Margaret Atwood – Die Geschichte von Zeb (Die MaddAddam-Trilogie 3)

Beschreibung
Die wasserlose Flut, eine Pandemie ungeheuren Ausmaßes, ist über die Erde hinweggegangen und hat die Menschheit ausgelöscht. Bis auf einige wenige Überlebende, die sich im Lehmhaus eines verwahrlosten Parks zusammenfinden und den Gefahren einer entvölkerten, anarchischen Welt trotzen. Unter ihnen Toby, die ehemalige Gottesgärtnerin, und Zeb, ein großherziger Draufgänger, der zum Anführer der kleinen Truppe wird.

Während der Flut hat Toby, in einem Spa verschanzt, auf ihn gewartet; beharrlich an seine Rückkehr geglaubt, nun treffen sie, am Ende der Welt, wieder zusammen. Ein Endzeitszenario, so gewaltig und bedingungslos, wie es nur Margaret Atwood entwerfen kann. Eine Welt, die außer Kontrolle geraten ist, die sich selbst bezwungen und auf null zurückgesetzt hat. Wie in „Das Jahr der Flut“ stellt Atwood einmal mehr ihr waches politisches Gespür unter Beweis, ihre Hellhörigkeit für gefährliche Entwicklungen und Strömungen. Möge die Welt auch zugrunde gehen, von Margaret Atwood lassen wir uns bereitwillig an den Abgrund führen. Kein Untergang, dem diese Autorin nicht mit Humor und erzählerischer Verve beikommen würde.

Sprecher
Uve Teschner

Länge
13 h 18 m

Meine Meinung
Im dritten und letzten Teil der MaddAddam-Trilogie führen alle Stränge zusammen, so dass man dann erst ein Gesamtbild des ganzen Szenarios bekommt. Ich finde, dass hat die Autorin sehr geschickt gemacht. Fand ich in Teil 1 die Beschreibungen der Optimierung der menschlichen Rasse durch Aspekte aus der Fauna sehr faszinierend und in Teil 2 die vielseitige Nutzung der Pflanzen, so fehlen hier in Teil 3 diese Aspekte ziemlich komplett. Hier ging es mehr um die Geschichte von Zeb und um das Überleben der kleinen Truppe, die wir näher betrachten konnten.

Insgesamt kann ich diese Endzeitstory durchaus empfehlen. Ich finde, die Trilogie hat eine ganz besondere Erzählstruktur inne, die man nicht so oft findet. Auch spart sie nicht an genialen Erfindungen und Namensgebungen. Und das erschreckende dabei ist, dass alles durchaus im Rahmen des Vorstellbaren liegt. Denn weit entfernt davon scheinen wir nicht mehr zu sein.

Weitere Informationen
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Margaret Atwood – Das Jahr der Flut (Die MaddAddam-Trilogie 2)

Beschreibung
In einer am Abgrund stehenden Welt versuchen die „Gärtner Gottes“ eine Parallelgesellschaft aufzubauen und ein Leben im Einklang mit der Natur zu führen. Sie leben auf den Dachgärten der Stadt und folgen Adam One, der das Ende der Menschheit voraussagt. Die junge Toby findet Zuflucht bei den „Gärtnern Gottes“ und steigt mit der Zeit zur Anführerin auf. Ren gehört seit ihrer Kindheit zu der Sekte. Als ein unkontrollierbares Virus in wenigen Tagen den Großteil der Menschheit auslöscht, müssen beide Frauen in einer zukunftslosen Welt ihren Weg finden.

Größtenteils aus Tobys Perspektive erzählt Margaret Atwood von einer Welt, in der die globalisierte Wirtschaft die Kontrolle übernommen, die Forschung jegliche Ethik verworfen hat und in der die Menschheit am Rande ihres Unterganges steht.

Sprecher
Uve Teschner

Länge
13 h 01 m

Meine Meinung
Der zweite Teil der Trilogie war mir persönlich etwas zu religiös angehaucht. Die Beschreibungen des Sektenlebens der „Gärtner Gottes“ und die ständigen Gebete waren nicht so ganz mein Fall. Doch trotzdem wurde die Story natürlich immer interessanter und rätselhafter, wie sich das am Ende alles zusammenfügen und wie es ausgehen würde.

Äußerst interessant fand ich hier, was man mit einzelnen Pflanzen und Stoffen so alles tun kann. Man lernt hier so einiges über die Botanik und auch einiges über die Wiederverwertbarkeit oder Artentfremdung von künstlich hergestellten Materialien.

Sehr gut gefallen haben mir auch die Namensgebungen. Vielen alten Helden begegnet man hier, zumindest vom Namen her. Ob die Charaktere ähnlich den Namensgebern sind, möchte ich hier nicht verraten.

Uve Teschner als Sprecher hat auch hier wieder eine sehr gute Leistung hingelegt.

Weitere Informationen
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Margaret Atwood – Oryx und Crake (Die MaddAddam-Trilogie 1)

Beschreibung
Crake und Jimmy waren Freunde, und sie liebten dieselbe Frau: die rätselhafte Oryx. Sie lebten in einer ständig von Klimakatastrophen bedrohten Welt. Crake, ein Genie genetischer Manipulation, war Wissenschaftler und arbeitete für das Projekt „Paradice“ in einem Elite-Labor eines biogenetisch-pharmazeutischen Konzerns. Jimmy sorgte als Werbefachmann für die Bekanntmachung der Produkte, die Crake entwickelte.

Nun sitzt Jimmy, mittlerweile „Schneemensch“ genannt, versehrt, gebrochen und als womöglich letzter Vertreter der Gattung „Homo sapiens“ auf einem Baum, dem einzig verbliebenen sicheren Ort, und blickt zurück. Auf die Überflutung der bewohnten Gebiete durch den Klimawandel, auf das Verschwinden der überlebenswichtigen Ressourcen, auf das Artensterben, auf den Zusammenbruch der Ökosysteme und auf die Vernichtung der Menschheit durch eine fatale Seuche. Und natürlich auf Oryx. Und Crake.

Sprecher
Uve Teschner

Länge
11 h 15 m

Meine Meinung
Per Zufall bin ich auf diese Trilogie gestoßen. Biogenetisch-pharmazeutischer Konzern – das klingt ja schon mal sehr interessant. Klimakatastrophe und letzter Homo sapiens? Äußerst verlockend. Kaum hatte ich also die Beschreibung gelesen, schon war der erste Teil der Trilogie auf meinem iPod. 12 Stunden später hatte ich es schon fertig gehört, so spannend fand ich das.

Okay anfangs brauchte ich etwas, um in die Geschichte hineinzufinden. Doch spätestens als Crake von seinen neuesten Entwicklungen erzählte, hatte mich die Story gepackt. Hier werden fantastische Fähigkeiten beschrieben, die alle aus der Vielzahl der Tierwelt übernommen wurden. Für was? Um den Homo sapiens zu „optimieren“.

Die Liebesgeschichte zwischen Crake, Oryx und Jimmy fand ich auch okay. Auch wenn ich nicht so der Fan von Liebesgeschichten bin. Aber hier ging es ja hauptsächlich um die Zukunft, wie sie sein könnte, wie fatal und faszinierend zugleich. Doch mehr erschreckend als wünschenswert. Somit war für mich die Liebesgeschichte nur ein würziges Beiwerk, dass dem ganzen natürlich nochmals mehr Emotionen verlieh.

Uve Teschner war auch hier wieder absolut ok.

Teil 2 wartet schon auf meinem Player auf mich. Ich bin dann also mal weg.

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Omar El Akkad – American War

Beschreibung
Amerika in der Zukunft: Der Meeresspiegel steigt, Teile des Landes stehen unter Wasser, der Norden führt Krieg gegen den Süden. In einem Flüchtlingscamp in Mississippi lebt die junge Sarat Chestnut mit ihrer Familie hinter Stacheldraht. Sie haben sich gerade in einem der Zelte eingerichtet und zurück in ein halbwegs normales Leben gefunden, da droht das nächste Unheil…

Omar El Akkad entfaltet mit großer erzählerischer Kraft die dramatische Geschichte einer Radikalisierung. Spannend bis zur letzten Minute – brisant und aktuell.

Sprecher
Uve Teschner

Länge
13 h 10 m

Meine Meinung
Nach dem 5. arabischen Frühling haben sich die Machtverhältnisse auf der Welt radikal verändert. Die USA spielt nun nicht mehr die bedeutsame Rolle, im Gegenteil, hier herrscht der 2. Bürgerkrieg, Nord gegen Süd bzw. Blau gegen Rot. Außerdem ist das Land kleiner geworden, denn viele Küstengegenden liegen nun unter Wasser, die Klimakatastrophe hat erschreckende Ausmaße angenommen.

Die Protagonistin ist Sarat Chestnut, die mit ihrer Familie in einem Zelt in einer Flüchtlingsunterkunft lebt, nachdem der Vater auf der Suche nach einem Job durch ein Selbstmordattentat ums Leben kam. Ein gut gekleideter Mann nimmt sich ihrer an, gibt ihr Bücher zu lesen und erklärt ihr die Welt. Klar, dass sie nur dessen Sicht auf die Welt lernte. Was daraus resultiert, wird hier erzählt.

Dieser Science Fiction hat mir eine Gänsehaut bereitet. Denn er kommt so verdammt vorstellbar daher. Nichts scheint hier übertrieben, alles sehr gut vorstellbar, da viele beschriebene Situationen durchaus auch heute schon passieren. Vlt. nicht in den USA, aber in anderen Teilen der Welt. Ich habe mit diesem Buch begonnen, kurz nachdem  Trump beschlossen hat, aus dem Klimaabkommen auszusteigen. Das hat die Vorstellbarkeit des Plots natürlich nochmals verstärkt.

Uve Teschner fand ich hier gewohnt gut.

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Patrick Lee – Die Pforte (Die Zeitpforten-Thriller 1)

Beschreibung
Ein Forschungszentrum in der Einöde Wyomings Mitte der siebziger Jahre. In einem Laboratorium tief unter der Prärie beginnt ein Experiment. Doch das geht anders aus als geplant. Und unerwartet öffnet sich die Tür zu einer anderen Welt. Es wird das bestgehütete Geheimnis des Planeten. Und auch das gefährlichste.

Über dreißig Jahre später stößt Ex-Polizist Travis Chase mitten in der eisigen Gebirgslandschaft Alaskas auf ein riesiges Flugzeugwrack. Es ist voller Leichen. Todesursache: Kopfschuss. Unter den Opfern: die First Lady der USA. Unvermittelt sieht sich Travis als wichtigste Figur in einem apokalyptischen Spiel. Der Einsatz: die Zukunft der Erde.

Diese ungekürzte Hörbuch-Fassung wird exklusiv von Audible präsentiert und ist ausschließlich im Download erhältlich.

Sprecher
Matthias Lühn

Länge
10 h 08 m

Meine Meinung
Zugegeben, anfangs tat ich mich etwas schwer damit, in die Geschichte hineinzufinden. Es sind zwar durchweg spannende Szenen beschrieben, doch man versteht absolut nicht, worauf das hinauslaufen könnte. Gerade als ich dachte: „Also wenn das noch lange so weitergeht, dann…“ bekam man einen kleinen Deut, in welche Richtung die Geschichte gehen wird. Und von da an war ich und die Story nicht mehr zu bremsen. Die Ereignisse überschlugen sich und der Spannungsbogen wurde immer straffer gezogen. Das ging dann soweit, dass ich heute morgen extra früher aufgestanden bin, um das Ende noch vor Arbeitsbeginn fertig hören zu können. Jetzt kann ich es kaum erwarten, bis am 20.07.2017 der zweite Teil erscheinen wird. Der ist dann sofort mir 🙂

Besonders gut haben mir die wirklich verzwickten Denkvorgänge bzgl. der Kenntnisse des „Flüsterns“ gefallen. Ich fand das sehr gut und trotz der Komplexität auch nachvollziehbar beschrieben. An Ideenreichtum, was die Pforte so hervorbringt, hat es auch nicht gemangelt.

Mit Matthias Lühn habe ich ja meistens so meine Probleme. So auch hier wieder. Seine Art muss man einfach mögen – oder eben nicht. Leider gehöre ich zur letzteren Kategorie, was den Hörspaß für mich etwas getrübt hat.

Insgesamt kann ich diesen 1. Teil der Thriller-Serie allen Science-Fiction-Fans empfehlen. Nach den anfänglichen Fragezeichen wird man später vollauf mit Spannung und kreativen Ideen belohnt.

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Blake Crouch – Dark Matter: Der Zeitenläufer

Beschreibung
Liebe durch alle Dimensionen des Universums.

„Bist du glücklich?“ Das sind die letzten Worte, die Jason Dessen hört, bevor ihn ein maskierter Mann niederschlägt. Als er wieder zu sich kommt, begrüßt ihn ein Fremder mit den Worten: „Willkommen zurück, alter Freund.“ Denn Jason ist in der Tat zurückgekehrt – doch nicht in sein eigenes Leben, sondern eines, das hätte sein können. Seine Frau hat er nie geheiratet, sein Sohn wurde nie geboren. Und Jason ist kein einfacher College-Professor, sondern ein gefeierter Wissenschaftler. Doch ist diese Welt real? Und was will er wirklich vom Leben: Liebe oder Erfolg? Auf der Suche nach einer Antwort begibt sich Jason auf eine gefährliche Reise durch Zeit und Raum, die ihn am Ende auch mit den dunklen Abgründen seiner eigenen Seele konfrontieren wird…

Diese ungekürzte Hörbuch-Fassung wird exklusiv von Audible präsentiert und ist ausschließlich im Download erhältlich.

Sprecher
Florian Lukas, Karoline Schuch

Länge
9 h 59 m

Meine Meinung
Wow. Endlich mal wieder ein Hörbuch für meine Bestenliste. Diese Geschichte fesselte mich wirklich von Anfang bis Ende und ich wollte gar nicht mehr aufhören, zu hören. Da kam es gelegen, dass ich es zu Beginn eines Wochenendes angefangen hatte.

Jason ist ein glücklicher Mann, er hat eine tolle Frau und einen klasse Sohn. Alles läuft gut, auch mit seiner Stelle als Physikprofessor am College ist er zufrieden. Klar, er hätte auch eine Laufbahn als Wissenschaftler einschlagen können und somit viel Ruhm und Ehre ernten könnten, doch er entschied sich für Frau und Kind. Er ist zufrieden mit seiner Entscheidung.

Doch eines Abends wird er gekidnappt und in eine Welt katapultiert, die nicht seine ist. Es ist die Welt, in der er gelandet wäre, wenn er sich damals gegen Frau und Kind entschieden hätte und als Wissenschaftler gearbeitet hätte. Doch er will nichts sehnlicher, als seine Familie zurück.

Und hier wird es dann so richtig herrlich abgedreht. Denn der Wissenschaftler Jason hat einen Cubus entwickelt, mit dessen Hilfe man in verschiedene Welten reisen kann. Also quasi ein Multiversum. Und es ist gar nicht so einfach, seine eigene Welt wiederzufinden. Zu wenn mit jeder Entscheidung, die man in seinem Leben trifft, weitere Jasons entstehen, die sich anders entschieden haben. Ich fand diese Vorstellung sehr genial und ich dachte daraufhin auf so einige Entscheidungen in meinem Leben zurück und was daraus hätte entstehen können.

Eigentlich würde der Titel Weltenläufer oder Dimensionenläufer besser passen, als Zeitenläufer. Aber ich will ja nicht kleinlich sein 😉

Den Sprecher fand ich anfangs etwas ungeübt. Doch das legt sich ganz schnell während der Geschichte. Am Ende dachte ich sogar, dass er sehr gut die Person Jason Dessen vertonte. Auch Karoline Schuch hat mir in der Rolle von Daniela sehr gut gefallen.

Kurz, ich bin rundum begeistert von diesem Hörbuch, weshalb es auch ab jetzt meine Bestenliste bereichert. 

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Don DeLillo – Null K

Beschreibung
Jeffrey Lockharts Vater Ross, ein Milliardär in seinen Sechzigern, versucht das Leben seiner jüngeren, schwerkranken Frau Artis zu retten. Er bringt sie in ein Forschungszentrum, in dem menschliches Leben durch Einfrieren verlängert werden soll, bis eines Tages biomedizinische Fortschritte es erlauben, unrettbare Fälle von heute doch noch zu heilen und ihnen neue Möglichkeiten zu schenken.

„Wir wurden ohne Freiheit der Wahl geboren. Sollen wir etwa genauso sterben? Das nicht zu akzeptieren – wäre das nicht eine grandiose Errungenschaft?“ Ross sucht neue Welten, andere Dimensionen, sein Sohn Jeffrey lässt nur das Leben im Hier und Jetzt gelten.

Sprecher
Christian Brückner

Länge
8 h 49 m

Meine Meinung
Oh dieser Fusselroller! Ich fürchte, dass wenn ich in meinem zukünftigen Leben einen Fusselroller sehe, ich immer an Null K werde denken müssen. Das nenne ich die Höchststrafe!

Eigentlich ist das oben beschriebene Thema ja durchaus sehr interessant. Aber ich glaube, man kann es kaum langweiliger präsentieren, als es Don DeLillo in Null K getan hat. Er verliert sich in endlosen Beschreibungen von Nichtigkeiten, die einen wirklich derart einlullen, dass man sofort müde wird und die Lust am Weiterhören verliert. So ging es mir jedenfalls bei diesem Buch.

Ich konnte dieser Geschichte nichts abgewinnen, da es um das eigentliche Thema nur selten ging. Hätte er die Gewichtung anders gelegt, sprich nur nebenbei über Fusselroller und Geldbeutel sinniert und sich ausführlicher mit dem Einfrieren und den daraus resultierenden Vorteilen in der Zukunft und was es für unser heutiges Leben bedeutet beschäftigt,  wäre das Buch der Knüller geworden. Aber so… leider nicht. Zumindest nicht für mich. Doch es bilde sich bitte jeder selbst seine Meinung.

Christian Brückner war als Sprecher zwar sehr gut und hat auch wirklich versucht, alles aus der Geschichte herauszuholen. Doch wenn das Material derart langweilig ist, dann kann auch der beste Sprecher kein mitreißendes Hörbuch daraus machen.

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Karl Olsberg – Mirror

mirrorBeschreibung
Dein Mirror kennt dich besser als du selbst. Er tut alles, um dich glücklich zu machen. Ob du willst oder nicht.

Wie digitale Spiegelbilder wissen Mirrors stets, was ihre Besitzer wollen, fühlen, brauchen. Sie steuern subtil das Verhalten der Menschen und sorgen dafür, dass jeder sich wohlfühlt. Als die Journalistin Freya bemerkt, dass sich ihr Mirror merkwürdig verhält, beginnt sie sich zu fragen, welche Macht diese Geräte haben. Dann lernt sie den autistischen Andy kennen und entdeckt, dass sich die Mirrors immer mehr in das Leben ihrer Besitzer einmischen – auch gegen deren Willen. Als sie mit ihrem Wissen an die Öffentlichkeit geht, hat das unabsehbare Folgen…

Diese ungekürzte Hörbuch-Fassung wird Ihnen exklusiv von Audible präsentiert und ist ausschließlich im Download erhältlich.

Sprecher
Wolfgang Wagner

Länge
10 h 36 m

Meine Meinung
Karl Olsberg versteht es sehr gut, die gegebenen technischen Entwicklungen etwas auf die Spitze zu treiben und daraus eine durchaus vorstellbare Dystopie zu kreieren. Was er mit Mirror beschreibt, finde ich keineswegs abwegig, sondern durchaus vorstellbar. Leider.

Ursprünglich wurde der Mirror entwickelt, um den Menschen zu helfen, um ihr bester Freund zu sein und ihnen mit Rat beiseite zu stehen. Der Grundgedanke ist also durchaus löblich und hat natürlich auch sehr viele positive Aspekte. So hilft der Mirror z. B. Andy, der ein Autist ist und sich ohne seinen Mirror nur schwer in der Welt zurechtfindet. Auch der blinden Narnie hilft er, sich aufgrund von Geräuschen in ihrer Umgebung sicher bewegen zu können. So lange der Mirror einzig das Wohlergehen seines Besitzers im Blick hat, ist die Erfindung geradezu genial.

Doch was ist, wenn sich die Mirrors vernetzen und ihre eigene Theorie von hilfreich entwickeln? Wieviel bleibt dann noch übrig von dem einst so hehren Ziel, dem einzelnen Menschen zu helfen? Das Thema künstliche Intelligenz wurde hier geschickt mit der Psychologie der Massen verknüpft. Denn kaum gibt es das Mirrornet, beginnt die Sache aus dem Ruder zu laufen.

Sehr gut gefiel mir der dichte Bezug zu unserer heutigen bereits komplett vernetzten Welt. Es gibt sehr viele Aspekte die heute schon zutreffen und auf aktuelle Verhaltensweisen hindeuten.  Somit ist dieses Buch keineswegs abwegig. Im Gegenteil, eigentlich… na, ich will nicht zu viel verraten.

Mir haben die Figuren sehr gut gefallen, sie waren sehr glaubhaft beschrieben und handelten auch entsprechend. Durch die verschiedenen Blickwinkel bekam man einen guten Eindruck dessen, wie die verschiedenen Personen die aktuelle Situation gerade einschätzten.

Für mich vergingen die über zehneinhalb Stunden wie im Flug, da die Story äußerst kurzweilig und interessant erzählt wurde. Auch steigerte sich die Spannung konstant bis zum fulminanten Schluss. Dieses Ende kam zwar nicht sonderlich überraschend, wenn man sich den Verlauf der Geschichte vorher anschaute, und trotzdem war es sehr gut beschrieben. Ebenso den anschließenden Epilog fand ich (leider) eine zutreffende und vorstellbare Vision. Oder ist es gar keine Vision mehr, sondern längst Realität?

Wolfgang Wagner, den ich als Sprecher von Marco Polo her bereits kannte, passte auch hier wieder sehr gut. Er hat einfach eine super Stimme und versteht sein Handwerk. Ich konnte ihm über Stunden begeistert zuhören. Er schiebt sich nicht in den Vordergrund und doch merkt man in jedem Satz sein großes Engagement für die Story.

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Wesley Chu – Die Leben des Tao (Tao 1)

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Action, Abenteuer und Aliens – Wesley Chus SF-Thriller „Die Leben des Tao“ ist der Auftakt einer Trilogie, in der sich ein durchschnittlicher Nerd zum Top-Geheimagenten mausert.

Seit Anbeginn der Zeiten wird das Schicksal der Menschheit insgeheim von Aliens gelenkt, die als körperlose Parasiten einige der einflussreichsten Persönlichkeiten der Geschichte kontrolliert haben: Dschingis Khan etwa, Napoleon oder Steve Jobs. Und fast ebenso lange tobt unbemerkt ein heftiger Krieg auf der Erde, in dem sich zwei verfeindete Fraktionen der Außerirdischen bis aufs Blut bekämpfen. Mal haben die Prophus die Nase vorn, die auf eine friedliche Koexistenz mit den Menschen setzen, und manchmal die Genjix, die glauben, dass technischer und gesellschaftlicher Fortschritt nicht ohne Krieg und Konflikte zu haben ist. Wenn es nach ihnen geht, wird auch in Zukunft die Weltgeschichte mit Blut geschrieben.

Von all dem ahnt Roen Tan – Programmierer, Vollzeit-Nerd und Freund fettiger Fertiggerichte – natürlich nichts. Bis er eines Morgens in seiner Wohnung in Chicago aufwacht und eine fremde Stimme in seinem Kopf hört.

Sprecher
Johannes Steck

Länge
12 h 34 m

Meine Meinung
Jetzt ist endlich alles klar: Die Aliens sind schuld! Wir Menschen sind also gar nicht so grausam, wie ich bisher immer dachte. Die Aliens sind das. Ist das nicht schön, dass wir endlich den wahren Schuldigen gefunden haben?

Ok, also wie oben schon beschrieben, benötigen diese zwei verfeindeten Fraktionen der Aliens Menschen, in die sie hineinschlüpfen können. Um sich ein neues „Gefäß“ auszusuchen, muss zum einen das alte Gefäß gestorben sein und zum anderen muss es dann sehr schnell gehen. Denn unsere Atmosphäre ist für die Aliens lebensbedrohlich. Also heißt es, so schnell wie möglich einen neuen Menschen zu finden, in den sie sich einnisten können. Nicht immer steht ihnen eine große Auswahl zu Verfügung. So muss Tao Vorlieb mit dem unsportlichen und wenig geeigneten Kandidaten Roan Tan nehmen, der als einziger verfügbar ist. Fortan gilt es, aus ihm einen cleveren und durchtrainierten Agenten zu machen.

Ich fand die Beschreibung, wie sich Tao zum ersten Mal in Roans Kopf meldet und mit ihm kommuniziert derart herrlich beschrieben, ich habe stellenweise wirklich laut lachen müssen. Überhaupt hatte ich während des gesamten Hörbuchs ein Grinsen im Gesicht. Humor kommt hier jedenfalls auf keinen Fall zu kurz. Auch die Kampfausbildung, die Roan von nun an über sich ergehen lassen muss, ist zwar knallhart, aber sehr humorvoll beschrieben.

Doch bei allem Humor kommt natürlich auch die eigentliche Mission nicht zu kurz. Somit ist es eine wirklich gelungene Mischung aus Humor und ernstem Kampf, der stellenweise wirklich irre spannend ist.

Mir hat die Geschichte insgesamt sehr gut gefallen. Es war beste Unterhaltung mit vielen ungewöhnlichen Szenarien. Ich freue mich schon auf die Fortsetzung.

Johannes Steck hat mir hier auch sehr gut gefallen. Er hat die verschiedenen Lebenslagen des zunächst ahnungslosen Roan Tan sehr glaubhaft und passend vertont.

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Weitere Informationen
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Adrian J. Walker – Am Ende aller Zeiten

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Edgar Hill ist Mitte dreißig, und er hat sein Leben gründlich satt. Unzufrieden mit sich und seinem Alltag als Angestellter, Familienvater und Eigenheimbesitzer weiß er nur eins: So kann es nicht weitergehen. Als das Ende kommt, kommt es von oben: Asteroideneinschläge verwüsten die Britischen Inseln. Städte, Straßen, Internet – all das gehört plötzlich der Vergangenheit an. Das Chaos ist gigantisch, die Katastrophe total. Edgar wird von seiner Familie getrennt und vor die größte Herausforderung seines Lebens gestellt: Will er Frau und Kinder jemals wiedersehen, muss er von Schottland nach Cornwall laufen, 500 Meilen durch ein sterbendes Land. Und er muss zu dem Mann werden, der er schon immer sein wollte.

Diese ungekürzte Hörbuch-Fassung wird im Download exklusiv von Audible präsentiert.

Sprecher
Uve Teschner

Länge
12 h 29 m

Meine Meinung
Achtung, die Asteroiden kommen. Nicht nur einer, nein, es sind gleich ganz viele, die über den Britischen Inseln niederprasseln. Dass anschließend nichts mehr so ist, wie es einmal war, kann man sich unschwer vorstellen. Die komplette Infrastruktur ist zerstört, kaum ein Stein liegt noch auf dem anderen. Und dann wird Edgar auch noch von seiner Familie getrennt.

Wollte er einen Tag zuvor noch nichts lieber, als endlich seine nervige Familie loswerden, so bemerkt er jetzt, da dies eben geschehen ist, dass seine Familie das einzige in seinem Leben ist, was ihm wirklich wichtig ist. Doch um sein Glück wiederzufinden, muss er eine schier unlösbare Aufgabe lösen. Er muss laufen. Nicht nur in die nächste Ortschaft, nein er muss ganze 500 Meilen quer durchs Land laufen und das innerhalb kürzester Zeit. Wenn er es nicht schafft, wird er seine Familie nie wieder sehen.

Doch ausgerechnet er soll laufen? Er hasst das Laufen und ist auch nicht gut darin. Geschweige denn ist er auch nur annähernd fit. Und trotzdem macht sich Edgar Hill zusammen mit ein paar sehr unterschiedlichen Männern auf den Fußmarsch nach Cornwall.

Auf diesem Fußmarsch werden in der Geschichte noch mehrere kleinere Geschichten erzählt, das hat mir sehr gut gefallen. Und all diese Geschichten helfen Edgar, durchzuhalten, weiterzulaufen und sein Ziel nicht aus den Augen zu verlieren. Somit durchläuft Edgar nicht nur ganz England, nein er persönlich durchläuft auch eine sehr starke Entwicklung.

Erst wenn man das, was einem wirklich wichtig ist, verliert, bemerkt man den Wert. So kann das Schicksal durchaus als Chance betrachtet werden, die einem die wirklich wichtigen Dinge zurück ins Bewusstsein befördert.

Ich fand die Story an sich stellenweise sehr spannend, aber nicht nervenzerreißend. Vielmehr finde ich, dass der Plot sehr viele Anregungen zum Nachdenken gibt und durchaus auch ein paar Tipps für jeden selbst bereit stellt. Das Ganze wird einem in einer durchweg interessanten Endzeitstory erzählt, die realistisch dargestellt wird. So könnte sich ein derart verheerender Asteroideneinschlag tatsächlich auswirken.

Die Protagonisten, allen voran Edgar Hill, fand ich sehr gut dargestellt. Ich konnte mir die Truppe Männer sehr gut vorstellen, die sich da zu Fuß durchs Land kämpft und auch die Menschen, denen sie begegneten. Sehr viele, sehr unterschiedliche Charaktere wurden hier geschildert. Das sorgte zusätzlich für viel Abwechslung.

Uve Teschner gab der Story mit seiner Stimme die richtige Note Düsternis und Hoffnung. Seine Leistung war wieder klasse.

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