Anja Jonuleit – Rabenfrauen

Beschreibung
Sommer 1959. Die Freundinnen Ruth und Christa verlieben sich in den jungen Freikirchler Erich. Als dieser nach Chile geht, um beim Aufbau einer christlichen Gemeinschaft, der Colonia Dignidad, zu helfen, folgt ihm die lebenshungrige Christa, während Ruth zurückbleibt. Was als Abenteuer beginnt, wird bald zum Albtraum. Noch Jahrzehnte später plagt Ruth das Schuldgefühl, die beiden nicht aufgehalten zu haben.

Eine berührende und erschütternde Geschichte über zwei außergewöhnliche Frauenschicksale und die zerstörerische Kraft der Colonia Dignidad.

Sprecher
Marion Mertienzen, Anja Jonuleit, Birte Schnöink

Länge
8 h 24 m

Meine Meinung
Rabenfrauen erzählt die Geschichte zweier Frauen, die in den Sog der Colognia Dignidad – einer üblen Sekte – gerieten. Christa mehr als Ruth, Christa geht mit nach Chile, Ruth zweifelt immer mehr an den Freikirchlern und bleibt alleine zurück.

Ich fand diese Geschichte wirklich toll aufgebaut und auch richtig klasse von den drei sehr passenden Sprecherinnen gesprochen. Ich konnte mir schon sehr gut vorstellen, wie Christa und Ruth von dem charmanten und gut aussehenden Erich fasziniert waren. Aufgrund ihrer verschiedenen Charaktere konnte ich auch ihre unterschiedlichen Entscheidungen nachvollziehen. Allerdings fiel mir das bei Ruth etwas schwerer. Doch vermutlich ahnte ich schon schlimmes, wie hätte das Ruth in ihrer Verliebtheit erkennen sollen? Ich glaube, ihre Entscheidung sollte man nicht leichthin als blauäugig abtun. War es damals doch alles neu und entwickelte sich ja erst zu dem, was es dann wurde.

Erzählt wird die Story in Rückblicken, somit setzt sich nur Stück für Stück das ganze Ausmaß dieser gnadenlosen Sekte zusammen. Ich hatte den Begriff Colognia Dignidad zwar schon mal gehört, konnte aber nicht wirklich etwas damit in Verbindung bringen. Ich staunte von Minute zu Minute mehr und konnte das Hörbuch nicht mehr ausschalten. Anschließend recherchierte ich zu dieser Sekte im Internet. Unglaublich.

Mich hat dieses Hörbuch jedenfalls sehr begeistert. Und ich bin fest davon überzeugt, dass es als Hörbuch mit diesen drei Stimmen noch eindrücklicher ist, als wenn man es selbst als Buch lesen würde. Denn dies ist keine reine Lesung. Dies ist Kopfkino pur.

Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Anja Jonuleit – Rabenfrauen

Siehe auch:

Anja Jonuleit – Die fremde Tochter

Die fremde TochterBeschreibung
In Paris kennt ihn jeder: Monsieur Cho, den geheimnisvollen Teemeister, der einsam und zurückgezogen lebt, aber die feinste Nase für Tee haben soll. Eines Tages steht eine junge Frau, Lin Berwanger, vor seinem Teeladen und fragt nach einer Verkostung. Als sie sich später mit den Worten „Auf Wiedersehen, Vater“ von ihm verabschiedet, beginnt Cho nachzurechnen. Die junge Frau könnte recht haben. Er muss sie unbedingt wiedersehen, doch sie scheint spurlos verschwunden. Plötzlich befindet sich Cho inmitten eines Kriminalfalls: Der Polizeipräsident wird geteert und gefedert aufgefunden, ein Chefpathologe gefesselt und geknebelt. Was steckt hinter diesen brutalen Verbrechen? Und was hat Lin damit zu tun?

Sprecher
Nadine Heidenreich

Länge
10 h 44 m

Meine Meinung
Die Geschichte „Die fremde Tochter“ fängt zunächst ganz harmlos und harmonisch an. Das Buch spielt in Paris, in dem der Chinese Cho einen Teeladen hat. Sogleich erfährt man so einiges über Tee und Teezeremonien, die er für seine Kunden abhält. Eines Tages meldet sich eine „Journalistin“ namens Lin Berwanger und möchte ganz schnell und ohne Aufschub eine Teezeremonie bei ihm haben. Er wiegelt ab, er habe die nächsten Tage keine Zeit, das könne auch sein Assistent machen. Doch die Journalistin besteht darauf, dass er es tut. Er lässt sich also darauf ein und lädt sie zu sehr früher Stunde in seinen Teeladen ein. Sie scheint nervös zu sein – Cho ist davon leicht irritiert. Als sie sich dann mit den Worten „Auf Wiedersehen, Vater“ verabschiedet, ist Cho zunächst irritiert. Die Frau verschwindet direkt nach der Verabschiedung. Als er aus der „Schockstarre“ erwacht, rennt er hinaus, um der jungen Frau zu folgen und sie zu fragen, warum sie das gesagt hatte. Doch er sieht sie nur noch auf den Beifahrersitz eines Autos springen, das Auto braust davon. Cho rechnet nach…

Cho kam vor vielen Jahren nach Paris, weil er hoffte und vermutete, seine geliebte Emily dort wiederzufinden. Sie lernten sich vor vielen Jahren in China kennen, als Emily dort auf einer Teeplantage war, auf der er arbeitete. Dort verliebten sie sich unsterblich ineinander. Emily wollte nur kurz nach Frankreich zurück, um ihren Eltern zu erklären, dass sie von nun an in China bei ihm leben wolle. Die Eltern, insbesondere die Mutter, taten alles, um dies zu verhindern. Sie hatten andere Pläne für ihre Tochter.

Die Geschichte wird in zwei Zeitspannen erzählt. So erfährt man nach und nach, wie sich die beiden kennen lernten, wie ihre Liebe wuchs und wie alles durch das unmenschliche Eingriffen einer dritten Person zerstört wurde. In der Gegenwart passieren sehr seltsame und schreckliche Vorfälle und alles weist darauf hin, dass Lin und Emily irgendwie damit zu tun haben. Doch wie sind die Zusammenhänge?

Cho und der Assistent des Teehauses machen sich fortan auf die Suche nach Lin, die wie vom Erdboden verschluckt zu sein scheint.  Die einzelnen Puzzleteile setzen sich zunächst nur mühsam zusammen, doch je weiter die Zeit fortschreitet, um so klarer wird das Bild, das sich ihnen offenbart. Nicht nur Cho und der Assistent sind entsetzt, auch ich als Hörer war es.

So harmlos wie die Geschichte beginnt, so schlimm sind die Enthüllungen, die letztendlich offen gelegt werden. Anja Jonuleit hat ihre Leser/Hörer auf eine Reise mitgenommen, die in einem Bummelzug beginnt und in einem ICE endet. Diese Spannungssteigerung fand ich grandios gelöst und ich war von Minute zu Minute mehr von diesem Buch begeistert, gefesselt und fasziniert.

Bisher kannte ich die Autorin noch nicht. Ich muss aber gleich mal schauen, was sie noch geschrieben hat. Für mich ist sie  ein echter „Geheimtipp“, den ich gerne hinausposaune 😉

Nadine Heidenreich war mir bisher als Sprecherin auch unbekannt. Aber auch sie hat mir sehr gut in ihrer Rolle als Sprecherin gefallen.

Fazitstars_5 absolut empfehlenswert

Weitere Informationen
Eine Hörprobe sowie weitere Informationen gibt es bei Audible.de
Und hier geht es direkt zum Hörbuch: Anja Jonuleit – Die fremde Tochter

Siehe auch: