Chloe Benjamin – Die Unsterblichen

Beschreibung
Wenn du wüsstest, an welchem Tag du stirbst: Wie würdest du leben?
New York 1969: die Geschwister Simon, Klara, Daniel und Varya legen ihr Taschengeld zusammen und suchen eine Wahrsagerin auf. Die kann angeblich den Tag des Todes vorhersagen. Aufgebracht, ungläubig, schulterzuckend reagieren die Kinder auf die Prophezeiung – und doch wird das Wissen ihr Leben beeinflussen. Während Simon sein Glück im liberalen San Francisco der 80er Jahre findet und Klara sich ihrer Leidenschaft Magie verschreibt, suchen Daniel als Arzt und Varya als Wissenschaftlerin sicheren Boden. Und die Antwort auf die Frage, ob die Wahrsagerin recht behalten würde…

Sprecher
Wolfram Koch

Länge
13 h 25 m

Meine Meinung
Dieses Hörbuch hat mich wirklich fasziniert. Ich hatte mir selbst schon die Frage gestellt, ob ich wissen wollte, wann ich sterben würde. Ich habe diese Frage für mich verneint. Und zwar einfach deshalb, weil ich nicht wusste, wie mich dieses Wissen in meinem zukünftigen Leben beeinflussen würde. Somit fand ich es natürlich spannend, als ich die Beschreibung dieses Hörbuches las.

Vier noch junge Geschwister haben nun alle ein Datum im Kopf, wann sie sterben werden. So ganz ernst nimmt man es nicht – zumindest nicht nach außen hin. Doch innen sieht es dann doch anders aus. Zu, da manche nicht sonderlich alt werden sollen.

Fortan wird die Geschichte der Geschwister erzählt. Diese Episoden fand ich sehr spannend, interessant und kurzweilig beschrieben. Ich konnte ihre Lebensentscheidungen gut nachvollziehen, auch wenn sie nicht immer von Glück gekrönt waren. Dadurch gingen einem die einzelnen Schicksale natürlich noch mehr  zu Herzen. Aber kein Kitsch. Einfach nur das wahre Leben, wie es sich den ganz normalen Menschen eben entgegenstellt, manchmal auch in den Weg stellt.

Wolfram Koch als Sprecher liebe ich! Und er hat mich auch hier nicht enttäuscht. Ganz wunderbar hat er „Die Unsterblichen“ gesprochen.

Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Chloe Benjamin – Die Unsterblichen

Charles Lewinsky – Melnitz

Beschreibung
Als 1871 nachts ein entfernter Verwandter an die Tür der Meijers klopft, ahnt keiner in der Familie, wie radikal sich ihr Leben ändern wird. Janki Meijer, aus der französischen Armee entflohen, mischt die Familie des Viehhändlers Solomon Meijer, der im Judendorf Endingen für Ehrlichkeit steht, gehörig auf.
Wie sich die Geschichte dieser weit verzweigten jüdischen Familie bis ins Jahr 1945 entwickelt, erzählt Lewinsky mit einer solchen Gestaltungskraft, dass der Leser unweigerlich zu einem bangenden und hoffenden Teil der Familie wird.

Sprecher
Charles Lewinsky (Autorenlesung)

Länge
30 h 35 m

Meine Meinung
Noch voller Begeisterung über diese Geschichte habe ich mich eben an den PC gesetzt und wollte sofort loslegen mit meiner Rezension. Doch das ist gar nicht so einfach. Wo fange ich an? Wie detailliert berichte ich von der Geschichte? Oder gehe ich doch lieber mehr auf die Charaktere ein? Wenn ich nun über alles berichten wollte, was mich an diesem jüdischen Familienroman begeistert hat, dann würde meine Rezension ungefähr genauso lang werden, wie die Geschichte selbst. Das wäre also wenig hilfreich. Ich will es also mal folgendermaßen versuchen.

Die Geschichte startet im Jahr 1871 am Esstisch der Familie Solomon Meijer. Hier taucht plötzlich ein entfernter Verwandter auf, der sichtlich ausgehungert und halb erfroren ist und eine Kopfbandage trägt, bei der sich das Blut schon durchdrückte. Dieser Mann ist Janki Meijer, er erzählt und isst und erzählt und isst und schließlich ist es schon spät und wo sollte Janki jetzt noch hin, also wird ihm ein Nachtlager oben auf dem Dachboden in einer kleinen Kammer eingerichtet. Am nächsten Tag ist Janki so krank, dass er das Bett nicht mehr verlassen kann. Also wird er zunächst gesund gepflegt. Die beiden Töchter des Hauses finden den neuen Mann in ihrem Haus äußerst interessant. Wobei eigentlich nur Mimi eine Tochter von Solomon und Golde ist, Hannele ist ein Adoptivkind, die ihre Eltern nie kennengelernt hat. Schwesterliche Liebe besteht zwischen den beiden nicht, sind sie doch auch sehr verschieden. Mimi verschlingt Romane, am liebsten Liebesromane und findet die französische Sprache äußerst reizvoll. Hannele hat sich mit ihrer Rolle als kostenlose Haushaltshilfe arrangiert.

Janki eröffnet ein Stoffgeschäft. Er hat ein großes Vorbild: Seinen damaligen Chef aus Paris, bei dem er im Stofflager gearbeitet hat. Nun will er ein eben solch ein nobles Geschäft im nahegelegenen Baden eröffnen. Doch kaum hat er seinen Laden eröffnet, erscheint ein Artikel in der Zeitung, dass seine Ware von Ratten verseucht sei. Pinchas, der Sohn des Metzgers, liebt Mimi. Doch Mimi liebt Janki. Pinchas hat dies schweren Herzens akzeptiert. Doch da er Mimi wirklich über alles liebt, hilft er ihr, dieses geschäftszerstörende Gerücht mit ebenfalls einem Zeitungsartikel zu entkräften und Janki obendrein noch als Kriegshelden dastehen zu lassen.

Und siehst du, nun ist es passiert. Ich erzähle viel zu ausführlich. Schluss damit.

Die Charaktere in diesem Familienepos sind alle sehr lebendig beschrieben. Man lernt alle Protagonisten – und davon gibt es einige in dieser Geschichte – sehr schnell sehr persönlich kennen und den ein oder anderen auch zu lieben. Auch fehlt es dieser Geschichte absolut nicht an Humor. Ich habe mich wirklich sehr oft sehr köstlich amüsiert. Was natürlich der erzählerischen Kunst und Gewandheit des Schriftstellers zu verdanken ist. Er hat ein sehr geschicktes Händchen, solche Situationen zu gestalten und dann auch noch toll zu erzählen.

Da es sich um eine jüdische Familiengeschichte handelt, wimmelt die Geschichte natürlich auch von jüdischen Begriffen. Doch davon sollte man sich keinesfalls abschrecken lassen. Denn auch als Nichtjude kann man der Story sehr gut folgen und lernt ganz nebenbei noch den jüdischen Glauben und deren Sitten und Gebräuche kennen. Unterstützend enthält das Booklet einen Stammbaum der Familie Meijer sowie ein Glossar über die meisten jüdischen Begriffe.

Da die Geschichte 1945 endet, kann man sich vorstellen, dass die zwei Weltkriege nicht spurlos an der Familie vorübergegangen sind. Doch sie lebten in Schweiz und hatten somit Glück, wenn auch nicht alle.

Bei Autorenlesungen bin ich ja immer etwas skeptisch. Meist sind die nicht so gut. Klar, es gibt Ausnahmen, aber die sucht man meist lange. So ging es mir auch mit Charles Lewinsky. Zunächst war ich auch wirklich nicht sonderlich begeistert von seiner Darbietung. Doch je länger ich zuhörte, umso besser hat er mir gefallen. Und jetzt, da ich die Geschichte fertig gehört habe, finde ich sogar, dass es kein anderer hätte besser machen können. Wenn ich mir die üblichen Top-Sprecher wie David Nathan, Simon Jäger, Detlef Bierstedt und Co. in Verbindung mit dieser Geschichte vorstelle: Nein, das hätte gar nicht funktioniert. Charles Lewinsky mit seiner leicht lispelnden Stimme war wirklich perfekt für Melnitz.

Apropos Melnitz. Sehr klasse fand ich auch die immer mal wieder überraschenden Auftritte von Onkel Melnitz. Dieser war schon lange tot, doch „immer wenn er gestorben ist, kam er wieder zurück“.

Damit will ich nun enden, doch nicht ohne diesem Hörbuch einen Platz auf meiner Bestenliste einzuräumen.

Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Hoerkultur und hier geht es direkt zum Shop:
Charles Lewinsky – Melnitz

Noch zu erwähnen sei, dass dieses Hörbuch von der hr2-Hörbuch-Bestenliste ausgezeichnet wurde.

Mein herzlicher Dank für das Rezensionsexemplar geht an Hoerkultur.

PS: Es gäbe hier noch so vieles zu erwähnen… (nicht wahr Arthur?)

Sabine Kornbichler – Der letzte Gast

Beschreibung
München. Ein Tag wie jeder andere. Die Dogwalkerin Mia bringt Coco, den Pudel ihrer schwer kranken Kundin Berna, zurück. Die alte Dame erwartet sie bereits an der Tür, sie wirkt benommen und fahrig, behauptet, ihr Neffe sei zu Besuch, und schickt Mia mit der Bitte fort, in zwei Stunden noch einmal wiederzukommen. Später reagiert sie jedoch nicht auf ihr Klingeln. Alarmiert dringt Mia in das Haus ein und findet dort Spuren einer heftigen Auseinandersetzung. Sie entdeckt Berna, die erdrosselt in ihrem Bett liegt. Von diesem Moment an ist sie für die Polizei eine wichtige Zeugin – und für den Täter eine ernstzunehmende Gefahr.

Diese ungekürzte Hörbuch-Fassung wird exklusiv von Audible präsentiert und ist ausschließlich im Download erhältlich.

Sprecher
Vanida Karun

Länge
9 h 46 m

Meine Wertung

Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Sabine Kornbichler – Der letzte Gast

Ian McGuire – Nordwasser

Beschreibung
Henry Drax kennt kein Gewissen. Er ist Harpunierer auf der Volunteer, einem Walfangschiff, das von England Kurs auf die arktischen Gewässer der Baffinbucht nimmt. Ebenfalls an Bord ist Patrick Sumner, ein Arzt von zweifelhaftem Ruf, der glaubt, schon alles gesehen zu haben – nicht ahnend, dass seine größte Prüfung noch bevorsteht, nachdem er Drax einer ungeheuerlichen Tat überführt hat. Während sich der Konflikt zwischen den beiden Männern zuspitzt, wird auch der eigentliche Sinn der verhängnisvollen Expedition zunehmend klar…

Sprecher
Wolfram Koch

Länge
9 h 43 m

Meine Meinung
Dieses HB ist gleichzeitig irgendwie abstoßend und doch auch enorm anziehend! Die Zeit, in der es spielt, war sicherlich nicht allzu pingelig – unter den harten Männern der Walfangschiffe ging es natürlich dementsprechend derb zu. Es mangelt hier nicht an derben Begriffen und üblen Beschimpfungen. Und doch zieht einem die Geschichte derart in seinen Bann, dass man kaum aufhören kann zu hören. Denn der Plot ist äußerst interessant.

Abgesehen von den qualvollen Walfangmethoden geht es hier hauptsächlich um einen Versicherungsbetrug. Keine Bange, ich habe damit jetzt nicht gespoilert, denn dies wird schon sehr früh in der Story mitgeteilt. Nach und nach merken die Männer, dass ihr Kapitän nicht sonderlich viel Wert auf ihr Überleben legt. Als dann durch den Arzt ein übles Verbrechen ans Licht kommt, eskaliert die Sache und es wird zunehmend ein immer härterer Kampf ums Überleben.

Wolfram Koch als Sprecher fand ich klasse! Generell finde ich ihn als Hörbuchsprecher erste Sahne und freue mich immer, wenn er als Sprecher in einer Geschichte eingesetzt wurde.

Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Ian McGuire – Nordwasser

Pierre Lemaitre – Drei Tage und ein Leben

Beschreibung
Ein beschaulicher Ort in Frankreich im Jahr 1999: Der zwölfjährige Antoine verbringt seine Tage zusammen mit dem Hund Odysseus im nahgelegenen Wald.

Als wenige Tage vor Weihnachten sein Nachbar, der kleine Rémi, innerhalb weniger Stunden spurlos verschwindet, stehen die Anwohner Beauvals unter Schock. Eine groß angelegte Suchaktion wird gestartet. Dabei wird vor allem der angrenzende Wald durchsucht, in dem Antoine und Rémi viel Zeit miteinander verbracht haben. Am dritten Tag muss die Suche nach dem verschwundenen Kind abgebrochen werden. Ein Jahrhundertsturm zieht auf. Rémi bleibt verschwunden, die Bewohner Beauvals verdächtigen sich gegenseitig und Antoine schweigt, obwohl er der einzige ist, der weiß, was in jenen verhängnisvollen Stunden mit seinem Freund Rémi geschah.

Das Hörbuch erscheint als ungekürzte Lesung bei DAV

Kann ein Kind schuldig sein?

Behutsam und verständnisvoll widmet sich der Prix-Goncourt-Preisträger Pierre Lemaitre in seinem Roman »Drei Tage und ein Leben« dem Schicksal des Protagonisten, schreibt über Schuld, Verantwortung und Adoleszenz. Glaubhaft erzählt er Antoines Geschichte, der als Heranwachsender seinen Heimatort verlässt, versucht, mit der Schuld umzugehen, die er als Junge auf sich geladen hat und schließlich doch wieder nach Beauval zurückkehrt.

»Drei Tage und ein Leben«, produziert von NDR Kultur, wird packend interpretiert von Torben Kessler

Der aus Fernsehen, Kino und Theater bekannte Schauspieler Torben Kessler zählt zu den bekanntesten Hörbuch-Sprechern Deutschlands und hat bereits zahlreiche Hörbücher eingesprochen, darunter auch Hanya Yanagiharas »Ein wenig Leben«.

Auch mit seiner Lesung von Pierre Lemaitres Roman weiß er zu überzeugen. Mit seiner gefühlvollen und unaufgeregten Darbietung erweist er sich als der ideale Erzähler der Geschichte rund um den jungen Antoine und die Geschehnisse während der drei Tage im Dezember.

Sprecher
Torben Kessler

Länge
6 h 28 m

Meine Meinung
Als ich vor zwei Jahren „Wir sehen uns dort oben“ von Pierre Lemaitre gehört hatte und völlig fasziniert war, war ich äußerst begeistert als ich sah, dass es ein neues Hörbuch von Lemaitre gibt. Selbstverständlich wollte ich das sofort hören. Meine hohen Erwartungen und Hoffnungen wurden in keinster Weise enttäuscht. Ich war wieder äußerst begeistert! „Drei Tage und ein Leben“ ist zwar leider recht kurz, dafür aber umso intensiver.

Es ist wirklich erstaunlich, wie sich der Autor in den jungen Antoine versetzen  und seine Gefühle erzählen kann. Ist der Junge doch völlig verzweifelt, entsetzt von seiner Tat, hin- und hergerissen, wie er sich nun verhalten soll. Soll er seine Schuld eingestehen? Oder doch lieber fliehen? Aber nein, das geht nicht. Selbstmord? Ja, das ist gut, denn mit dieser Schuld zu leben ist für ihn unvorstellbar.

Ich habe nur sehr selten eine solch gute Darstellung der inneren Zerrissenheit eines Menschen gehört. Lemaitre hat das wirklich bis zum i-Tüpfelchen perfektioniert.

Und das Endprodukt ist eine wirklich mitreißende Story, bei der ich den Mörder gar lieben lernte und mit ihm bangte und hoffte. Und klar stellt sich hier dann wieder die Frage: Kann man ein Kind wirklich als Mörder bezeichnen? Wenn ich mir die Situation nochmals vorstelle, wie sie geschildert wurde, dann war ich natürlich schockiert und entsetzt! Doch wenn ich mir dann überlege, in welcher Gefühlslage er sich gerade befand, nun… Aber – lieber Leser/Hörer – bilde dir bitte eine eigene Meinung über den jungen Antoine und seine Tat.

Auch das Ende fand ich perfekt ausgearbeitet. Es waren wirklich einige Szenarien möglich, wie die Story zu einem Ende geführt hätte werden können. Die von Lemaitre gewählte hat mir sehr gut gefallen. Warum kann ich hier nicht beschreiben, da würde ich wohl etwas die Spannung nehmen. Und das will ich auf keinen Fall riskieren. Denn „Drei Tage und ein Leben“ ist eine Geschichte, in die man unbedingt selbst eintauchen und mitfiebern sollte, ohne den geringsten Schimmer zu haben, wie es enden wird.

Torben Kessler als Sprecher hat mir auch sehr gut gefallen. Er hat diese eindringliche Story wirklich ganz hervorragend gesprochen, niemals aufdringlich, aber immer äußerst gefühlsbetont. Toll.

Ich wünsche spannende sechseinhalb Stunden beim Lauschen dieser wirklich außergewöhnlich guten Story.

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Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei „Der Audio-Verlag“ Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Pierre Lemaitre – Drei Tage und ein Leben

Siehe auch:

Herzlichen Dank an den Audio-Verlag für das Rezensionsexemplar, das sich als wahrer Schatz entpuppte.

Persönliche Anmerkung:
Innerhalb von 2 Wochen 3 Hörbücher, die es auf meine Bestenliste geschafft haben, und das noch aus völlig verschiedenen Genres, das gab es noch nie!

Die anderen beiden sind:

Tim Erzberg – Hell-Go-Land

HelgolandBeschreibung
Ein roter Fels im sturmgepeitschten Meer. Darauf Deutschlands abgeschiedenster Polizeiposten. Hier ist ihre neue Dienststelle. Hier war ihr Zuhause. Bis der Albtraum über Anna Krüger hereinbrach. Kaum jemand weiß von ihrer Rückkehr nach Helgoland. Doch schon an ihrem ersten Arbeitstag erwartet sie eine grausame Überraschung, die Anna klarmacht, dass es keine Flucht vor der Vergangenheit gibt. Nicht für sie. Nicht an diesem Ort.

Diese ungekürzte Hörbuch-Fassung wird Ihnen exklusiv von Audible präsentiert und ist ausschließlich im Download erhältlich.

Sprecher
Frank Arnold

Länge
11 h 21 m

Meine Meinung
Hell-Go-Land – Diesen Titel fand ich durchaus interessant, das Cover irgendwie auch. Es „roch“ für mich nach einem spannenden Thriller. Eine Insel durch ein Unwetter abgeschnitten vom Rest der Welt – da kann man was draus machen. Ich war gespannt.

Die Beschreibungen der Insel, der Felsen und auch des nicht enden wollenden Sturms fand ich sehr gelungen – hier hatte ich durchaus ein lebhaftes Bild vor Augen. Doch viel mehr hat mich an diesem Thriller nicht begeistert. Ich will versuchen, dieses auch genauer zu erläutern und nicht nur eine negative Rezension ohne Begründung hinterlassen.

Klar, es ist eine kleine Insel, wenige Einwohner, eine kleine Polizeistation. Dass man hier keine Ermittlungsarbeit à la LAPD erwarten kann, ist klar. Aber das was einem hier geboten wurde, fand ich dann schon sehr – wie soll ich sagen – wenig? Schon nach der ersten Stunde dachte ich mir: Ok, wenn das mein allererster Krimi wäre, den ich je gehört, gelesen oder gesehen hätte, dann würde ich das vielleicht für glaubwürdig erachten. Aber so? Hm. Erste Zweifel wuchsen in mir.

Die Protagonistin Anna, die neu nach Helgoland – ihre alte Heimat – als Polizistin kam, handelte sehr oft sehr naiv. Nicht selten dachte ich, dass sie ihren Beruf ziemlich verfehlt hat. Wie sie Dinge anpackte, wie lange sie brauchte, um Hinweise zu kapieren – das erforderte schon einiges an Geduld. Auch handelte sie meines Erachtens recht oft nur wenig nachvollziehbar. Das kann man nun nicht mit der schlimmen Migräne in Verbindung mit einer Grippe rechtfertigen. Überhaupt finde ich das Szenario: Migräne und Grippe und dann noch aufrecht stehen können, geschweige denn arbeiten können –  völlig unglaubwürdig. Vermutlich hat der Autor selbst noch nie eine wirkliche Migräne erlebt – der Glückliche.

Insgesamt zog sich die Story für mich furchtbar in die Länge. In der ersten Hälfte erfährt man lediglich, dass Anna wohl früher etwas Schlimmes auf der Insel erlebt haben musste. Immer und immer wieder bekommt man das zu hören, viel „Gejammer“ aber auf Hinweise wartet man vergeblich. Man wird lediglich hingehalten. Erst nach der Hälfte etwa bekommt man ein kleines Bröckchen vorgesetzt. Natürlich hat man da aufgrund von gewissen Verhaltensweisen eine Ahnung, was denn wohl passiert sein könnte. Und ja natürlich bestätigt sich das dann auch. …wie eigentlich fast alles in dieser Geschichte recht leicht vorhersehbar und wenig überraschend ist.

Auch die anderen Personen blieben recht blass, obwohl es ja gar nicht so viele Menschen waren auf dieser kleinen Insel. Da hätte man ruhig auch ein wenig mehr Aufmerksamkeit der Beschreibung der Personen geben können und nicht nur der Insellandschaft.  Letztere war – wie oben schon gesagt – wirklich toll gelungen! Doch wirklich schlüssig und für mich verständlich und nachvollziehbar handelte eigentlich nur die Putzfrau. Auch waren mir zu viele Widersprüche in der Geschichte. Z. B. hat Anna gerade mal vor 6 Jahren die Insel verlassen, in manchen Beschreibungen klingt es aber so, als wären bereits 30 Jahre vergangen -> Wiedererkennungsprobleme. Oder es leben nur so wenige Menschen dort, doch kaum einer weiß, dass Anna zurück ist. Und das in so einem „Dorf“? Wie passt das zusammen? Das spricht sich doch herum wie ein Lauffeuer, zu bei ihrer Vergangenheit! Und was hat sie überhaupt bewogen, dahin zurückzukehren? Fragen über Fragen die meiner Meinung nach nicht gründlich ausgearbeitet wurden. Selbst das Motiv hinterließ bei mir nur leichtes Unverständnis, ob der vorher getätigten Aussagen. Ich würde das gerne genauer erläutern, aber ich will hier auch nicht spoilern.

Insgesamt hat mich diese Geschichte wirklich enttäuscht. Denn auch die Auflösung des Falles entschädigte mich nicht für die seichte und langatmige Story im Vorfeld. Warum ich diese Geschichte überhaupt fertig gehört habe? Vermutlich habe ich immer gehofft, dass es doch noch besser werden muss, bei so vielen guten Bewertungen. Nun gut, das Hörbuch und ich sind jedenfalls keine echten Freunde geworden.

Und was mich auch noch sehr verwundert hat ist die Tatsache, dass ich den bisher von mir immer überaus geschätzten Sprecher Frank Arnold in diesem Hörbuch auch nicht so hervorragend und makellos wie sonst immer fand. Aber zumindest hielt mich seine angenehme Stimme bei der Stange, dieses Hörbuch letztendlich doch bis zum Ende zu hören.

Eine Empfehlung kann ich somit nicht aussprechen. Aber da es sehr vielen anderen sehr gut gefallen hat, sollte man sich hier sicherlich seine eigene Meinung bilden. Die Geschmäcker sind nun einmal verschieden.

Und etwas Positives möchte ich am Schluss dann doch noch gerne sagen: In dem Buch wird auch erklärt, dass Hell-Go-Land keine „gut klingende“ Erfindung des Autors ist, sondern dass diese Insel durchaus diesen Namen schon länger inne hat. Vielleicht hat sich ja alleine für diese Information das Hören letztendlich doch gelohnt.

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Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Tim Erzberg – Hell-Go-Land

Andreas Föhr – Schafkopf (Kommissar Wallner, Teil 2)

SchafkopfBeschreibung
Das bayerische Ermittlerduo Wallner und Kreuthner steht vor einem Rätsel: Wer schoss an einem schönen Oktobersonntag dem Kleinkriminellen Kummeder auf dem Gipfel des Riederstein mit einem Präzisionsgewehr den Kopf weg? Die Suche nach dem Täter sorgt für einigen Wirbel in der oberbayerischen Idylle. Schnell wird klar, dass das tragische Geschehen in einer Neumondnacht vor zwei Jahren während einer legendären Schafkopfrunde seinen Anfang nahm…

Sprecher
Michael Schwarzmaier

Länge
7 h 30 m

Meine Meinung
Der zweite Teil der Kommissar-Wallner-Reihe richtete in meinem Kopf einige Verwirrung an. Denn die Zeitsprünge fand ich zunächst nicht immer klar erkennbar und ich musste mich anfangs wirklich sehr anstrengen, den Geschehnissen zu folgen. Die Zeitsprünge setzten sich zwar durch die ganze Geschichte durch, doch nach und nach verstand ich die Zusammenhänge besser, so dass es angenehmer wurde, diesem „Chaos“ zu lauschen. Doch eins ist klar: Bei dieser Geschichte muss man äußerst aufmerksam sein. Sonst kann man schnell den Faden verlieren.

Die Personen, die hier eine wichtige Rolle spielen, fand ich sehr glaubhaft beschrieben. Hat doch jedes Dorf seine Schlägertypen, Schrotthändler und Kneipen.

Wie auch schon im ersten Teil, haben mir die Episoden mit Wallner und seinem Opa besonders gut gefallen. Opa Manfred will auf seine alten Tage einfach noch ein wenig Spaß und der in dieser Beziehung doch sehr spießige Wallner steht dem bunten Treiben seines Opas fassungslos gegenüber. Herrlich, was es hier wieder für Szenen gibt.

Im Vergleich hat mir der erste Teil der Reihe besser gefallen, da dieser nicht so chaotisch erzählt war. Im zweiten Teil war mir die angestiftete Gedankenverwirrung ein wenig zu arg, so dass ich der Geschichte – obwohl sie als Ganzes betrachtet wirklich wieder sehr gut war – nur 4 Pingus geben kann.

Der Sprecher hat wieder mit einer Glanzleistung gepunktet. Er bekommt von mir glatte 5 Pingus.

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Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Andreas Föhr – Schafkopf (Kommissar Wallner, Teil 2)

Siehe auch:

Kommissar-Wallner-Reihe:

 

 

Ayelet Gundar-Goshen – Löwen wecken

Löwen weckenBeschreibung
Ein Neurochirurg überfährt einen illegalen Einwanderer. Es gibt keine Zeugen, und der Mann wird ohnehin sterben – warum also die Karriere gefährden und den Unfall melden? Doch tags darauf steht die Frau des Opfers vor der Haustür des Arztes und macht ihm einen Vorschlag, der sein geordnetes Leben komplett aus der Bahn wirft. Wie hätte man selbst in einer solchen Situation gehandelt? Diese Frage schwebt über dem Roman, der die Grenzen zwischen Liebe und Hass, Schuld und Vergebung und Gut und Böse meisterhaft auslotet.

Diese ungekürzte Hörbuch-Fassung wird exklusiv von Audible präsentiert und ist ausschließlich im Download erhältlich.

Sprecher
Uve Teschner

Länge
11 h 25 m

Meine Meinung
Dieses Hörbuch empfand ich in zweierlei Hinsicht als ziemlich überraschend. Erstens hatte ich es aufgrund des Klappentextes wie selbstverständlich nach Deutschland verortet. Der Name der Autorin sagte mir nichts. Denn wenn ich sie bereits gekannt hätte, wäre mir klar gewesen, dass diese Geschichte vermutlich eher in Israel und eben nicht in Deutschland spielt. Zweitens fand ich den Sprachstil außergewöhnlich bildhaft, mit Metaphern, die meinen europäischen Ohren ziemlich fremd und doch zugleich sehr faszinierend vorkamen.

Der Inhalt ist oben schon kurz angerissen. Ein klein wenig weiter ausholen möchte ich hier dann doch. Denn die Entscheidung, die Etan in dieser verhängnisvollen Nacht trifft, nämlich den von ihm „überrollten“ Mann – der ein illegal eingewanderter Eritreer ist und dem man aufgrund der schweren Verletzungen sowieso nicht mehr helfen kann – seinem Schicksal zu überlassen und ihn einfach sterbend liegenzulassen, verändert sein Leben vermutlich mehr, als es eine Unfallmeldung je getan hätte. Doch die Folgen treten erst nach und nach immer deutlicher ins Rampenlicht, lassen Etan immer mehr mit seinem Gewissen hadern und letztendlich rudert er mit jeder weiteren Entscheidung, die er im Nachhinein trifft, immer tiefer hinein in einen Morast aus Lügen und Betrug. Doch nicht nur seiner Familie gegenüber, auch sich selbst betrachtet er im Verlauf der Geschichte mit immer größeren Zweifeln, was für ein Mensch er wirklich ist und was für ein Mensch er eigentlich immer sein wollte – und auch jahrelang tatsächlich zu sein glaubte.

Diese innere Zerrissenheit und die Ohnmacht, mit der jetzigen Situation klar zu kommen, treibt ihn schier ans Ende seiner Kraft.

Die zweite sehr wichtige Person in diesem Roman ist Sirkit. Sie ist die Frau des Opfers, die unbemerkt Zeugin des Unglücks wird und ihr der Zufall zu Hilfe kommt, als Etan seine Geldbörse am Unfallort verliert. Sie steht am nächsten Tag mit dem Geldbeutel vor Etans Tür und sagt ihm, dass er diesen wohl verloren habe. Sofort wird Etan klar, dass sie ihn erpressen will. Er soll sich am Abend in einer Autowerkstatt einfinden. Etan überreicht ihr viel Geld, obwohl sie gar nicht nach Geld verlangt hatte. Sirkit nimmt das Geld, doch eigentlich hat sie ganz andere Pläne mit ihm. Denn er ist Arzt, wie sie dank seiner Papiere weiß, und einen Arzt benötigen die illegalen Einwanderer noch dringender als Geld.

Sehr gut hat mir hier die Entwicklung der Geschichte an sich und der beiden Protagonisten gefallen. Z. B. kämpfte jeder seinen eigenen Kampf, gegen das System, gegen sich selbst, doch auch gegen den fremdartigen, gar abstoßenden Anderen, die doch eh alle gleich aussehen. Sowohl Sirkit als auch Etan hatten Probleme, den jeweils Anderen zu erkennen und auch wiederzuerkennen. Denn die gewohnten Erkennungsmerkmale fielen aufgrund der Andersartigkeit in ein dunkles, verschwommenes Loch, in dem alle Eritreer und alle Israelis für den jeweils Anderen gleich aussahen. Dachte ich anfangs noch, dass Sirkit einzig Hilfe für ihr eigenes geschundenes Volk will, so verändert sich diese Sichtweise im Laufe der Geschichte. Auch Etan macht eine glaubhafte Entwicklung durch, immer darauf bedacht, möglichst heil wieder aus dieser vertrackten Situation herauszukommen. Beide winden sich, sträuben sich. Ein turbulentes Magnetspiel, bei dem sich die Pole mal kraftvoll anziehen und sich dann wieder mit voller Wucht abstoßen. Wer hier meint, auf klare Gefühle und  Meinungen zu treffen, der irrt. Und gerade das macht diese Geschichte so glaubhaft und zutiefst menschlich.

Doch auch die Rolle der Ehefrau von Etan hat mir gut gefallen. Denn sie ist Polizistin. Und ausgerechnet sie soll den Unfall mit der Fahrerflucht aufklären. Dass es hier zu Spannungen kommt, kann man sich nur unschwer vorstellen. Doch seine Frau Lait ist auf einer völlig falschen Spur, die aber menschlich und auch von der Handlung her wiederum sehr gut zu verstehen ist. Auch wenn man als Hörer natürlich weiß, wie sich das mit dem Unfall verhielt, so konnte man ihre Schlußfolgerungen letztendlich doch auch verstehen.

Und nun komme ich zum Highlight der Geschichte. Keine Angst, es folgt kein Spoiler. Denn ich will hier einzig von dem grandiosen Sprachstil reden. Ich lauschte hier wirklich gebannt jedem einzelnen Wort. Die Metaphern und Beschreibungen – und davon gab es sehr viele – waren mal blumig, fast schwülstig, dann wieder staubtrocken wie die Wüste, die unseren Schauplatz Be’er Schewa umgibt, dann plötzlich vulgär bis wirklich abstoßend. Hier wurde die ganze Bandbreite der Gefühle und Stimmungen bildlich und sprachlich nuanciert herausgearbeitet. Auch der Satzbau war stellenweise völlig anders, als in den meisten Romanen. Da stockte einem schon aufgrund der einzigartigen Aneinanderreihung der Worte der Atem.

Uve Teschner als Sprecher hat diese sprachlichen Feinheiten mit einem exzellenten  Gespür für Betonung, Dramatik und Satzmelodie gesprochen, dass sich manches Mal bei mir eine leichte Gänsehaut bildete. Einfach genial. Ich möchte fast so weit gehen zu sagen, dass dies bisher die beste Leistung Teschners war – und ich habe schon viele Hörbücher mit ihm als Sprecher gehört.

Wem könnte diese Geschichte gefallen? Nun, da kommt mir doch direkt „I saw a man“ von Owen Sheers in den Sinn. Ähnliche Thematik: Entscheidung ist getroffen, wie lebt man nun damit.

Dieses Hörbuch gehört jedenfalls auf meine Bestenliste.

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Weitere Informationen
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Vladimir Sorokin – Der Schneesturm

Der SchneesturmBeschreibung
Garin, ein Landarzt, will so schnell wie möglich in den Ort Dolgoje, um die Menschen dort gegen eine rätselhafte Krankheit zu impfen, die jeden Infizierten zum Zombie macht.

Doch es herrscht Schneesturm und Garins Pferde sind erschöpft. Also heuert er den einfältigen Brotkutscher Kosma an, dessen Schneemobil von fünfzig winzigen Pferdchen angetrieben wird. Und damit beginnen die Merkwürdigkeiten erst: Auf seiner Reise durch das Schneetreiben begegnet das ungleiche Paar Zwergen und Riesen, es gibt ein Radio mit „lebendigen“ Bildern, eine Paste, die Filz „wachsen“ lässt, eine pyramidale Wunderdroge und vieles mehr – eine Märchenwelt mit Ingredienzien einer Hochtechnologie-Gesellschaft.

Was beginnt wie eine Erzählung aus dem 19. Jahrhundert, entpuppt sich als fantastische Irrfahrt durch das ländliche Russland einer nahen Zukunft. Ein überraschend zartes Hörbuch des bedeutendsten zeitgenössischen Schriftstellers Russlands – meisterhaft interpretiert von Stefan Kaminski.

Sprecher
Stefan Kaminski

Länge
5 h 44 m

Meine Meinung
Wow! Das nenne ich mal eine Überraschung. Ich hatte Lust auf eine etwas düstere und schwermütige Geschichte. Also schaute ich bei den Russen nach. Meistens liegt man da dann ja richtig. Doch was ich mir hier ausgesucht hatte, verblüffte mich. Wirklich. Ok. Es fängt eigentlich „wie üblich“ an. Doch schon bald merkt man: Moment, winzige Pferde? Und gleich 50 Stück? Die ziehen einen Schlitten? Doch das war nur der Anfang…

Ich habe mich bei dieser skurrilen Geschichte, die stellenweise wie ein langer Drogentrip daher kommt, prächtig amüsiert. Die Geschichte ist eine Mischung aus Gegenwart, Märchen, Science-Fiction und Comic. Ja, so könnte man es wohl am treffendsten beschreiben. Es war jedenfalls alles andere als düster und schwermütig, was ich ja eigentlich im Sinn hatte.

Doch wer braucht schon das Schwerfällige, Düstere, wenn er solch einer tollen Story lauschen kann? Ich wurde jedenfalls bestens unterhalten und auch eines besseren belehrt: Die russischen Schriftsteller können auch anders. Hätte ich nie erwartet.

Und wer hätte diese sonderliche Geschichte besser vortragen können als Stefan Kaminski? Mir fällt niemand ein. Er passte wirklich perfekt.

Wer sich also auch gerne mal wieder über knapp 6 Stunden bestens unterhalten lassen will, hier und da laut loslachen aber garantiert mit permanentem Grinsen im Gesicht herumlaufen möchte, der sollte sich den „Schneesturm“ von Sorokin nicht entgehen lassen.

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P.S.: Wer es dann doch lieber „typisch russisch“ möchte, dem empfehle ich „Der Schneesturm“ von Leo Tolstoi oder „Herr und Knecht„, ebenfalls von Tolstoi.

Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Vladimir Sorokin – Stefan Kaminski

Vincent Kliesch – Im Augenblick des Todes (Kommissar Boesherz 2)

Im Augenblick des TodesBeschreibung
Kommissar Severin Boesherz genießt gerade seinen Spaziergang am Schlachtensee, als ein mysteriöser Mann in einer Limousine vorfährt, sich als „Ismael“ vorstellt und Boesherz zu einem Ausflug einlädt.
Die Fahrt endet am Tatort eines bestialischen Mordes: Ein Arzt sitzt skalpiert und ausgeweidet in seiner eigenen Praxis. Bei dem Mord handelt es sich um die exakte Kopie des einzigen Verbrechens, das Boesherz nie aufklären konnte. Offenbar will der Täter dem Kommissar gezielt eine Botschaft übermitteln – und es soll nicht die einzige bleiben. Boesherz weiß: Er muss das Rätsel lösen, bevor seine eigene Vergangenheit ihn einholt.

Diese ungekürzte Hörbuch-Fassung wird exklusiv von Audible präsentiert und ist ausschließlich im Download erhältlich.

Sprecher
Uve Teschner

Länge
8 h 35 m

Meine Meinung
Was ein Konstrukt! Doch Boesherz selbst vertritt ja vehement die Meinung, dass etwas in den wenigsten Fällen ein Zufall ist. Somit passt es ja wieder. Mir hat dieser leider sehr kurze Thriller sehr gut gefallen. Er war äußerst kurzweilig, sehr erstaunlich, aus was Boesherz die richtigen Schlüsse zog, hatte einige sehr überraschende Wendungen und Begebenheiten und war zum Schluss dann doch stimmig. Auch wenn ich zwischendurch dachte, wie soll das denn noch zu einem glaubhaften Ende führen. Und das Ende, na das lässt auf einen dritten Teil hoffen. Ich würde mich jedenfalls freuen, wenn es eine weitere Fortsetzung geben würde.

Uve Teschner hat mir wieder sehr gut gefallen. Er passt sehr gut zu den Büchern von Vincent Kliesch. Übrigens war das erste Hörbuch, das ich von Teschner gesprochen gehört habe, das erste Hörbuch von Vincent Kliesch: Die Reinheit des Todes (Julius Kern 1).  Schon damals war ich sehr begeistert von ihm als Sprecher. Und mittlerweile hat er ja schon sehr viele Hörbücher auch von anderen Schriftstellern gesprochen. Wenn ein Buch von ihm gesprochen wird, freue ich mich immer. Denn dann weiß ich, dass zumindest der Sprecher schon mal spitze ist.

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Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Vincent Kliesch – Im Augenblick des Todes (Kommissar Boesherz 2)

Siehe auch: