Sam Feuerbach, Thariot – Instabil 1: Die Vergangenheit ist noch nicht geschehen

Beschreibung
Zeitreisethriller – Patrick Richter weiß nicht, wie ihm geschieht. Früh am Morgen wird er von einem Sondereinsatzkommando aus dem Bett gerissen, verhaftet und verhört. Ihm wird die Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung vorgeworfen. Er ist unschuldig, aber die deutschen Behörden kümmert das wenig. Er wird an das FBI ausgeliefert und soll nach Guantanamo überstellt werden. Doch dann verschwindet er unerklärlicherweise aus seiner Auslieferungszelle…

Sprecher
Thomas Dellenbusch

Länge
11 h 13 m

Meine Meinung
Mit Instabil habe ich mein erstes Hörbuch von Sam Feuerbach und Thariot gehört. Was soll ich sagen: Es war ein Volltreffer!

Patrick ist ein Durchschnittstyp. Nichts ist außergewöhnlich an ihm, weder in die eine noch in die andere Richtung. Eigentlich ein Langweiler, der sich mit Ach und Krach durchs Leben schlägt. Bis zu einer ganz normalen Nacht, als er von einem Sondereinsatzkommando aus dem Bett gerissen und verhaftet wird. Er wird verhört, jedoch nur recht halbherzig und soll schon am nächsten Tag nach Guantanamo überstellt werden. Doch als er in der Umkleidekabine seinen orangenen GTMO-Haftanzug anziehen soll, verschwindet er auf unerklärliche Weise aus der Kabine. Weder die Polizei noch Patrick selbst können sich dieses Verschwinden erklären. Und so beginnt eine irre Hetzjagd auf Patrick, bei der er nicht selten plötzlich verschwindet und sich so dem Zugriff in letzter Minute widersetzen kann.

Eine Journalistin, die hier „die Story“ ihres Lebens wittert, erschwert Patrick noch die Flucht, da nun die ganze Bevölkerung sein Gesicht kennt und ihn für ein Al-Kaida-Mitglied hält. Spannend, spannend kann ich da nur sagen.

Besonders gut hat mir hier die erfrischende Sprache des Buches gefallen. Sie scheint aus dem Leben gegriffen und kommt einfach locker, flockig daher. Über viel Humor (und auch schwarzen Humor) darf man sich ebenfalls freuen.

Klasse finde ich ja immer bei den Zeitreisebüchern, dass man ordentliche Gehirnknoten bekommt. Und die bekommt man hier in reichlicher Dosis.

Kurz, dieses Hörbuch hat mich sehr begeistert. Wie ich gelesen haben, wird es wohl eine 3-teilige Reihe werden wird. Doch da muss ich mich wohl noch etwas gedulden.

Den Sprecher fand ich im Großen und Ganzen ganz ok, wenn mir auch etwas mehr Enthusiasmus besser gefallen hätte. Sprich, da ist meiner Meinung nach noch Luft nach oben. Aber trotzdem hat er seine Sache gut gemacht.

Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Sam Feuerbach, Thariot – Instabil 1: Die Vergangenheit ist noch nicht geschehen

Siehe auch:

Cynthia D’Aprix Sweeney – Das Nest

das-nestBeschreibung
Melody, Jack, Bea und Leo sind Geschwister. Sie sind in ihren Vierzigern, stehen mitten im Leben und haben immer gewusst, dass sie eines Tages viel Geld erben würden. Und das können sie in New York zu Zeiten der Finanzkrise auch alle gut gebrauchen. Doch kurz bevor der ersehnte Fonds ausgezahlt wird, verwendet ihre Mutter ihn, um dem ältesten Sohn Leo aus einer Notlage zu helfen. Unfreiwillig wiedervereint, müssen die Geschwister sich mit altem Groll und falschen Gewissheiten auseinandersetzen. Aber vor allem müssen sie irgendwo frisches Geld auftreiben.

Ein geistreicher und scharfsinniger Familienroman – gelesen von Johann von Bülow.

Sprecher
Johann von Bülow

Länge
11 h 59 m

Meine Meinung
Wer solch eine Familie (und Freunde) hat, braucht keine Feinde mehr. Das war der erste Gedanke, der mir durch den Kopf ging, als ich das Hörbuch fertig gehört hatte.

Das Nest, so nennen die 4 Geschwister eine Erbschaft, die sie mit Mitte 40 bekommen sollen. Doch erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Denn einer der vier – Leo – verursacht kurz vor der Auszahlung des Geldes einen fatalen Unfall. Für Schmerzensgeld und Schadensbegrenzung wird dieses Erbe kurzfristig entzweckt. Da sich aber alle auf dieses Erbe verlassen haben und auch noch eine Finanzkrise herrscht, kommen alle bald ziemlich in die Bredouillen. Natürlich wollen sie alle so schnell wie möglich die Auszahlung des ihnen zustehenden Anteils.

Zugegeben, anfangs tat ich mich mit der Geschichte recht schwer und brauchte mehrere Anläufe. Denn den Einstieg in die Story fand ich nicht gerade anspornend, das Hörbuch weiterzuhören. Dies lag unter anderem an der unsympathischen Art des einen Protagonisten Leo, der in dieser Anfangsszene die Hauptrolle spielt. Doch auch die anderen 3 Geschwister erhielten zunächst keine sonderlichen Sympathiepunkte von mir. Dazu muss man das Hörbuch wirklich fertig hören, um dem Geschwisterquartett doch einiges abgewinnen zu können. Außerdem ist es stellenweise wirklich äußerst skurril und manchmal sogar witzig.

Ich fand die Story insgesamt recht außergewöhnlich. Ich möchte den Plot nun nicht über den Klee loben, aber er hat was. Das stellt sich allerdings erst recht spät heraus. Wenn man sich darauf einlässt und nicht schon am Anfang die Segel streicht, dann lauscht man hier einer Geschichte, die viel Kreativität der Protagonisten aufzeigt und die passend „hochnäsig“ von Johann von Bülow vorgetragen wird.

Mit dem Sprecher tat ich mich anfangs auch etwas schwer. Doch im Laufe der Geschichte gewöhnte ich mich daran und stellte dann fest, dass er diesen Text genau richtig vertont hat. Versnobt, hochnäsig und mit dem gewissen New Yorker Charme.

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Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es z. B. bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Cynthia D’Aprix Sweeney – Das Nest

Herzlichen Dank an D>A<V für das Rezensionsexemplar.

Gwen Cooper – Homer und ich

Homer und ichBeschreibung
Das Letzte, was Gwen Cooper wollte, war noch eine Katze. Zwei hatte sie schon, obendrein einen schlecht bezahlten Job und ein frisch gebrochenes Herz. Doch bei dem drei Wochen alten, blinden Kätzchen, das niemand wollte, war es Liebe auf den ersten Blick. Homer wuchs zu einem Teufelskerl mit einem großen Herzen heran. Seine Treue, seine Liebe und seine Freude inspirierten Gwen jeden Tag und veränderten ihr Leben. Als sie den Mann traf, den sie später heiraten würde, wusste sie, dass sie Homer eine wichtige Einsicht verdankte: Liebe sehen wir nicht mit den Augen.

Sprecher
Maya Byhahn

Länge
4 h 32 m

Meine Meinung
Gestern habe ich das Hörbuch entdeckt und direkt auf den Player geladen. Soeben habe ich es fertig gehört. Hach, das war schön. Also zumindest für jemanden, der Katzen liebt. Und ja, ich bin eine bekennende Katzenliebhaberin, lebe ich doch schon fast immer mit Katzen zusammen.

Gwen Cooper erzählt hier ihre Lebensgeschichte. Sie hatte bereits zwei Katzen und wollte eigentlich keine dritte Katzen haben. Doch der kleiner Homer war blind, niemand wollte ihn haben, ihm drohte die Einschläferung. Das konnte Gwen nun auf gar keinen Fall zulassen! Also hatte sie fortan drei Katzen. Gwen war natürlich unsicher, was auf sie zukommen würde. Eine blinde Katze. Beide Augen mussten ihr entfernt werden, die Augenlider wurden zusammengenäht. Wie soll sich das Kätzchen orientieren? Doch Homer entpuppte sich als wahres Energiebündel und ein Meister in der Orientierung. Auch sprudelte er schier über vor Lebensfreude und purer Energie.

Gwen lebte mit ihren drei Katzen zunächst in ihrer Heimat Miami und zog dann mit den drei Katzen nach New York um. Und das ausgerechnet kurz vor dem 11.  September. Auch wohnte sie ganz in der Nähe des World Trade Centers. Sie schildert in diesem Hörbuch sehr emotional das Erlebte und vor allem, ihre Angst um ihre Katzen, die nicht weit entfernt in ihrer Wohnung eingeschlossen waren. Sie durfte zunächst nicht zurück in ihre Wohnung, da viele Häuser in der Nähe nach und nach einstürzten! Ihre Angst war grenzenlos! Und was war, falls das Haus noch steht, aber die Fenster zersprungen waren? Sie lebte immerhin im 31. Stock mit einer blinden Katze!

Ich muss gestehen, ich habe mir viele Gedanken um 911 gemacht. Doch an die Verzweiflung der Menschen, die ihre Haustiere zuhause zurückgelassen hatten und nun nicht zu ihnen konnten, daran hatte ich nicht gedacht. Für mich war das tief berührend, diese Sicht erzählt zu bekommen.

Gwen Cooper hat eine sehr „vermenschlichte“ Art, von ihren Katzen zu sprechen. Sie sind ihre Kinder, sie ihre Mama. Aber ja. Ich kann das natürlich sehr gut nachvollziehen. Denn welcher Katzenhalter hat das nicht schon selbst gemacht? Sei ehrlich – lach. Ich denke, das ist vollkommen normal.

Was mir auch sehr gut gefallen hat, ist die Tatsache, dass sie immer wieder Szenen aus der Odyssee von Homer zitierte und anschließend eine passende Episode aus ihrem Leben dazu erzählte. Fand ich eine witzige und sehr passende Idee.

Ich habe allerdings auch einen Kritikpunkt anzumerken. Das Cover. Das Cover zeigt eine superknuffige kleine schwarze Katze mit den babytypischen großen blauen Augen. Doch: Homer hatte keine Augen mehr! Der Protagonist der Geschichte ist blind und seine Augen sind zugenäht! Aber naja, das Bild macht zumindest jeden Katzenfreund aufmerksam. Und ich glaube, dieses Hörbuch wird jedem Katzenfreund gefallen. Deshalb gibt es für das etwas irreführende Cover keinen Punktabzug.

BARF-Anhänger werden zwar mit der Fütterung hadern, doch trotzdem ist es einfach eine schöne Geschichte um die Fellnasen und wie sie – selbst wenn sie eine Behinderung haben – das Leben der Menschen durchaus positiv beeinflussen können.

Die Sprecherin Maja Byhahn kannte ich noch nicht, jedoch hat sie die Geschichte sehr schön erzählt. Ich müsste mich sehr täuschen, wenn sie nicht selbst eine verrückte Katzenliebhaberin ist, so liebevoll wie sie die Episoden erzählt hat.

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Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Gwen Cooper – Homer und ich