Simon Lelic – Ein toter Lehrer

Ein toter LehrerBeschreibung
Nachdem der junge Lehrer Samuel Szajkowski mit seinem Amoklauf fünf Leben auf einen Schlag beendet hat, scheint die Zeit an der Londoner Eliteschule stehengeblieben. Der Direktor ist sich einig mit den Oberen der Polizei: Dieser Fall muss so schnell wie möglich in Vergessenheit geraten. Schließlich ist offensichtlich, dass Samuel ein Psychopath war. Doch Ermittlerin Lucia May hat ein ungutes Gefühl und stellt sich bald die Frage, die sonst niemand stellen will: Was trieb einen kultivierten, schüchternen Mann zu diesem grauenvollen Verbrechen? Wie ein Puzzle setzen sich die Aussagen der Lehrer, Kinder und Eltern, die sie befragt, zu einem erschütternden Bild zusammen. Lucia stößt auf Sensationslust, Verzweiflung, Verleugnung – und auf beunruhigende Gemeinsamkeiten mit dem Lehrer. Als der Druck von oben, den Fall nun endlich zu begraben, immer größer wird, steht für sie fest: Sie wird die Wahrheit enthüllen. Was auch immer es sie kosten mag…

Diese ungekürzte Hörbuch-Fassung wird exklusiv von Audible präsentiert und ist ausschließlich im Download erhältlich.

Sprecher
Jan Uplegger

Länge
9 h 14 m

Meine Meinung
Wer eine nette Unterhaltungsgeschichte für einen verregneten Sonntag sucht, der liegt mit diesem Hörbuch absolut falsch. Denn es ist nicht einfach ein spannender Psychothriller, es ist vielmehr der pure Horror direkt aus dem Leben gegriffen. Ich denke, so oder so ähnlich könnte sich der Alltag vieler Menschen abspielen und das ist das schlimme an dieser Geschichte – dass sie so verdammt lebensnah daher kommt.

Vielen der Protagonisten möchte ich in meinem Leben nicht begegnen, so abscheulich fand ich diese Personen. Das erschwerte mir auch den Einstieg in das Buch. Denn außer der Ermittlerin Lucia wartet man sehr lange auf eine weitere Person, die nett und sympathisch daher kommt. Ich fand das sehr anstrengend. Aber wenn man lange genug durchhält – und das sollte man auf jeden Fall – begegnet man noch dem ein oder anderen netten Kerl.

Das Thema Mobbing ist ja leider nach wie vor aktuell. Und das nicht nur in der Arbeitswelt. Dieses Hörbuch beschäftigt sich ausgiebig aus vielen Blickwinkeln und mit vielen Facetten mit diesem Thema. Klar, dass dabei keine seichte Lektüre herauskommen kann. Doch was hier so nach und nach durch die hartnäckige Ermittlerin Lucia ans Tageslicht kommt, hat mich wirklich sprachlos zurückgelassen. Man wird als Zuhörer immer tiefer in diese abgrundtief hässliche Geschichte hineingezogen. Ich wurde immer fassungsloser und konnte gar nicht mehr aufhören, weiter zu hören. Einen ganz kleinen Lichtblick gibt es am Ende aber doch, was den Amoklauf ja aber nicht rückgängig machen kann.

Vertuschung, Verzweiflung, Politik, Presse, Elite, Ansehen, Menschenverachtung und Mobbing. Das sind nur ein paar Schlagworte, die diese Geschichte umfasst. Es ist eine Story mit Tiefgang die mich emotional tief berührt hat und die ich so schnell nicht vergessen werde.

Jan Uplegger als Sprecher war sehr gut. Er hat die vielen Bösen verdammt gut gesprochen. So gut, dass ich schon alleine von der Sprache und seiner Umsetzung die Menschen richtig ätzend fand. Er hat das zwar toll gemacht, aber es hat mich eben auch verdammt viele Nerven gekostet, da zuzuhören.

Ja und nun komme ich zum dem hier wirklich schwierigen Punkt der Bewertung. Denn wie soll man ein Buch bewerten, das so toll aber auch so abstoßend zugleich ist? Ich habe lange überlegt und dachte: Volle Punktzahl kann ich nicht geben. Doch dabei hatte ich kein gutes Gefühl. Denn das wäre ungerecht. Nur weil die miesen Typen so wirklich richtig mies dargestellt und auch gesprochen wurden und ich die völlig nervig fand? Na, das kann es ja wohl nicht sein. Denn das Ziel wurde ja wohl zu 100 % erreicht. Und dass die Geschichte so unbequem und so wenig von „netter Unterhaltung“ hat? Das geht ja wohl auch nicht. Somit habe ich beschlossen, die wirklich sehr gute Leistung auch entsprechend zu bewerten. Es gibt sowohl für die Story als auch für den Sprecher volle Punktzahl. Und das hoch verdient.

s5g5s5g5

Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Simon Lelic – Ein toter Lehrer 

Siehe auch: 

Eric Berg – Das Nebelhaus

Das NebelhausBeschreibung
Seit Jahren haben sich die Studienfreunde Timo, Philipp, Yasmin und Leonie aus den Augen verloren. Als sie sich im Internet wiederbegegnen, verabreden sie sich für ein Wiedersehen auf Hiddensee. Doch das Treffen endet mit einem grauenvollen Verbrechen: In einer stürmischen Septembernacht werden drei Menschen erschossen, eine Frau wird schwer verletzt und fällt ins Koma. Zwei Jahre nach dem Massaker beginnt die Journalistin Doro Kagel, den Fall neu aufzurollen. Nach und nach kommt sie den tatsächlichen Geschehnissen jener Nacht auf die Spur, und bald keimt in ihr ein schrecklicher Verdacht auf…

Sprecher
Jürgen Uter, Anneke Kim Sarnau

Länge
10 h 59 m

Meine Meinung
Die Geschichte fängt sehr harmlos an. Eine frühere Clique, die sich damals aus Protest an Gleise ketteten, in Hühnerzuchtanlagen einbrachen etc. haben sich nach dem Ende ihrer Studienzeit aus den Augen verloren. Jetzt haben sie sich über das Internet wiedergefunden, bis auf Yasmin, die bis dato keinerlei Spuren im WWW hinterlassen hat. Spontan lädt Philipp sie zu sich nach Hiddensee ein. Timo gelingt es, doch auch Yasmin davon zu unterrichten und bringt sie zu dem Treffen mit, wovon Philipp wenig begeistert ist.

Doro Kagel ist Journalistin und aufgrund eines persönlichen Schicksalsschlags „Expertin“ für Mordfälle. Sie bekommt den Auftrag, über den Amoklauf von Hiddensee, der sich nun zum zweiten Mal jährt, einen ausführlichen Artikel zu schreiben. Zunächst ist sie wenig begeistert von dem Auftrag. Doch es hilft ja nichts, sie muss etwas abliefern. Und da sie nicht einfach alles nochmals zusammenfassen will, was darüber bereits geschrieben wurde, sondern vielmehr eine detaillierte Story aus verschiedenen Blickwinkeln abliefern möchte, beginnt sie, ausführlich zu recherchieren.

Die Geschichte wird in zwei Zeitebenen von zwei verschiedenen Sprechern gesprochen. Nach und nach erfährt man, was sich damals auf der idyllischen Insel Hiddensee ereignet hat. Und Stück für Stück stellten sich mir die Haare mehr zu Berge. Ich fand die Zusammenführung der Ereignisse dieser zwei Handlungsstränge (also einmal Doro Kagel in der Gegenwart und zum anderen, die Erzählung von damals) dermaßen gut gelungen, dass ich das Hörbuch nicht mehr ausschalten konnte, bis ich die ganze Story gehört hatte. Ich hatte von den Protagonisten jeden einmal in Verdacht, verwarf meinen Verdacht wieder und war mir sicher, dass es sich so und nicht anders zugetragen haben musste. Doch nein… Und solche Geschichten liebe ich einfach, bei denen man schön miträtseln kann und am Ende doch verblüfft aufgrund der tatsächlichen Lösung dasteht.

Die beiden Sprecher Jürgen Uter und Anneke Kim Sarnau hätten ihre Sache nicht besser machen können. Zum einen sind beide ganz hervorragende Sprecher und zum anderen erleichterte es der Einsatz von zwei Sprechern dem Hörer ungemein, jederzeit genau zu wissen, in welchem Handlungsstrang man sich gerade befindet.

Ich kann für dieses Hörbuch nur eine klare Hörempfehlung aussprechen. Ich jedenfalls fühlte mich bestens unterhalten und war von Anfang an von der Geschichte gefesselt.

Dieses Hörbuch kommt auf meine Bestenliste.

s5g5h

Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Eric Berg – Das Nebelhaus

Siehe auch: