Erziehungsmaßnahmen für Erwachsene oder: Wie die Telekom ihre ehemaligen Kunden behandelt

Es muss Magie sein oder eben doch nur profane Technik: Mein abenteuerlicher Wechsel von der Telekom zu 1&1

Eigentlich bin ich nicht der Typ Mensch, der sich über jeden Mist aufregt und alles öffentlich machen muss. Doch diese Geschichte hat mein Blut derart in Wallung gebracht, dass ich einfach nicht anders kann, als es schriftlich festzuhalten.

Die Entscheidung
Letztes Jahr beschloss ich, meinen Internet- und Telefonanbieter zu wechseln. Ich war jahrelang bei der Telekom und zahlte monatlich Unsummen für Leistungen, die ich in gleichem Umfang bei 1&1 um ein vielfaches günstiger bekommen konnte. Also überlegte ich nicht lange. Ich schloss einen Vertrag mit 1&1 ab, diese übernahmen auch gleich die Kündigung meines Anschlusses bei der Telekom.

Es war soweit
Am 02.11.2017 sollte der Wechsel zu 1&1 stattfinden. Im Vorfeld bekam ich mehrere E-Mails von 1&1, dass ich die neue Hardware (die mir kurz vorher zugeschickt werden würde) am Bereitstellungstermin angeschlossen haben sollte. Der Anschluss würde dann im Laufe des Tages – spätestens bis 18:00 Uhr – umgestellt sein. Prima, dachte ich. Den vorhandenen Speedport der Telekom hatte ich morgens vor der Arbeit gegen die neue Fritz!Box ausgetauscht und ordnungsgemäß angeschlossen.

Fragezeichen über Fragezeichen
In der Mittagspause fischte ich dann eine Mitteilung aus meinem Briefkasten, dass der Techniker der Telekom bei mir gewesen sei, mich aber nicht angetroffen hätte. Ich solle umgehend einen neuen Termin vereinbaren. Sofort rief ich (mit dem Handy – Festnetz ging ja nicht mehr) bei der Telekom an – oder besser, ich versuchte, die Telekom anzurufen. War natürlich kein durchkommen. Dann dachte ich, ok, 1&1 muss mir das ja auch erklären können, warum hier plötzlich ein Techniker von Nöten sei. Und vor allem wollte ich wissen, warum ich keine Info über diesen Besuch bekommen hatte. Ich hätte ja Urlaub nehmen können. Doch warum in alles in der Welt war denn überhaupt ein Techniker notwendig? Ich hatte Fragen über Fragen im Kopf.

Ein Techniker sei ein Muss – und ja den Weihnachtsmann gibt es tatsächlich
Bei 1&1 kam ich recht zügig durch. Hier wurde mir dann mitgeteilt, dass ich nun 60,00 € bezahlen müsse, da ich den Technikertermin verpasst hätte. „Moment“, sagte ich. „Ich wurde nicht darüber informiert, dass ein Techniker vorbei kommen würde. Und überhaupt, was soll der denn machen?“ Da wurde mir gesagt, dass an meiner Telefonbuchse und am APL im Keller Einstellungen vorgenommen werden müssten, die nur ein Techniker vor Ort machen könnte. Ich fühlte mich leicht veräppelt. Da meine Mittagspause aber mittlerweile schon fast vorbei war, teilte ich dem wenig netten Herren aus dem Call-Center mit, dass ich ganz sicher keine 60,00 € für einen verpassten Termin zahlen würde, über den ich überhaupt nicht informiert wurde.

Das Abendprogramm – ich kenne nun fast alle Mitarbeiter des Call-Centers
Im Laufe des Nachmittags hatte ich von 1&1 dann eine E-Mail erhalten, dass mein neuer Technikertermin am 16.11.2017 stattfinden würde. Mein Abendprogramm stand also fest. Zunächst versuchte ich, ob Internet und WLAN funktionierten. Funktionierte einwandfrei. Telefon? Fehlanzeige. Also rief ich wieder bei 1&1 an. Manchmal ist ja der Vorteil der Call-Center, dass man nie den selben Mitarbeiter nochmals an die Strippe bekommt. Abends hatte ich also einen anderen,  dieses Mal sehr netten Herren, in der Leitung. Ich teilte ihm also höflich mit, dass heute der Umstellungstermin zu 1&1 war und dass das Internet einwandfrei funktioniere. Einzig mein Festnetzanschluss würde nicht funktionieren. Er schaute sich dann die Einstellungen in meiner Fritz!Box an und stellte fest, dass meine mitgenommene Telefonnummer nicht richtig aktiviert war. Er änderte die Einstellungen und meinte, jetzt würde auch das Telefon funktionieren. Ich bedankte mich herzlich und sprach ihn dann auf den Technikertermin an. Was das denn solle, wenn es doch auch so ginge. Er meinte dann, das verstehe er auch nicht. Das wäre ja wohl unnötig. Ich sagte ihm, dass er doch bitte den neuen Termin am 16.11.2017 löschen und mir das auch schriftlich bestätigen solle. Da wurde er skeptisch. Von da an hing ich ständig in der Warteschleife. Er hat mit diversen Abteilungen (mindestens sieben) Rücksprache gehalten, kam immer wieder mit neuen fadenscheinigen Erklärungen, weshalb der Techniker doch noch vorbei kommen müsse. Zum Schluss meinte er, es sei eine rechtliche Frage. Ich erlöste ihn dann von seiner Erklärungsnot und meinte, er solle mich mit jemand verbinden, der mir diesbezüglich Auskunft erteilen darf. Doch niemand wollte anscheinend mit mir reden und mir diesen Unsinn erklären. Wie auch. Wir beendeten das Telefonat.

Zu früh gefreut
Ich probierte meinen Festnetzanschluss. Ging NICHT! Toll, dachte ich. Also rief ich wieder bei 1&1 an. Und wieder hatte ich einen anderen Herren am anderen Ende. Ich erzählte wieder von meinem Wechsel, dass das Internet bestens funktioniere nur das Festnetz nicht. Er schaut und sagt: „Ah, da haben wir einen Fehler bei der Installation gemacht.“ Er werde es an die Fachabteilung weitergeben. Morgen würde mein Telefon wieder gehen. „Prima“, sagte ich, „Danke“, sagte ich. Und dann sagte ich, dass ich da noch ein kleines Problem mit dem Technikertermin hätte. Da wurde es plötzlich ganz still am anderen Ende… Ich konnte vor meinem inneren Auge genau sehen, wie er die vorhanden  Beiträge las, die sich im Laufe des Tages bei meinen diversen Anrufen angesammelt hatten. Von da an war er nicht mehr gewillt, mit mir zu reden. Er meinte, er könne da nichts machen – ich müsse den Techniker-Termin abwarten.

Nachtigall, ick hör dir trapsen…
Weitere Versuche bei 1&1 anzurufen, scheiterten an einer Endloswarteschleife. Ich vermute jetzt mal nicht, dass sie mich für diesen Abend einfach gesperrt haben… Nein, sowas ist technisch ganz sicher nicht möglich…  Mittlerweile war es dann auch 20:30 Uhr und ich hatte wirklich keine Lust mehr, weiter auf taube Ohren zu stoßen.

Neuer Tag, neues Glück
Am nächsten Tag nach der Arbeit versuchte ich wieder mein Glück. Dieses Mal hatte ich eine Dame an der Strippe. Ich leierte wieder meinen Sermon nieder und kam dann – klar – wieder auf den Technikertermin zu sprechen. Die Dame teilte mir mit, dass die Telekom wohl meine Rufnummer nicht vor dem 16.11.2017 freigibt, dass sie als 1&1 da gar nichts machen könnten. Ich müsste also wohl oder übelst den 16.11. und somit den Technikerbesuch abwarten, bis mein Festnetz wieder funktionieren würde. Ich könnte aber auch wieder den Speedport anschließen, dann würde auch mein Telefon wieder funktionieren. Ich teilte ihr mit, dass die ach so tolle Telekom meinen Festnetzanschluss bereits drei Tage vor dem Wechseltermin stillgelegt hatte. Sie meinte dann, dass sie das gar nicht dürften. Hatten sie aber getan! Und hier wurde es mir dann echt zu bunt. Ich sagte, dass ich langsam gar nicht mehr wisse, wem ich denn glauben solle. Jeder erteilt mir eine andere Auskunft, aber keiner kann eine Lösung herbeiführen… Nun, ich wetterte die Dame etwas an, sie hörte tapfer und ohne Murren zu. Sehr nett. Ich entschuldigte mich dann auch dafür, dass sie nun meinen ganzen Frust abbekommen hatte, aber ich war wirklich kurz vorm Explodieren.

Eine Audienz beim Papst bekommt man leichter
Meine Versuche, die Telekom zu erreichen scheiterten kläglich. Vermutlich haben die eine Automatik in ihrer Computerabfrage: Kunde hat gekündigt – ab mit ihm in die Endlosschleife. Ich gab dann irgendwann auf.

Schneckenpost
In der folgenden Woche bekam ich einen Brief von 1&1, in dem der Technikertermin der Telekom am 16.11.2017 nochmals bestätigt wurde. Wie es aussah, konnte ich nichts anderes tun, außer eben an dem 16.11. Urlaub zu nehmen und auf den Techniker zu warten. Meine Fritz!Box drehte ich solange zur Wand, da mich das permanente Geblinke, da etwas nicht richtig funktionierte, echt nervte. Ich schaute im Laufe der Tage immer mal wieder darauf, doch das Geblinke ging munter weiter. Auch war mein Telefonanschluss weiterhin tot. Klar.

Der große Tag – der Techniker kommt!
Heute war dann der große Tag. Der 16.11.2017 und der Techniker sollte heute zwischen 8:00 und 14:00 Uhr kommen. Gestern Abend stemmte ich also meinen Wohnzimmerschrank von der Wand, da der Techniker ja angeblich an die Telefonbuchse musste, die natürlich hinter dem großen Schrank sitzt. Puh, das war ein riesiger Kraftakt, aber irgendwann hatte ich es geschafft.

Magie? Zauberei? Geister? – Oder eben doch nur pure Schikane!
Um 7:30 Uhr startete ich meinen Computer und drehte die Fritz!Box wieder um. Nanu, dachte ich, sie blinkt ja gar nicht mehr. Ich rief meinen Festnetzanschluss vom Handy aus an. Und ja, es musste Magie sein, mein Telefon funktionierte! Wie von Geisterhand repariert! Und das ganz ohne Zutun eines Technikers vor Ort!

Die Spannung steigt ins Unermessliche – Der Ärger aber auch
Nun war ich doch sehr gespannt, was denn dieser Techniker bei mir noch einstellen wollte. Dass ich leicht gebrodelt habe vor Wut, muss ich wohl nicht weiter erwähnen. Zur Arbeit gehen und mir diesen Urlaubstag für ein anderes Mal aufheben, konnte ich ja aber auch nicht, da ich ja sonst wieder 60,00 € würde in Rechnung gestellt bekommen, wenn er kommt und ich nicht da bin.

Warten auf Godot
Also wartete ich. Und wartete… und wartete… Doch ich wartete auf Godot. Denn niemand kam. Es kam auch keine Nachricht per Mail oder sonstwie. Um 16:30 Uhr rückte ich meinen Wohnzimmerschrank wieder an die Wand zurück.

Danke für zwei Wochen Ruhe vor Werbeanrufen! 
Die passenden Worte, die mir zu dieser Geschichte einfallen, kann ich hier nicht schreiben. Leider. Doch du stimmst mir sicherlich zu, dass dies pure Schikane war, von denen, die die Macht über die Leitungen und die Nummern haben.

Gil Ribeiro – Lost in Fuseta

Beschreibung
Das Septemberlicht an der Algarve ist von betörender Weichheit. Am Flughafen von Faro nehmen die Sub-Inspektoren Graciana Rosado und Carlos Esteves einen schlaksigen Kerl in schwarzem Anzug in Empfang: Leander Lost, Kriminalkommissar aus Hamburg, für ein Jahr in Diensten der Polícia Judiciária. Eine Teambildung der besonderen Art beginnt, denn der deutsche Kommissar gibt mit seinem ungewöhnlichen Verhalten seinen portugiesischen Kollegen so einige Rätsel auf. Allerdings entpuppt er sich bei der Lösung eines Mordfalls immer mehr als kriminalistischer Gewinn.

Sprecher
Andreas Pietschmann

Länge
10 h 11 m

Meine Meinung
Lost ist anders. Lost ist gut. Herrliche Situationskomik, die sehr gut vorstellbar beschrieben ist.

Im Zuge eines Austauschprogramms kommt der Hamburger Lost für die Dauer von einem Jahr an die Küste Portugals.  Blass und stocksteif erscheint Lost in seinem schwarzen Anzug mit weißem Hemd den portugiesischen Polizisten, die ihn am Flughafen abholen. Doch erst die einfühlsame Schwester der Kommissarin erkennt, dass Lost anders ist, als andere Menschen. Und dass dies nicht die typisch deutsche Verklemmtheit ist, sondern dass er ein Aspi ist, also das Asperger-Syndrom hat.

Er hat ein fotografisches Gedächtnis und kann auch sonst mit seinen Kombinationsfähigkeiten sehr hilfreich im aktuellen wirklich sehr interessanten Fall mitwirken.

Eine kurzweilige Geschichte, die ein wenig von der Küste Portugals träumen lässt. Ein empfehlenswerter Sommerkrimi, der einfach gute Laune macht.

Den Sprecher fand ich auch sehr gut. Er hat – soweit ich das beurteilen kann – die portugiesischen Begriffe sehr gut ausgesprochen. Doch auch sonst hat er mir sehr gut gefallen und er hat gut zu der Story gepasst.

Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Gil Ribeiro – Lost in Fuseta

Siehe auch: