr fasziniert. Sie hatte eine verdammt harte Kindheit, eine lieblose Mutter, für die sie nichts wert war. Auch das Land und die politischen Verhältnisse, in denen sie aufwuchs, gaben ihr nicht gerade Geborgenheit. Ob sie sich wohl auch so extrem entwickelt hätte, wenn sie eine andere Kindheit gehabt hätte? Ich möchte es bezweifeln, aber wer weiß das schon.

Wiebke Puls als Sprecherin kannte ich bisher noch nicht. Doch ihre Stimme hat mir sehr gut gefallen und ich konnte ihr stundenlang zuhören.

Insgesamt gefällt mir die zwar die Kunstform, die Marina Abramovic macht, nicht wirklich, aber sie ist eine faszinierende und starke Frau. In ihrer Autobiografie erklärt sie ihre einzelnen Performances, warum sie sie tut, und was sie damit bezweckt. Das wiederum ergibt für mich Sinn und ich kann es irgendwie nachvollziehen. Hätte ich vor der Lektüre nur Aufnahmen ihrer Auftritte gesehen, hätte ich wahrscheinlich gedacht, sie ist irre. Sie muss irre sein. Doch so sehe ich ihre Performance-Kunst mit anderen Augen. Dass mir diese Kunstrichtung trotzdem nicht gefällt, liegt ja schließlich an mir und nicht an ihr.

Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es beim Bonnevoice-Hörbuchverlag. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Marina Abramovic – Durch Mauern gehen

Reinhold Messner – Nanga Parbat: Der Schicksalsberg

Beschreibung
Messners Schicksalsberg
Der Nanga Parbat liegt im Himalaja-Massiv. Er ist der neunthöchste Berg der Erde, seine Steilwand an der Südseite mit 4500 Metern die höchste Fels- und Eiswand der Welt. Reinhold Messner bezeichnet ihn als seinen Schicksalsberg, da er an ihm 1970 seinen Bruder Günther bei einer gemeinsamen Tour verlor. Er berichtet von seiner vergeblichen Suche nach dem Bruder, von den grauenvollen Stunden der Verzweiflung und zunehmender physischer Erschöpfung.
Messner erzählt aber auch von den Erlebnissen anderer Bergsteiger am Nanga Parbat, von dem hohen Schwierigkeitsgrad der Rupal-Wand und der Erstbesteigung des Gipfels 1953. Tausende von Zuhörern haben bisher seinem faszinierenden Vortrag mit Be¬geisterung gelauscht. Im Herbst wird Reinhold Messner noch einmal auf Vortragsreise gehen. Eine spannende, wahre Geschichte nicht nur für Bergsteiger.

Sprecher
Reinhold Messner

Länge
1 h 38 m

Meine Meinung
Dieser Vortrag vom weltberühmten Bergsteiger Reinhold Messner ist auch für Nicht-Bergsteiger sehr spannend und äußerst interessant. Der Kampf gegen die Naturgewalten am Berg ist sehr beeindruckend. Natürlich erzählt er hier auch von seinem größten Schicksalsschlag, nämlich dem Verlust seines geliebten Bruders an diesen Berg.
Ein sehr beeindruckender Vortrag von einem Menschen, der bis an seine Grenzen geht und trotzdem respektvoll der Natur entgegentritt. Ich war sehr begeistert von diesem Vortrag.

Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Reinhold Messner – Nanga Parbat: Der Schicksalsberg